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Medikamentenwirkung, Nebenwirkungen und Ängste


desertsession

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Hallo, 

 

vielleicht kennt das der ein oder andere und kann mir einen Rat geben. Wenn nicht dann möchte ich mir es einfach mal von der Seele schreiben.

 

Ende September 2023 habe ich eine künstliche Aortenklappe bekommen. Eine verkorkste und eine sehr gute Reha folgten. 

Zu der Zeit habe ich Pantoprazol 20mg, Bisoprolol 1,25 mg morgens Rosuvastatin 5mg und Marcumar nach INR eingenommen. 

Mein Blutdruck war immer zu hoch und wurde wöhrend der Rehas nie gut genug eingestellt. Die Bisoprololdosis wurde nach der zweiten Reha aufgrund des hohen Blutdrucks auf 2,5 mg erhöht. 

Ich muss sagen das es mir zu der Zeit recht gut ging, das hat sich leider in den Monaten danach verschlechtert was bei mir zu einer schlechten psychischen Verfassung geführt hat.

 

Ich hatte nach der Reha einen Hausarztwechsel und die Blutdruckeinstellung ist etwas untergegangen. Ich weiss ehrlich gesagt nicht wieso ich das eher angesprochen habe. Mein Blutdruck war im Mittel so um die 150-160/80. Bei den 2 kardiologischen Untersuchungen hatte ich einen Blutdruck um die 165/80. 

 

Ich habe dann angefangen konsequent zu Hause zu messen und hatte beim ersten Messen einen Blutdruck von 164/90. Das hat mich ziemlich beängstigt und ich habe das beim Hausarzt angesprochen, der hat mir darauf morgens 2,5 mg Amlodipin verordnet. Ein paar Tage später bin ich abends in eine hypertensive Krise gerutscht und habe die halbe Nacht in der Notaufnahme verbracht. Spitzenwert war dort 209/110. Ich habe erst einen Hub Nitrospray bekommen, dann wurde mir Uradipil angehängt und Amlodipin gab es noch zum Schluss als mit einen Blutdruck von 152/79 gehen durfte.

Ich hab gemerkt das ich danach eine leichte Angst vorm Blutdruckmessen entwickelt habe. Ich erwarte schon vor dem Messen exorbitante Werte, die mich zwingen wieder in die Notaufnahme zu gehen. 

Mein Hausarzt hat darauf meine Amlodipindosis erhöht. Ein paar Tage später hatte ich wieder eine hypertensive Krise. Zu Hause habe ich 195/95 gemessen und wieder in die Notaufnahme. Dieses Mal aber habe ich gar keine Medikamente bekommen bzw es wurde vergessen mir ein Zugang zu legen, derArzt der mir den legen sollte kam nicht. Normalerweise hätte ich was gesagt aber ich hab da schon am Monitor gesehen wie sich mein Blutdruck nach unten bewegt. Es hat zwar wieder einige Stunden gedauert aber ich wurde dann mit einem Blutdruck von 143/73 entlassen.

 

Meinem Hausarzt habe ich davon berichtet der umgehend mit meinem Kardiologen (ist ein MVZ, also die sind im selben Gebäude) gesprochen hat. Das war letzte Woche Freitag, am Montag hatte ich ein Termin in der Sana Klinik, dort arbeitet mein Kardiologe auch in der kardiologischen Tagesklinik. Anfangs wurde Blutdruck gemessen der mit 180/95 deutlich erhöht war. Ich bekam darauf 8mg Candesartan. Dann hat mich mein kardiologe Untersucht und meinte das meine Herzwand schon verdickt sei, aber die Klappe gut sitzt und arbeitet. Er konnte weiter nichts ungewöhnliches feststellen. Mein Blutdruck hat sich in den ganzen Stunden nicht gebessert und war immer noch wie am Morgen so erhöht.

 

Er hat mir 16mg Candesartan verschrieben die ich morgens nehmen soll. Morgens messe ich meist einen Blutdruck um die 150-160/80-90. Bisher merke ich trotz 2,5mg Bisoprolol, 5mg Amlodipin und 16mg Candesartan keine deutliche Blutdrucksenkung. 

Das Bisoprolol nehme ich schon seit Tag 1 nach der OP. Die beiden anderen Medikamente erst seit 2 bzw. 1. Woche. Das dauert wahrscheinlich noch bis das wirkt. 

 

Gestern Abend waren wir bei Freunden und haben was indisches bestellt. ich bekam daraufhin ziemlich schnell, ziemlich viele Quaddeln am ganzen Körper. Ich habe seit Jahren eine Urtikaria deren Auslöser nicht bekannt ist. Manchmal kommt es nach dem Essen, manchmal aber auch nicht. Ich hatte das auch schon nach einen Spaziergang am Vormittag. Ich hatte vorher nur normal gefrühstückt. Nichts außergewöhnliches. Ich kenne also den Auslöser leider nicht. 

 

Nun ja, die Quaddeln haben am Anfang gar nicht so extrem gejuckt. Nur am Anfang ein wenig. Es fühlte sich eher warm/heiss. Das wurde leider wieder so heftig, das sie an den Armen  ineinander "gewachsen" sind. Am Rest des Körpers hatte ich vereinzelt Quaddeln. 

Ich habe dann immer so eine Angst das mir die Atemwege zuschwellen und ich nicht rechtzeitig Hilfe bekomme. Das belastet mich sehr. Wir sind zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gefahren der relativ schnell die Diagnose Allergische Reaktion gestellt hat und mir eine Kortisoninfusion gegeben hat. Es ging dann auch recht schnell zurück. 

 

Heute Morgen liege ich im Bett und habe einen Ruhepuls von 100.

Die kleinste Bewegung treibt den Puls locker 20 Punkte in die Höhe. Es ist so anstrengend. Ich weiss nicht ob das die Psyche ist, Nebenwirkungen der Medikamente sind oder ein organisches Problem vorliegt. Es belastet mich und meine Beziehung aber sehr. 

Der Puls ist nach 3 Stunden und der Medikamenteneinnahme 

 

Ich habe das einfach nur runtergeschrieben. Klingt alles ziemlich wirr, musste aber raus. 

Ich habe das Gefühl ganz schön viele Medikamente zu nehmen, die natürlich auch alle Nebenwirkungen haben. 

 

Aktuelle nehme ich morgens: ASS 100, Candesartan 16mg, Bisoprolol 2,5mg, Amlodipin 2,5mg und Pantoprazol 20mg

Abends: Marcumar nach INR, Amlodipin 2,5mg und Rosuvastatin 5mg

 

LG 

Micha

 

 

 

 

 

   

Edited by desertsession
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  • desertsession changed the title to Medikamentenwirkung, Nebenwirkungen und Ängste

Candesartan braucht Zeit zum wirken. Amlodipin hatte bei mir überhaupt keine Wirkung. Die Wirkung ist individuell unterschiedlich.

 

Wurden  andere Ursachen für den hohen Blutdruck wie z.B Niere, Schilddrüse, deine Quaddeln und der Auslöser  usw.

ausgeschlossen. Lass dies ausschließen bzw. untersuchen.

Eine Langzeitblutdruckmessung wäre auch gut.

 

 

Bei mir hat der Blutdruck im ersten Jahr nach der Op verrückt gespielt und ich hatte auch Blutdruckkrisen. Das hat sich wieder reguliert.

 

 

 

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@Brigittchen Mein Arzt meinte nur anhand der Blutwerte das meine Nierenwerte gut seien. Aber richtig untersucht hat das keiner. Schilddrüse auch nicht. Das mit den Quaddeln gehe ich an. Hab schon einen Termin beim Hautarzt. 

Beruhigend zu wissen das das wohl noch dauern kann. Ob das Amlodipin wirkt kann ich nicht sagen. Beim Bisoprolol bin ich mir realtiv sicher das es nur die Herzfrequenz senkt und auf meinen Blutdruck gar keine Auswirkung hat. 

 

Ich bin pysschich eh "angeknackst" und seit der OP viel sensibler als ohnehin schon. Das wirkt sich bestimmt auch darauf aus. 

Ich hoffe, dass sich das bald einlotet.

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Puuuuuuh, das ist ja eine ganz hübsche Odysee und einen Haufen Medis!!! Ich hatte genau Clopidogrel und Biso nach meiner Entlassung und habe alles ganz schnell abgesetzt. Aber jeder Körper und jede Geschichte sind anders.

 

Wie war denn Dein Blutdruck vor der OP und hattest Du da irgendwas gemacht bzw. eingenommen?

 

VG, Petra

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@KeinPlan Ja das sind ganz schön viele Medikamente. Gefällt mir auch gar nicht. Das ASS und Marcumar muss ich nehmen wegen der künstlichen Aortenklappe. Wenn ich wenigstens statt 3 Blutdrucksenkern nur einen nehmen müsste währe das schon mal ein Erfolg. Ganz ohne Medikamente, abseits der Gerinnungshemmer, werde ich wohl nicht auskommen. 

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Hallo @desertsession,

Ein statt drei Blutdrucksenker :

Ich nehme Vocado, drei in einem, und habe dadurch super Blutdruck. 

Kennt kaum jemand, in keiner Apotheke vorrätig, aber bei mir wirkt es. 

Gibt es in verschiedenen Stärken 

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Warum nimmst du ASS + Marcumar? Hast du eine On-X Klappe?

Da ich dauerhaft tachykard war (seit der Schwangerschaft ist komplett Ruhe), habe ich Ivabradin genommen. Zusätzlich Candesartan für den Blutdruck.

Andere Sachen wurde aufgrund von Wechselwirkungen gar nicht in Erwägung gezogen.

Ich find die Mischung auch eher komisch.

 

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Mehrere meiner Familienmitglieder (Opa und Vater, beide verstorben, und mein jüngster Bruder - letzterer hatte im Dez. 22 eine Aneurysma und Aortenklappen-OP - biologische Klappe) haben bzw. hatten teils extrem hohen Blutdruck.

Bei meinem Vater (sein "Spitzenblutdruck" beim Kardiologen - da war er natürlich nervös wie immer beim Blutdruckmessen - war mal 290/130!) spielten vor allem Stress und Lebensmittelunverträglichkeiten eine große Rolle bei der Entstehung. Er hatte schon immer einen hohen Blutdruck erwartet und dann stieg dieser noch mehr an. Deshalb hat meine Mutter ihm immer einen niedrigeren Wert genannt, dass er sich nicht zusätzlich aufgeregt hat. 

Manche Menschen haben diesen "Manschettenreflex" (dazu gehört auch mein Bruder) - da geht der Blutdruck erstmal steil nach oben in "froher" Erwartung dessen, was da gleich kommt. Manchmal hilft es, den Blutdruck mehrmals hintereinander zu messen, immer zwischendurch das Ergebnis zu notieren und dies durchaus sechs mal hintereinander zu tun... oft fällt er bei diesen Menschen dann schon während des Messens wieder ab (wenn sie sich dabei langsam entspannen können). 

Deine Quaddelproblematik kann möglicherweise durch zuviel Histamin ausgelöst worden sein (zumindest wäre das eine Sache, die man sich mal anschauen sollte in dem Zusammenhang) - die Ursache dafür wiederum können z. B. Lebensmittel, Allergien, Stress, Medikamente, Darmflora etc. etc. sein. https://www.histaminintoleranz.ch/de/symptome.html.

Meinem Bruder geht es nach seiner OP wieder gut, er arbeitet schon seit einem Jahr wieder (auch körperlich schwer), aber er weigert sich, zur Nachkontrolle zu einem Kardiologen zu gehen, weil es ihn vor der Blutdruckmessung so sehr graust...

 

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Hallo Micha,

deine Probleme kommen mir zum Teil sehr bekannt vor. Auch ich hatte etwa ein halbes Jahr nach der OP Probleme mit dem Blutdruck. Ein Teil deiner Medis nehme ich auch, jedoch habe ich nicht dieses familiäre Problem mit Bluthochdruck.

Ich kann dir nur zu zwei Dingen einen Rat geben:

1. Bevor du deinen Blutdruck misst, solltest du versuchen, zur Ruhe zu kommen und eventuell ein paar Entspannungsübungen machen, um herunterzukommen. Wenn du mit einer Erwartung in die Messung gehst, wird sie sich eventuell erfüllen.

2. Achte auf deine Ernährung vor der Messung. Wenn du vor der Messung anregende Getränke oder Speisen zu dir nimmst, können die natürlich auch den Blutdruck hochbringen. Das Gleiche gilt für Nahrungsergänzungsmittel.

Was bei dir eventuell auch helfen könnte, ist deine Trinkmenge. Bei mir wurde die tägliche Trinkmenge in den ersten beiden Jahren nach der OP auf 1,5 Liter am Tag beschränkt, da ich auch noch eine Herzschwäche hatte/habe. Das alles solltest du aber auch mit deinen Ärzten besprechen.

Dir alles Gute, Gruß, Rainer

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Wie Anne geschrieben hat Ass und marcumar? Marcumar würde ich verstehen. Aber Ass auch noch hab aber ne bekannte künstliche pulmonalklappe auch Ass und marcumar.

Vielleicht auch Ramipril als Blutdruck senker?

 

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@Uwe1981 Ich habe eine On-x aortenklappe. Mein therapeutischer Bereich liegt nur bei 1,5 -2, dafür muss ich aber zusätzlich Marcumar nehmen. 
 

@LinusDanke dir für die Rstschläge. Ich achte schon recht penibel darauf korrekt zu messen. Ich messe auch nie nur im „vorbeigehen“ Das mit der Trinkmenge werde ich mal ansprechen da habe ich aber nichts gehört. Liegt vielleicht daran das ich eine Aortenklappenstenose hatte. 
 

@MajaD so ein hoher Blutdruck ist wirklich heftig. Da war ich ja noch weit von entfernt. 
 

Ich messe jetzt teilweise hochnormalen Blutdruck. Es geht also in die richtige Richtung 

 

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Na wenn du eine künstliche Klappe hast ist ja klar das du marcumar nehmen musst ich verstehe immer nur nicht was dann das Ass da noch soll. Aber ich bin kein Arzt.

Musste nach meiner klappen OP (Bio) 6 Monate marcumar nehmen und seitdem nur noch Ass.

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Uwe, das liegt am Klappentyp. Daher rührte auch meine Frage, ob es sich um eine On-X handelt.

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@Uwe1981 Ich meinte natürlich zusätzlich ASS. Klar Marcumar muss jeder der eine künstliche Herzklappe hat nehmen. Wie gesagt der therapeutische Bereich bei der On-X Klappe liegt zwischen 1,5 - 2,0, was sehr gering ist für einen AKE. Ob das jetzt gut oder schlecht ist weiss ich nicht. Ich glaube jedes Medikament was man nicht mehr nehmen muss ist das Beste. Das mit dem ASS wusste ich aber vorher nicht. Zum ersten mal habe ich davon im Entlassungsbericht gelesen. In den ersten 3 Monaten nach der OP musste sich mein INR zwischen 2,5 und 3,5 einpendeln, dafür ohne ASS.  

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Aha aber solange du damit klar kommst.

Aber vielleicht musst bei den Blutdruck senker noch weiter gespielt werden bis es passt hab mich mit den Blutdruck nicht verrückt gemacht. Bevor ich zu meinen Kardiologen oder wenn ich Mal zum Herz Zentrum muss hab ich Mal ne Woche früh und abends gemessen. Und sonst nur wenn mir Mal komisch ist.

Wie war denn dein Blutdruck vor der OP?

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vor 10 Stunden schrieb AnneS:

Uwe, das liegt am Klappentyp. Daher rührte auch meine Frage, ob es sich um eine On-X handelt.

Okay kenne mich doch nicht mit den ganzen klappen aus. Bin froh dass ich nur Ass nehmen muss.

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Hallo Micha, 

das mit den Blutdruck war nach Herzklappen OP auch ca. 5 Monate das Problem. In der Reha hatte ich öfter Schwindel, dann wurde halber Betablocker abgesetzt, durch eine zusätzliche Ramipril ersetzt. Die Rehaklinik gab sich viel Mühe, 2 mal Langzeit Ekg, 24 Std Blutdruck Messung... Nach Reha sollte der Hausarzt Blutdruck neu einstellen. Der obere Wert oft bei 140 bis 150, Puls höher... Dem Kardiologen war der Blutdruck zu hoch, abends zusätzlich halben Betablocker. Jetzt wo ich in Wiedereingliederung bin, hat der Blutdruck bei oberen Werten um 120/135 eingestellt. Die tägliche Bewegung tut mir sehr gut. Nehme jetzt 2 Ramipril 5mg morgens plus halben Betablocker, abends halben Betablocker. Dein Blutdruck ist glaube ich viel zu hoch. Alles Gute. Grüße Michael 

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