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Mittalklappenrekonstruktion - Angst vor op


Anni87

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Hallo ihr Lieben,

ich lese eigentlich bloß still mit, demnächst… d.h. Nächste Woche steht aber meine Herz op an, was mir nun zunehmend Sorge bereitet…. Aber erstmal zu mir… ich bin 35 Jahre alt und werde in Braunschweig/ Niedersachsen operiert… am 23.11.22 

och habe drei Kinder, von 7 bis 12 Jahren.

meine mk Insuffizienz ist seit Geburt, wurde aber später festgestellt und da ich keine Symptome habe erst jetzt operiert… 

Ich muss sagen, vor der eigentlichen op habe ich keine Angst, ich denke grundsätzlich optimistisch und das wird schon alles klappen, ich empfinde mich bloß als wahnsinnig schmerzempfindlich. Daher habe ich Riesen große Angst vor dem Ziehen von drainagen oder einem Hals zvk… wobei ich aber gar nicht weiß was genau davon bei meiner op gelegt wird. Habt ihr da Erfahrung? Wie war es bei euch?

 Zu dem stellt sich mir die Frage wie ihr das gemacht habt mit Freunden / bekannten? Habt ihr alle vor der op darüber informiert? Gerade entfernte Bekannte oder Arbeitskollegen… ich weis nicht so recht, möchte aber auch niemanden enttäuschen, der vielleicht erwartet hätte dass ich es erzähle, aber doch nicht getan habe…

Und meine Kinder…. Meine mittlere weiß es nun… natürlich sehr schonend und kindgerecht verpackt, aber sie hat ganz furchtbar geweint… habt ihr tips?

 

und weiß jemand ob es eine WhatsApp Gruppe zum Austausch gibt???

 

frageb über Fragen… ich würde mich über eine Antwort oder berichten von euch sehr freuen… 

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Hallo Anni,

 

ich hatte letztes Jahr eine Rekonstruktion der Mitralklappe. Insgesamt empfand ich alles von der Schmerzen her als gut auszuhalten. Ich war bereits ab Tag 3 oder 4 ohne Schmerzmittel unterwegs. Das betrifft aber natürlich erstmal nur die Schmerzen durch die OP an sich.

 

Was die "Verkabelung" anbetrifft, war es bei mir der Katheter zwecks Toilette (der dürfte bei dir in dieser Form logischerweise weg fallen), die Drainagen, der ZVK am Hals, die Schrittmacherdrähte zum Herzen und der übliche Zugang an der Hand.

 

Das Ziehen selber war mal mehr oder mal weniger schmerzhaft. Es ist aber alles gut auszuhalten und man weiß nach jedem Kabel das entfernt wurde, dass man einen Schritt näher an der Genesung ist. Es ist immer nur ein kurzer Ruck und dann ist es vorbei.

 

Was die Information an Bekannte / Arbeitskollegen / etc. angeht, habe ich einerseits nicht hinter dem Berg vorgehalten was meine OP anbetrifft, auf der anderen Seite habe ich aber auch niemandem die Info aufgezwängt. Behalte immer im Hinterkopf: Es ist deine Gesundheit die betroffen ist und deswegen ist auch deine Art damit umzugehen richtig. Fühlt sich jemand enttäuscht, dann mag das ja so sein, aber Ende ist und bleibt, wie ich es gesagt habe, allein deine Entscheidung.

 

In meinem Umfeld konnte ich auch keine "Kritik" an meiner Informationspolitik feststellen... Meine direkten Arbeitskollegen wussten es (meine Freundin hat sogar meine Kollegin mit der ich das Büro teile direkt nach der Nachricht der gut gelaufenen OP informiert), meine Vorgesetzten natürlich auch und meine engsten Freunde und Verwandten ebenfalls. Hat im Nachhinein jemand gefragt was mit mir eigentlich los war, dann habe ich es erzählt.

 

Was den Umgang mit Kindern angeht... Ich habe zwei, die aber zu dem Zeitpunkt schon 16 und 18 waren, die haben es natürlich direkt erfahren und wussten was mit mir passiert. Ich glaube bei kleineren Kindern ist es sicherlich nicht verkehrt ebenfalls die Wahrheit zu sagen, aber halt kindgerecht verpackt.

 

Alles Gute für die OP und die Genesung danach auf jeden Fall!

 

LG

Karsten

 

 

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Hallo Anni,
 

kann mich vollumfänglich an das Anschließen was Karsten geschrieben hat (gut, habe keine Kinder, aber sonst was bei mir alles so wie er beschrieben hat).
Das Ziehen der Drainage sollte wohl das Schmerzhafteste sein, aber das habe ich gar nicht als schmerzend wahrgenommen. Eigentlich hatte ich überhaupt keine starken Schmerzen, nur immer mal wieder was gepickt.
Ach ja, und bei mir war es keine Mitralklappen Rekonstruktion sonder Ersatz durch eine künstliche Klappe.


Alles Gute für die OP und gute Genesung danach.


LG,
Andreas

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Sag den Kindern kindgerecht die Wahrheit. Das war auch für meine beiden Kinder damals sehr wichtig, das sagen sie noch heute. Ich hatte damals eine Haushaltshilfe/Familienhilfe, von der Krankenkasse bezahlt, da mein Mann voll berufstätig ist und nicht die ganze Zeit (auch Reha) Urlaub nehmen konnte. Sie hat sich vor allem Zeit für die Kinder genommen, so wie ich es ihr gesagt habe. Ich war nach dem Krankenhaus noch 7 Tage zu Hause vor der Reha, und ich bin froh, dass sie da war. Mir ging es zeitweise nicht so gut  

Ich habe es auch den engsten Kollegen, Freunden usw. gesagt und jedem, der explizit danach gefragt hat. War nie ein Problem, eher Anlass für interessante Gespräche.

Liebe Grüße 

Brigitte 

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Vielen lieben Dank für eure beruhigenden und ehrlichen Worte, das hilft wirklich sehr, da ich mich dann besser auf alles einstellen kann. Letztlich sagte mein Kardiologe beim letzten Termin, diese Woche: es muss ja nunmal gemacht werden, und der Zeitpunkt ist perfekt.

hat er ja recht, letztlich werde ich in einem Jahr froh sein, dass ich es gemacht habe.

meinen letzten Arbeitstag hatte ich gestern, war irgendwie komisch, Weiterleitung meiner Mails, überall tschüss sagen und von meinem Team gab es eine Tüte die ich erst einen Tag vor der op aufmachen darf. Die op wurde übrigens heute verschoben, von Mittwoch nächste Woche auf Freitag. Es sind viele Notfälle dazwischen gekommen…. Ist vollkommen in Ordnung, ich hoffe aber dass nicht nochmal verschoben werden muss. Weihnachten rückt ja irgendwie näher, dann wäre ich eigentlich gern zu Hause. 
sofern ich eine Reha in Anspruch nehmen will… da bin ich mir noch sehr unsicher…

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vor 16 Stunden schrieb Brigittchen:

Sag den Kindern kindgerecht die Wahrheit. Das war auch für meine beiden Kinder damals sehr wichtig, das sagen sie noch heute. Ich hatte damals eine Haushaltshilfe/Familienhilfe, von der Krankenkasse bezahlt, da mein Mann voll berufstätig ist und nicht die ganze Zeit (auch Reha) Urlaub nehmen konnte. Sie hat sich vor allem Zeit für die Kinder genommen, so wie ich es ihr gesagt habe. Ich war nach dem Krankenhaus noch 7 Tage zu Hause vor der Reha, und ich bin froh, dass sie da war. Mir ging es zeitweise nicht so gut  

Ich habe es auch den engsten Kollegen, Freunden usw. gesagt und jedem, der explizit danach gefragt hat. War nie ein Problem, eher Anlass für interessante Gespräche.

Liebe Grüße 

Brigitte 

Haushaltshilfe ist ein total guter Hinweis. Mein Mann arbeitet ebenfalls Vollzeit, kann auch nicht dauerhaft zu Hause sein, wie und wann hast du die beantragt?

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Bei der Krankenkasse beantragen. Da muss dann dein Arzt auch was ausfüllen. Für die Zeit einer Reha dann die Rentenkasse.

Wende dich an Sozialstationen bei Euch und frage nach Familienpflege/Haushaltshilfe.

 

Liebe Grüße 

Brigitte 

 

 

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Hallo Anni ,

 

ich bin am 11.02.21 im DHZ München an der Mitralklappe operiert worden, da sie undicht war und die Sehnenfäden abgerissen waren.(hochgradige Mitralklappeninsuffienz).Die Mitralklappe konnte Rekonstruiert werden. Ich wurde minimalinvasiv operiert und dabei noch das PFO verschlossen. War 2 Tage auf der Intensivstation und wurde nach 9 Tagen in die Reha entlassen. Alle Untersuchungen vor und nach der OP waren OK und meine Herzklappe funktioniert wieder einwandfrei. Die ersten 3-4 Tage nach der OP waren schon anstrengend aber da bekam ich genügend Schmerzmittel. Am 3. Tag habe ich dann nach und nach alle Schläuche und die Drainage raus bekommen und ich konnte schon aufstehen und danach schon langsam Gymnastik mit dem Physio machen.

Meine  Reha dauerte 3 Wochen.

Alles gute und Schöne Grüße

Gerald

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Hey, 

es ist sehr schade, dass ich deinen Text erst an dem Tag, an dem du operiert wurdest, lese. 
Ich hoffe, du hast den Eingriff gut überstanden. Gerne hätte ich dir im Vorfeld die Angst genommen.

vor rund drei Monaten wurde ich operiert. 
ich bin mit 32 Jahren nur unwesentlich jünger als du und bei mir wurde ebenfalls eine minimalinvasive Mitralklappenrekonstruktion durchgeführt. Wie auch du, hatte ich ebenfalls sehr große Angst vor den Strapazen. 
Am Ende war es gar nicht so furchtbar wie erst angenommen. Vor dem Ziehen der Schläuche brauchst du keine Angst haben.

Das schlimmste, was ich erfahren habe, war bei mir der Intubationsschlauch. Da ich nach der Op relativ schnell wieder bei Bewusstsein war, habe ich die Beatmung noch bewusst wahrgenommen und diese Zeit war für mich sehr unangenehm und rückblickend am Ende das Grausamste. Das muss aber nicht bei jedem so sein. Ich denke, dass sich die meisten nicht daran erinnern oder diese Prozedur einfach verschlafen. Den ZVK habe ich gar nicht gemerkt und auch das Entfernen tat nicht weh. Die Drainage war zwar unangenehm aber das Entfernen schmerzte nicht. Ich habe mich im Vorfeld auch vor dem Urinkatheter gefürchtet, aber auch dieser war überhaupt nicht schlimm. 
Du wirst nach der Op Schmerzen haben, aber mit Schmerzmitteln wirst du es aushalten. Ich hatte hauptsächlich zunächst Rücken-und Schulterschmerzen. Die Schmerzen an der Wunde werden nach dem Entfernen der Drainage auch deutlich besser. Es braucht alles danach seine Zeit. Die ersten Wochen kannst du leider nur auf dem Rücken schlafen. Nach ca. 4 -5 Wochen konnte ich mich dann schon auf die linke Seite drehen und seit gut drei Wochen schlafe ich wieder ganz normal. Man muss Geduld haben.


Ich lag etwa 24 h auf der ITS. Am Tag nach der Op musste ich das erste Mal aufstehen, dann ging es langsam los mit der Mobilisierung, 7 Tage nach der Op wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, anschließend war ich vier Wochen auf Reha, was ich dir unbedingt rate! Die AHB hat mich nochmal richtig nach vorn gebracht! Inzwischen mache ich weiterhin ambulanten Rehasport, gehe fast täglich walken und komme Zuhause im Haushalt mit Pausen schon ganz gut zurecht. Gib dir auf jeden Fall genug Zeit, um wieder fit zu werden. Mir fehlt z.b. aktuell oft noch die Luft und ich bin schnell kaputt oder habe manchmal mit Schwindel und Sehstörungen zu tun. Dein Körper wird sich melden, wenn es ihm zu viel ist.

 

Ich wünsche dir alles Gute! 
 

 

 

 


 

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P.s. Ich habe noch eine Ergänzung, die ich vergessen habe zu deiner Frage bzgl. Arbeitskollegen, Freunde usw,

bei der Arbeit wusste es nur mein Chef und inzwischen wissen es auch ein paar Kollegen. Ich war hier aber immerzu diskret unterwegs.

Meinen Verwandten habe ich es zwei Wochen vorher gesagt und meinen Freunden habe ich am Abend vor der Op eine Nachricht geschrieben und dann sofort das Handy ausgemacht. Ich wollte im Vorfeld weder bemitleidet werden, noch wollte ich, dass sich so viele Leute schon lange vorher Sorgen machen.  
 

Jeder muss es selbst wissen, wie er damit umgeht.

 

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vor 1 Minute schrieb Herzi_90:

P.s. Ich habe noch eine Ergänzung, die ich vergessen habe zu deiner Frage bzgl. Arbeitskollegen, Freunde usw,

bei der Arbeit wusste es nur mein Chef und inzwischen wissen es auch ein paar Kollegen. Ich war hier aber immerzu diskret unterwegs.

Meinen Verwandten habe ich es zwei Wochen vorher gesagt und meinen Freunden habe ich am Abend vor der Op eine Nachricht geschrieben und dann sofort das Handy ausgemacht. Ich wollte im Vorfeld weder bemitleidet werden, noch wollte ich, dass sich so viele Leute schon lange vorher Sorgen machen.  
 

Jeder muss es selbst wissen, wie er damit umgeht.

 

So ähnlich sehe ich das auch, ich möchte keine mitleidsvollen Blicke und ständig aufmunternde Worte… hatte an meinem letzten Tag, es noch wenigen Kollegen erzählt, alle anderen werden es irgendwann mitbekommen, wenn sie merken dass ich längere Zeit fehle…

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vor 4 Minuten schrieb Anni87:

So ähnlich sehe ich das auch, ich möchte keine mitleidsvollen Blicke und ständig aufmunternde Worte… hatte an meinem letzten Tag, es noch wenigen Kollegen erzählt, alle anderen werden es irgendwann mitbekommen, wenn sie merken dass ich längere Zeit fehle…

Ganz genau.

Ich wünsche dir alles Gute. Lass dich nicht unterkriegen!

Edited by Herzi_90
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Hallöchen,

mich melde mich mal eben für einen kurzen zwischen Bericht. Die op findet morgen gegen 10:45 Uhr statt. Ich bin die 2. die an dem Tag operiert wird. 
danach komme ich erstmal auf die Intensivstation, wo ich langsam aufwache. Geplant ist eine Rekonstruktion, aber bei mir sind beide Segel betroffen, was eine Rekonstruktion etwas schwerer macht, trotzdem gibt der Arzt sein bestes und geht eigentlich davon aus das es klappt. Der Eingriff soll minimal invasiv erfolgen. 
 

generell bin ich nicht aufgeregt, morgen muss ich noch duschen, und son Zeug zur Desinfektion der Nase und des Mundes nehmen. 
der leistenkatheter wird mir vor der op noch angelegt, das stelle ich mir unangenehm vor, aber ich werde es aushalten müssen. Zvk und blasenkatheter werden zum Glück während der op gelegt.

 

vielen vielen Dank euch allen für die aufmunternden Worte. Ich melde mich spätestens am Wochenende wenn ich aus dem gröbsten raus bin. 

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3 Tage nach der op fühle ich mich in der Lage kurz hier rein zuschreiben… 

doe op ging 6 Stunden, ist soweit gut verlaufen. Es wurde ein Ring eingesetzt und die mitralklappe konnte so erhalten und repariert werden.

momentan habe ich Probleme mit niedrigem Blutdruck… mir wird immer wieder schwindelig und schlecht 

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Danke für das Update, liebe Anni! Meine Mitralklappe wurde 2019 rekonstruiert. Da war ich in den ersten 3 Tagen so "kaputt", dass ich mich kaum bewegte und nur aufgestanden bin, wenn ich musste, und ich hätte mir nie und nimmer vorstellen können, dass ich bald schon Treppen steigen und nach Hause gehen kann.

Besserung kann aber sehr schnell kommen!

In den ersten Tagen ist der Körper einfach noch total "durcheinander" (6 Stunden Ausnahmesituation, Narkose, Blutverlust, Herz-Lungen-Maschine, Medikamentencocktail, Wassereinlagerung, Entwässerung, etc...) und man fühlt sich wie überfahren. Mich haben anfangs u.a. auch starke Übelkeit und Schwäche geplagt, bei gleichzeitig hohem Puls. 

Übelkeit und Schwäche haben sich dann glücklicherweise nach wenigen Tagen von selbst verzogen!

Mit Blutdruck und Puls hatte ich noch etwas länger zu tun, aber bei weitem nicht so sehr wie in den ersten Tagen.

 

Toll, dass die Rekonstruktion geklappt hat! :D Ich drück dir ganz fest die Daumen für eine optimale Genesung!

Ob Blutverlust bei minimalinvasiver OP überhaupt ein Thema ist, weiß ich jetzt nicht, aber falls du momentan auch wenig Hämoglobin hast, kannst du evtl. mit Eisen, B12 und Folsäure die Blutbildung unterstützen. (Ich hatte wenig Hämoglobin und Ferritin nach der OP, wurde aber nicht drauf hingewiesen.) 

Kannst du schon normal essen? Das kann dich und den Kreislauf bestimmt auch kräftigen.

 

Alles Gute jedenfalls!

May the force be with you;)

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