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endokarditisprophylaxe bei zahnsteinentfernung nicht nötig?


ukl

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hallo von einem neuen, noch unoperierten...

 

war heute beim zahnarzt zur vorbereitung auf die OP.

diagnose: ein kleineres löchlein musss gefüllt werden und zahnstein ist zu entfernen. wg. endokarditisprophylaxe wurde neuer termin vereinbart.

 

als ich den zahnarzt auf endokarditisprophylaxe wg. meiner diagnosen und vermuteter penicillinallergie ansprach wurde gesagt, die prophylaxe sei bei den geplanten massnahmen nicht notwendig. meine verwunderte nachfrage wg. einer 'unblutigen' zahnsteinentfernung wurde entgegnet: das könne man auch unblutig machen; prophylaxe unnötig.

 

wie ist euer erfahrung mit zahnärzten und endokarditisprophylaxe bei penicillinallergie? wie weit verbreitet ist denn bei den ärzten das wissen über die notwendigkeit solcher massnahmen und deren bereitschaft, diese auch durchzuführen?

 

wenn die endokarditisprophylaxe schon ein 'problem' darstellt, wie wird das dann erst mit macumar®?

 

(ich bin derzeit noch unentschlossen, ob ich zu einer bioklappe oder einer kunstklappe tendiere, falls die rekonstruktion nicht klappen sollte)

 

 

viele grüsse

ukl

 

---

43 jahre alt, habe aortenklappen-OP noch vor mir wg. stenose I. grades und insuffizienz III.-iV. Grades, verdacht auf abgeleufene Myocarditis, vermutete penicillinallergie

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Hallo ukl,

 

ich habe auch eine Penicillinallergie.

 

Mein Zahnarzt entfernt Zahstein normalerweise mit Ultraschall. Da ich einen Schrittmacher habe, wird bei mir der Zahnstein aber noch auf die herkömmliche Art und Weise entfernt. Mein Zahnarzt besteht auf die Prophylaxe. Er hat mich auch schon heimgeschickt, als ich ankam und vorher kein Antibiotikum genommen hatte. Obwohl ich nur ganz ganz wenig Zahnstein hatte. Er meint man könne nie auschließen, das es nicht doch blutet. Und den Schuh, wenn dann was passiert, den will er sich net anziehen.

 

Ich habe einen Herzpass, da steht drin, welches Antibiotikum zur Prophylaxe bei ner Penicillinallergie genommen werden soll.

 

viele Grüße

Sandra

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hallo sandra,

 

vielen dank für deine antwort!

 

nach dem zahnarztbesuch habe ich mir nochmal die entsprechenden kapitel in den klappen-op büchern durchgelesen und den herzpass meiner mutter disbezüglich konsultuert: einhellige meinung: bei zahnsteinentfernung ist endokarditis prophylaxe notwendig. punkt.

in einem der bücher wird auch darauf in einem eigenen kapitel eingeangen und bemerkt, dass bei zahnärzten das diesbezügliche problembewusstsein nicht sehr ausgeprägt sei und der patient selbst gefordert wäre, auf der prophylaxe zu bestehen. (oder den zahnarzt zu wechseln...)

 

da ich am gleichen tag nachmittags noch einen termin bei meinem hausarzt hatte, habe ich ihn darauf angesprochen. er hat mir ohne zu zögern ein antibiotikum für vor und nach der zahnbehandlung verschrieben.

 

naja, mal sehen, wie 'unblutig' die zahnsteinentfernung wird und wie meine 'zahnklempnerin' darauf reagiert...

vielleicht sollte ich spätestens nach der OP mich um eine problembewusstere fachärztin fürs dentale bemühen.

 

viele grüße

uli

---

43 jahre alt, habe aortenklappen-OP noch vor mir wg. stenose I. grades und insuffizienz III.-iV. Grades, verdacht auf abgeleufene Myocarditis, vermutete penicillinallergie

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Hallo ukl,

 

die Zahnärzte handhaben das Problem meistens sehr locker. Meiner findet es schon o.k., dass ich eine Prophylaxe brauche und entfernt den Zahnstein dann nur 1x im Jahr, was bei mir auch ausreicht. Die letzte Zahnsteinentfernung war auch ganz unblutig, ich hatte aber trotzdem vorher Antibiotika genommen.

Die Verantwortung und Einnahme dazu habe ich selbst übernommen. Ich gehe da zu meinem Hausarzt, der es mir ohne Weiteres verschreibt, wenn ich es ihm sage. (Hausärzte sind in der Regel sehr vorsichtig, und verschreiben es auch jederzeit den Herzpatienten).

Er verschreibt mir Clindamycin 300mg . Dies ist auch bei Penicillinunverträglichkeit das geeignete Mittel und dazu noch für die Zahn und Kieferbehandlungen sehr geeignet.

Ich selbst habe eine Bioklappe, und bin froh darüber. Habe erst bei meinem Papa am Wochenende gesehen, wie problematisch die Selbstmessung selbst nach 20 Jahren sein kann. Seine Teststreifen waren zu warm geworden und hatten das falsche Ergebnis angezeigt.

 

Weiterhin alles Gute

 

Sabine

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Hallo Sabine,

 

wenn Dein Papa nach 20!! Jahren der Selbstmessung einmal durch widrige Umstände einen falschen Messwert hat kann ich darin keinen absoluten Grund erkennen die Selbstbestimmung des INR für gefährlich zu halten.

Wenn ich jetzt gemein wäre ;) könnte ich ja schreiben das 20 Jahre ein längerer Zeitraum sind als die meisten Bioklappen halten - aber so gemein bin ich nicht :rolleyes: .

 

MfG

Thomas Wagner

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Hallo Thomas,

 

wir wollen doch hier keine Gemeinheiten austauschen. Bioklappen können durchaus 20 Jahre halten. Das haben wir natürlich nicht in der Hand, ermöglicht aber bis dahin immerhin ein komplkationsfreies Überleben. Mein Papa hatte in den 20 Jahren einiges an Aufregungen wegen Marcumar hinter sich. Blutungen und Thrombosen. Wünsche ich keinem, sondern jedem das Beste natürlich!!!

 

Ich hatte in der Reha einen Mann kennengelernt, dem seine Bioklappe 17 Jahre gehalten hat. Vor 17 Jahren, hatte er eine ältere mit Gerüst. Trotzdem (damals wurden 7 Jahre angegeben) hatte sie so lange gehalten.

Für die heutigen gerüstlosen wird eine Zeit von 15 - 20 Jahren angegeben, die immerhin doch unbeschwerter ist.

 

Wünsche Euch allen alles, alles Gute

 

Sabine

 

PS: In der Anfangszeit konnte mein Vater noch keine Selbstmessung machen und musste den Quick-wert im Labor bestimmen lassen. Einmal ist dann die Blutprobe im Labor wohl zu lange gestanden und hatte einen viel zu niedrigen Wert ergeben. Der hausarzt besprach das mit meinem Vater, und er nahm daraufhin mehr Marcumar. Die nächste Messung ergab einen INR von 9.

Man schickte ihn sofort zu Neurologen mit Verdacht auf eine Hirnblutung. Es war Gott sei Dank alles in Ordnung. Der Neurologe sagte, er müsse normalerweise schon tot sein und eine Hirnblutung haben.

Heutzutage kann man Gott sei Dank selber messen und das so oft man will.

Trotzdem ist auch den Teststreifen nicht immer zu trauen.

Ein Kollege brauchte nach einer Venen-OP 2 - 3 Monate, bis er seinen INR wieder eingestellt hatte.

 

Mein Vater hatte auch eine Blutung im Auge, im Harn und eine Thrombose im Bein.

man kann also nicht sagen, dass 20 Jahre lang alles glatt lief, sondern dass er 20 Jahre lang viel Glück hatte.

 

Grüße

 

Sabine

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