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Ozaki Operation


Benny

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Hallo zusammen,

 

dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich möchte kurz über die Herzklappen-OP meines Mannes berichten, die am 21.12.2018  in Krefeld von Benny nach der Ozaki-Methode durchgeführt wurde.

Beim Aufklärungsgespräch war ich leider nicht dabei, aber mein Mann (53 J) war sehr schnell überzeugt, diesen Eingriff machen zu lassen.

 

Nach der OP bekam ich den Anruf aus dem KH, dass alles gut verlaufen wäre. 4 Stunden später klingelte das Telefon erneut und Benny selbst war dran, um mir schonend beizubringen, dass es Nachblutungen gab und sich ein Hämatom gebildet hatte. Es musste also am selben Abend noch einmal operiert werden. Danach rief Benny mich erneut an, um mir zu versichern, dass jetzt wirklich alles ok sei. Das hat sich bisher, 2 Wochen später, auch bestätigt.

 

Leider litt mein Mann unter einem starken postoperativen Delir, was die Folgetage schwierig gestaltete. Er blieb 4 Tage auf der Intensivstation, kam dann für eine Nacht auf die Zwischenstation und dann auf die normale. Viel zu früh nach meiner Ansicht, denn er war immer noch völlig neben den Schuhen und wußte überhaupt nicht, was mit ihm los war. Nichts von dem, was ihm in dieser Zeit von Ärzten und Pflegepersonal gesagt wurde, ist bei ihm angekommen und mit mir hat außer der sehr netten Schwester niemand geredet. Laut Entlassungsbericht war er zu diesem Zeitpunkt wieder klar im Kopf, was definitiv nicht der Fall war.

 

Ich weiß nicht, in wie weit dieser Bericht in diesen Threat gehört, deshalb höre ich hier erst mal auf. Wenn Interesse besteht, hätte ich noch einige Zeilen zu schreiben.

 

Bei Benny, der leider zu dieser Zeit im Urlaub war, möchte ich mich jedenfalls von ganzem Herzen für die - am Ende doch noch gelungene - OP und die Telefonate bedanken. Ich würde mich freuen, wenn wir noch einmal Kontakt aufnehmen könnten, gerne auch in diesem Forum.

 

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Hallo Jutta,

Zuerst möchte ich für die nette Wörter auch herzlich bedanken. Man sagt nicht oft, oder besser ich sage nicht oft - das war richtig schwere Operation, aber ich denke, dass meine Antwort deswegen gehört zu diesem Forum und nicht nur privat. 

Ihr Mann hat seltene Kombination von zwei Herzproblemen. Die schwerbetrofene und enge Aortenklappe war eine und die massive Herzmuskelhypertrophie (kann man beschreiben Herzmuskulatur wie Arnold Schwarzenegger in besten Zeiten) wie hat Herz versucht mindestens ein Bisschen Blut durch diese Engpass in Körper zu bringen. 

Diese Konstellation war am präoperativen TEE zu sehen und ich habe damit bei der ersten Operation auch gerechnet und nicht nur die Klappe mit Benaki OP ersetzt zusammen mit Ersatz der Hauptschlagader und auch die Muskulatur unter der Klappe (Sog. Ausflusstrakt) rausgenommen (Myektomie). Postoperativ trotz exzellenten Ergebnis an der Aortenklappe hat sich der sekundärer Problem zuerst demaskiert. Am Ende der anstrengender OP (sehr lange Blutstillung wegen schlechten Aortenwand) wurde wegen Turbulenz unter der Klappe der anterioren Segel der zweiten Klappe (Mitralklappe) in Ausflusstrakt angezogen, was die sekundäre Unrichtigkeit dieser Klappe verursacht hat. 

Wir haben diese Pathologie postoperativ medikamentös vermindern können, aber mit dem Hämatom, welcher hat sich postoperativ gebildet wider sich verschlechtert hat. Bei der Revision habe ich nicht nur alles sauber gemacht, aber auch mit Hilfe der HLM durch die Benaki Klappe den Ausflusstrakt noch mehr sehr großzügig erweitert. 

Ich muss zugeben, dass ich dabei klein war! In meinem herzchirurgischenLeben habe ich eine gleiche Situation erlebt (diese aber nach konventionelenen Klappenersatz - mechanische Klappe ) mit tödlichem verlauf (nur zwei Wege möglich sind- Ausbau der Klappe oder Rekonstruktion-Ersatz der zweiten Klappe). 

Warum ich darüber schreibe ist, dass die Benaki/Ozaki Klappe in solcher Konstellation auch das Leben retten kann!!!!!! - 

Ich wünsche Ihrem Mann gute Besserung und wie abgesprochen, bleibe für immer den Ansprechpartner. 

BG

Benny

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Hallo Benny, 

Ich bin 46 Jahre und hätte da mal eine Frage zur OzKi OP. "Der Befund lautete undichte Bikuspide Aortenklappe"

Bei mir wurde 2011 die Aortenklappe nach David im Herzzentrum operiert zugleich wurde die Aorta und die Aortenklappe gewechselt. Mir wurde damals gesagt, dass kann immer halten. Leider musste ich im Mai 2018 erneut wegen Undichtigkeit an der Aortenklappe operiert werden. Ich fragte im Herzzentrum München nach dem Ozaki - Verfahren nach. Es wurde mir dann gesagt dass, das bei mir nicht mehr möglich ist, da ich eine künstliche Aorta u. Aortenbogen (mit David OP) habe. 

 

Was hasst Du für eine Meinung dazu? 

 

Danke im Voraus Christian 

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Hallo Christian, wie lautet der Slogan die Toyota? .... Nichts is unmöglich ....

Geht alles, aber Erfahrungen sind sehr begrenzt. 

Technisch ist das kein Problem. Ozaki/Benaki kannst du theoretisch auch in Aorta Deszendenz oder Bauchaorta einbauen. 

Schicke mir dein Angio CT mit dem Kontrast auf meine Klinik und ich kann die mehr beraten. (Herzchirurgie Krefeld - https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/krefeld/unser-angebot/mitarbeiter/profil/person/jaroslav-benedik/

Wenn ich gut verstehe, du hast schon 2 OP hinter dich? 2011 HZ München? Und jetzt 2018 - was für eine OP?

BG

Benny

 

 

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Hallo Allerseits,

irgendwie verstehe ich hier nur Bahnhof.

Ich persönlich hatte einen erweiterten Aortenbogen (er wurde teilweise ersetzt), der Aortenascendens  mit den Gefäßen zum Herz konnte erhalten werden.

Gleichzeitig wurde die bikuspide und verkalkte Aortenklappe gegen eine Kunstklappe (Inspiris Resilia) ausgetauscht.

Diese Methode wurde mir so vom Chefarzt im Helios Klinikum in Siegburg (welcher ja schon massig Erfahrung hat) empfohlen und von ihm persönlich am 25.10.2018 durchgeführt.

 

Ich will dazu noch sagen, dass die OP und der Heilungsprozess optimal in m. E. komplikationslos verlaufen ist. Als Medikamente nehme ich nur noch ASS100.

Eine Reha habe ich nicht gemacht, sondern war 5 Woche je 3 x beim Physio. Arbeiten (Bürojob) hätte ich nach 6 Wochen gehen können. Hatte aber Urlaub und bin nach 7 Wochen nach Mallorca geflogen.

 

In 3 Wochen steht die erste Klappenkontrolle an. Habe aber keine Angst davor, denn mir geht es gut.

 

Ich hab da zwei Fragen:

1. Hätte man hier auch klappenerhaltend nach Ozaki operieren können?

2. Käme für den Klappenersatz (da bin ich dann ca. 65-70 Jahre alt) diese Methode in Frage?

 

Danke und Grüße

... Jörg

 

Edited by Joerg_1967
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Lieber Benny,

 

danke, dass sie uns noch ein paar Details zum Verlauf der OP gegeben haben. An dem Abend am Telefon war ich nur bedingt aufnahmefähig und die Ärzte auf der Intensiv konnten mir darüber nichts sagen. Jetzt haben wir wieder ein paar Puzzleteile mehr.

 

Dankbare Grüße

Jutta

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Hallo Jörg,

Die erste Frage ist sehr einfach. Man könnte auch bei der ersten Operation eine Ozaki eingesetzt worden. Das Problem lautet - diese Methode beherrscht nur sehr wenig Herzchirurgen in Deutschland. 

Andersrum gesagt, brauchen Sie keine Sorge haben - Sie haben angeblich die beste biologische Aortenklappenprothese erhalten. (Aber auch dieses Statement musst überprüft und in Studie bestätigt). Sie waren von einen von besten "deutschen" Herzchirurg, dem ich persönlich kenne, operiert. 

Die zweite Frage - ja und ich hoffe, dass ich bald in diesem Feld Erfahrungen einsammle. 

BG

Benny

 

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vor 7 Minuten schrieb JuttaK:

Lieber Benny,

 

danke, dass sie uns noch ein paar Details zum Verlauf der OP gegeben haben. An dem Abend am Telefon war ich nur bedingt aufnahmefähig und die Ärzte auf der Intensiv konnten mir darüber nichts sagen. Jetzt haben wir wieder ein paar Puzzleteile mehr.

 

Dankbare Grüße

Jutta

Gern geschehen

Benny

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Hallo Benny,

 

danke. Hab es jetzt verstanden.

 

Viel Erfolg mit dem sammeln der Erfahrungen von Ozaki.

 

Viele Grüße

... Jörg

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  • 3 weeks later...

Hallo, ich gebe noch mal ein kurzes Update. Mein Mann ist jetzt seit zweieinhalb Wochen in der Reha und wird am Mittwoch entlassen. Die Abschlussuntersuchung hat ergeben, dass der Heilungsverlauf hervorragend ist. Das nach dieser doch sehr schweren OP nach relativ kurzer Zeit zu hören ist mehr, als wir beide erwartet haben.

 

Den 21.12. werden wir in Zukunft feiern und auf Benny anstoßen.

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Hallo ich fande diese OP Methode sehr interessant ich bin mit meiner bikuspiden aortenklappe noch nicht soweit dass ich operiert werden muss aber irgendwann wird dies auch der Fall sein Wegen der mittelgradigen Insuffizienz. Ich hoffe bis dahin das mehr Daten gesammelt werden dazu. Wann wird es erste genaue Studien dazu geben? Und ist dies bei jedem möglich diese ok Methode. Also bei mir mit bikuspider aortenklappe und mittelgradiger Insuffizienz auch? Und gibt es vllt schon erste längere Erfahrungen mit der Methode? Danke für die Antworten.

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Hallo Nils, die Ozaki Operation ist bei aller Typen der Aortenklappe möglich (bikuspide, unikuspide...). Zurück zu deinen Klappen - Bikuspide Klappe (wenn nur Insuffizienz) kann auch rekonstruiert werden. Zur Mitralklappe - manchmal frühzeitige Operation der Aortenklappe erspart den Eingriff an Mitralklappe. 

Das bedeutet und ist auch mein Ratschlag - du solltest mit den frischen Bilder (Videos) am besten TEE (Schluckecho) sich bei dem erfahrenen Herzchirurg vorstellen um eine beste Timing zu terminieren. 

BG und wenn etwas, melde dich ruhig bei mir. 

Benny

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Am 25.1.2019 um 11:44 schrieb JuttaK:

Hallo, ich gebe noch mal ein kurzes Update. Mein Mann ist jetzt seit zweieinhalb Wochen in der Reha und wird am Mittwoch entlassen. Die Abschlussuntersuchung hat ergeben, dass der Heilungsverlauf hervorragend ist. Das nach dieser doch sehr schweren OP nach relativ kurzer Zeit zu hören ist mehr, als wir beide erwartet haben.

 

Den 21.12. werden wir in Zukunft feiern und auf Benny anstoßen.

Alles bestens und danke für vertrauen. 

Benny

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Ok allerdings habe ich bei Rekonstruktionen sehr häufig gehört dass diese nicht so lange halten würden stimmt das? Fande deshalb ozaki so interessant, da ich keine mechanische unbedingt möchte auch wenn die REOP Wahrscheinlichkeit gering ist.

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Das ist nicht ganz genau. Zuerst ist die  Haltbarkeit Operateur-abhängig, zweitens was für eine Rekonstruktion durchgeführt wurde (David oder nur Tascheneingriff ohne Annulus Stabilization. Das beste einen Chirurg, der alle Verfahren kann! Andersrum ich glaube das Ozaki in Zukunft die beste Option wird - nur Material muss Langzeit überprüft werden (Ich habe jetzt 3 Jahre Erfahrungen - Ozaki 9 Jahre). 

Benny 

 

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Komm direkt zu mir ;) (J. Benedik). Helios Krefeld - du kannst mit der Sekretärin Herzchirurgie (Frau Holtkamp) ein Termin vereinbaren. Am besten nach 16.00 oder später. Das letzte TEE/TTE Untersuchung wird nicht schlecht mitzubringen. https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/krefeld/unser-angebot/mitarbeiter/profil/person/andrea-holtkamp/

Bis bald 

Benny

Edited by Benny
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Hallo Benny,

 

meine Aortenklappe (war bikuspud und insuffizient) wurde nach Yacoub rekonstruiert von Prof. Dr. Hemmer von der Sana Herzchirugie. 

Was für Erfahrungen habt ihr zur Haltbarkeit von Rekonstruktionen nach diesem Verfahren gemacht.

Bei mir erfolgte auch ein Ersatz der Aorta Ascendensaufgrund eines Aneurysmas. Was habt ihr für Erfahrungen, dass sich bei solchen Patienten auch an anderen Stellen Aneurysmen bilden?

 

Herzliche Grüße

Brigitte 

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Liebe Brigitte

Es gibt gute und schlechte Rekonstruktionen, auch bei mir (wir sind alle nur Menschen). Bei der bikuspiden Klappen dilatiert sehr oft der Annulus (ein Grund für Reoperation) oder reißt die Segelrekonstruktion. Aus diesem Gründen ist besser eine David Operation, als Yacoub. Wenn aber bei Ihren Operation wurde auch der Annulus stabilisiert (Coroneo Ring, Goretex Naht oder "annulärer"Teflon) dann gibt es nicht viele unterschiede in Reoperationsraten von beiden. Meine Ozaki-Erfahrungen haben mich auf andere Ebene gebracht. Ich präferiere Rekostruktion, wenn die bikuspide Klappe symmetrisch ist - (Typ 0) und ich muss sehr wenig an der Taschen arbeiten (ein Grund für Redo weniger), wenn ich die Taschen reparieren muss - gehe ich Richtung Ozaki. Wenn ich 10 Jahre mit Ozaki erreiche und alles wird gut - werde ich wahrscheinlich nur Ozaki machen - ist deutlich einfacher (weniger Risiken) und einfachere Reoperation, wenn zB. eine Infektion der Klappe passiert (Endokarditis).

Zu deiner OP - ich muss zuerst eine TEE (Schluckecho) nach der Operation sehen, dann kann ich mehr zu Prognose sagen. Was geht um Aneurysmen irgendwo anders - sehr seltsam...

Habe ich bisschen geholfen?

BG

Benny 

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Danke für die  Info. 

Wenn je ein TEE gemacht wird, lasse ich es Dir zukommen. Ich würde bei einer Reop Ozaki präferieren.

 

 

Ich habe nach anderen Aortenerweiterungen gefragt, da man bei der bikuspiden Herzklappe eine generelle Bindegewebsschwäche vermutet. Diese ist dann aber doch nicht nur auf die Aorta Ascendens beschränkt oder?

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Nicht alle bikuspide Klappen prädisponieren zur Aortopathie (pathologische Struktur der Aortenwand). Die häufigste ist bei sog. Wurzeltyp (Dilatation des Aortenannulus und der Aortenwurzel mit begleitende AK Unrichtigkeit). Diese Aneurysmen bilden sich nur im Hochdruck System (thorakale Aorta). Die Koinzidenz mit anderem Aneurysma ist selten. 

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Hallo Danke für das Angebot worauf ich bestimmt zurückkommen werde. Aktuell bin ich in sehr guter Behandlung von einem Kardiologen dr kekes in Mülheim wo ich sehr zufrieden bin und mich gut aufgehoben fühle. Er sagt immer nicht zu spät operieren aber auch nicht zu früh. Und aktuell geht es mir mit meinen 26 Jahren gut und kann alles machen. Manchmal leichte extrasystolen. Aber ich werde auf das Angebot aufjedenfall zurückkommen. 

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Alles klar, trotzdem lassen Sie mir ein Blick auf Untersuchung werfen. Lieber früher als später. Ich habe in meinem Herzchirurgischen leben mehrere "zulange beobachtete Patienten" operiert. Man muss immer beide "Böse" 1- zu früh operieren -----> frühere Reoperation und 2- zu spät operieren------> statt kleine OP richtige general Reparatur ohne vollständige Erholung des Herzens in kauf nehmen. BG Benny

Ich glaube, dass Dr. Kekes kennt mich aus meiner Uni-Essen Zeiten.

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