Emory Posted June 27, 2012 Posted June 27, 2012 Hey Leute, ich habe vor ca. 4 Monaten eine Nasenscheidewand-OP gehabt und dabei fing die Story an: Die Narkoseärztin hat ein Herzgeräusch beim Vorgespräch festgestellt und hat mir angeraten zu einem Cardiologen zu gehen, um Klarheit zu bekommen. Aufgrund meiner Fitness und eines sich anschließenden unauffälligen Ruhe-EKGs war dies für die OP erst mal irrelevant. Soweit so gut nach der OP bin ich direkt zum Cardiologen: Diagnose: Mitralklappeninsuffizienz (nach Ultraschalluntersuchung) Ja gut, dachte ich, das wars dann wohl. Der Arzt meinte auch direkt das Kraftsport damit sowiso eher der falsche Sport wäre und ich das lieber gleich an den Nagel hängen könnte. (Ihr wisst ja wie das ist... man kann nicht mehr so einfach aufhören.) Da ich mich mit der Diagnose nicht so einfach zufrieden geben wollte, bin ich in eine Klinik gefahren, um mir eine Zweitmeinung zu holen: Dort angekommen wurde ich erst mal ungläubig angeguckt und mir wurde vorgeworfen, dass wegen Leute wie mir unser Gesundheitssystem so teuer wäre. Nach eine kurzen Diskussion mit dem Oberarzt wollte der dann nochmal zwei Checks durchführen: - Ultraschall (nochmal, ja .. diesmal aber mit einer extrem modernen Anlage) - Belastungs-EKG Daraufhin folgte ein erstes Diagnosegespräch mit dem Oberarzt, der sich nicht erklären konnte, warum die Mitralklappe nicht richtig schließt (vom Ultraschall abgeleitet), obwohl sie sehr gesund aussah. Belastungs-EKG war auch sehr gut .. bin da bis 250 Watt gekommen (Normale Intervall-Methode). Anschließend folgte ein Aufklärungsgespräch: Er wollte alles wissen, was ich so "nehm"(Crea, Proteine,...). Also hauptsächlich hat er sich natürlich für Steroide interessiert unnd er wollte mir auch so recht nicht glauben, dass ich nichts nehme. Daher folgte prompt eine Pinkelprobe: natürlich negativ. Aufgrunddessen wollte er mich dann direkt im KH halten für weiterführende Untersuchungen. Es folgten: - tägliche Blutabnahmen - Röntgen - Schluck-Echo - Rechtsherzkatheter mit anschließendem Belastungs-EKG ... scheiß Tortur - das sag' ich euch. Die Ergebnisse waren dann so verwirrend, dass das Ärzteteam hin- und hergerissen war. Die genaue Diagnose hieß nun: Mitralklappeninsuffizienz Grad II-III aufgrund eines Sehnenfadenteilabrisses. Bei den Druckmessungen im Herz wurden allerdings paradoxerweise keinerlei gefährlicher Zusatzbelastungen für Lunge und Herz festgestellt. Fazit nach einige Gesprächen mit verschiedenen Oberärzten und Profs des KH: - OP als Alternative: Sehnenfaden ist komplett reversibel (welch Glück). - Rat der Ärzte: keine OP solange ich keine Einschränkungen feststelle. - Zum Thema Kraftsport/BB: generell weniger Belastung, am besten eine Ausdauersportart suchen und auf Kraftsport gänzlich verzichten. Bei der Frage danach, ob ich nach einer erfolgreichen OP wieder voll belastbar wäre, konnte man mir auch keine klaren Antworten geben: "Das kommt darauf an, ob der Operateur mit dem Ergebnis soweit zufrieden ist, dass er Sie wieder komplett für alles reigibt." [...] Natürlich habe ich nicht mit dem Kraftsport aufgehört, weil es einfach dazugehört und ich auch nicht mehr anders kann und will. Ihr kennt dieses Gefühl ja zu gut. Mein Einschnitt war bisher, dass ich ca. 10% mit den Gewichten runtergegangen bin und momentan diäte + GK Plan 2x/Woche + Schwimmen & Fahrradfahren mehrmals in der Woche. Gut fühle ich mich dabei allerdings nicht. Die Ungewissheit bleibt. Und natürlich fragt man sich wie immer im Leben: Warum? Weshalb? Wodurch? ... und natürlich kann man das so einfach nicht beantworten. Ich hoffe ich finde die Antworten noch. Ich weiß momentan einfach nicht, was ich machen soll. Quote
zocker Posted June 28, 2012 Posted June 28, 2012 Hallo Emory, herzlich willkommen vom gesamten Mod Team der Herzklappe bei uns im Forum. Und natürlich fragt man sich wie immer im Leben: Warum? Weshalb? Wodurch? ... Das kennen die meisten User hier. Ich denke wir alle haben uns diese Frage schon mindestens einmal gestellt. Lass den Kopf nicht hängen. Gruß Markus Quote
huneke1 Posted June 28, 2012 Posted June 28, 2012 Hallo Emory, Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine eigene. Auch ich war topfit (Marathonläufer) und war kurz vor dem Start in London, die Startnummer hatte ich schon. Dann wurde bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass meine Aortneklappe nicht richtig schließt. Meine Reaktionen waren ähnlich wie bei Dir, wie Du unter dem Beitrag lesen kannst, ist meine OP jetzt schon 13 Jahre her. Ich bin wieder topfit, laufe allerdings aufgrund anderer Probleme nicht mehr, sonder fahre Rennrad und schwimme. Natürlich ist gerade Kraftsport nicht die geignestete Sportart bei Herzproblemen. Ich bin damals zur Sporthochschule Köln gefahren und habe dort wesentlich bessere Aussagen bekommen, als bei dem normalen Kardiologen. Vielleicht solltes Du Dich mal an diese Adresse wenden. Laß trotz allem den Kopf nicht hängen, das Leben geht weiter und Du wirst bei einem Verbot Kraftsport bestimmt eije andere Sportart finden, die Dich ausfüllt. Quote
Emory Posted June 28, 2012 Author Posted June 28, 2012 Ich danke Euch für Eure Beiträge. Ja die Sporthochschule in Köln wäre auch noch eine gute Alternative. Evtl. besteht ja doch eine Chance, dass ich nach einer OP wieder alles machen kann ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ich war bis zur Diagnose immer top motiviert. Der Sport hilft mir auch dabei die nötige Disziplin für mein duales Studium aufzubringen. Für mich ist da jetzt echt nur noch ein tiefes Loch. Echt schlimm wie man sich über einen Sport definieren kann, wenn man sich einmal selbstreflektiert. Alles scheint aufeinmal so sinnlos ... Quote
Norman Posted July 1, 2012 Posted July 1, 2012 Hallo Emory, jetzt mach Dich erstmal nicht verrückt. Mir wurde von den Ärzten auch immer geraten, nicht unbedingt Kraftsport zu machen. Ich habs aber trotzdem gemacht und ich denke, solange man keine "verbotenen" Mittelchen zu sich nimmt, bleibt auch die Größe des Herzmuskels im Rahmen. Die Intensität bei diesem Sport, bei mir wars jedenfalls so, bleibt ja auch nicht konstant. Da kommen Jahre, wo man mehr investiert, dann Phasen, in denen man es wieder etwas entspannter angeht. Ich bin mittlerweile 48 und die letzte Zeit vor meiner OP war der Kraftsport eh nicht mehr die Nummer 1, das Interesse lag da eher beim Kampfsport. Auch joggen durch die Wälder war angesagt. Zur Zeit bin ich halt noch ziemlich ausgebremst, aber das wir wieder, da bin ich ziemlich sicher. Also, die Pumpe meldet sich schon, falls Du es übertreibst und wenn Du regelmäßig zum Kardiologen gehst, bist Du auf der sicheren Seite. So sehe ich es jedenfalls Viele Grüße aus Würzburg Norman Quote
Emory Posted July 4, 2012 Author Posted July 4, 2012 Ja, leider glaube ich, dass ich erst zufrieden bin, wenn die Mitralklappe wieder richtig schließt .. auch wenn ich jetzt nocht nichts merke - keinen Leistungsabfall, nichts - führt wohl kein Weg an einer OP vorbei. Zumindest, wenn ich dieses psychische Loch füllen möchte. Nur da habe ich so meine Bedenken: - Wie sieht es mit Narbenbildung aus nach einem minimal-inversiven Eingriff? - Ausfallzeit (Studium, Sport, Job etc.) - Risiko - Wäre die OP vllt. auch über einen Herzkatheter möglich? - Mögliche Kliniken (Mir wurde Bad Oeynhausen empfohlen) und, und, und ... :/ Quote
Fabian Posted July 5, 2012 Posted July 5, 2012 Hey Emory - Wenn die Ärzte sagen, daß der Sehnenfaden komplett reversibel ist, meinen sie damit ja, daß bei Deinem Befund eine Rekonstruktion der Klappe gute Aussichten hat und man die Klappe nicht ersetzen muss, sondern erhalten kann. Bad Oeynhausen ist für die klassischen Herzklappenersatzmethoden eine sehr gute Wahl, bei einer Mitralklappenrekonstruktion würde ich mich aber nochmal anderweitig umhören. Hannover hat damit viel Erfahrung, in Bad Homburg und Stuttgart wird auch gerne rekonstruiert, ebenfalls in Lübeck, Rene hat seine Klappe minimalinvasiv in Leipzig rekonstruieren lassen. Insgesamt sehen die Ergebnisse für minimalinvasive oder kathetergestützte Eingriffe aber schlechter aus und haben deutlich höhere Risiken für z.B. Schlaganfälle und auch tendenziell weniger gute Resultate. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle geht das natürlich in jeder Hinsicht gut, nur im Vergleich zur klassischen Sternotomie (der Brustkorböffnung) schneiden die minimalinvasiven Verfahren halt so viel schlechter ab, daß man sie derzeit nur für Patienten empfiehlt, die beim klassischen Eingriff ein zu hohes Risiko hätten. Bei den minimalinvasiven Eingriffen kommt es in etwa 8% der Fälle zu embolischen Ereignissen (also Schlaganfall, Lungenembolie, Thrombosen, etc.), während dieses Risiko bei dem klassischen Eingriff unter 1% liegt und für Leute unter 60 fast völlig vernachlässigbar ist. Die Narbe sieht man bei mir so gut wie überhaupt nicht, allerdings verschwindet sie auch unter meinem Brustfell, was da ganz vorteilhaft ist , nur ab und an - z.B. nach dem Schwimmen oder Saunieren - leuchtet sie rot auf meiner Brust und legt unübersehbar Zeugnis ab. Ich hatte vor der Operation auch Sorge wegen der Narbe und empfand sie als Verschandelung meines Körpers und ästhetisches Makel. Inzwischen - nach all dem, was diese Narbe bedeutet, all der Erfahrung, den Schmerzen, der Angst, aber auch dem weiteren Leben, das ich durch die OP bekommen habe - bin ich stolz auf meine Narbe und wünschte mir fast, man würde sie deutlicher sehen und ehrfurchtsvoll salutieren vor der Leistung, diesen Eingriff tapfer hinter sich gebracht zu haben. Das mag immerhin auch eine übertriebene Selbstidealisierung sein, aber was ich sagen will, ist, daß Dir das Ding nicht einfach auf die Brust tätowiert wird, sondern damit ein längerer Prozess, der mit einer tiefgreifenden Erfahrung einher geht, verbunden ist, die Narbe erzählt dann ein Stück Deiner Geschichte und gehört im Nachhinein zu einem, so empfinde ich das zumindest. Körperlich muss man sich nach der Operation mindestens 3 Monate schonen (beim klassischen Eingriff), wobei man natürlich in der Reha bereits schrittweise wieder aufgebaut wird - mit der Belastung des Brustkorbs, z.B. durch Schwimmen, sollte man sogar noch etwas länger warten, und das kann auch nach 5 Monaten noch weh tun und ziehen auf der Brust. Aber auch bei einem geringer invasiven Eingriff braucht man in etwa so lange, bis man sich wieder stärker belasten kann, weil die Wunden am Herzen ebenfalls ne Weile brauchen, um stabil zu verwachsen. Psychisch brauchen viele deutlich länger, um wieder Vertrauen in den Körper zu gewinnen, insbesondere, wenn nach der Operation noch Nachwirkungen, wie Kreislaufbeschwerden, Rhythmusstörungen, Schwindel oder ähnliches auftreten, was schon häufig vorkommt. Wie gesagt - mit einem Ausfall von mind. 2 Monaten, bei körperlicher Arbeit mind. 3, muss man rechnen. Ich fand die Erfahrung dennoch sehr bereichernd und würde mir nicht wünschen, sie nicht gemacht zu haben. LG Fabian Quote
zocker Posted July 5, 2012 Posted July 5, 2012 Hallo Leute, da das Thema nun doch schon sehr fachspezifisch diskutiert wird passt es nicht mehr so richtig unter die Kategorie "Vorstellung". Daher habe ich den Thread zur Kategorie "Herzklappe" verschoben. Hier kann es dann weiter gehen. Gruß Markus Quote
rene Posted July 5, 2012 Posted July 5, 2012 Hallo Emroy, wenn die Ärzte sagen: vorerst keine OP, so würde ich dies an deiner Stelle auch so befolgen. Wobei mir bei deiner Diagnose unklar ist, was 'Sehenfadenteilabriss' in Verbindung mit 'komplett reversibel' heißt. Soll das heißen, dass es von selbst wieder zusammenheilen kann? Wie genau eine evtl. OP aussieht hängt auch davon ab, ob du einen Prolaps hast. Das ist eigentlich der Standardfall. Dann wird die Mitralklappe (bzw. das / die Segel) 'gerafft' und ein Ring eingesetzt (Standardverfahren, es geht auch ohne Ring), der die Öffnung stabil halten soll. Nebenbei wird auch der Sehnenfaden ersetzt (mit GoreTex). Wenn du jetzt garkeinen Prolaps hättest, könnte auch nur der Sehnenfaden ersetzt werden müssen. Eine Katheter gestützte OP gibt es bei Mitralklappen in der Form nicht. Dieses erwähnte Katheterverfahren bezieht sich auf die Aortenklappe und kommt auch dort nur für Riskopatienten in Betracht, da die Ergebnisse deutlich schlechter als bei einer 'richtigen' OP sind. 'Minimalinvasiv' im Zusammenhang mit einer Mitrallkappen-OP bedeutet nicht Katheter-OP, sondern bedeutet 'ohne Brustbeinschnitt', d.h. der Zugang erfolgt über die rechte Seite zwischen den Rippen. Ansonsten ist es eine normale große OP mit Herz-Lungen-Maschine etc. Ein solches Verfahren hat den Vorteil, dass die Baustelle Brustbein komplett entfällt. Dafür ist sie für den Operateur anspruchsvoller und dauert etwas länger als ein 'klassische' OP mit Brustbeinöffnung. Deswegen würde ich eine solche OP nur in einem großen Herzzentrum machen lassen, wo mit dieser Technik viel Erfahrung vorhanden ist, vor allem natürlich beim Operateur. Wenn du jetzt noch keinerlei Leistungseinschränkungen hast und die Ärzte auch noch nicht dazu raten, würde ich erstmal noch keine OP machen. Es ist doch schon ein massiver Eingriff mit gewissen Risiken und du wirst mindestens ein Jahr brauchen, um dich wieder so gut zu fühlen, wie vorher. Es kann auch länger dauern. Es ist auch nicht so, dass nach der 'Reparatur' dein Leistungsvermögen deutlich, oder überhaupt, ansteigt. Die Notwendigkeit einer OP ergibt sich vorrangig aus einer Vergrößerung des zugehörigen Vorhofs und entsprechender Herzbelastung. Solange dies nicht gegeben ist, musst du es halt jetzt beobachten und, solange ansonsten alles im grünen Bereich bleibt, erstmal nicht unters Messer. Krafttraining ist leider nicht soo herzgesund, vor allem auch, weil ein erheblicher Druck aufgebaut wird. Wenn schon Krafttraining, dann mäßig und vor allem richtig, d.h. keine Pressatmung etc. also richtiges Atmen und fließende Bewegungen. VG, Rainer Quote
Guest Posted July 5, 2012 Posted July 5, 2012 Insgesamt sehen die Ergebnisse für minimalinvasive oder kathetergestützte Eingriffe aber schlechter aus und haben deutlich höhere Risiken für z.B. Schlaganfälle und auch tendenziell weniger gute Resultate. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle geht das natürlich in jeder Hinsicht gut, nur im Vergleich zur klassischen Sternotomie (der Brustkorböffnung) schneiden die minimalinvasiven Verfahren halt so viel schlechter ab, daß man sie derzeit nur für Patienten empfiehlt, die beim klassischen Eingriff ein zu hohes Risiko hätten. Hi Fabian! Wie kommst du denn auf die Idee/Zahlen? Die minimalinvasive Mitralklappenrekonstruktion (die nichts mit einem Kathetereingriff zu tun hat), liefert identische Resultate als der Zugangsweg über die mediane Sternotomie. Recherchiere mal ein wenig bevor Du mit solchen Aussagen die Leute verunsicherst. Es ist inzwischen sogar so, dass sehr viele Herzzentren die MKR nur in Ausnahmefällen nicht minimalinvasiv machen. Viele Grüße, Frank Quote
Fabian Posted July 6, 2012 Posted July 6, 2012 (edited) Hey Frank - Du hast mir ja nun auch lediglich eine Behauptung entgegengehalten, ohne sie zu belegen Ich hab aber den Eingriff über die Seite vielleicht ungerechtfertigterweise mit den kathetergestützten Eingriffen (deren Zahlen ich ganz gut kenne) gleichgesetzt und die Risiken dadurch überhöht, das täte mir Leid, ich wollte Niemanden verunsichern, und erst Recht nicht falsche Risikodarstellungen verbreiten. Ich hoffe doch selber darauf, in Zukunft auf einen kleineren Eingriff setzen zu können, wenn bei mir nochmal einer fällig wird. Für diese Eingriffe mit Lungenmaschine über die Rippen kenne ich die genauen Zahlen in der Tat nicht und habe das in einen Topf geworden. Meine Aussage kann ich also nur für minimalinvasiv - im Sinne des Zugangs über die Leiste mittels Katheter - stehen lassen. Wie ist das denn mit dem Einwand, daß das verkleinerte Sichtfenster bei den geringer invasiven Zugängen eine Quelle höherer Fehlerraten, bzw. schlechterer Ergebnisse sei? Das habe ich zumindest in Bezug auf den "halben Brustschnitt" einige Male gehört (von Chirugen, z.B. auch Schäfers in Homburg) und scheint mir auch für den Eingriff über die Seite plausibel. Weißt Du darüber etwas? LG Fabian Edited July 6, 2012 by Fabian Quote
Guest Posted July 6, 2012 Posted July 6, 2012 (edited) Hi Fabian. Hey Frank - Du hast mir ja nun auch lediglich eine Behauptung entgegengehalten, ohne sie zu belegen Als Wissenschaftler kann ich das natürlich nicht auf mir sitzen lassen und untermauere meine Behauptung mal ein wenig. Leider geht das hier ja nur per Links, aber immerhin. Zum grundlegenden Prinzip der MKR, damit überhaupt klar ist wovon hier gesprochen wird, hier eine ganz nette Darstellung der UK Jena: http://www.htchirurg...tion-p-397.html hier noch ein schönes Video dazu aus der Herzchirurgie Würzburg: http://htc-wuerzburg...alinvasive-mkr/ Gleiche Konstellationen/Aussagen bekommst Du von allen großen Herzzentren, z.B. HZ Leipzig, HZ München, UHZ Hamburg, Bad Neustadt/Saale.. gerne liefere ich noch zahlreichst Belege bei Bedarf. Hier dann noch ein paar wissenschaftliche Studien und Beiträge zur Sicherheit und Qualität minimalinvasiver MKRs auch mit Vergleichen zur Sternotomie (aus verschiedensten Quellen, bei Bedarf unzählige weitere Belege lieferbar, da interantionale Journals zur Veröffentlichung gewählt wurden, leider alles in englischer Sprache, selbst bei den deutschen Studien): http://www.ncbi.nlm..../pubmed/9806377 (kurzes Abstract mit Verweisen auf etliche weitere Abstracts àrechte Seite) http://ejcts.oxfordj...t/34/4/760.full (umfangreicher Artikel inkl. Statistik) http://ismics.org/ab...ts/2011/P56.cgi (Studie minimalinvasive MKR hat kein höheres Schlaganfallrisiko) http://journals.lww....Durable,.8.aspx http://www.sbccv.org...%20Set%2009.pdf (umfangreicher Artikel inkl. Statistik) https://dgk2012.mobi....pdf?1332854632 (sehr aktueller Report vom DGK zur minimalinvasiven Rekonstruktion der komplexesten MK-Variante àMorbus Barlow) Wie ist das denn mit dem Einwand, daß das verkleinerte Sichtfenster bei den geringer invasiven Zugängen eine Quelle höherer Fehlerraten, bzw. schlechterer Ergebnisse sei? Das habe ich zumindest in Bezug auf den "halben Brustschnitt" einige Male gehört (von Chirugen, z.B. auch Schäfers in Homburg) und scheint mir auch für den Eingriff über die Seite plausibel. Weißt Du darüber etwas? Auch das ist kein Argument bei der minimalinvasiven MKR, bei Aortenklappen mag das anders sein, da kenne ich mich weniger aus und halte mich entsprechend raus. Bei einer MKR bekommt man über den seitlichen Schnitt einen besseren! Blick auf die Mitralklappe als durch die Sternotomie. Du findest diese Aussage auch im DGK-Papier (letztes oben) und ich liefere Dir auch dazu gerne noch viele Belege. Das liegt einfach an der menschlichen Anatomie und wenn man dann noch hinzurechnet dass die minimalinvasiven MKR videoassistiert laufen, wird schnell klar, dass man an einer 5cm großen Klappe präziser arbeiten kann wenn man die auf einem 20" Bildschirm in ihrer natürlichen Lage beurteilen kann. Wie so etwas aussieht kann man sich auf den UHZ-Seiten ganz gut anschaun (www.uhz.de). Kurzum die minimalinvasive MKR ist kein kathterbasierter Eingriff und hat auch nichts damit zu tun. Der rechts anterolatherale Zugang ist kein neuer (macht man schon viele Jahre) und er hat sich in großen Zentren als Standard etabliert. Es gibt kein höheres OP-Risiko dadurch und auch keine schlechtere Qualität. Insofern gibt es, sofern es sich um eine ganz normale MKR/MKE handelt, eigentlich keinen Grund für eine Sternotomie, daher wird das in den führenden Zentren bei dieser Konstellation i.d.R. auch nicht mehr so gemacht. Bei anderen Klappen mag das (ganz) anders sein, auch der von Dir zitierte Dr. Schäfers bezog sich nicht auf eine MKR (da nutzt einem ein "halber Brustschnitt" nämlich nichts, weil man da überhaupt nicht sinnvoll an die Mitralklappe herankommen würde, würde das auch nie jemand machen), sondern auf die Aortenklappe. Ich hoffe die Belege/Ausführungen genügen Dir meine "einfachen Beahuptungen" zu unterlegen. Wenn noch mehr nötig sein sollte, kein Thema. Ich habe die Links auch insbesondere für den Threadersteller nochmal rausgekramt, so lässt es sich leicher informieren. Schönes Wochenende! Frank Edited July 6, 2012 by Guest Quote
Fabian Posted July 6, 2012 Posted July 6, 2012 Hey - nein, Herr Schäfers bezog sich in dem Gespräch auf die Aortenklappe, ich habe lediglich die Frage aufgeworfen, ob das Argument auch im Fall des seitlichen Zugangs zur Mitralklappe gültig sei. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, nun ist das zumindest fundiert und nachvollziehbar dargelegt. Hab ebenfalls ein schönes Wochenende - und danke für die Richtigstellung! LG Fabian Quote
Weman Posted July 26, 2012 Posted July 26, 2012 (edited) Hallo Zusammen, ich muß Frank voll zustimmen. Insgesamt sehen die Ergebnisse für minimalinvasive oder kathetergestützte Eingriffe aber schlechter aus und haben deutlich höhere Risiken für z.B. Schlaganfälle und auch tendenziell weniger gute Resultate. Wer sowas behauptet ist schlichtweg falsch informiert. Zu meiner Zeit, als ich an der MK operiert wurde, war Minimalinvasiv noch eher die Ausnahme und mit einem höheren Risiko verbunden. Bei mir ist nun gut 7 Jahre her und das Ergebnis ist immer noch sehr gut. Mein Kardiologe meinte bei der letzten Untersuchung, er weiß nicht, was ich mache, aber es ist sehr gut für das Ergebnis. Bei mir waren 3 Fäden ab und der linke Vorhof dadurch schon viel zu groß. Als ich ihm dann sagte, welche Sportarten ich mache, meinte er nur, ich kann machen was ich will und werde sicher merken, wenn mir etwas nicht gut tut. Ich mache jetzt seit 2 Jahren Kampfsport und seit einem Jahr zusätzlich Kraftsport. Also sehe ich für Emory auch keine Probleme, irgendwann wieder Kraftsport machen zu können. Gruß Jürgen Edited July 26, 2012 by Weman Quote
Emory Posted August 24, 2012 Author Posted August 24, 2012 Ich bedanke mich nochmals bei Euch für Eure ausführlichen Berichte/Erfahrungswerte usw. Nun hab ich noch ganz andere Probleme: Bis zur nächsten Kontrolle ist es noch ein wenig hin und ich habe derweil versucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Jetzt hab ich auch noch das Problem mit den Versicherungen, denen ich ein zu großes Ausfallrisiko darstelle, obwohl es nur eine mittlere MI ist. Traurig aber war: selbst als top-fitter 21-jähriger Sportler, dem die Leistung zu dem noch bestätigt wurde durch ein ärztliches Attest - keine Chance eine Versicherung zu erhalten ... sehr sozial das ganze. Warum leben wir dann überhaupt in einer sozialen Marktwirtschaft? Auch wenn ich der Gesellschaft noch nicht viel geben konnte in meinem zarten Alter ist sowas dennoch traurig festzustellen. Quote
Thomas W. Posted August 24, 2012 Posted August 24, 2012 Ich bedanke mich nochmals bei Euch für Eure ausführlichen Berichte/Erfahrungswerte usw. Nun hab ich noch ganz andere Probleme: Bis zur nächsten Kontrolle ist es noch ein wenig hin und ich habe derweil versucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Jetzt hab ich auch noch das Problem mit den Versicherungen, denen ich ein zu großes Ausfallrisiko darstelle, obwohl es nur eine mittlere MI ist. Traurig aber war: selbst als top-fitter 21-jähriger Sportler, dem die Leistung zu dem noch bestätigt wurde durch ein ärztliches Attest - keine Chance eine Versicherung zu erhalten ... sehr sozial das ganze. Warum leben wir dann überhaupt in einer sozialen Marktwirtschaft? Auch wenn ich der Gesellschaft noch nicht viel geben konnte in meinem zarten Alter ist sowas dennoch traurig festzustellen. Hi Emory, abgesehen davon, dass private Versicherungsunternehmen rein gar nichts mit dem Begriff "sozial" zu tun haben - so ist es durchaus eine Sauerei wie die gesetzlichen Möglichkeiten entweder nicht vorhanden sind oder scheibchenweise immer weiter eingeschränkt wurden durch sog. "Gesundheitsreformen". Die Entsolidarisierung und die (zwangsweise) Verlagerung von Risikoabsicherung in den privaten Bereich oder dessen fast alleinige Finanzierung schreitet immer weiter voran. Unser Sozialversicherungssystem gleicht sich immer mehr dem schlechterem Standard der meisten europäischen Länder an und wenn es nach den Neoliberalen gehen würde hätten wir schon Verhältnisse wie in den USA. Meine beiden Söhne (beide in Deiner Altersgruppe) haben ebenfalls als "vorbelastete" kaum eine Möglichkeit sich abzusichern gegen Berufsunfähigkeit. Entweder die (gehabte! und ausgestandene) Erkrankung wird ausgeschlossen aus dem Vertrag oder der Beitrag ist so hoch, dass es einem schwindelig wird. Berichte mal ob Du einen Weg gefundne hast - würde bestimmt viele hier interessieren. MfG Thomas W. Quote
Guest xxx Posted December 3, 2013 Posted December 3, 2013 Ich hoffe die Belege/Ausführungen genügen .... Ich habe die Links auch insbesondere für den Threadersteller nochmal rausgekramt, so lässt es sich leicher informieren. Schönes Wochenende! Frank danke frank, ich hatte genau nach solchen Infos gesucht! Quote
schohrni Posted December 5, 2013 Posted December 5, 2013 hi du, hört sich ähnlich an, wie bei mir. hab die diagnose mit der aortenklappe vor 2 wochen bekommen. ich schreib dir, wenn ich mehr zeit habe auf deine email. hab da einige infos für dich. gruß Quote
schohrni Posted December 5, 2013 Posted December 5, 2013 hier eine gute Beschreibung über alle Klappen:http://www.apotheken-umschau.de/Herzklappenfehler dann kuckst du hier zur Sporttauglichkeit: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/356399/sport-herzklappenfehlern-kommt-ganz-darauf.html wegen der Berufsunf.versicherung, (hatte das gleiche Problem)die werden dein Krankheitsbild ausschließen. Am besten gehst du mal zu einem Versicherungsberater, aber keinem der zu einer Versicherung gehört. kuckst du hier: http://www.wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de/ (Wagdi el Gamali ist ein super Ansprechpartner) ansonsten wär noch abzuklären: eine Dread-Disease-Versicherung abzuschließen. mehr Infos, wenn du mir deine email schickst. Quote
Emory Posted December 18, 2024 Author Posted December 18, 2024 Hallo zusammen, watchful Waiting ist leider bei mir vorbei, weil der linke Vorhof dilatiert. So werde ich mich wohl im Uniklinikum Essen unters Messer legen für eine Mitralklappenrekonstruktion. Hat jemand hier bereits Erfahrungen gesammelt? Quote
Sabichan Posted December 19, 2024 Posted December 19, 2024 Hallo, nicht in Essen. Aber in Siegburg. Das lief alles sehr gut und war im Nachhinein gut zu verschmerzen. Wenn Essen das häufig macht, ist es dort sicher ebenso gut. Kopf hoch! Quote
KarstenNRW Posted December 19, 2024 Posted December 19, 2024 Hallo Emory, ebenfalls nicht in Essen, sondern in Krefeld, und ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie Sabichan. Ich hab einen Bericht über meine "Geschichte" erstellt. Vielleicht ist der ja ganz hilfreich, auch in Sachen Aussichten, Genesung, Reha, etc. Und bei mir war es sogar eine Sternotomie, wobei bei dir ja eher von einer endoskopischen OP auszugehen ist. Das dürfte zumindest auf die Zeit nach der OP eher positive Auswirkungen haben. Alles Gute auf jeden Fall. Viele Grüße Karsten Quote
Petrol Posted December 19, 2024 Posted December 19, 2024 Ähnliche Diagnose, in Bochum Bergmannsheil. Allerdings grosse Sterno. War alles top, keine Schmerzen, nach 8 Tagen nach Hagen ins Krankenhaus 3 Tage Nachsorge dann nach Hause und 1 Woche später Reha in Oeynhausen. Alles Gute Peter Quote
Emory Posted February 19, 2025 Author Posted February 19, 2025 So ihr Lieben, morgen Aufnahme und Freitag MKR. Wünscht mir Glück! Ich verbleibe mit einem herzlichen letzten Gruß und hoffe, dass ich nicht als T-1000 mit mechanischer Klappe aufwache (Plan B)!😉 Quote
Sabichan Posted February 19, 2025 Posted February 19, 2025 Alles Gute für die OP. Es ist sehr unwahrscheinlich, mit der künstlichen Klappe aufzuwachen. Klar, genau sagen kann es vorher niemand, aber sie haben doch sicher auch schon etwas dazu gesagt. Bei mir war es zu über 98 % unwahrscheinlich und ich brauchte dann auch keinen Ersatz. Man kann das ganz gut vorher einschätzen, aber natürlich müssen sie sich absichern. Wir freuen uns, hinterher irgendwann von Dir zu lesen. Die ersten Tage sind doof, aber dann geht es schnell aufwärts! Die Daumen werden gedrückt sein! Quote
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