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Rhythmusstörungen beim Laufen


Uta S

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Hallo,

Ich frage mich, ob es einen Unterschied zwischen dem Laufsport und dem Radfahren gibt. Eventuell eine zusätzliche mechanische Belastung?

Meine Endocarditis liegt jetzt genau 1 Jahr zurück und meine Mitralklappe funktioniert super. Ich versuche immer wieder mit dem Laufen anzufangen. Leider zeigt der Pulsmesser Rhythmusstörungen an und ich möchte damit nicht laufen.

Im Langzeit EKG zeigen sich Ca. 200 Extrasystolen pro Tag. Im Belastungs EKG ist alles in Ordnung. Beim Radfahren erkenne ich auf dem Pulsmesser auch keine Störungen. Der Puls liegt bei 130. 

Nur beim Laufen wird der Puls ab Ca 100 unrhythmisch. 

Kann man so was wohl testen lassen? Auf einem Laufband vielleicht. Hat das schon jemand gemacht? 

Liebe Grüße

Uta

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Ich habe keine Probleme mit dem Laufen,  aber massive beim Radfahren. Also genau umgekehrt.

 

Herzliche Grüße 

Brigitte

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Hallo Brigitte,

das ist ja interessant. Genau andersrum.

Gehst du walken oder joggen?

Grüße

Uta

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Sowohl walking als auch joggen.

Ich dachte schon, ich wäre allein mit diesem Problem  (auch wenn es bei dir umgekehrt ist). 

Liebe Grüße 

Brigitte 

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Hallo Uta,

 

bevor ich operiert wurde, war ich ein sehr engagierter Ausdauersportler mit dem Schwerpunkt Laufen. Ich hatte viele Jahre gezielt für Wettkämpfe trainiert und bin auch manchmal mit Pulsuhr gelaufen. Damals hatte ich definitiv keine HRS. Die Pulsuhr war aber beim Laufen sehr unzuverlässig und zeigte manchmal Frequenzen an, die absolut nicht stimmten, sondern viel zu hoch waren. Ich bin dann öfters stehen geblieben, um per Hand den Puls zu messen, dadurch wusste ich, dass die Pulsuhr falsche Werte misst. Beim Radfahren hatte ich diese Probleme wenig oder gar nicht. Ich vermute es liegt daran, dass man beim Laufen auch den Oberkörper mehr bewegt als beim radeln. Ich habe beim Training dann auf die Pulsuhr verzichtet und nach Gefühl trainiert. Hast Du während des Laufens mal die Herzfrequenz per Hand gemessen, um zu prüfen, ob die Uhr vielleicht falsche Werte anzeigt?

 

LG Stefan

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Liebe Uta,

ja, man kann so etwas gezielt testen. Hier in München gibt es von der techn. Universität ein Institut für Sportkardiologie, Sportmedizin. Die machen Ergometrien und Spiroergometrien auch auf dem Laufband, da beim Laufen die kardiale Belastung tatsächlich höher ist als beim Radlfahren. In Düsseldorf wird es sicherlich etwas ähnliches geben, vielleicht am Ehesten auch an der Uni. 

Viele Grüsse, Steffi

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Hallo Uta,

 

so wie ich Deinen Beitrag verstehe, können mehrere Faktoren in Frage kommen.

Grundsätzlich ist es beim Radfahren wohl so, dass der Herzfrequenzbereich in den verschiedene Trainingsbereiche gehen, etwas anders gestaltet ist. Das hat damit zu tun, dass die Muskulatur weniger beansprucht wird und man daher nicht in die hohen Pulsbereiche des Laufens hinein gelangt.

Die mechanische Belastung ist beim Laufen definitiv höher, da beim Laufen bei jedem Schritt ein Vielfaches des normalen Körpergewichts auf die Knochen einwirkt.

 

Ist es sicher, dass die unrhythmische Herzfrequenz beim Laufen tatsächlich Rhythmusstörungen sind?

Wie eine Laufstrecke gestaltet ist, kann nämlich nicht unwesentlich Einfluss auf die Reaktion des Herzens haben. Wenn es eine ganz flache Strecke ist, so wird die Herzfrequenz bei etwa gleichmäßigem Lauftempo weniger stark variieren. Ist die Laufstrecke jedoch profiliert, sprich es gibt kleinere und größere Anstiege und Gefälle, so wird die Belastung beim Anstieg deutlicher ausfallen. Wenn bergab gelaufen wird, wird die Herzfrequenz weniger schnell steigen.

 

Dann kommt der von Stefan erwähnte Faktor Pulsmesser im Zusammenhang mit elektrischen Feldern dazu. Zumindest vor ein paar Jahren war es noch so, dass diese Geräte in der Nähe von Strommasten häufiger mal falsche Werte geliefert haben. Ebenfalls unterstellt man, dass durch die Reibung der Laufkleidung an dem Herzfrequenzsensor (sofern mit Brustgurt gelaufen wird) die Herzfrequenz verfälscht werden kann.

Das habe ich nach meiner Herz-OP auch erlebt und war einigermaßen aufgeregt. Kann daher auch Deine Zurückhaltung gegenüber dem Laufen verstehen.

 

Ob Du beim Laufen tatsächlich Herzrhythmusstörungen bekommst, kannst Du beispielsweise in der sportmedizinischen Abteilung einer Uniklinik im Rahmen einer Leistungsdiagnostik herausfinden. Dort werden Sportler unter ärztlicher Aufsicht auf Deinem aktuellen Fitness-Niveau ausbelastet.

Ich meine mich auch zu erinnern, dass so ein Test sofort abgebrochen wird, wenn ein auffälliges Verhalten vom Herz während so einer Untersuchung sichtbar werden würde. Aber so etwas könntest Du telefonisch mit Anbietern solcher Tests vorab klären.

 

Viele Grüße

Micha

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Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.

@Stefan Hallo Stefan, ich versuche den Puls durch manuelles Messen zu überprüfen. Er liegt meistens im richtigen Bereich. Nur die Rhythmusstörungen kann ich damit leider nicht überprüfen. Man sieht an der Frequenzanzeige, dass es ab und zu 2 schnelle Schläge hintereinander gibt und dann ab und zu einen Aussetzer. 

@Steffi Ich werde mal an der Uni nachfragen. Das ist eine gute Idee.

@Micha

Ich bin vor der Endokarditis viel und lange gelaufen. Hier gibt es allerdings leider keine Berge oder Hügel. Alles ist komplett ebenerdig. Fürs Wiederanfangen eigentlich gut geeignet. Ich fange auch immer ganz langsam an und gehe mit dem Puls nie über 130. Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre nicht gelaufen und fange sehr vorsichtig an.

Ich hatte früher auch öfters mal falsche Anzeigen ,die ich auf den Hautkontakt oder andere Probleme geschoben habe. Das  manuelle kontrollieren zeigte aber auch, dass die Werte nicht stimmten. Aber jetzt ist es eher ein Aussetzten oder Zu kurze Schläge hintereinander.

Ich habe den Pulsmesser (mit Brustgurt) mal im Haus getragen und es tritt auch auf, wenn ich die Treppen(2Etagen) im Haus hoch und runter gehe.

Ich glaube ich werde mich mal um die Sportmedizin kümmern. Ich bin jetzt zwar seit einigen Tagen wieder auf das Fahrrad umgestiegen, aber das Laufen fehlt mir. Aber Radfahren ist gut, um wieder eine gewisse Grundfitness zu bekommen.

So eine Sportmedizinische Untersuchung wird man ja wahrscheinlich selber zahlen müssen, denke ich mal. 

Danke für eure Tips

Liebe Grüße

Uta

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Eine sportmedizinische Untersuchung ist in deinem Fall sicher auch eine Kassenleistung, da es sich um eine sekundär-präventive (also Prävention einer bereits stattgefunden Erkrankung) Maßnahme handelt. Es würde mich sehr wundern, wenn die Kasse die Kosten nicht übernimmt. Lass dir vom Hausarzt eine Überweisung geben mit der entsprechenden Indikation!

 

liebe Grüße, Steffi 

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Bei mir war es - soweit ich mich erinnere - so, dass ein Teil auf Überweisung abgerechnet wurde (also über die Kasse) und ich nur einen Teil (ich glaube nur den Laktattest) selbst zahlen musste.

 

Viele Grüße

Micha

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