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Erfahrungen mit Tavi


Mucki

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Liebe Forummitglieder,

meine Mutter (80J.) soll mit der Tavi Methode operiert werden und ich habe irgendwie kein gutes Gefühl dabei. Sie ist eigentlich total fit, hatte aber in letzter Zeit einige Symptome wie starke Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schmerzen in Hals und Brustbereich sowie Fieber. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass sie Probleme mit der Herzklappe hat (Kanal nur noch 0,4mm offen?) und es wurde eine Aortaklappen-Sanierung im Sinne einer Tavi beantragt. Nebenbei wurde auch eine akute Schilddrüsenentzündung festgestellt. Ihr geht es jetzt wieder besser und ich frage mich, ob die Symptome vielleicht nicht vorrangig durch die Schilddrüse verursacht wurden und das Herz eher nebenher entdeckt wurde.

Was ich über die Tavi Methode im internet lese, überzeugt mich nicht wirklich und Erfahrungberichte finde ich nur vereinzelt. Das verunsichert mich sehr und ich zweifle, ob es der richtige (und notwendige?) Schritt ist, sich dieser OP zu unterziehen, die ja doch große Risiken mit sich bringt. Falls sie keine Symptome mehr hat, sollte sie es dann trotzdem machen lassen?

Vielleicht kenn ihr jemand oder habt selbst Erfahrung mit der Tavi Methode gemacht und könnt mir etwas dazu sagen oder auch einfach eure Meinung. Vielen Dank!

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Ja, ich kenne jemand: Die Schwiegeroma meiner Tochter bekam im letzten Jahr (im Alter von 84 Jahren)

einen Herzklappenersatz nach TAVI. Ergebnis: Keinerlei Nachwirkungen, keine Probleme, wieder fit.

 

Und noch jemand fällt mir ein: Mick Jagger von den Rolling Stones. Er bekam vor einigen Monaten einen Aortenklappenersatz mit TAVI

und ist kurz darauf auf der Bühne rum gehüpft wie eh und je. 

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Heutzutage hat man viel Erfahrung mit TAVI. Für den Operateur sicherlich eine komplizierte Arbeit, aber wenn man die OP in einem Herzzentrum machen läßt, kann man sich entspannt zurücklehnen.

 

Eine gesunde AortenHerzklappe hat ca 4 cm² Öffnungsfläche (ca 23mm Durchmesser).

Eine mechanische Aortenklappe hat knapp 3cm² Öffnungsfläche (ca 19mm Durchmesser)

Die 0,4mm sind bestimmt 0,4cm, oder? Denn bei 0,4mm ist die Klappe quasi DICHT!

Posted (edited)

Danke für eure Antworten! Eine Schwiegeroma, wo es gut geklappt hat,  ist ja schon mal was :) Die Statistiken zu Tavi empfinde ich nämlich nicht gerade aufbauend.

Ja, ich meinte dann wahrscheinlich 0,4cm Klappenöffnung. Das ist wohl wirklich schon sehr wenig.

Aber ich frage mich trotzdem, ob eine Operation denn wirklich das Richtige ist. Da die Symptom jetzt wieder viel besser sind, könnte tatsächlich die Schilddrüse der Grund dafür gewesen sein. Im Moment hat sie nur noch einen zu hohen Puls (über 100?).

Würde man denn Menschen in diesem Alter eigentlich auch ohne Symptome operieren (wenn man die Aortenklappenstenose zufällig entdeckt) obwohl es ihnen gut geht?

So eine OP erhöht ja nicht automatisch die Lebensqualität oder -erwartung, sondern bringt auch ein großes Risiko mit sich.

Was meint ihr?

 

Edited by Mucki
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Dazu muss man den gesamten Gesundheitszustand deiner Mutter kennen, um dins beurteilen zu können. Ich glaube,  alles andere wäre orakeln. Was meint den deine Mutter selbst dazu? 

Liebe Grüße 

 

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Schwankungen in der Befindlichkeit sind meist darauf zurück zu führen, weil sich der Körper auch an Extreme versucht anzupassen. Eine 4mm Öffnung in der Aortenklappe wird nicht plötzlich größer. Sie ist und bleibt akut.

 

LG

  • 4 months later...
Posted (edited)

Meine Mutter hatte am Freitag die Herklappen Op (Tavi) und die Operation ist gut verlaufen, schon gleich nach der Op ging es ihr überraschend gut. Am Montag hatte sie jedoch starken Schwindel, die Ärzte meinte, das sei kein Grund zur Beunruhigung. Heute stellte sich jedoch heraus, dass sie einen Linksschenkelblock hat (?) und noch zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben muss. Leider konnten wir mit keinem Arzt reden. Weiß jemand was das bedeutet? Braucht sie vielleicht doch noch einen Herzschrittmacher oder hat das damit nichts zu tun? Ich erstelle vielleicht lieber eine neue Frage, ist wahrscheinlich übersichtlicher...

Edited by Mucki
neue Frage
  • 2 months later...
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Hallo, ich weiß nicht, ob die Frage an dieser Stelle richtig ist... Ich war heute beim Kardiologen zum Jahres check. Meine 8Jahre alte Bioklappe scheint sehr verkalkt zu sein, die Werte sind schlecht Ich werde bald eine neue Aortenklappe brauchen. Mein Arzt sagt, er hielt nie viel von Tavi, nun aber scheint das die beste Methode, auch für jüngere Menschen zu sein,die Ergebnisse seien gut. Mechanische Klappen würde man weniger nehmen. Ich bin nun ratlos. Bin erst 44Jahre alt. Bio oder mechanische Klappe, Tavi oder herkömmliche Methode..? Ross war damals meine Wahl, hat aber nicht funktioniert. Habt ihr gehört, dass Tavi inzwischen so beliebt ist? Danke für Antworten.... Vg

 

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Hallo,

 

willst du denn wieder eine Bioklappe? Nur dann käme eine OP mit der TAVI Methode überhaupt in Frage. Da die bestehende Bioklappe aber so schnell verkalkt ist, besteht die große Gefahr, dass eine neue Bioklappe wiederum bald ersetzt werden muss.

Meiner Meinung nach kommt in deinem Alter keine TAVI in Frage, wenn sie denn bei deiner Vorgeschichte überhaupt möglich wäre.

Ich würde mir auf jeden Fall eine zweite Meinung am besten in einer renommierten Herzklinik einholen.

 

Grüße

Dietmar

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Guten Morgen, danke für die Antwort.Kannst du eine Klinik empfehlen? Ich wohne in Lübeck und habe auch überlegt, mir dort einen Termin zu holen.Leider ist die Koryphäe in Lübeck, die mich damals operiert hat, nun im Ruhestand. Einem Freund, der dort liegt und Dienstag eine neue Klappe bekommt (er hat sein Bioklappe seit 15jahren) wurde wieder zu Bio geraten, herkömmliche Methode, da er eine Entzündung hat. Sie haben ihm gesagt, dass Ross auch beliebt in unserem "jungen" Alter ist, aber er da auf eine Spenderklappe warten müsste, er hätte aber nicht die Zeit. Ich war erstaunt, dachte Ross wird auch mit z. B. Rinderklappe gemacht?Nun werde ich mal nachforschen, ich habe ja noch etwas mehr Zeit als er. Vg

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Hallo,

 

im Norden kenne ich mich leider nicht so gut aus, aber Lübeck ist sicher keine schlechte Wahl.

Die Frage ist halt, ob noch einmal eine Bioklappe für dich eine gute Wahl wäre. Hält die neue Klappe wieder nur acht Jahre, wie oft willst du dann eine ReOp machen.

Wenn Ross nicht in Frage kommt, kann deine Wahl eigentlich nur auf eine mechanische Klappe fallen. Damit hast du eine große Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Leben lang hält.

 

Grüße

Dietmar

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Huhu,

 

ich habe aus früheren Jahren auch nur Positives über Lübeck gehört. Ich habe ja auch eine Bioklappe - und überlege auch, was ich mache, wenn sie mal getauscht werden muss. Stand jetzt auch eher eine Mechanische Klappe, denn mehr als 2x muss ich so eine OP nicht haben. Die Hoffnung ist ja, dass man bei einer mechanischen Ruhe hat.

 

Die One - X soll doch ganz gut sein, da sie nur eine geringe Gerinnung erfordert 1,5 - 2,0 INR. Vielleicht wäre das ja etwas ? Ozaki wäre mir zu heikel, da es kaum Langzeitergebnisse gibt.

 

 

LG

Michi

  • 2 months later...
Posted (edited)

Hatte am 15.01.2020 meine zweite Herzklappe (Aorta ) bekommen. 2011 hatte ich eine OP offen. das war etwas fatal. Hatte während der O P Wasser in die Lunge bekommen. 10 Tage künstliches Koma. Das schlimmste war das Durchganssyndrom die schrecklichen Träume. Danach erwachte ich in einer anderen Klinik auf der Intensivstation inkl. Luftröhrenschnitt. Noch einmal 12 Tage Horror. Wochen späte dann in die Reha wo ich mich relativ gut erholte.

Im letzten Jahr begannen dann wieder die Beschwerden mit Luftknappheit usw. Meine künstliche " Schweineklappe " wollte nicht mehr. Habe im Juli 1019 noch einen Stent bekommen half aber nicht wesentlich.  Im November war dann klar die Klappe muss erneuert werden.

Antreten zur O P allerdings mit TAVI war am 14.01.2020. Abends noch in ein CT dann Belehrung eines Arztes was alles so passieren kann. Mein Mut sank tiefer und tiefer . Mit jeder Unterschrift glaubte ich das Ende ist sehr sehr nah. Allerdings beruhigte mich der Arzt und versicherte mir das in Kiel schon über 1000 TAVIs eingebaut worden sind und allen geht es gut.

Der 15.01.2020 mein Glückstag den wie man sieht lebe ich noch. Um ca. 10.00 wurde ich abgeholt und später in den OP Raum gebracht. War etwas unheimlich. da standen 2 Ärzte denke das waren Chirurgen für den Ernstfall. Die Sichtgeräte auf dem Kopf ließen meinen Mut etwas sinken. Hinter mir ein Narkosearzt der mir aber keine Narkose verabreichte nicht einmal eine Beruhigungspille gab. Nein, ohne alles meinte er. Ok, ich bat ihn bitte ein paar Bilder von mir zu machen was er auch tat und mir später per Email schickte.

Dann war es soweit, ein Kardiologe war mittlerweile auch am Start. Erst wurde ein Katheder im linken Bein gelegt. Dann wurde mein rechtes Bein geöffnet. Nur die Betäubungspritze pickte etwas. Dann begann die Show. 

Auf einem Monitor konnte ich einen Teil der O P verfolgen. So weit so gut. Dann war es soweit die Herzklappe war bis zur Aorta Klappe geschoben worden kaum merkbar. Dann allerdings kam eine merkwürdige Situation auf die ich nicht vorbereitet war. Der erste Katheder im linken Bein ist so eine Art Herzschrittmacher. Plötzlich wurde mir schummerig und ich bekam gelinde gesagt richtig Angst. Keiner hatte mir gesagt das mein Herz schlagartig auf 180 - 190 Schläge gebracht wird damit wohl das Herz nicht mehr pummt und die defekte Klappe offen ist. ( Meiner Version bin kein Mediziner ) Jetzt wurde die Klappe eingesetzt und mit hohem Druck in der defekten Schweineklappe verankert. In diesen Momenten dachte ich, Shit das wars jetzt gehts ab ins Nirwana. War aber nicht so plötzlich war wieder alles normal und ich hörte wie der Kardiologe sagte das alles passt und super ist. Puhhh geschafft. Schnell wurden die beiden Wunden an den Beinen mit jeweils 2 Stichen vernäht und ab gings in den Überwachungsraum. Das ganze hatte 50 Minuten gedauert. 

Negativ war jetzt nur noch der Druckverband der 6 Stunden eng um den Unterleib gebunden war. 30 Minuten bevor er abkam gab ich auf und bettelte um einen Katheder damit ich Wasser lassen konnte. Gegen Mitternacht kam das Ding wieder raus.

 

Schon am nächsten Morgen kam ich auf ein Zweibettzimmer und musste meinen ersten Run auf dem Flur machen. Danach habe ich gelangweilt im Bett gelegen oder bin umher gelaufen. Am Sonntag Mittag ging ich dann schon wieder froh und munter an der Ostsee  spazieren. Am 20.01. entlassen. Am 05.02.2020 flog ich dann beruflich bedingt nach Thailand und am 05.03. 2020 war ich in Hanoi Vietnam gelandet. Am 08.03. habe ich dann eine Off Road Tour mit Geländemotorräder 2000 km durch Nordvietnam geleitet. Also ich vor weg ... Ich werde im Januar 70. Fahre seit Mai fast täglich mit dem Mountainbike bis zu 50 km pro Tour. Ich rauche nicht sag aber beim Wein oder bei einem kühlen Bier nicht nein.

 

Wer also vor einer Tavi OP steht keine Bange es geht einfach voran. Allerdings habe ich meinem Kardiologen der mich eingewiesen hatte erzählt das ich keinerlei Beruhigung bekommen hatte. Der wollte das nicht glauben, weil das absolut NICHT üblich ist. Er hat sich dann in der Klinik wohl beschwert.

 

Alles Gute für Euch Armin C.

 

OP in Kiel UKSH Kardiologie.

 

 

PS: Klappe 1 Schwein.

Klappe 2 Rind.

image001-3.jpg

Edited by Armin120151
xxxx
  • 4 years later...
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Hallo Mucki, 

ich habe das erst jetzt sehr spät 2025 gelesen, dass sind ja schon fast sechs Jahre her. Ich habe mich (zwangsläufig) seit einiger Zeit mit dem Thema "TAVI" beschäftigt und heute, die Medizin ist ja aktuell wieder weiter (bei allerdings deutlich schlechterer Finanzlage) würde ich sofort laut und bewundern "Ja!" zu diesem Angebot sagen. Ich habe leider das Problem, dass ich 1. gesetzlich versicherter Babyboomer bin und 2. (in Deutschland) nach offizieller Lesart (hierbei) zu jung für den Tavi-Eingriff bin. Ich bekomme nicht mal eine simple offizielle Info-Veranstaltung zu TAVI nicht mal am DHZB. Das Problem ist ferner, dass ich erst 12/26 mit dann fast 67 rentenberechtigt bin und diese dann so extrem niedrig ausfällt, dass ich bis zum Tod immer weiter arbeiten muss/müsste. Das ich weiter Steuern und Sozialabgaben bezahlen würde (und die Gesamt-Folgekosten nach "TAVI" viel niedriger und für den/die Patienten/in auch lebensverlängernder (ein Problem?) sind. Ich arbeite geistig wie körperlich und es ist ständig das große Zittern, wie lange meine Aortenklappenstenose (Hashimoto habe ich leider neuerdings auch) noch mitspielt. Davon ist sehr sehr viel und noch mehr abhängig. Ich würde jedem und jeder nur zur "TAVI" raten, wenn er/sie das Glück hat, dieses Angebot zu bekommen. Ich versuche jetzt mit meiner Frau, im Ausland einen Tavi-Eingriff vornehmen zu lassen, dass ist ja teilweise viel billiger. Wie geht es der Schwiegermutter heute? 

  • 4 weeks later...
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Hallo Franticzek,

ich bin selbst Boomerin, verstehe aber nicht, was gesetzliche Kranken-Versicherung mit Herz-OP's zu tun hat? Auch ich mache mir natürlich hin und wieder Gedanken, ob für mich irgendwann eine Tavi ansteht. Aber dafür ins Ausland gehen? Finde ich ganz schön mutig. Ich will keine ausländischen Kliniken oder Ärzte bashen, aber davor hätte ich echt eine Heidenangst.

VG, KeinPlan

Posted

Das ist Quatsch. Eine TAVI ist vor allem für die Personen gedacht, die Hochrisikopatienten sind und eine "normale" Herz-OP nicht ohne Komplikationen überstehen würden. 

Rein rechnerisch würde sich die Behandlungsmethode für Kliniken mehr lohnen, da ein Eingriff mehr kostet, als die Routine OP. 

Am DHZC (das DHZB gibt's nicht mehr, da es in die Charité eingegliedert wurde) gibt es eine spezielle Abteilung für TAVI Patienten bzw. halt auch ne ambulante Sprechstunde. 

https://www.dhzc.charite.de/einheiten/ship 

 

LG Anne

 

  • 4 months later...
Posted

Bei mir soll eine Tavi durchgeführt werden.Vorher noch Kreatininwert Bestimmung wegen Herz CT

Falls der Wert aus der Norm ist muss dann die OP verschoben werden?

Posted

Ich vermute das man wissen will ob deine Nieren in Ordnung sind. Ist der Kreatininwert zu hoch, ist die Filterfunktion der Nieren eingeschränkt. Davon hängt wiederum die Wahl der Kontrastmittel oder der Schmerzmittel ab. Ich habe eine Nierenschwäche Grad 3 und darf z.B. keine starkes Ibuprofen. Das die OP verschoben eird glaube ich nicht, bin aber kein Arzt. Gruss Peter

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