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Marcumar und Alkohol


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10 Antworten in diesem Thema

#1 klagoggle

klagoggle

    Neu-Einsteiger

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Geschrieben 07 März 2006 - 15:26

Hallo zusammen,

da ich hier im Forum neu bin möchte ich mich erstmal Vorstellen:
Bin der Thomas, 20 jahre alt und komme aus dem Kreis Bamberg in Oberfranken.
Meine Hobbys sind Djing, Party und PC

Da ich grad frisch aus dem Krankenhaus komme und den ganzen Fasching da drin verbracht hab möchte ich heute abend weggehen und das nachholen.

Ich bin Momentan auf Marcumar eingestellt worden.

Da ich sehr sehr sehr gerne feiere, und ich jetzt Gott sei dank durch die 3 Wochen Krankenhaus das Rauchen abgewöhnt habe, kann ich mich noch nicht so ganz damit anfreunden, keinen Alkohol mehr zu trinken.

Bevorzugt trinke ich gerne Bier, und das auch sehr viel.

Bin eigentlich ein Regelmäßiger trinker (Wochends) und vertrag auch ein haufen, also meine Leber ist einiges gewohnt.

Wie schaut das jetzt mit Marcumar aus?
Ist mir klar dass ich jetzt ordentlichst zurückschrauben muss, aber geht das "Betrinken" noch mit Bier so richtig, da dort ja Vitamin K enthalten ist?

Oder muss ich nur zur Schnaps flasche ab jetzt greifen?

Wenn ich doch Bier trinke, auf was muss ich achten?


Ich bedanke mich schonmal im Vorraus für die Antworten.

MfG Thomas

#2 Thomas W.

Thomas W.

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Geschrieben 07 März 2006 - 17:10

Hallo Thomas,

nee Menge Fragen aber wenig Infos von Dir. Warum bekommst Du Marcumar - OP Herzklappe wenn ja welche und Bio oder mechanisch - Selbstbestimmer INR - usw.

Trotzdem hier von mir ein wenig Input -

eigentlich kannst Du alles so weitermachen unter Marcumar wie vorher - Marcumardosis ist der Lebensweise anzupassen und nicht umgekehrt.

Alkohol ist jedoch ein besonderes Thema - erstens weil man, wenn es denn doch ein Glas zuviel war, oft wenig Risikobewußt ist und auch die Feinmotorik und Gleichgewicht eher nicht mehr vorhanden sind. Tja das erhöht natürlich das Risiko sich in irgendeiner Weise zu verletzen, was unter Marcumar unter Umständen ein wenig mehr Aufmerksamkeit verlangt als bei unverdünnten.
Zweitens - das kannst Du hier nachlesen - lässt der Alkohol bei einigen den INR "entgleisen" - ist halb so wild wenn man Selbstbestimmer ist. Hier sieht man dann recht schnell wohin der INR geht und kann reagieren.
Drittens - das ist jetzt meine Selbsterfahrung - kann Alkohol ungünstigen Einfluß auf das Herz haben - zum Beispiel Herzrhytmusstörungen - was zwar meist relativ ungefährlich ist aber doch recht lästig und unangenehm.
Tja das wäre so in Kurzform alles was mir zum Thema Alkohol einfällt bzw. selbst erlebt wurde. Ich war früher auch ein leidenschaftlicher Biertrinker und konnte einiges vertragen - nun gut dies ist jetzt Geschichte und seit kurz nach der OP lebe ich mit null Alkohol und trotzdem nicht vertrocknet. Aber das mus jeder für sich selbst austesten - wünsche Dir schöne Pappnasenfeiern - ob mit oder ohne und einen stabilen INR.
MfG
Thomas Wagner
OP am 29.6.04 - mech. MK SJM 33mm und Vorhofablation (li.)/ vorher MI mit Prolaps und Vorhofflimmern/INR 2,5-3,5 Selbstbest.

Beiträge in denen ich auf §§ (Rechtsgrundlagen) verweise sind keine Rechtsberatung sondern unverbindliche Hinweise ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich lediglich um Information eines Laien aus denen sich keine Rechtsverbindlichkeit ergiebt. Postings zu medizinischen Themen enthalten meine persönliche Erfahrung und Meinung als Laie.

#3 klagoggle

klagoggle

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Geschrieben 07 März 2006 - 17:43

Hi Thomas

erstmal danke dir für die Antwort.

Ich nehm Marcumar da ich eine Trombose in der Schulter hatte, lateinischer name kann ich so halb aussprechen aber nich schreiben :D

Du sagst etwas von Selbstbestimmer von INR usw.

Was bedeutet das genau?

MfG Thomas

#4 Thomas W.

Thomas W.

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Geschrieben 07 März 2006 - 19:24

Hi,
Kurzform zu Selbsbestimmer INR Wert -

Nach einer eingehenden Schulung über das Blut, die Gerinnung, wie was funzt usw. und eine differenzierte Schulung über Marcumar oder gleiches erhältst Du ein Gerät (ähnlich dem der Diabetiker) mit dem Du dann selbst Deinen INR kontrollieren kannst. Dies hat den Vorteil das man sehr schnell auf besondere Vorkommnisse (Allllohol :D usw.) reagieren kann. Auch auf reisen sehr nützlich.
So das in Kürze - ob Du zu dem Personnekreis gehörst der dafür in Frage kommt besprich bitte mit Deinem Arzt.
MfG
Thomas Wagner
OP am 29.6.04 - mech. MK SJM 33mm und Vorhofablation (li.)/ vorher MI mit Prolaps und Vorhofflimmern/INR 2,5-3,5 Selbstbest.

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#5 klagoggle

klagoggle

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Geschrieben 07 März 2006 - 20:32

ahh cool, hört sich sehr interessant an, gleich mal morgen drauf ansprechen

danke euch für die infos!

#6 Sanne

Sanne

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Geschrieben 08 März 2006 - 01:48

Hallo Thomas,

bei allem Verständnis für deine jugendliche »Feier-Geier-Laune« :) nach 3 Wochen KH ...

Klär doch erstmal mit deinem Doc ab, ob du Marcumar überhaupt auf Dauer einnehmen musst und wenn nicht, dann versuch doch »so lange« etwas Zurückhaltung zu üben :D .
Schadet ja als »Lernerfahrung« in gar keinem Fall :) !

Denn wie Thomas W. bereits sagte, die Verletzungsgefahr ist unter Alk-Einfluss schon deutlich erhöht und wenns passiert ist, ist es unter entsprechender Marcumarisierung nicht wirklich ein Spässchen.

Lieben Gruß
Sanne

**************************************************************
AKE durch Bio-Prothese Metronic Freestyle am 14.03.2006 ... Herzzentrum der Uniklinik Göttingen
**************************************************************
Beruf: Heilpraktikerin ... ~Klassische Homöopathie~Phytotherapie~Ohrakupunktur~Energetische Heilweisen~
Bitte Beachten: Meine Äußerungen zu Fragestellungen sind allgemein und ersetzen keineswegs die persönliche Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker!


#7 klagoggle

klagoggle

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Geschrieben 08 März 2006 - 03:21

das is schon klar.
mein arzt hat mir gesagt ich soll immer verbände bei mir tragen, falls was passiert dass ich es eben abbinden kann, sowie pflaster usw, zum verbinden.

ich hatte bis jetzt keine probleme mit stürzen etc, da ich schon immer in diesem punkt vorsichtig war.

bei mir gehts eigentlich vor allem um die wirkung vom alkohol mit marcumar.

wie gesagt, ich leb in einer provinz stadt und bin dort auch als dj tätig.
hab die türsteher und bekannten über meine krankheit informiert und sie kümmern sich auch um mich (haben sie zumindest gesagt :D )

hab immer eine notfall "packung" verbandszeug dabei, falls ich mich doch mal schneiden etc.... sollte.

mein hauptthema eigentlich ist alkohol und markumar, auf was ich achten sollte.

danke für deine antwort.

mfg thomas

#8 Pucki

Pucki

    Neu-Einsteiger

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Geschrieben 20 März 2006 - 13:53

Hallo Thomas,

vielleicht hilft Dir der Hinweis, dass es im Ordner "Sport/Freizeit/Reisen" in diesem Forum auch viel zum Thema Marcumar und Alkohol zu lesen gibt.
Zumindest hab ich mich vor drei Monaten da schlau gemacht, als ich mit Marcumar anfangen musste. Ich habe (mittlerweile kann ich ganz stolz sagen "hatte") auch eine Thrombose,.....besser gesagt drei Stück in einer Beinvene. Der Arzt hat anfangs gemeint, dass ich mindestens ein halbes Jahr Marcumar nehmen muss......daraus ist mittlerweiel "erstmal ein Jahr" geworden, da eine leichte angeborene Gerinnungsstörung diagnostiziert wurde --> ist übrigens garnicht so selten.

Das mit dem Alkohol wurde für mich zum Karneval ein Thema,....und der Doc hat mir zwei Kölsch pro Tag erlaubt,......ok, das ist nicht die Welt, aber besser als nix! Ich denke da kann man sich drauf einstellen, wenn´s um einen relativ überschaubaren Zeitraum handelt.
Ist echt ne mitunter recht amüsante Erfahrung!!!! :P

Zur INR-Selbstbestimmung:
Ist sicher eine tolle Sache für die Leute, die Lebenslang Marcumar einnehmen müssen. Da die Geräte und Teststreifen leider nicht wirklich günstig sind, und auch die Schulungen einen ganzen Batzen Aufwand bedeuten, sehen die Krankenkassen den Bedarf hier nur für die wirklichen Dauerkonsumenten!
Hab selber mal ne Weile als Kinderkrankenschwester im Herzzentrum München gearbeitet und hin und wieder den bürokratischen Nahkampf mitbekommen, wenn ein Patient so ein Gerät incl. Schulung bekommen sollte.
Klingt komisch, ist aber so :lol:
Und Marcumar Dauereinnehmer sollten auch -je nach Wunsch- die Dosis der Lebensweise anpassen können, und nicht umgekehrt!

Das Du selber ein Täschchen mit Verbandsmaterial mitführen sollst halte ich irgendwie für übertrieben. Ok, man sollte mit Marcumar keine Risikosportarten (Skifahren, freeclimbing,....) ausüben, aber im Ernstfall ist doch überall Material zur Hand (Verbandskasten, Auto,....), oder nicht?
Wie handhaben das denn die alten Hasen hier im Forum?
Wenn ich ständig was mitschleppe kann ich mich doch garnicht entspannen und lebe in Dauerangst,....da passiert doch dann eher was als wenn ich "normal" bin,.....oder verkenn ich da was? ;)


Nun gut, ich wünsche Dir eine trotz weniger Alkohol spaßige Zeit unter Marcumar :D

Pucki

P.S.: Einen herzlichen Dank an alle hier im Forum, die uns "Thrombosler" ohne Klappenersatz dulden und mit ihren Erfahrung bereichern!!!!! B)

#9 kevin20

kevin20

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Geschrieben 08 April 2006 - 00:49

hallo zusammen.ich bin grad zufällig beim surfen auf diese seite gestoßen (hab mich über marcumar informiert).ich heiße kevin und bin 20 jahre alt.thomas (20) ist mir direkt aufgefallen!! wollte wissen, warum du eine thrombose in der schulter bekommen hast? ich hab nämlich genau das gleiche spiel durchgemacht, sogar genau in der gleichen zeit wie du und auch ca. 3 wochen krankenhaus...ich hab die thrombose, besser gesagt thrombosen, in den armvenen axillaris (axelvene), subclavia (schlüsselbeinvene) und brachialis (oberarmvene) bekommen nach dem ich für eine mrt-untersuchung kontrastmittel in die vene bekommen habe...nach einer woche krankenhaus kam dann die lungenembolie, die kein arzt festgestellt hat/wollte, erst nach etwa drei tagen als ich angefangen habe blut zu spucken...naja, verdammt sei dieses krankenhaus!! nach dem blut spucken und zahlreichen lungenuntersuchungen (alle samt sehr angenehm..) stellte sich heraus, dass ich eine beidseitige lungenembolie mit lungenausfällen habe... klasse diagnose mit grade 20! naja, mittlerweile damit abgefunden und mit marcumar lässt sichs eigentlich ganz gut leben, ist ja alles relativ :D nur das andauernde blutabnehmen nervt!!
hoffe du schreibst mir´auch wies zu deiner thrombose gekommen ist, leidensgenosse B)

#10 Silvia

Silvia

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Geschrieben 08 April 2006 - 12:10

Hallo Thomas,
ich hab mit Interesse Deinen Bericht und Deine Fragen gelesen.
Ich muss seit ca. 2 Jahren Marcumar einnehmen. Nachdem Die Ärzte dies "bestimmt" hatten, habe ich unter "Absingen schmutziger Lieder" :o (ich wollte unter gar keinen Umständen Marcumar nehmen) sofort entschieden mir ein Coagu-Check-Gerät zu besorgen. Das ist für Leute denen es auf den Nerv geht dauernd zum Arzt zu laufen und Blut abnehmen zu lassen ein echter Segen. Ein kleiner Pieks (ein Tropfen Blut) in den Finger genügt und man hat innerhalb von ein paar Sekunden den aktuellen INR-Wert.
Ist einfach nur SUPER. Bin zum Glück bei einer Krankenkasse versichert die mir "alles" ohne jede Bürokratie bezahlt haben :D Mich persönlich schränkt das Medikament entgegen aller meiner Befürchtungen überhaupt nicht ein. Ich habe die Dosierung auf meinen Lebensstil eingestellt-habe Grünkohl (Vitamin K) in Mengen gegessen. Ich habe also auf kein Lebensmittel verzichtet wegen der Marcumarisierung. Auch auf meinen Wein verzichte ich nicht. Ich denke, dass Du es selbst spürst wann es genug für Dich ist.
Und wenn Du mal über die Stränge schlägst und es Dir später schlecht geht wirst Du hoffentlich überlegen ob Du es in dem Maße noch mal machst. Alles ne Frage der Selbsteinschätzung.
Um noch was zum Mitführen von Verbandmaterial zu sagen: Ich persönlich nehme niiiee etwas dergleichen mit bis auf meinen "Ausweis". Es gibt allerdings ein Gegenmitte in Form einer kleinen Ampulle, die man mitnehmen könnte (hab ich zu Anfang gemacht B).
Wenn Du also für längere Zeit Marcumar einnehmen musst empfehle ich Dir Dich sofort um ein Messgerät zu bemühen - es lohnt sich wirklich - ! Du bist völlig unabhängig damit.
Wenn noch Fragen dazu sind, ich stehe gern für Informationen zur Verfügung.
Also alles Gute
Gruss Silvia
Geht nicht gibts nicht !
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Marcumar Selbsttesterin: INR=2,5-3,0

#11 Guest_MKjun_*

Guest_MKjun_*
  • Guests

Geschrieben 12 April 2006 - 05:53

Es gibt allerdings ein Gegenmitte in Form einer kleinen Ampulle, die man mitnehmen könnte (hab ich zu Anfang gemacht ;) .


Hallo Silvia,
diese Ampulle wird (meiner Meinung nach gücklicherweise) nicht mehr mitgegeben. Das sich darin befindende Vitamin K würde geschluckt viel zu lange dauern bis es wirkt.

greetinX Mart!n


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