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Aktuell: COVID19-Impfung bei antikoagulierten Patienten


Christian Schaefer

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Christian Schaefer

Zum Thema COVID-19-Impfung habe ich bei Prof. Dr. med. J. Ringwald, Facharzt für Transfusionsmedizin und Hämostaseologe/Reisemediziner, Lütjensee, nachgefragt. Hier seine Antwort sowie die Empfehlung der STIKO vom 14.1.2021 (online vorab):

„Bei VKA-Patienten ist es immer günstig, wenn möglich, eine i.m. (intramuskulär)-Impfung dann zu machen, wenn die INR am unteren Ende des Zielbereiches ist, z.B. ca. 2 bei Zielbereich 2-3. Das Blutungsrisiko ist dann generell niedriger.“

Mit anderen Worten: Eine i.m.-Impfung sollte möglichst im unteren Teil des jeweiligen therapeutischen Bereichs erfolgen.

Besondere Vorsicht ist sicherlich bei Patienten angebracht, die zusätzlich zur Gerinnungshemmung noch Blutplättchenhemmer nehmen oder die eine niedrige Blutplättchenzahl haben.

Gerade bei VKA-Patienten ist hier besondere Vorsicht geboten und von ärztlicher Seite sollte die bestehende klinische Blutungsneigung unter der doppelten Therapie individuell beurteilt werden (ggf. Druck noch länger als 2 Minuten, besser 5-10 Minuten und entsprechende Nachbeobachtung).

„Sehr feine Injektionskanüle“ ist eine nicht genau definierte Angabe. Wir verwenden eine Kanülenstärke von 25 oder 26.“ J.R.

(Bei der Influenza-Impfung (0,5 ml Volumen) gibt es Daten zu durchgeführten Impfungen bis INR 4,5 die keine Blutungen aufweisen. Bei der Corona-Impfung von Biontech verimpfen wir 0,3 ml! Also eine noch geringere Menge!)

Bitte unbedingt den behandelnden Impfarzt darauf hinweisen, dass man antikoaguliert ist und auch mit welchem Gerinnungshemmer. Idealerweise sollten die letzten ermittelten INR-Wert mitgeteilt werden (Ausweis oder Messgerät mitnehmen!). Zudem kann es sinnvoll sein, selbst auf die o.g. Empfehlungen (Kanülenstärke und Druck über 2-5 min) hinzuweisen.

Wichtig: Bei Patienten, die mit DOAK antikoaguliert sind, gelten natürlich ganz andere Empfehlungen, da die sog. Halbwertszeit (Abklingzeit) hier viel kürzer ist und z.B. nach einer Einnahmepause von 24 h das Blutungsrisiko sehr gering ist. Das kann ggf. bitte mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten oder Gerinnungsdoc vorab besprochen werden, wenn z.B. der Impftermin fix ist. Eigentlich ist das ganz leicht zu handhaben! Leider wird bei den Empfehlungen, auch der STIKO, nicht zwischen einer Gerinnungshemmung mit einem langwirksamen Gerinnungshemmer (VKA) oder einem kurzwirksamen Gerinnungshemmer (sog. DOAK oder NOAK) unterschieden, wobei dies aber für das Vorgehen m.E. wichtig wäre.

STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) - Empfehlung zur COVID-19 Impfung:

Die Impfung ist strikt intramuskulär (i.m.) und keinesfalls intradermal, subkutan oder intravaskulär zu verabreichen. Bei Patienten unter Antikoagulation soll die Impfung ebenfalls i.m. mit einer sehr feinen Injektionskanüle und einer anschließenden festen Komprimierung der Einstichstelle über mindestens 2 Minuten erfolgen.

Iinjektionskanülen:

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Gestern erhielten wir die zunächst englisch-sprachige Produktinfo zum 2. Moderna-Impfstoff. Das Volumen der Impfung sind 0,5 ml. Bzgl. Blutungsgefahr steht Folgendes:

As with other intramuscular injections, the vaccine should be given with caution in individuals receiving anticoagulant therapy or those with thrombocytopenia or any coagulation disorder (such as haemophilia) because bleeding or bruising may occur following an intramuscular administration in these individuals.“  

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