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Tattoo bei Marcumar


Chris2604

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Hallo zusammen,

ich möchte mich erst einmal kurz hier vorstellen.

 

Ich bin Chris, 34 Jahre alt, komme aus NRW und bin seid dem 1.9.2016 glücklicher Besitzer einer mechanischen Aortenklappe.

 

Vieles ist für mich neu und gewöhnungbedürftig

 

Das Klicken in der Brust

 

Die Narbe ( die ich schon extrem groß finde und ehrlich nicht mit gerechnet habe )

 

Medikamente

 

Ich war bis Dezember 2015 aktiver Fussballspieler und habe damit nur aufgehört da ich mir das Sprunggelenk im Spiel gebrochen habe. Allgemein habe ich in der Vergangenheit in keinster Weise eingeschränkt gelebt. Ich war mir immer bewusst das auf mich eine OP zukommt. Diese kam dann doch schneller auf mich zu als erwartet. Einerseits gut, anderseits erstmal schockierend. Na ja, ist ein anderes Thema ;-)

 

Also ich habe jetzt alles hinter mir, nehme Marcumar, und soll in INR Wert von 2,5 - 3 haben. Da ich die Schulung noch nicht hatte damit ich mich selber messen kann, gehe ich jeden Montag zum Kardiologen. Letzten Montag lag der Wert bei 3,3 . Doktor sagte ich soll so weiter nehmen wie bisher, ich glaub ihn mal ;-)

 

 

Zu meiner eigentlichen Frage, und ich denke diese kam hier schon einige Male vor.

 

Ich bin schon im Besitz einiger Tattoos, und da ich mich jetzt, und auch in Zukunft so wenig wie möglich einschränken will, werde ich dies auch weiter fortführen und weitere Tattoos stechen lassen.

 

Gibt es hier schon welche mit Erfahrung?

 

Ich habe nicht vor Marcumar abzusetzen ( sowieso nicht ) oder auf ein anderes Medikament auszuweichen.

 

Aus Vergangenheit kann ich sagen das sich bisher kein Tattoo bei mir entzündet hat, und es auch kaum geblutet hat.

 

Wäre es sinnvoll eine Prophylaxe ( wie beim Zahnarzt ) zu nehmen, nur um halt vorzubeugen?!

 

 

Ich bin gespannt und freu mich auf eure Antworten

 

 

Wenn Ihr noch Fragen habt könnt Ihr sie mir gerne stellen. Ist schon witzig mit anderen Leidensgenossen zu reden ;-)

 

 

 

 

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Guest Rosalie

Hallo Chris,

zuerst mal: schön, dass du da bist und herzlichen Glückwunsch zur neuen Klappe! :)

 

Zu deiner Frage:

Ein Freund von mir ist Tätowierer und ich habe ihn einmal interessehalber gefragt, wie das mit Marcumar vs Tattoo ist.

Nach seiner Auskunft muss die Blutung nicht unbedingt das Problem sein. Das ist sicher auch INR-abhängig, aber er meinte, das sei im Allgemeinen in den Griff zu bekommen und hinterher kann man mit Kühlakku oder ähnlichem einer übermäßigen Schwellung vorbeugen.

 

Was er allerdings sehr kritisch sieht:

Durch die Nadel und die Farbe wird eine mehr oder weniger große Wundfläche (teils auch mit Schorfen) erzeugt, die eine Entzündungs- und Immunreaktion des Körpers erfordert und bis zur Abheilung für den Körper sehr belastend sein kann.

Dazu kommt, dass man im Studio zwar sehr steril arbeiten und desinfizieren kann, dass diese offene Wundfläche aber daheim kaum keimfrei zu halten ist.

Daher unterscheidet er auch sehr genau zwischen den Gründen für die Marcumareinnahme (Thrombosen und isolierte Rhythmusstörungen sind da sicherlich eher weniger gefährdet). Im Zweifel möchte er ein Attest vom Arzt sehen.

Da dein Körper gerade erst eine große Belastung durchgemacht hat und seine Abwehrkräfte mit Sicherheit noch für die Umbauprozesse benötigt, würde ich mir an deiner Stelle mindestens ein Jahr Zeit lassen, ehe ich mich auf Tattoo-Mission begebe.

Es ist im Moment einfach noch eine unnötige zusätzliche Belastung, die du leicht vermeiden kannst.

 

Wenn du wieder vollständig fit bist, wende dich am besten zuerst an den Tätowierer deines Vertrauens und frag nach seinem üblichen Vorgehen - und dann hol dir das (sicherlich mit vielen guten Ratschlägen verbundene) Okay beim Arzt.

Ich hoffe, das war für dich ein bisschen zusätzliche Info.

 

Viele Grüße

Rosalie

 

P.S.: zur Endokarditisprophylaxe:

Bei Piercings (besonders im Schleimhautbereich) und Tattoos werden auch Bakterien in die Blutbahn geschwemmt (abhängig von der Arbeitsweise des Tätowierers/Piercers, aber eben auch von anderen Faktoren).

Wie groß das Risiko einer Endokarditis ist, ist nicht bekannt. Sicherlich wird dir der Arzt dennoch eine Prophylaxe empfehlen.

Was die wiederum in der Realität bringt, wird aktuell heiß diskutiert. Aber das ist wieder eine andere Frage. Auf jeden Fall ist es ein Risiko - nicht groß, vielleicht, aber immerhin.

Daher würde ich an deiner Stelle erstmal den Körper vollständig regenerieren lassen. (Ich wurde eine Woche nach dir operiert und bin von diesem Zustand weit entfernt und heilfroh, wenn ich diese Grippesaison mal auslasse... ;) )

Edited by Rosalie
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Hallo Chris

 

Auch von mir erstmal Glückwunsch zur neuen Klappe  :) Du wirst dich bestimmt schnell daran gewöhnen.

Rosalie hat es schon sehr gut geschrieben: Jede "Wunde" ist ein potentielles Risiko für Entzündungen bzw. Keimverschleppung. Deine Idee mit der Antibiotika-Prophylaxe wäre sicher eine Überlegung wert, um auf Nummer sicher zu gehen. Aber frag doch am besten deinen Arzt, was er dazu meint.

Hier im Forum gibt es auch schon ein paar ältere Beiträge zu dem Thema. Gib in der Suchleiste rechts oben einfach mal "Tattoo" ein, dann kannst du dich durchlesen.

 

Ein Risiko besteht natürlich immer, aber das muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er das eingehen will. Nach dem Motto: Was ist dir wichtiger, ein Tattoo oder deine Klappe/Gesundheit?!  :P

Du hast ja noch Zeit zum nachdenken...

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Huhuuu zusammen und Danke für Eure Antworten ;-)

 

@Mira:

Das ist ne Fangfrage :D   Natürlich ist mir meine Gesundheit am wichtigsten. Daher möchte ich Meinungen einholen

 

Nochmal zurück zum Thema.

Ich bin fit in die Operation gegangen, hatte vorher auch eigentlich keinerlei Beschwerden. Ich habe mit dem Rauchen am 1.8.16 aufgehört und es ist auch immernoch so.

 

Ich habe meine Reha ambulant im "Medicos Auf Schalke" absolviert. Ich konnte einiges aus dieser Reha mitnehmen, aber habe zusätzlich privat auch noch einiges gemacht.

Wie gesagt ,bin ich immernoch beim Fussball angemeldet. Ich werde zwar nicht mehr spielen, aber das Training mitmachen.

Joggen und Fahrrad fahren gehen top. Habe zu Hause mein Wohnzimmer renoviert ( Tapete abgerissen und neu tapeziert, Schrankwand aufgebaut )

Ich persönlich würde behaupten das ich fit bin.

Grippeschutzimpfung hab ich auch hiner mir :D

 

Also es geht mir blendend

 

Ich habe auch keine Probleme mit einer auftretenen Blutung beim tattoowieren. Sicherlich KÖNNTE es mehr werden als vorher.

 

Es geht mir eigentlich mehr um eine Vorbeugung, halt Prophylaxe. Ein Tattoo ist ja vergleichbar wie ein starker Sonnenbrand, und man pflegt diesen Brand ja.

Nichts anderers macht man bei einem Tattoo, jeden Tag Wundheilsalbe drauf

 

Ganz doof behaupte ich mal das ein aufgekratzter Mückenstich mehr Gefahr mit sich bringt als ein Mückenstich

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Hi Chris!

 

Herzlich willkommen hier!       :)

 

Ich würde nicht sagen, dass ein aufgekratzter Mückenstich mehr Gefahr mit sich bringt, denn es kommt ja auf die Wundfläche an (wie dir ja auch schon erklärt wurde) und die ist bei einem Tattoo eben um ein vielfaches größer...

Bis zur Verschorfung ist diese natürlich anfällig für Keime.

Nehme zwar kein Marcumar, habe aber selber zwei kleine Tattoos.

Daher weiß ich, dass es schon eine Weile dauert, bis die Wundfläche ganz abgeheilt ist (trotz Wundheilsalbe).

Ich glaube auch, dass die Gefahr durch Keime viel höher eingeschätzt werden sollte, als die Marcumar-Problematik.

 

Lieben Gruß,

Birgit.

Edited by Birgit Andrea
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Guest Rosalie

Hallo Chris,

 

ist doch prima, wenn du schon wieder so belastbar bist!

Und mich musst du ja auch gar nicht überzeugen - du hast eine Frage gestellt und wir antworten hier nach bestem Gewissen. :)

Deine Fitness ändert nur eben nichts daran, dass das Risiko für Infektionen in den ersten Monaten nach der Operation - bis alles eingeheilt ist - am größten ist und dass der Körper für eine vollständige Regeneration bis zu einem Jahr benötigt.

 

Das spürst du nicht unbedingt, aber in dir drin geht es in dieser Zeit rund! Die Operation am offenen Herzen und unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ist einer der anspruchsvollsten und belastendsten Eingriffe in den menschlichen Körper.

Dabei gerät so einiges aus dem Lot, was der Körper zusätzlich zu den Folgen der Fehlfunktion und der Wundheilung erst einmal wieder reparieren muss. Häng' nicht den Boten! :)

 

Und nein: der Sonnenbrand ist nicht mit einem Tattoo vergleichbar, weil er eine äußerliche Erscheinung ist, die die Hautschranke nicht verletzt und ohne Verbindung zur Blutbahn ist.

Beim Tätowieren stechen zig Nadeln tausende von Wunden in den Körper und führen dazu noch Fremdstoffe in ihn ein.

Es ist so schmerzhaft, wie ein Sonnenbrand.

Das Infektionsrisiko ist aber in keiner Weise vergleichbar.

 

Das soll dir nicht die Vorfreude verderben. Da du aber wissen möchtest, worauf du dich einlässt, solltest du die Fakten eben auch kennen, um abwägen zu können. Der Rest ist dann dir überlassen.

 

Hier noch einmal Infos zum Thema Endokarditis:

http://www.herzstiftung.de/pdf/zeitschriften/HH4_07_Endokarditis.pdf

 

Und hier ein paar Tipps zum Thema Tattoo und wann man besser mit dem Arzt Rücksprache hält:

http://www.safer-tattoo.de/risiken.html

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Hi Chris,

 

solange die Klappe noch klickt, lebst Du noch. Hurra! Wenn Du das Klicken so positiv wahrnimmst, wird es Dich bald nicht mehr stören und beim Einschlafen beruhigen.

 

Was die Tattoos angeht, ... da hat das Kollektiv schon gut drüber geschrieben. Ich würde es lassen und mich keinen weiteren Risiken aussetzen. Vielleicht hast Du in der Reha (?) schon jemanden nach einer Herzmuskelentzündung getroffen, die sind richtig schlimm dran.

 

Die INR-Messungsschulung findet häufig in der Reha statt, vielleicht hast Du die ohnehin noch vor Dir. Es ist überaus praktisch, wenn man den INR selbst bestimmen kann und nicht mehr auf die Kontrollen beim Labor/Arzt angewiesen ist.

Einen erhöhten INR-Wert kann man als Anlass nehmen mal wieder etwas mehr Gemüse mit hohem Vitamin K-Gehalt zu essen: Brokkoli, Rosenkohl, Rucola, Chinakohl, Mangold, Grünkohl, Sauerkraut, ...

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  • 4 years later...

Hi Chris, ich habe nun seit gut einem Jahr eine neue Aorten-Klappe und lebe prächtig mit ihr. Auch ich möchte mich nun tätowieren lassen und frage mich: wie erging es dir denn damals? Alles gepasst? Was hast du zur Vor- und Naxhsorge unternommen? Würde mich über einen kurzen Erfahrungsbericht freuen! Liebe Grüße xx

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Hey Burned,

 

ich find das immer schwierig, da es einfach immer anders ablaufen kann. Also das tätowieren.

Ich hab keinerlei Probleme. Ich nehme meine Prophylaxe vor'm Stechen und hatte nie Probleme. Den INR senke ich nicht extra, meine Tätowiererin weiß darüber Bescheid (gehe zu keiner anderen).

Wichtig ist halt auch, wie sauber das Tattoostudio etc.

Zum Thema Nachsorge: Gerne werden diese selbstklebenden Duschpflaster genutzt, die es wohl speziell für Tattoos gibt. Die sollen drei Tage drauf bleiben, was ich happig finde, da sich ja Wunderwasser ansammelt.

Meistens lasse ich das Ding die erste Nacht drauf und dann ab. Danach wird das Tattoo mit lauwarmen Wasser gewaschen und die Stelle an der Luft getrocknet. Pflegen tu ich mit Panthenolcreme. Das war's und klappt eins a.

 

LG Anne

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Am 5.11.2016 um 15:12 schrieb Chris2604:

Ich bin Chris, 34 Jahre alt, komme aus NRW und bin seid dem 1.9.2016 glücklicher Besitzer einer mechanischen Aortenklappe.

 

Wenn ich das richtig lese, ist Chris seit 5 Jahren Besitzer einer Klappe und mal gerade 34 Jahre alt.

 

Warum sollte er also nicht voll Belastbar sein?

Wundere mich über einige Kommentare die ihn dafür extra beglückwünschen.

Er ist jung, war und ist Sportler und die OP ist 5 Jahre her.

Da sollte es ganz normal sein, dass man voll Belastbar ist.

 

Ich bin 30 Jahre älter, mein OP ist ist knapp ein Jahr her und bin belastbar wie nie zuvor, und ich war vorher schon sehr belastbar.

 

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  • 1 year later...
Am 6.11.2016 um 19:16 schrieb Chris2604:

Huhuuu zusammen und Danke für Eure Antworten ;-)

 

@Mira:

Das ist ne Fangfrage :D   Natürlich ist mir meine Gesundheit am wichtigsten. Daher möchte ich Meinungen einholen

 

Nochmal zurück zum Thema.

Ich bin fit in die Operation gegangen, hatte vorher auch eigentlich keinerlei Beschwerden. Ich habe mit dem Rauchen am 1.8.16 aufgehört und es ist auch immernoch so.

 

Ich habe meine Reha ambulant im "Medicos Auf Schalke" absolviert. Ich konnte einiges aus dieser Reha mitnehmen, aber habe zusätzlich privat auch noch einiges gemacht.

Wie gesagt ,bin ich immernoch beim Fussball angemeldet. Ich werde zwar nicht mehr spielen, aber das Training mitmachen.

Joggen und Fahrrad fahren gehen top. Habe zu Hause mein Wohnzimmer renoviert ( Tapete abgerissen und neu tapeziert, Schrankwand aufgebaut )

Ich persönlich würde behaupten das ich fit bin.

Grippeschutzimpfung hab ich auch hiner mir :D

 

Also es geht mir blendend

 

Ich habe auch keine Probleme mit einer auftretenen Blutung beim tattoowieren. Sicherlich KÖNNTE es mehr werden als vorher.

 

Es geht mir eigentlich mehr um eine Vorbeugung, halt Prophylaxe. Ein Tattoo ist ja vergleichbar wie ein starker Sonnenbrand, und man pflegt diesen Brand ja.

Nichts anderers macht man bei einem Tattoo, jeden Tag Wundheilsalbe drauf

 

Ganz doof behaupte ich mal das ein aufgekratzter Mückenstich mehr Gefahr mit sich bringt als ein Mückenstich

Servus Chris,

Ja krass, auch nach so vielen Jahren sage ich: Gluckwunsch zur Klappe:-) Ich hoffe dir gehts gut und du kommst damit zurecht.  Ich bin mittlerweile 48 Jahre jung, trage seit 2007/ 2012 2 mech. Herzklappen, das Geklapper  geht klar. Radio an, und ich bin gechillt.  Da ich auch vor den mech. Klappen Tattoos hatte, will ich auch supergern weitere Tattoss haben wollen.  Frage an dich: Hat denn alles geklappt? Hat dich ein Tättowierer- trotz Klappen- tätowiert? LG aus Berlin ( trotzdem BVB:-)

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