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Sanne

Wie sich mein Leben seit der Herz-OP verändert hat...

Empfohlene Beiträge

Sanne

Hallo ihr Lieben,

 

angeregt durch den Bericht einer Userin, wie sie ihr Leben um und durch die Herzoperation gravierend verändert hat und auch durch meinen eigenen Entwicklungsprozeß in dieser Zeit bin ich neugierig auf eure Erfahrungen geworden :( .

 

Hat sich euer Leben in Beziehung, Beruf, Alltag und euer Bewußtsein durch die Erkrankung, die OP etc. verändert?

 

Diese Frage bezieht sich ausdrücklich nicht auf den medizinischen Aspekt, die Veränderungen, die zB. die Einnahme von Gerinnungshemmern bzw. die Gerinnungsselbstkontrolle so mit sich bringen.

 

Danke ...

 

Sanne

 

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snowflake59

Hallo Sanne,

wie Du sicherlich in meinen Beiträgen gelesen hast, habe ich meine Kunstklappe schon fast 19 Jahre. Wie hat sich nun mein Leben geändert? Dein Aufruf zur Antwort auf Deinen Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Nun als Erstes habe ich mich einige Zeit nach meiner OP von meinem Mann getrennt; Gott sei Dank ist unsere Ehe nicht mit "schmutzigem Wäschewaschen" zu Ende gegangen. Wir verstehen uns heute noch gut. Er ist auch wieder neu verheiratet. Warum unsere Ehe nicht klappte darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.

Viele Dinge über die ich mich vor der Erkrankung geärgert habe sehe ich heute viel gelassener und das schon lange Zeit. Dazu zählen z. B. lange Warteschlangen, das Versäumen eines Busses/Zuges oder Fehler die ich oder andere machen. Ich muss nicht mehr unter den Ersten sein und folge nicht jeder Einladung zu einem Geburtstag. Vielmehr genieße ich Stunden der Ruhe, zu Zweit oder auch mit mehreren. Meine Kinder sind mir wichtig und mein bald ankommendes Enkelkind. Ich genieße lange Spaziergänge und die Natur. Vor der OP war ich viel hektischer und habe manches nicht mitbekommen oder gesehen. Natürlich darf man nicht vergessen, dass ich auch älter geworden bin und das natürlich auch zu den zuvorgenannten Beispielen beigetragen hat. Aber grundsätzlich habe ich diese Veränderung der Herzoperation zu verdanken, worüber ich in keinster Weise böse bin.

Ich hoffe das dieser Beitrag andere nach sich ziehen wird, denn auch ich bin neugierig auf Eure Antworten.

Liebe Grüße

Anita

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scheschu68

Hallo Sanne,

 

ich würde meinen Senf auch gerne dazugeben.

 

Ich habe meinemechanische Aortenklappe jetzt 2 1/2 Jahre. Vorher war ich ein

hektischer Mensch glaubte alles zu verpassen wenn ich nicht überall war. Bin ich heute auch

noch.

Doch das schwierigste für mich aber war, das Bewustsein zubekommen das ich Krank bin,

ich kann und darf viele Dinge nicht mehr die ich in all den Jahren vorher getan habe.

Muss mich zurück nehmen und alles etwas ruhiger angehen.

Das war (ist) eigentlich das tükische daran. Ich glaube wenn ich meine Klappe

nicht ständig hören würde, würde ich vergessen das ich sie habe.

Privat habe ich die Liebe meines Leben geheiratet, sie war in der schweren Zeit immer

bei mir. Mein Umfeld hat es akzeptiert und verhält sich ganz normal. Das gibt ein gutes

Gefühl der Sicherheit. Beruflich muss ich jetzt neue Wege

gehen, aber mit der Umschulung die ich seit einem Jahr mache sollte es keine

Probleme geben.

Ich habe es schon öfters hier geschrieben,

Mein Erkenntniswar auch schon als Kind

Es gibt immer einen der ist schlimmer dran als ich.

 

LG Stefano :(

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StephanCGN

Die Erfahrung meiner Vorschreiber habe ich auch gemacht: ruhiger geworden zu sein (oder kommt das sowieso mit dem Alter? ;) ) - und das ist ganz gut so.

 

Weil ich mit einem Klappenfehler geboren wurde ist buchstäblich von Kindesbeinen an das Bewusstsein da "da ist was" und "manches ist bei mir anders". Das hat mir geholfen, mit der Kunstklappe klar zu kommen: Seitdem ist es "anders anders", aber die Erfahrung des Besonderen war ebenso wenig neu für mich wie die Erfahrung, mit Einschränkungen leben zu müssen.

 

Das Bewusstsein, mit einem "Fremdkörper" im Herzen zu leben, ist mit der Zeit geschwunden. Ich denke daran eigentlich nur noch, wenn ich beim Kardiologen mit auf den Echo-Bildschirm gucke oder wenn mein Herz mal "stolpert". Allerdings kommt dieser Gedanke dann so plötzlich hoch, dass manchmal ein gewisser Schreck dabei ist.

 

Du hast die Folgen der notwendigen Dauer-Anticoagulation ausdrücklich ausgeschlossen. Das will ich nicht kritisieren, aber doch darauf hinweisen, dass sie in meinem Alltag wesentlich häufiger eine Rolle spielen als die Klappe selbst.

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Canan

Hallo Sanne,

 

also ich bin nach der OP viel ruhiger geworden. Sehe andere Menschen auch etwas anders und bin aufmerksamer. Es ist als hätte ich mir ne Brille mit anderen Gläsern aufgesetzt. So genau kann ich das gar nicht beschreiben. Merke, dass die Leute anders reagieren, positiver. Ich verhalte mich so wie ich will und nicht so wie es andere möchten. ...

 

Ernähre mich bewusster und bin beim Essen nicht mehr so wählerisch wie früher ;)

 

Was hat sich für Dich geändert seit der OP?

 

Viele Grüße

Canan

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Thomas W.

Hallo,

 

ich versuche mal eine Kurzform.

 

Direkt nach der OP gab es bis einschließlich (ungefähr) 1 Woche REHA eigentlich ein tägliches Wechselbad. Das ging von einem unheimlich euphorischen Gefühl bis zum Heulen aus nichtigem Anlass. Irgendwie konnte ich es nicht richtig glauben "es" geschafft zu haben und war verwundert wie schnell die Kraft zurückkehrte und sogar besser wurde wie vorher.

 

Gleichzeitig wurde ich aber auch irgendwie ruhiger? - nee ich weiß nicht ab das der richtige Ausdruck ist ich denke abgeklärter trifft es eher. Ich setzte andere Wichtigkeiten - genoß/genieß kleine Augenblicke viel mehr und wurde selbstsicherer. Auf der einen Seite hatte ich plötzlich mehr Verständnis und Toleranz andererseits aber auch gerade wieder nicht - ich wurde in einigen Dingen egoistischer und sagte auch mal nein oder erfüllte nicht die Erwartungen Anderer.

 

Die guten Vorsätze was Sport und Ernährung betrifft schwanden im laufe des letzten Jahres - teils weil sich halt der Alltag wieder einschliff und teils durch meine jetzt wieder feste Berufstätigkeit. Vorher (vor der OP seit 1996 und nach der OP bis 2005) war ich ja hauptberuflich Hausmann und nur ab und zu geringfügig Beschäftigt. Da hatte man Zeit für Walking, Herzsport, Kochen usw. . Jetzt wo ich wieder fest in einen Job eingebunden bin merke ich wie ich rein vom Lebensstil eigentlich ganz normal lebe - der Gedanke eine mech. HK zu haben und blutverdünnt zu sein ist zwar da aber weit im Hintergrund. Dies ist bezogen auf meine Vergangenheit eine Rückkehr zur Normalität - doch ich weiß das dies nicht unbedingt positiv für meine Gesundheit ist. Diesen Konflikt trage ich mit mir herum - da muß und werde ich noch einen Weg finden müssen.

 

Als Gesamtergebnis ergibt sich für mich das ich bewußter Lebe und einen anderen Blick für vieles entwickelt habe und glücklich über jeden Tag bin an dem es mir gut geht aber ansonsten ein ziemlicher "Normalo" bin.

MfG

Thomas Wagner

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Gast Robin

Das ist ein starkes Thema, ich bin froh, das es "pinned" ist. Da kann man ja Jahre dran schreiben. Übrigens wollte ich dieses Thema auch anfangen, liebe Sanne - Du warst schneller ;) Das treibt mich nämlich sehr um - wird sich mein Leben ändern?

 

1. Das Leben davor:

 

Beruf

  • 1998 Start in Berlin, Ingenieur im Großkonzern
  • 2000 beginnt Ehrgeiz, Versetzung nach Bayern
  • 2001 Versetzung nach Florida, großes Projekt
  • 2002-2003 rund 80 h Arbeit die Woche
  • 2004 Rückversetzung nach Berlin, Beförderung zum Abteilungsleiter
  • 2005-2006 rund 60 h, aber mit Fahrten bis zu 70 h pro Woche

Familie

  • Keine Zeit für Ehe mit entsprechender Entfremdung in der Beziehung
  • Am Wochenende Zeit für Kinder, in der Woche nur abends beim Zubettgehen

Sport

  • 1998-2000: Sporadisch
  • 2001-2004: Jogging 3-5 mal die Woche (Florida eben)
  • 2004-2006: Nichts (Berlin eben)

Spiritualität

  • Getauft, konfirmiert, kirchlich verheiratet, Kinder sind getauft
  • Aber sonst: Nix
  • Empfinde ich seit Jahren als Leere im Leben

Hobbies, Genuss

  • Vor Beruf: Schauspieler in semiprofessioneller Theatergruppe, viel Lesen, viel Freunde besuchen, viel Kneipe abends, Fantasy Rollenspiele, Kung Fu, Kino, Theaterbesuche, ...
  • Seit Beruf: Wenig Lesen, sehr wenig Freunde besuchen, 10 mal im Jahr Kneipe abends
  • Empfinde ich seit Jahren als Mangel im Leben

2. Die OP

 

Ich bin durch zwei todesnahe Erfahrungen gelaufen: Erstens hatte ich vor der OP eine hier im Forum beschriebene, vielleicht irrationale, aber real empfundene Todesangst. Die drei Tage direkt davor schrieb ich einen Abschiedsbrief an meine Kinder, eine Patientenverfügung und mein Testament. Beim Hinfahren zum Krankenhaus fühlte ich mich, als ginge ich zu meiner Hinrichtung. Zweitens wurde mir nach der hervorragend gelaufenen OP berichtet, dass ich eigentlich schon mehrfach gestorben sein müsste - 20 Tage lebt doch niemand mit einer gerissenen Aorta, unmöglicher Befund, wo gibt's denn sowas, "Patienten mit ihrem Befund finden wir eigentlich nur im Leichenschauhaus bei der Obduktion". Also hatte ich Todesangst, die sich zwar fälschlicherweise auf die lebensrettende Maßnahme fokussierte, aber per Befund eigentlich auch wieder physiologisch richtig war.

 

So etwas läßt mich nicht kalt. Mir ist die eigene Sterblichkeit sehr drastisch vor Augen geführt worden. Vor allem, da ich als 36-jähriger, gesunder Mann mit so etwas natürlich nie gerechnet hatte, selbstverliebt und überzeugt, dass so etwas nur den anderen passiert, nicht mir. Ich habe davor an den Tod schon mal philosophisch gedacht, im Hinblick auf die rund 30 aktiven Jahre, die ich noch vor mir habe, und was ich in diesen 30 Jahren erreichen will - aber nicht konkret als tatsächliche Möglichkeit. Bis zur OP. Sich 3 Tage damit auseinanderzusetzen, was man regeln möchte, bevor man stirbt, ist eine Erfahrung, die ich zwar niemandem wünsche, aber die, wenn man sie denn durchlebt hat, sehr spannend ist.

 

Die Euphorie nach der so mit Angst belegten OP, dass ich überhaupt lebe, ließ mich im Krankenhaus glauben, dass ich alles, aber auch alles in meinem Leben ändern werde.

 

3. Das Leben danach

 

Das ist noch schwierig zu beschreiben. Bei mir ist es noch sehr früh (OP war auf den Tag genau vor einem Monat), ich bin noch mitten in der Genesung und lebe noch kein normales Leben, aber es schleichen sich schon wieder alte Muster und Strukturen ein, so, als wäre nichts gewesen. Wunsch und Wirklichkeit klaffen also bereits auseinander.

  • Wie kann ich z.B. einen Abend fernsehen, wo das Leben doch so begrenzt ist? Ja, ich brauche Ruhe, aber warum nehme ich nicht das Buch, sondern gucke fern?
  • Warum habe ich mein in Berlin wieder angefuttertes Übergewicht (BMI 27,5) noch nicht in Angriff genommen, obwohl es für meinen Blutdruck so wichtig wäre, sondern tröste mich mit Ausreden wie "jetzt erstmal gesund werden, dann abnehmen"?
  • Wieso fange ich schon wieder an, genervt zu reagieren? Direkt nach der OP war ich viel abgeklärter.

Und dann die eigene Versehrtheit. Für eine Aortendissektion gibt es wohl 50% Schwerbehinderung. Ich bin schwerbehindert? Wie bitte? Ich darf keine Blutdruckspitzen mehr haben? Keinen Kampfsport mehr machen? Muss im Beruf aufpassen, nicht zu viel Stress zu haben? Ich, der ich als jüngster Abteilungsleiter im Segment beruflichen Stress nur als Herausforderung, nie als Problem sah? Soll nicht mehr so viel fliegen, wo ich doch 2006 rund 15 Wochen beruflich unterwegs war? Davon 7 oder 8 mal je eine Woche interkontinental?

 

Ich denke, ich werde schon ein paar Dinge ändern und

  • weniger arbeiten (ich werde für 40 h bezahlt, wieso arbeite ich 60 h?),
  • Sport in meinen Tagesablauf einbauen, 30 min tägliches Kardio-Training,
  • die Ernährung langfristig umstellen und mein Gewicht auf BMI <25 bringen,
  • mehr lesen, weniger fernsehen und last but not least
  • mehr Zeit mit den Kindern verbringen, vor allem in der Woche.

Aber ob ich mein Leben wirklich so einschneidend ändern werde bzw. kann, wie ich mir direkt nach der OP vorgenommen habe, bleibt abzuwarten.

 

Deshalb bin ich an Euren Erfahrungen sehr interessiert.

 

Robin

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Claudia H.

Hallo Sanne,

 

ich muss mich meinen Vorschriebern anschliessen.

 

Ich bin viel gelassener geworden, sage was ich denke, ecke auch manchmal damit an. Viele Dinge (nicht alle) , über die mich früher geärgert habe, gehen mir heute am "Popo" vorbei.

 

Das war zwar unmittelbar nach der OP nicht so, aber im Laufe der Jahre hat sich das so entwickelt. Kurz nach der OP war ich noch, wenn ich mich geärgert habe, ziemlich nah am Wasser gebaut und habe mich dann auch reingesteigert. das ging dann soweit, dass ich fast keine Luft mehr bekam.

 

Gruß, Claudia

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rainbow1

Robin, da kommt ja ne ganze Menge zusammen, bei mir gibt es nicht soviel zu erzählen.

 

Ich habe jung geheiratet, 4 Kindern das Leben geschenkt, hab alles gegeben was ich an Power, Liebe usw zur Verfügung hatte. Nach der Geburt des 4. Kindes fing es mit einer leicht insuffizienten Aortenklappe, die sich nach 12 Jahren Beobachtung zum "Notfall" entwickelte( mit unsagbar vielem, unvorstellbaren drum und dran) und durch eine künstliche ersetzt werden sollte.

Panikattacken waren an der Tagesordnung.

 

Nach 8 Stunden hatte ich schließlich 2 :) künstliche Klappen und 1 Bypass. Ich werde meine Nah-Tod Träume während des künstlichen Komas nie vergessen, aber letztendlich habe ich es doch geschafft.

 

Die letzten 5 Jahre waren eine psychische Achterbahn, ich habe ca 2 Jahre gebraucht , um überhaupt wieder einen halbwegs klaren Gedanken fassen zu können.

 

Gottseidank sind meine Kinder erwachsen( die Jüngste ist 16) denn ich merke, daß sich in den letzten Jahren seit der Op ein unheimlicher Drang entwickelt hat, jetzt endlich mal an mich zu denken(was mir aber immernoch schwer fällt).

 

Ich genieße jeden Tag ( Panikattacken sind übrigens verschwunden), genieße die Natur, hab mir einen Schrebergarten zugelegt, in dem ich bis zum umfallen ;) werkeln kann)

Ich versuche jeden Tag zu walken, damit die 15 Kilo , die ich mir seit der OP angespeistsmilie_koch1.gif habe,mit der Zeit wieder verschwinden.

 

An schlechten Tagen frage ich natürlich, warum gerade ich dieses " Ersatzteillager" mit mir herumtragen muß. Wenn ich kurz nachdenke und sehe, wie intensiv ich seit der OP lebe, habe ich da schon meine Antwort.

 

Gruß, Beate

bearbeitet von rainbow1

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Luise67

Mensch Robin,

 

da möchte man ja ganz laut Stop rufen.

Du hast ein Leben auf der Überholspur geführt.

Es ist Dir zu wünschen das Du Deine guten Vorsetze umsetzt.

 

Ich habe auch sehr viel gearbeitet. Meine Ehe wäre fast daran zerbrochen. Hab nocheinmal (wir) die Kurve bekommen.

 

Hatte heute mit meinem Chef telefoniert, und Entwarnung gegeben.

Das ist auch so Einer. Hat seit Jahren, wie er sagt einen Streßbedingten Hypertonus.

Es muss immer mehr sein. Projekte über Projekte. nimmt uns manchmal die Luft zum atmen.

 

Er sagt immer:" Was soll ich denn tun???? ";)

 

Ich glaube es gibt immer Dinge die wir tun können. Kein anderer wird sie für uns tun. Unser Körper hat uns ein eindeutiges Signal gesendet. Wenn wir nicht auf ihn hören, ist uns nicht zu helfen.

 

Aber ich gebe Euch recht, die Umsetzung ist super schwer. Das Leben mit allen Höhen und Tiefen geht ja trotzdem weiter. :)

 

Ich glaube es wird nicht sagen, ich schalte mal einen Gang runter.

 

Die nächsten Herausforderungen stehen an. Meine Tochter wird 18 Jahre. Ich hoffe sie schafft ihr Abitur und findet ihren Weg.

Mein Sohn hat erhebliche Schulsorgen. Hat ADS (Aufmerksamkeitsdefiziet Syndrom) Wenn ich den groß habe, da freut sich meine Mitralklappe. So hat jeder sein Syndrom. :wacko:

Diese Herausforderungen kann ich nicht ändern, aber ich muss gelassener damit umgehen.

 

Wir müssen rausfinden was uns gut tut. Tankstellen einrichten.

 

Ich hoffe es klappt, Gruß Gela

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gritti

Hallo Sanne,

 

ich bin "dünnhäutiger" geworden. Die psychische Veränderung ist eigentlich das Gravierendste, was ich an mir feststellen musste. Es hat lange gedauert, ehe ich wieder "die Alte" war. Jedes Jahr am Op.-Tag war ich nicht ansprechbar, habe nur geheult und daran gedacht. Daran ist auch meine Ehe zerbrochen. Ich konnte viele Sachen nicht mehr so bewältigen, wie früher.

 

Meinen heißgeliebten Sport (Schwimmen und Handball) musste ich aufgeben und bin natürlich dementsprechend auch in die Breite "gewachsen".

 

Beruflich möchte ich mich den Anderen anschließen! Bei uns auf Arbeit existiert noch die gute alte "Hackordnung" - du weisst schon - nach oben kratzen, nach unten treten. Das hebt mich heute nicht mehr so an. Ich muss nicht mehr ganz vorne mit dabei sein. Ich hätte eine bessere Position haben können, mehr Geld, mehr Stunden, mehr Verantwortung. Habe aber abgelehnt. Mein Arbeitsgeber hat mich gebeten, wenigstens die Vertretung zu übernehmen. Und heute - bin ich froh drüber. Ich sehe meine Kollegin, den ganzen Stress den sie hat, ihren Ärger, ihre Wut. Das bestärkt mich in meinem Entschluss.

Und seien wir mal ganz ehrlich, steht nachher 'ne Widmung vom Arbeitgeber auf dem Grabstein, wohl kaum.

 

Ich kontrolliere meine Gerinnung mittels CC selbst und komme auch ganz gut damit klar. Das Stechen am Anfang fiel mir schwer. Das kostete Überwindung. Und wenn ich heute so darüber nachdenke, muss ich schmunzeln. Meine Kinder rennen immer ganz schnell aus dem Zimmer, wenn ich meinen schönen schwarzen Koffer raushole.

 

Ich hoffe, dass war nicht zu lang.

 

LG Grit

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Rolli

Starkes Thema, da musste ich doch länger nachdenken.

 

Die Ausgangssituation war ziemlich hoffnungslos, austherapierte Endokarditis, damals opereierte man nur ungern bei florider E. und ich war in nicht akzeptablen Zustand. Chancen für Überstehen der OP sehr schlecht, Heilung der Endokarditis fraglich. Meine Tochter war damals gerade sechs Jahre alt.

Nach der OP erwachte ich erst einmal mit doppelter Lungenentzündung, kam aber superschnell auf die Beine. Bald gings zur Hockergymnastik in die Reha, ich sollte beim Staubsaugen mindestens 3 Pausen machen. :(

Kaum zu Hause, ging es Bergauf. Erst war die Lungenentzündung weg, nach 3 Monaten war sicher, die Endokarditis auch B):lol:, die Herzüberlastungszeichen verschwanden und ich begann mit meinem Aufbautraining.

Neben einer Tachykardie (blieb) und etwas Rhytmusstörungen fühlte ich mich so "leer". Es ging mir auf die Nerven, wie andere sich wegen Belanglosem (wie ich meinte) soviel Streß machten. Am meisten störte mich aber die Oberflächlichkeit der Menschheit (sorry, so empfand ich das) Es hat länger gedauert, bis mir klar wurde, was dahinter steckt. Alle aus meiner Familie haben in der schweren Zeit die Wahrheit verdrängt. Ich konnte mit niemandem reden. Das hing nach. Also "räumte" ich mal kräftig auf und brachte "Alles" auf den Tisch. :o Das bereute ich lange.

Danach war ich "geheilt" und versöhnt.

Mir ging es dann viele Jahre richtig klasse, ich hatte eine hervorragende Leistungsfähigkeit, höchste Lebensqualität. :D:D:D

 

Die OP liegt schon 22 Jahre zurück. In der Zwischenzeit bildete sich eine Hypertonie aus, ein Rechtschenkelblock kam hinzu und die Rhytmusstörungen nahmen auch zu. 2003 wurde nach mehreren "Versuchen" und 3 Monatiger Leidenszeit paroxymales Vorhofflimmern diagnostiziert. Das ist bestens unterdrückt, meine Leistungsfähigkeit auch. Weiterhin Mitralklappeninsuffizient I und Trikuspidalklappenins.I. Inzwischen besteht auch eine Verlängerung der Qc-Zeit. So ist der Lauf der Zeit.

Der Lack ist also ab. B) Aber die Lebensqualität ist immer noch super. Die kleinen Abstriche, die ich machen muss, sind eher gering. ;)

Was geblieben ist, ist mein gestörtes Verhältnis zu Krankheiten. Es ist ja alles nicht so schlimm. Und genauso kommt es bei Anderen auch an. Oft werde ich nicht ganz ernst genommen.

 

Was ich gelernt habe: "Geniesse jeden Augenblick"

 

Liebe Grüße

 

Rolli

:o

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hanne

[font=Comic Sans Ms]Hallio ihr,

 

erstmal ein riesen Kompliment an euch!

Ich finde es echt klasse, wie ihr damit umgeht und so frei darüber berichten könnt!

 

Ich selbst bin gesund, aber meine großmutter bekommt demnächst eine neue herzklappe. deshalb habe ich mich auch hier angemeldet. ih muss mit menschen reden, die dies schon durchgemacht haben!

Ich wüsste nicht ob ich so tapfer wie meine oma sein könnte! sie probiert alles genauso zu machen wie vor der diagnose! will einfach leben!

 

Zwar bin ich nicht so direkt betroffen wir ihr, und die op meiner oma steht noch an, aber ich selbst kann nur sagen, auch mein leben hat sich seit der bekanntgabe der krankheit verändert!

 

ich sehe viele dinge intensiver. wenn meine oma lacht, freu ich mich mehr darüber! wenn sie mich mal nervt, will ich es ihr nicht zeigen. ich achte viel mehr auf sie und auch auf unser verhältnis.

 

ich denke viel öfter an sie und versuche mich in ihre lage zu versetzten!

 

 

Alles liebe Lexa[/font]

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hanny06

@ hanne

Ich finde es toll, wie du dich um deine oma kümmerst und sorgst. sie kann echt stolz auf ihre enkelin sein.

 

@ all

auch ich lebe seit der op intensiver. früher haben mich kleinigkeiten oft aufgeregt. heute bin ich diesen dingen gegenüber etwas gelassener und auch anderen menschen gegenüber bin ich offener. ich genieße jetzt kleinigkeiten mehr und weiß die es zu schätzen, dass ich meinen alltag wieder selber bestreiten kann. früher war dies eine selbstverständlichkeit für mich. dadurch, dass ich stolz auf das bin, was hinter mir liegt, bin ich euch selbstbewusster geworden. mir ist bewusst, dass ich etwas durchgemacht habe, das viele in meinem alter nicht machen müssen. mir ist klar geworde, wie schnell alles vorbei sein kann, deshalb lebe ich bewusster.

 

Hanny

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Mira

Auch mein Beitrag zu diesem Thema, ;):D:D

ich hatte das Glück, dass ich mich bei meinem Mann, meinen Freunden und Bekannten, immer ausprechen konnte und auf viel Verständnis gestoßen bin. Es tat gut zu wissen, dass man nicht allein ist und wie sehr die Freunde hinter einem stehen. Auch den Kollegen habe ich viel erzählt, versuche mich nun aber zurückzuhalten, da diese sonst doch mit dem Thema mit der Zeit überstrapaziert werden.

Ich habe mich sehr über meinen Schwager und Schwägerin geärgert, die mich nie angerufen hatten und dann aber an Weihnachten so im Smalltalk ganz beiläufig fragten: Na, und bei Dir, ist jetzt alles wieder ganz normal?

Nein, nichts ist normal, ich habe sie ganz schön angegiftet, war etwas heftig. Zuhause hatte ich dann nur noch geweint, das erste Mal überhaupt und das einzige Mal. Dafür hatte ich die ganze Nacht geheult.

Ich denke der Kontakt ist jetzt ziemlich beschädigt, ich stehe aber auch dazu.

 

Bei meinen Freunden habe ich nun viel Verständnis und Sorgen, wenn sie über irgendwelche Krankheiten bei sich klagen. Ich habe einfach gemerkt, wie verletzlich der Mensch ist und dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist.

Allerdings kann ich so schnell niemand im Krankenhaus besuchen, da ich eine richtige Krankenhausphobie entwickelt habe. Mein Sohn war wegen einer OP am Arm 1 Tag im Krankenhaus. Ich bin 4x zu ihm hingefahren, konnte aber gar nicht dortbleiben, habe es nicht ausgehalten. Ich war froh, dass er mich mit 16 nicht mehr ständig braucht.

 

Ich habe nun neue Kraft und Energie bekommen. Ich mache sehr viel Sport, um meine Herzleistung wieder aufzubauen. vom Gewicht her, habe ich keine Probleme.

Ich möchte mich bei der Arbeit neu orientieren und schreibe gerade Bewebungen.

Mal sehen ob's klappt.

Hab noch viel vor und hoffe lange gesund zu bleiben.

 

Alles Liebe

 

Sabine

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Reni

OP gelungen - Patient kaputt,

 

Der Klappenersatz ist völlig in Ordnung. Habe leider bei der OP einen Stammhirninfarkt erlitten. Seither bin ich Rentner, erwerbsunfähig. Ich (Dipl.Betriebswirt) hatte mit 36 Jahren noch ein bischen was vor. Kannste nichts machen, Schicksal. Meine Kinder haben davon profitiert, ich bin ja immer greifbar. Papa kriegt auch allabendlich sein Süppchen vorgesetzt.

 

Psychisch hatte ich ganz schön Federn gelassen. Die OP und die Schmerzen hinterher sind auf Grund des Infarktes mit seinen Auswirkungen ziemlich in's Hintertreffen geraten. Ich konnte ja nicht laufen, nur schlecht sprechen, habe viele Tage Doppelbilder gesehen ... Zum Glück war der Kopf immer klar. Ich vergleiche mich immer mit einem Mixer, der zwangsweise eine Stufe zurückgesetzt wird.

 

Nach der OP hatte ich schlimme Visionen. Ich habe mir z. B. eingebildet, da sitzt einer an meinem Bett und will mit mir die ersten Laufübungen machen. Habe mich aufgerichtet und bin aus dem Bett gefallen. Da saß natürlich niemand (und ich bin mir heute noch sicher, dass ich ihn wieder erkennen würde).

 

So dauerte mein Krankenhausaufenthalt gute sieben Wochen bis ich fit für die Reha war. Die fand nicht in einem Herzzentrum sondern in einer Kurklinik für Neurologie statt (Bad Klosterlausnitz in Thüringen). Das Blöde war, dass mich wirklich jeder zweite auf meine laut tickende Uhr angesprochen hat. Und mit der war ich ja noch nicht mal selbst ausgesöhnt. Erst durch das Forum hatte ich dann mal Kontakt mit Herzklappenpatienten.

 

Im Nachhinein muss ich sagen, war das eine richtig böse Zeit. Aber ich habe das nun alles akzeptiert und bin jetzt recht friedlich. Ich lese mit Hingabe Bücher über Todesnäheerfahrungen, schreibe sehr viel und denke, dass es mir jetzt ganz gut geht, freue mich an den Kindern und an deren Erfolgen ... Hätte doch alles noch viel schlimmer kommen können.

 

Gruß Reni

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Chrisse

Hallo Sanne,

 

möchte auch noch meinen Senf dazugeben...

 

Mich hat die ganze Erfahrung mit Endokarditis und Not-OP definitiv stärker gemacht.

 

Die ersten paar Monate waren schwer, und ich habe auch viele Ängste gehabt und mit der Welt und meinem Schicksal gehadert, bis ich es akzeptieren konnte.

 

Inzwischen betrachte ich es als Privileg, mit solchen Themen wie schwere Krankheit, Hilflosigkeit, Tod viel näher konfrontiert gewesen zu sein als die meisten anderen Menschen in meinem Alter. Das ist eine Erfahrung, die man anderen voraus hat, und durch die man manche Dinge im Leben gelassener sehen kann.

 

Manches hat sich bei mir relativiert oder Prioritäten haben sich verschoben; habe zum Beispiel eine sehr wichtige beziehungstechnische Entscheidung endlich treffen können...

 

Ich denke, dass ich bewusster lebe. Wenn ich morgens aufwache und irgendwie nicht so toll drauf bin oder mich am Tag etwas Unangenehmes erwartet, ist es trotzdem immer noch ein guter Tag, so lange ich in keinem Krankenhaus eingesperrt bin und mich frei bewegen und aktiv sein kann (Sport macht mir seitdem auch mehr Spaß als früher). :rolleyes:

bearbeitet von Chrisse

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sabrinag1986

Hallo,

 

auch ich habe durch die OP und die damit verbundenen Erfahrungen als Menschen um einiges stärker gemacht. Ich weiss das Leben zum Beispiel jetzt viel mehr zu schätzen, und sehe es nicht als selbstverständlich an. Ich lebe auch bewusster und genieße das Leben mehr.

 

Ich habe auch gelernt, dass ich jetzt keine Angst mehr vor unbekannten Situationen haben muss, da das alles nicht so schlimm sein kann, wie das, was ich vor, während und nach der OP durchgemacht habe. Mir ist auch durch die OP bewusst geworden, wie stark ich eigentlich bin. Denn vorher, hätte ich mir das definitiv nicht zugetraut. Ich hatte ja vorher so eine Angst, dass ich echt überlegen musste, ob mein Leben mir so viel wert ist, dass ich diese Angst und Quälerei aushalte. Na ja,...Jetzt weiss ich, es hat sich definitiv gelohnt. Ich weiss jetz endlich was es heisst "zu leben" und dafür bin ich dankbar. Denn jetzt nach der OP glaub ich auch an das Sprichwort: Was einen nicht umbringt, macht einen nur noch härter :angry:

 

Liebe Grüße,

 

Sabrina

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Ricardo

Liebe Sanne,

ich finde die Frage extrem interessant und die Antworte könnten sicherlich einige Bücher fühlen.

Lustigerweise, einige Monate nach meiner Operation (Maerz 2006) hoerte ich, auf dem Weg nach Hause, im Radio eine "uralte" Interview mit Max Reinhard: er sagte u.a., dass er "sein ganzes Leben lang seine Träume verwirklicht hat". Bum! :lol: Das war für mich die richtige Aussage zum richtigen Zeitpunkt. Ja, mein Leben hat sich sehr zum positiven verändert: es geht nicht mehr um die Sachen, die man in 3 Jahren machen will, oder nach der Pension, oder nächstes Jahr. Nein, es geht um jetzt. Dieser Moment.

Seit Jahren wollte ich immer eine altbau Wohnung haben. Dieser Traum hatte ich sicherlich schon seit 10 Jahren... Heute 14 Monate nach meiner Operation, habe ich sie. Und bereits seit Dezember... Es geht nicht um Wohnung oder wohnen oder haben oder nicht haben. Viel mehr um Entscheidungen zu treffen, Lust zum lebeb, mir etwas "schönes" zu geben, Träume zu verwirklichen... Ich war damals 13 Wochen im Hospital, 6 Monate im Krankenstand... und ich kann mich gut erinnern wie kalt Wintermonate im Hospital sein können. Ja, mein leben hat sich sehr verändert - ich geniesse mehr als je zuvor das Leben und die Menschen! Sicherlich weil es mir bewusst worden ist, dass Gesundheit nicht selbsverständlich ist... und ich freue mich, dass es mir gut geht - auch wenn ich manchmal Kreislaufstörungen oder Schwindel habe... auch wenn manchmal die Klappen zu hören sind... Ich kann es nicht ändern und entweder lernt man damit zu leben oder man wird verrückt. Da "verrückt werden" nicht zu meinen Ambitionen im Leben gehört...

Na ja, und wie siehst Du das alles?

Liebe Grüße aus dem sehr sonnigen Wien ;)

Ricardo

 

 

Hallo ihr Lieben,

 

angeregt durch den Bericht einer Userin, wie sie ihr Leben um und durch die Herzoperation gravierend verändert hat und auch durch meinen eigenen Entwicklungsprozeß in dieser Zeit bin ich neugierig auf eure Erfahrungen geworden :( .

 

Hat sich euer Leben in Beziehung, Beruf, Alltag und euer Bewußtsein durch die Erkrankung, die OP etc. verändert?

 

Diese Frage bezieht sich ausdrücklich nicht auf den medizinischen Aspekt, die Veränderungen, die zB. die Einnahme von Gerinnungshemmern bzw. die Gerinnungsselbstkontrolle so mit sich bringen.

 

Danke ...

 

Sanne

 

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Enrico

Hallo Sanne,

 

die Erfahrung wie meine Vorschreiber habe ich auch gemacht, daß ich viel ruhiger geworden bin.

Bevor ich im April 07 eine neue künstl. Aortenklappe bekommen habe, war mein Leben ziemlich

stressig. Mußte jedes Wochenende immer der letzte sein der beim Wirt hinaus geht. Und auch so

ließ ich nichts sausen. ;) Bei der Arbeit waren Überstunden kein Problem, denn daß nein sagen

viel mir ziemlich schwer.

 

Doch jetzt knappe vier Monate danauch stelle ich fest, daß mir ein ruhiger Abend auf den Balkon

mit einen Glas Rotwein (soll ja gesund fürs Herz sein ;) ) viel wichtiger ist. Oder ein fröhliches

Zusammen sitzen mit Freunden eigentlich etwas ganz besonderes ist und nicht selbstverständlich.

Auch die Umgebung nimmt man intensiver war, weiß nicht vielleicht geht es ja euch auch so?

 

Wenn ich irgenwelche Probleme habe schau ich immer zuerst ins Forum da finde ich bestimmt

eine Antwort.

 

Also dann

 

Enrico

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Dirk B

Hallo Sanne

Ich war im meinem Leben nie wirklich krank, war ziemlich fit und kannte körperlich relativ wenig Grenzen bis zu dem Moment als ich einen Infekt ausbrütete, der mich nach wenigen Tagen direkt ins Krankenhaus (in dem ich selber als Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin auf der Intensivstation arbeite) brachte. Unser Kardiologe machte ein Echo und ich werde nie vergessen wie er sagte " du hast `ne floride Mitralklappenendocarditis"! Einen Tag später TEE dann war klar MK - Ersatz! Für mich brach ziemlich alles zusammen, denn mir war ziemlich klar in welchen sauren Apfel ich da nun beißen mußte hatte ich doch selbst schon in der Anästhesie in der Cardiochirurgie gearbeitet. Aber, alles ging gut. Am 7. postoperativen Tag, ich saß auf gepackten Koffern um in mein Heimatkrankenhaus verlegt zu werden, mußten mir noch die Schrittmacherelektroden gezogen werden mit dem Erfolg einer Nachblutung ins Pericard, Herzbeuteltamponade, Reanimation und Rethorakotomie!

Lange Rede, mir geht es wieder gut, nur ich werde nie diese Nahtoderfahrung, meine, mit den Augen nervös zuckende Frau, wenn sie bei mir saß und diese Nächte, in denen man sich sämtliche Komplikationen die einem einfallen durchspielt, vergessen.

Heute arbeite ich wieder auf meiner Intensivstation und ich glaube ich kann den Nöten und Ängsten meiner Patienten auf etwas andere Weise gegenübertreten wie manch anderer, da ich denke das ich nun wirklich mitreden kann.

 

DirkB

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RSabine

Hallo zusammen,

 

bei mir ist die Op jetzt ein gutes halbes Jahr her.

 

Da ich einen angeborenen Herzfehler habe musste ich schon früh lernen mich mit dem Thema auseinander zu setzten: Dennoch hatte mich die Op ganz schön an meine Grenzen gebracht.

Zum Glück war ich hinterher sehr schnell wieder fit.

 

Ich bin auf jeden Fall lockerer geworden. Versuche zu geniessen, wo es nur geht. Auch wenn die guten Vorsätze schneller über Bord gehen, als einem lieb ist. Kaum ist man wieder belastbar, muss man höllisch aufpassen, dass man nicht in die alten Verhaltensmuster zurückfällt.

Aber ich gehe auch selbstbewusster durchs Leben. Das Wissen DAS (wiedereinmal) geschafft zu haben hebt die Laune ungemein.

 

Ich versuche aus jedem Tag und jeder Begegnung etwas besonderes zu machen, ohne mich damit unter Druck zu setzen, der Familie einen wichtigen Platz einräumen, aber dafür sorgen, das sie einen nicht völlig vereinnahmt, sich Wünsche erfüllen die man so lange vor sich her schob, Tage geniessen anstatt sie wieder mit Arbeit zu stopfen, und Freundschaften pflegen.

 

Sabine

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Liverpooler

Hallo, auch bei mir hat sich das Leben geändert, bin egoistischer geworden und lass mir ehrlich gesagt überhaupt nichts mehr gefallen. Durch die Tatsache, dass Ich während der OP schon Gevatter Tod getroffen habe, sehe Ich das Leben mit ganz anderen Augen. Ich lasse es viel ruhiger angehen, aufregen bringt eh nichts und selbst die Spaziergänge mit meinem Labrador sind eines der schönsten Dinge in meinem Leben.

Zuerst komme ich, dann meine geliebte Frau Monika u. der Hund, danach kommt lange nichts und dann mein Lieblingsverein Liverpool, den Ich 2x im Jahr an der Anfield Road besuche und somit einen Traum weiterleben darf. Meine sportliche Situation muß Ich noch verbessern, aber das liegt ja alleine in meiner Hand. :huh:

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Nobby

Hallo zusammen,

 

erst heute bin ich auf dieses Thema gestossen, und das ca. 5 1/2 Monate nach meiner op,

vieleicht deshalb, weil ich mich an Anfang für andere Themen stärker interessiert habe und

das danach verdrängt hatte.

 

Meine op verlief reibungslos, ich hatte auch keine Träume nach der Narkose und vor dem ersten

bewussten Aufwachen (zumindetens keine an die ich mich erinnern kann).

 

Meine op war am 04.01.08, morgens um 07:30 Uhr wurde ich "runtergeholt" aufgewacht bin ich am Samstag gegen 11:00 Uhr und hatte mich erschrocken dases hell war draußen, ich hatte immer erwartet das ich am op Tag am späten Nachmittag die Augen wieder öffne, naja das hatte ich auch, denn ich hatte einen Satzt mit meiner Frau am telefon gewechselt, leider ohne jede Erinnerung daran.

 

Nun aber zurück zum Thema.

Verdaut habe ich die op und die Zeit davor Psyschisch noch lange nicht oft unterhalte ich mich mit meiner Frau noch darüber und bewundere Ihre Gedult wenn ich ihr daselbe immer wieder erzähle, aber mir tut es gut.

 

Tja die Zeit nach der op, mit dem wiedergeginn der arbeit.

Mein NL lebt auf der Überholspur, er ist noch unter 40 und will noch mehr erreichen. menschlich ist er vollkommen ok, da lass ich nichts auf Ihn kommen, aber immer wieder holt er arbeit rein, die zeitlich problematisch ist, gut wir sind in der Abteilung zu dritt, ich versuche immer wieder weniger und stressfreier zu arbeiten, aber mein Karakter ist so ausgeprägt, das ich es nicht schaffe, meine Kollegen "hängen" zu lassen und geb dashalb immer wieder mal mehr "Gas" wie ich es eigentlich wollte.

 

Abends merke ich dann wie schlapp ich bin, ohne 20 - 30 min "Augenpflege" ist mit mir dann nicht mehr anzufangen.

 

Karidosport an sich betreibe ich nicht, mit meiner Frau mache ich öfter durch die Felder und Ruhrwiesen lange Spaziergänge (dabei überholen wir auch schon mal langsame Waker :P ) und spiele leidenschafftlich Golf, dabei dauert so eine Runde über 18 Löcher ca. 4 - 4 1/2 Stunden mit zurückgelegten 6,5 - 8 Km.

Durch die ständigen Konzentratuionsphasen beim Spielen, bin ich danach immer schlapp und erschöpft und brauch mein "nickerchen".

 

Obwohl ich nur sagen kann, das es mir gut geht, ich hab bis auf gelegentliches Doppeltsehen und schon mal eine leichtes drehen, bein schnellen hochkommen nach dem Bücken (was ich früher nie kannte) keine Probleme, wenn ich hier so lese was andere so alles mitmachen geht mir also bestens.

 

Jetzt muss ich nur weiter an mir arbeiten, das ich nicht wieder in den alten trott falle aber das ict ein kampf, den ich vor allem gegen mich selber führen muss und mich immer wieder dran erinner NEIN so sollte es doch nicht wieder sein.

Mal sehen ob ich es je schaffe, das ich mich gegen mich selebr durchsetzen kann :) .

 

Wenn mann unser Berliner Spezi's sich so anhört, stell ich mir immer wieder die Frage, sollen wir uns bis 70 totarbeiten und dann ict nichts mehr?

OK es ist nicht richtig, aber so eine Erfahrung wie wir sie durchgemacht haben, tät so manch einem der Politiker mal gut um wieder zu sehen warauf es im Leben wirklich ankommt!! :huh:

 

Schade das ich manchmal so denke muss, denn meine Erlebnisse wünsch und gönn ich bestimmt niemandem :(

 

Ich hoffe jemand kann etwas mit meinem Beitrag anfangen, auf jedenfall tat es mir wieder gut ihn zu schreiben.

 

An alle noch einen schönen Sonntag

 

LG

 

Nobby

 

 

Nachtrag:

 

Ja das schreiben tat mir wirklich gut, auch wenn ich gerade mal wieder fetsgestellt habe, was ich so alles für Fehler eingebaut habe, für alle Deutschlehrer, Entschuldigung für das entstellen der Deutschen Rechtschreibung :P .

 

Übrigens, etwas hat sich bei mir deutlich verändert, ich lache öfter und mehr bin lockerer geworden und nehm vieles (vor allem mich selber) nicht zu ernst und was ganz wichtig ist:

 

ich nehm ALLES im leben mit was mir gerade jetzt spass macht.

 

Bis balb

 

Nobby

bearbeitet von Nobby

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Cheyenne

Ich komm auch erst heut hier an ....

Also in dem Thread... Das liegt aber einfach daran, daß ich immer anfing zu schreiben und dann dachte "wart ma noch damit".

 

Meine Situation vor der Op war ja denkbar übel.

Damals war ich froh, daß man mir überhaupt noch helfen konnte (mein damaliger Hausarzt dürfte mir heute noch nicht über die Füße laufen).

 

Verändert hat sich gaaanz deutlich meine Lebensqualität.

a) weil ich wieder wie ein ganz normaler Mensch Luft kriege

:mellow: weil ich wieder belastbar bin

 

Ich habe auch eine ganz neue Lebensfreude.

Allerdings lebe ich auch jeden Tag bewußter als früher, habe aufgehört zu rauchen (und hab auch den festen Willen nicht wieder anzufangen .... und das hab ich geschafft OBWOHL mein Lebenspartner raucht) und kann endlich mal wie ein normaler Mensch schlafen.

d.h. ich bin mal um 21:30 Uhr müde (nicht wie vorher wo ich um 2 oder 3 Uhr morgens noch putzmunter war) , ich kann mich in mein Bett legen ohne zu husten und schlafe einfach nur gut ein ....

Ich genieße jeden Moment mehr als früher - bin aber auch manchmal schneller gestreßt als früher.

(das merke ich dann auf der Arbeit- arbeite im Kindergarten).

Leider habe ich seit der OP auch noch Morbus Meniere - eine Drehschwindelerkrankung die mir zu schaffen macht und mich dann auch in der täglichen Arbeit, dem täglichen Verlauf etwas einschränkt weil ich manchmal das Gefühl hab "da kommt ein Schwindelanfall" auch wenn dann nachher nix kommt.

 

Ich hatte mir auch vorgenommen egoistischer zu werden .... und ... eine zeitlang hat das auch ganz gut geklappt .... aber... dann fiel ich auch wieder in alte muster zurück - wenn man was wollte sagte ich "Ja klar- kein Problem" und jammerte rum wenn ich heimkam.

Das werde ich wohl wieder ändern müssen - denn das ist ein ganz wichtiger Punkt der funktionieren muß ...

 

Nein sagen funktioniert auch nicht immer.

 

Leider bin ich auch etwas faul - auch faul geblieben was Kardiosport angeht - wobei ich da durch die Embolektomie im vorigen Juni immer noch gehandicapt bin (das Bein schmerzt immer noch ziemlich) und macht manches fast unmöglich ...

 

Tja... und sonst ?

Doch ...Ich hab mehr angst davor einen Autounfall zu haben und das Sternum zu verletzen, oder Angst davor daß ein Draht da drinnen bricht und mich piekt und man mich noch mal aufschneiden muß etc. ...

Oder ich hab beim spazieren gehen mehr Angst hin zu fallen ... Was aber auch mit dem Gefühl das ich manchmal im Kopf habe zusammenhängt und halt auch damit , daß ich jetzt ja Marcumar nehme ....

Hört sich alles etwas konfus an ... aber... manchmal komm ich mir genauso konfus vor ....

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