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Soll ich oder soll ich nicht


ferdisch

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Hallo Leute,

kurz zu mir. Ich bin männlich und 62 Jahre alt.

Habe angeblich von Geburt an einen Herzklappenfehler der mich bisher aber nie direkt eingeschränkt hat.

Mit direkt meine ich, dass mir nur immer wieder Ärzte verboten haben in Sportvereinen aktiv tätig zu sein.

Als Beispiel sei hier gesagt: Fußball, Ringen, Karate etc.

Immer wenn es darum ging, dass ich einen Sportpass brauchte, wurde mir dieser von Ärzten verweigert.

Somit habe ich den Sport schließlich ganz aus meinem Leben gestrichen.

Heute weiß ich zwar, dass Cardiotraining gut gewesen wäre, aber es war halt so.

Also habe ich mein ganzes Leben lang so gut wie keinen Sport betrieben.

Mit knapp 57 habe ich dann aber trotzdem angefangen Sport zu treiben und habe das bis heute beibehalten.

Angefangen habe ich mit Handständen und das Ganze dann später in der Sportart Calisthenics enden lassen.

Dass soll zur Vorgeschichte erst einmal reichen.

 

Mein Hausarzt ist gleichzeitig Kardiologe. Er rät mir schon längere Zeit zu einer Herzklappen-OP.

Da ich einen riesen Respekt davor habe wollte ich mich durch eine zweite Meinung absichern.

Gestern war ich nun zur MRT in Dortmund im Johannes Hospital.

Nach der MRT folgte eine Besprechung mit der netten Oberärztin.

 

Ergebnis war:

Herzklappe und die Aorta müssen dringen operiert werden. Sie hat sogar vorgeschlagen dass noch in diesem Jahr anzugehen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass das ein echter Schock für mich war.

Ich fühle mich absolut gesund und mache fast täglich meinen Sport. Mein Kardiologe sagt immer, ich kann mit meinem Herzen die Übung, die ich ihm auch auf Video gezeigt habe unmöglich ausüben. Letzte Woche hatte ich bei ihm noch ein Belastungs-EKG dass zumindest bis 175w ohne Probleme von statten ging.

 

Und nun soll ich auf einmal so schwer krank sein, dass ich dringend eine OP benötige. Mein Kopf spielt da überhaupt nicht mit.

Auch der Gedanke, dass ich nach der OP meinen Sport nie wieder ausüben kann bereitet mir arges Kopfzerbrechen.

Ich habe gelesen, dass der Brustkorb zwar nach drei Monaten wieder leicht belastbar ist aber eine volle Belastung erst nach einem halben bis zu einem Jahr möglich sein soll. Bis dahin bin ich völlig aus meinem Sport raus und müsste komplett neu anfangen, was ich dann aber nicht mehr darf.

 

Nun zu meinen Fragen an euch.

Wie habt ihr euch vor der OP gefühlt?

Hattet ihr schon körperliche Einschränkungen und habt euch darum für die OP entschieden oder ging es euch körperlich auch sehr gut und habt es trotzdem getan?

Treibt ihr nach der OP wieder Sport, wenn ja welchen?

Was ist mit der Einnahme regelmäßiger Medikamente durch die OP?

Habt ihr Schmerzen im Bereich der OP?

Wie oft muss man wegen der OP später zum Arzt?

Gibt es Bewegungseinschränkungen, egal welcher Art, durch die OP?

 

Das soll es erst mal gewesen sein auch wenn ich noch viele andere Fragen hätte.

 

Damit ihr wisst von welchem Sport ich rede bzw. welchen Sport ich aktuell betreibe, stelle ich mal ein paar Videos hier ein.

Und nun soll das ganze vorbei sein oder ist so etwas auch nach der OP wieder möglich?

Wobei ich glaube, dass wenn ich einmal längere Zeit raus bin, nie wieder dahin kommen werde wo ich jetzt bin.

 

Vielen Dank für eure Hilfe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Huh, erstmal Hut ab!

 

Mit OP-Erfahrungen kann ich nicht glänzen, die wird es auch nicht geben. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Sport dir enorm wichtig ist, nicht nur zur Selbstbestätigung.

 

Dennoch mal die leise Frage : Muss es denn immer so ein Extrem sein? Machst du auch Ausdauersport neben dem Krafttraining? Und dürfte es nach einer OP auch etwas anderes an Sport sein, was nicht derart belastend ist? Du musst ja nicht gleich für den Rest deines Lebens hinterm Ofen sitzen. Aber verträglichere Fitness könnte ich mir durchaus vorstellen. Du musst dir doch nix mehr beweisen....

 

Liebe Grüße Nana

 

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Erst einmal vielen Dank zu Deinem Kommentar. Das ist der erste Sport den ich angefangen habe und der mir auch Spaß macht. Habe sportlich vorher noch nie etwas so lange durchgehalten. Mache das jetzt im Oktober schon 6 Jahre. Natürlich fahre ich auch ab und zu Fahrrad für die Kondition. Das mache ich aber nur im Sommer. Im Winter muss dann der Heimtrainer herhalten. Das macht mir aber alles keinen Spaß. Ich mache es halt nur weil Cardio immer eine wichtige Rolle beim Sport spielt. Radfahren draußen im Sommer ist auch noch ganz schön, aber im Winter auf dem Heimtrainer eher nicht. Da genau ist der Vorteil von meinem Sport. Der mach sowohl Indoor als auch Outdoor Spaß.

Und Du hast recht, beweisen muss ich gar nichts. Trotz allem sind es die kleinen Erfolge beim Sport die den Spaß hoch halten.

 

LG ferdisch

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Ich find's toll und bewundernswert, wenn man so einen ganzkörpersport beherrscht. ich versteh auch voll, dass man sowas nicht aufgeben will. dass der sport post-op nicht mehr möglich wäre, ist - je nach deinen aktuellen Werten bzgl Klappe&Aorta - aber evtl. unwahrscheinlicher, als dass du den Sport bald wegen der Klappe nicht mehr machen kannst. google mal "push ups and pull ups after sternotomy". Mit Schlaganfall, Aortenriss oder ähnlichem könnte es evtl schwerer sein, den Sport mal wieder aufzunehmen. 

Bitte am besten in verschiedenen Herzzentren um einen Termin zur Besprechung einer OP, um Erfahrungen mehrerer Chirurgen zu hören. Viele lernen in der Ausbildung, den Patienten einfach sicherheitshalber massive Restriktionen zu empfehlen, obwohl es keine empirische Grundlage dafür gibt. Mir sagte ein erfahrener Chirurg und meine Physio, dass man ab der 5. Woche langsam und kontrolliert schrittweise die Belastung erhöhen darf. Dann sollte man, wenn alles ohne Komplikationen verheilt ist, nach 3-4 Monaten auch wieder mit Klimmzügen/Handstand/Liegestütz anfangen können (vor 3 Monaten würde ich das aber keinesfalls ausprobieren). Ich denke nicht, dass du dann wirklich wieder von null anfängst, weil in der Zeit nicht alles abgebaut wird. Man ist ja zum Glück nur wenige Tage (bzw Stunden) quasi bettlägerig und hat keinen Liegegips.

Der Erfolg der OP ist jedenfalls bestimmt besser, solang du noch fit bist.

Langer Rede kurzer Sinn: Besprich deine Befunde mit mehreren Chirurgen.

Alles Gute!

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Vielen lieben Dank @Mirjam für Deine netten Worte.

Du machst mir wirklich Mut. Wenn man die von Dir genannten Übungen tatsächlich wieder machen kann bzw. darf wäre das schon mal riesen Schritt in die richtige Richtung. Da liegt mir nämlich sehr viel dran, da man diese Übungen immer und überall machen kann.

vor 20 Minuten schrieb Mirjam:

Der Erfolg der OP ist jedenfalls bestimmt besser, solang du noch fit bist.

Das genau hat mir die Oberärztin gestern auch gesagt. Ich sei ja noch jung und fit, darum würde man direkt über den Brustkorb operieren und nicht über Leiste.

Immerhin hast Du mir schon mal ein klein wenig meiner Angst genommen. Aber allein die Vorstellung, dass das Brustbein zersägt wird und nie wieder die gleiche Stabilität bekommt wie vorher, ist ein Punkt der mir große Sorgen bereitet. Leider geht mein Hausarzt bzw. Kardiolog ab Montag erst mal in den Urlaub bevor ich dann hoffentlich ein ausführliches Gespräch über die OP und das Leben danach führen kann. Eine endgültige Entscheidung werde ich wohl erst dann treffen. Zur Zeit ist meine Angst vor der Zukunft mit OP einfach noch viel zu groß.

Allerdings hat die Oberärztin keinen Zweifel daran gelassen, dass die OP sehr wichtig und dringen ist. Als mein Frau sie fragte: In welchem Zeitrahmen man so eine OP denn in meinem Fall angehen sollte, sagte sie eindeutig, am besten noch in diesem Jahr.

 

LG und Danke ferdisch

 

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Nachtrag: ich hab jetzt nur an eine Klappen-OP gedacht!! Mit der Aorta kenn ich mich nicht aus, wie es da mit Sport nach der OP aussieht zb hinsichtlich Blutdruckspitzen. 

Unabhängig davon: ich würde auf jeden Fall in verschiedenen Kliniken um einen Besprechungstermin bitten und deine Fragen vorher notieren (zB auch:welche Risiken gehst du ein, wenn du die OP später machen lässt?)

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Ursprünglich ging es auch nur um die Herzklappe. Nur hat man bei dem gestrigen MRT festgestellt, dass die Aorta statt 35mm schon auf 45mm erweitert ist. Darum, so sagte die Ärztin, sollte man das sofort mitmachen. Darum auch die Brust-OP und keine Leisten-OP weil man dann die Aorta nicht bearbeiten kann.

 

Wußte gar nicht, dass man einfach in mehreren Kliniken ein Beratungsgespräch machen darf. Danke für den Tipp. Muss ich mal schauen wie ich das hinbekomme.

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Hallo ferdisch,

 

ich kann deine Gefühle und deine Angst vor einer OP und den Folgen gut verstehen. Auch ich hatte bis wenige Monate vor dem OP-Termin keinerlei Einschränkungen und war eigentlich überhaupt nicht für diesen massiven Eingriff in meinen Körper bereit. Nun gibt es aber in Bezug auf die Erkrankung der Herzklappen eindeutige medizinische Indikationen, wann eine OP zwingend notwendig ist. Da du schreibst, dass du von Geburt an einen Herzklappenfehler hast, nehme ich an, du hast eine sogenannte bikuspide Aortenklappe. Dass die OP-Indikation bei dir erst mit 62 Jahren akut wird, ist eher selten. Meistens ist eine OP in diesem Fall schon in jüngeren Jahren erforderlich, bei mir mit 53. So gesehen kannst du schon einmal froh sein, dass die Klappe bei dir solange gehalten hat. Dass sich die Aorta infolge der Klappenstenose geweitet hat (Aneurysma),  kommt leider auch sehr häufig vor. Auch bei mir musste ein Stück der Aorta durch einen Kunststoffschlauch ersetzt werden.

 

Dieses Jahr nun jährt sich die OP zum 10. Mal. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich mich damals trotz innerer Widerstände und Zweifeln dafür entschieden habe. Auf den Sport bezogen hat sich bei mir nicht so viel verändert. Ich betreibe weiterhin Ausdauersport, wenn auch nicht mehr in der Intensität. Auch Muskeltraining im Kieser Studio mache ich nach wie vor, auch hier mit etwas verringerten Gewichten. 

Ob du deinen Sport in der gewohnten Art auch nach der OP weiter betreiben kannst, kann ich nicht beurteilen. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass dein aktueller Gesundheitszustand (Aneurysma, Klappenstenose) keinesfalls geeignet ist, das Training in dieser Form weiterzuführen. Das Risiko einer Aortendissektion ist bei hohen Blutdruckspitzen, die du in deinem Sport sicherlich hast, nicht unerheblich. So gesehen ist die Fortführung deines Sports nach einer OP (nach vollständiger Genesung) mit Sicherheit weniger problematisch, als im aktuellen Zustand. Du solltest dir daher schnell eine zweite Meinung eines Herzchirurgen einholen und die OP ins Auge fassen.

 

Mein Aha-Erlebnis beim Einholen einer zweiten Meinung war diese Aussage des Arztes: „Sie haben zwei Möglichkeiten. Entweder lassen Sie sich einen schnellen OP-Termin geben, oder Sie suchen sich schon mal das Sarg-Modell aus.“ 

Da hat es bei mir Klick gemacht und ich habe mich für Vorschlag eins entschieden.

 

Grüße
Dietmar

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Hi @marathon2 ,

vielen Dank für Deinen langen Erfahrungsbericht und den ausführlichen Erklärungen. Ja, die 2. Meinung habe ich ja gestern bekommen. Die erste war von meinem Hausarzt, der gleichzeitig Kardiologe ist und die zweite Meinung der Oberärztin nach der MRT.

Was mir auch gut gefällt, von jemandem dem auch vor der OP gut ging zu hören. Ich finde in diesem Fall ist die Entscheidung besonders schwer. Ja, ich habe den Klappenfehler von Geburt an. Die einzige Einschränkung die ich immer hatte war, dass ich halt weniger Kondition als Anderen hatte. Ansonsten war und bin ich immer sehr Leistungsfähig gewesen.

Schön auch zu lesen, dass Du sportlich wieder voll au der Höhe bist. Das gefällt mir sehr gut und ist für Dich sicherlich auch sehr wichtig gewesen.

Ich habe natürlich seit Gestern ohne Ende im Netz recherchiert und auch viele Erfahrungsberichte gelesen. Du bist, so wie ich das gelesen habe, einer der rühmlichen Ausnahmen.

Ich hatte letztes Jahr im Frühjahr eine echte Grippe und bin sportlich gute 8 Wochen ausgefallen. Das Zurückkommen nach diesen 8 Wochen war enorm schwer und ich wollte mehrfach aufgeben. Danach habe ich zu meiner Frau gesagt, wenn ich nun noch einmal soweit zurück geworfen werde, werde ich nicht noch mal von vorne anfangen. Aus dem Grunde, glaube ich, dass ich nach der Herz-OP nie wieder zu meinem Sport zurück finde. Und es ist das erste Mal im Leben, dass mir ein Sport wirklich gut gefällt und richtig Spaß macht. Alles andere was an Sport im Leben mal ausprobiert habe, hat sich immer binnen kürzester Zeit wieder zerschlagen. Aber dieses mach ich jetzt schon fast 6 Jahre sehr intensiv. Und mit 70% oder 80% geht das leider nicht. Den Handstand, könnte ich mir noch vorstellen, das braucht man nicht soviel Kraft aber die Human Flag, eine meiner Lieblingsübungen, geht nicht mit 70 oder 80%. Aber gut, dass kann ja nicht die Begründung sein, die OP nicht zu machen.

Meine Ängste bestehen Hauptsächlich in den ganzen Nebenwirkungen und regelmäßiges Tabletten schlucken und die lange Anfangszeit, bis man wieder einigermaßen fit ist. Ich habe gelesen, dass man sich nach drei Monaten erst wieder etwas belasten darf und das auch nur 25-50%.

Angeblich besteht auch eine erhöhte Gefahr einer Endokarditis.

 

Auf jeden Fall macht mir Dein Fall sehr viel Mut doch in Richtung OP zu denken.

 

Danke

 

 

 

 

 

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Hallo ferdisch,

 

du kannst es drehen und wenden, wie du willst, letztendlich hast du nur die Wahl zwischen OP und Tod. Denn wenn beide Ärzte eine baldige OP empfehlen, ist die Herzerkrankung schon weit fortgeschritten. Von allein wird sich dieser Zustand nicht mehr verbessern, aber er wird mit höchster Wahrscheinlichkeit immer schlechter.

Nutze jetzt die Zeit und mach dir Gedanken über die Art der neuen Aortenklappe. In deinem Alter ist wohl eine biologische Klappe sinnvoll. Dann hält sich das Talettenschlucken meist in Grenzen. 

Und auch die Wahl der Herzchirurgie, in der du operiert werden willst, ist eine Überlegung wert.

 

Die Frage ist also nicht mehr, soll ich oder soll ich nicht. Die einzige Frage ist, wie und wo.

 

Grüße

Dietmar

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vor 5 Stunden schrieb marathon2:

letztendlich hast du nur die Wahl zwischen OP und Tod

 

vor 5 Stunden schrieb marathon2:

Die Frage ist also nicht mehr, soll ich oder soll ich nicht. Die einzige Frage ist, wie und wo.

 

Das klingt alles sehr klar und logisch was Du schreibst und sollte für jeden eine klare Entscheidungshilfe sein.

Bei mir kommt allerdings noch eine große psychische Komponente hinzu. Kann da zwar hier nicht näher drauf eingehen aber sie ist nicht zu unterschätzen.

Ich habe zwar keinerlei Selbstmordgedanken, aber ich stelle mir oft die Frage ob es nicht besser wäre, wenn ich nicht mehr leben würde.

Warum und wieso das so ist, wäre eine zu lange Geschichte die auch nicht unbedingt öffentlich machen möchte. Allerdings gibt es genau jetzt erstmalig die Chance einfach auf ein baldiges Ende zu warten. Da ich niemals selber dafür sorgen würde und weil mein Sport und meine Leistungsfähigkeit so ziemlich das einzige sind was mir wirklich gut gefällt am Leben ist die Entscheidung zur OP nicht so einfach. Immerhin fällt mit der OP genau das weg was das Leben für mich noch lebenswert macht.

 

LG ferdisch

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vor 9 Stunden schrieb ferdisch:

die Vorstellung, dass das Brustbein zersägt wird und nie wieder die gleiche Stabilität

Man kann zwar nie wissen, wie es einem selbst ergehen wird, aber wenn man an die vielen Spitzenportler denkt, die nach schweren Stürzen mit diversen Knochenbrüchen wieder ihren Leistungssport ausüben, muss da schon einiges möglich sein. Meine Physio sagte, das Brustbein wachse als blutbildender Knochen durch die hohe Durchblutung recht gut zusammen.

 

vor 6 Stunden schrieb ferdisch:

Du bist, so wie ich das gelesen habe, einer der rühmlichen Ausnahmen.

Da hast du wohl recht, dass eher wenige nach der OP (wieder) wirklich intensiv Sport betreiben, aber bei vielen dürfte der Grund eher sein, dass man schon früher wenig Sport machte oder nach der OP vorsichtiger/ängstlicher wird und es nicht übertreiben will, sodass man zB schon bei geringfügigen Schmerzen im Brustbein Liegestütze bleiben lässt. Wenn man das bedenkt, finde ich die Zahl der Sportler, die wieder in Topform sind, hier im Forum eh hoch! 

 

Was das psychische betrifft, kann ich deine Gedanken auch nachvollziehen. Ich fand es auch ohne diese Komponente zeitweise nicht leicht, mich für die OP zu entscheiden, da ich auch keine starken Symptome hatte. Aber ich denke, unbehandelt ist das Risiko größer, nach einem Schlaganfall oder Aortenriss ein Leben mit massiven Einschränkungen führen zu müssen. Ich kenne 2 Männer in der Nachbarschaft bzw Verwandtschaft, die mit knapp 50 und 65 Jahren aufgrund unbekannter Aorta-/Klappenproblematik eine Aortendissektion bzw Schlaganfall hatten. Der eine zuvor vermeintlich Gesunde wurde zum Pflegefall und hat sich nie mehr erholt, der andere musste über ein Jahr lang das Gehen und Sprechen wieder lernen und hat noch immer etwas Schwierigkeiten damit.

Du wirst das schon hinbekommen, dass du mit Aussicht auf viele weiter fitte Jahre aus der Sache rauskommst! 

vor 10 Stunden schrieb ferdisch:

Wußte gar nicht, dass man einfach in mehreren Kliniken ein Beratungsgespräch machen darf. Danke für den Tipp. Muss ich mal schauen wie ich das hinbekomme.

Müssen ja nicht unbedingt mehrere sein, ein Herzzentrum in der Nähe tut's ja auch, dann hast du in dem Fall dann schon 3 Meinungen (und eine weitere Chance, Fragen beantwortet zu bekommen).

Weiterhin alles Gute!

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vor 21 Minuten schrieb Mirjam:

Ich kenne 2 Männer in der Nachbarschaft bzw Verwandtschaft, die mit knapp 50 und 65 Jahren aufgrund unbekannter Aorta-/Klappenproblematik eine Aortendissektion bzw Schlaganfall hatten. Der eine zuvor vermeintlich Gesunde wurde zum Pflegefall und hat sich nie mehr erholt, der andere musste über ein Jahr lang das Gehen und Sprechen wieder lernen und hat noch immer etwas Schwierigkeiten damit.

Hallo @Mirjam ,

damit bringst Du natürlich wieder sehr gute Argumente für mich, die für die OP sprechen. Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Zum Pflegefall oder ähnliches möchte ich natürlich gar nicht werden. Dass das aber auch passieren kann war bisher gar nicht auf meinem Bildschirm. Diese Möglichkeiten lassen mich natürlich über alles völlig neu nachdenken und sprechen ganz klar die Sprache "Pro OP".

 

Danke für den Gedankengang.

 

LG ferdisch

 

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  • 4 months later...

Hallo Ferdisch,

bin neu hier und fand eben deinen Beitrag. Auch wenn es jetzt schon knapp 4 Monate alt ist, da war ich gerade selbst in Reha nach künstlicher Aortenklappe. Vielleicht können wir uns ja auch austauschen. Habe selbst Kraftsport bzw. Calistehnics über 16 Jahre betrieben.

 

Und was du da mit Ende 50 da machst, alter Schwede! Du hast das ganze erst mit 50 angefangen zu trainieren und hast diesen Leistungsstand und hast Zweifel ob du das jemals wieder erreichen kannst? Ich hätte nie gedacht, dass ein 50.jähriger untrainierter jemals zu sowas in der Lage sein kann ;) Hut ab und alles Gute!

Der Zahn der Zeit nagt an uns allen. Auch ohne Krankheit wirst du diese Sachen auf diesen Niveau in späteren Jahren nicht mehr ausüben können. Wichtig ist der Spass an der Sache - Das Training!

 

Ganz Liebe Grüße

 

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  • 8 months later...

@JackieChan

Erst mal Danke für Deinen Beirag, wenn auch etwas verspätet. :) Habe wohl damals keine Mailbenachrichtigung erhalten.

Ich habe übrigens nicht mit 50 angefangen, sondern mit knapp 57 (56 1/2), aber das ist jetzt erst mal egal.

 

Seit ein paar Tagen stellt sich die Frage ob OP ja oder nein nicht mehr.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Überlebe ich die Zeit bis zur OP?

Ich war am Mittwoch Nacht im Krankenhaus, weil es mit verdammt schlecht ging.

 

Angeblich hatte ich schon mal einen Herzinfarkt, weiß aber nichts davon. Nur das Blutbild läßt darauf schließen.

Alle weiteren Untersuchung, Ultraschall und Herzkranzgefäßuntersuchung haben ergeben, dass ich z.Z. eine Herzleistung von 33% habe.

Die Ärzte haben mir also zu einer dringen OP geraten.

Nach der Untersuchung bin ich erst mal Hause gefahren und musste mit all dem fertig werden.

Jetzt muss ich noch zum Zahnarzt, bei dem ich schon am Montag einen Termin habe, damit er mir eine Bestätigung ausstellt, dass die OP seiner Meinung nach stattfinden darf.

 

Aktuell bin ich nicht in der Lage eine kleine Treppe (8 Stufen) zu steigen ohne das ich am Ende total groggi bin.

Auf der anderen Seite schaffe ich immer noch über 60 Sekunden Handstand. Mir erschließt sich das alles nicht.

Fast täglich sitze ich hier und heule vor mich hin, weil ich das alles nicht verstehe und eine heiden Angst vor allem habe.

 

Am Mittwoch hatte ich auch ein kurzes Gespräch mir einem Herzchirurgen. Er hat mir gesagt, dass ein TAVI-OP bei mir nicht in Frage kommt. Es geht also nicht ohne das Aufschneiden des Brustkorbes. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich den Herzfehler schon von Geburt an habe und irgendwelche Klappen miteinander verwachsen sind oder so.

 

Auf jeden Fall werde ich mich, sobald der Zahnarzt sein OK gegeben hat, sofort um einen OP-Termin kümmern.

Ich werde das Ganze wohl in Dortmund machen lassen weil die ja auch meine ganzen Unterlagen und Untersuchungsergebnisse haben.

 

Auf jeden Fall habe ich mich noch nie so schwach und einsam gefühlt.

 

LG ferdisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Auch wenn hier im Forum nur wenig Resonanz auf einzelne Post kommt, möchte ich noch kurz erzählen, dass ich am 6.10.2020 in Krankenhaus komme und am 7.10. wahrscheinlich operiert werde.

 

Bleibt nur noch die Hoffnung, dass alles gut wird!

 

LG ferdisch

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Also ich würde mich nicht verrückt machen sollte 2018 neue pulmonalklappe bekommen per Katheter Technik. Ging nicht weil ein anoirisma dahinter saß also 2019 op ja die Dauer 5-6  Stunden. Ergebnis meine ma hat nach stunde 6 immer angerufen 5 mal nach 9 stunden waren sie fertig. 

Und heute renn ich auf Arbeit wieder wie ein blöder durch die Gegend. 

Aber lass dir bei der Genesung Zeit lass dir von keinen Arzt oder Kasse Streß machen. 

Und viel Glück für deine OP. Drück dir die Daumen schreib mal wenn du es geschafft hast. 

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@Uwe1981

@Klaus P

 

Danke euch beiden. Hoffe auch, dass alles gut wird.

 

@Uwe1981

Ich mache mir höchsten selber Stress. :) Darf ja leider erst nach drei Monaten wieder mir dem Sport anfangen. :)

Das Du auf der Arbeit wieder wie ein blöder rum rennst, macht mir Mut.

 

LG ferdisch

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Alles gute für die OP, das ist ja zum Glück gar nicht mehr so lange hin.

Deinen emotionalen Zustand kann ich voll verstehen, hier fahren viel die emotionale Achterbahn. Ich habe es bisher auch immer "versemmelt" mir professionellen psychologischen Beistand zu holen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das Sport und Leistungsfähigkeit oft überraschend seltsam mit der Herzleistung verknüpft sind. Ich habe trotz Herzfehler ewig lang geklettert und war dabei auch am Ende noch erstaunlich fit/gut. Ich dachte immer das ich halt mit knapp 40 nicht mehr so jung bin und es normal sei das man da keine Fahne mehr schafft. Im Nachhinein natürlich total naiv. 

 

LG

BärEis

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vor 7 Minuten schrieb BärEis:

Ich habe trotz Herzfehler ewig lang geklettert und war dabei auch am Ende noch erstaunlich fit/gut. Ich dachte immer das ich halt mit knapp 40 nicht mehr so jung bin und es normal sei das man da keine Fahne mehr schafft. Im Nachhinein natürlich total naiv.

Dankeschön.

Verstehe Dich voll und Ganz. Bei mir war es umgekehrt. Die Ärzte haben mir den Sport den ich machen wollte nie erlaubt. Fußball, Ringen etc. Darum habe ich mein Leben lang keinen Sport betrieben.

 

Bin erst mit knapp 57 auf die Idee gekommen  Handstand zu lernen. Was daraus geworden ist, siehst Du ja in den kleinen Filmchen. :)

 

Hoffe aber auch, dass es nach der OP besser wird.

 

LG ferdisch

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Oh ich hatte vergessen zu erzählen. Bei mir war der Herzfehler nicht bekannt bis ich 38 Jahre alt war und als sie ihn gefunden haben durfte ich nicht mehr klettern. Keine Klimmzüge, Liegestütze etc. 

 

Ich bin von deinen Filmen wirklich sehr beeindruckt. Das Gefühl wenn man wirklich kraft hat ist schon etwas besonderes und super!

 

LG

BärEis

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vor 26 Minuten schrieb BärEis:

Keine Klimmzüge, Liegestütze etc. 

 

Ich bin von deinen Filmen wirklich sehr beeindruckt. Das Gefühl wenn man wirklich kraft hat ist schon etwas besonderes und super!

 

Kann Dir da nur zustimmen. Bin gespannt, wo man nach den 3 Monaten Pause wieder zu beginnen hat und ob man überhaupt noch mal zur alten Form zurück findet.

 

Zur Zeit träume ich aber eher davon, mal wieder ganz normal Treppen steigen zu können, weil ein Handstand mit 60-70 Sekunden geht immer noch. Verstehe das zwar nicht, ist aber so.

 

LG ferdisch

 

PS.:

Ach so, vielen Dank für das Kompliment

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