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Ausdauersport nach Sternotomie -> mechanische Aortaklappe


Steffen

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Bei mir wurde am 27.1 die Aortaklappe ersetzt - Sternotomie.

Ich habe nun eine mechanische Aortoklappe, eine künstliche Aortowurzel und ein Teil künstlicher Aorta. Es wurden 12 cm Aorta entnommen. Die OP war nicht geplant, sondern es war eine Zufallsdiagnose. Aortaklappen haben nicht mehr korrekt geschlossen, da sie durch eine 57mm dicke Aorta ziemlich verzogen waren,....

 

Ich bin 50 Jahre alt, bin die letzten Jahre pro Jahr ca 12000 - 15000km Rad gefahren. 

 

Die OP ist jetzt 3 Monate her, der Heilungsverlauf war sehr gut. Seit einer Woche fahre ich wieder outdoor Rad. Auch bei geringeren Leistungen habe ich doch einen recht hohen Puls. Mein aktueller Ruhepuls ist bei 60, war vor der OP bei 48. Beim Radfahren habe ich aktuell, auch ohne größere Anstrengung, ca. 150 Watt einen durchschnittlichen Puls von 150. Ich führe das mal darauf zurück, dass die OP erst 3 Monate her ist, und ich natürlich nicht im Training bin.

 

Der Puls beim Sport ist gerade einfach viel höher als früher. Aber er geht  dann auch wieder zügig nach unten. Deshalb hoffe ich das ergibt sich im lauf der nächsten 3 Monate und ich gelange wieder in normale Regionen.

 

Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht? Ist mein Verlauf so normal?

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Hallo Steffen,

 

du brauchst Geduld. Eine Herz-OP ist für das Herz und den ganzen Körper eine extreme Belastung. Die Regeneration kann individuell unterschiedlich lange ausfallen. 

Aber drei Monate sind noch keine Zeit. 

Du musst dich unter Umständen auch von der Erwartung verabschieden, dass du die sportliche Leistung von vor der OP wieder erreichen kannst. Das System mechanische Klappe plus Aortenersatz limitiert bei extremen Belastungen. Auch das Alter spielt eine Rolle. So ist zumindest meine Erfahrung.

Nach der OP habe ich die sportlichen Spitzenwerte der Vor-OP-Zeit nicht mehr erreicht.

Aber auch etwas weniger ambitioniert, kann Sport trotzdem Spass machen.

 

Grüße

Dietmar

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Es ist schon die Prothese selbst, die limitiert. Ich habe zwar eine Endoprothese, aber ähnliche Einbußen. Das liegt u.a. am Prothesenmaterial, das 4 x so fest ist wie die ursprüngliche Aortenwand. Damit wird die Windkesselfunktion nachweisbar verändert, vulgo eingeschränkt. Das lässt sich leider nicht völlig wegtrainieren, das ist der Preis fürs Eindämmen des Aneurysmas. Seitdem ich das weiss gehe ich geduldiger mit meinen Einschränkungen um. Dazu gibt es vereinzelte Forschungsarbeiten, die man schon mit der Lupe suchen muss.

https://link.springer.com/article/10.1007/s003980050059

file:///Users/Nane/Downloads/Schlussbericht_13EZ1110.pdf

Zitat

Für den Gefäßersatz kommen heute Prothesen aus gewebtem Polyester (Polyäthylen-
terephtalat, Dacron®) und solche aus Polytetraflouräthylen (GoreTex ®) zum Einsatz, welche
eine hohe Hämokompatibilität und Langzeitstabilität aufweisen [1], jedoch nur geringe bis
keine Elastizität besitzen [2,3]. Bei natürlichen Gefäßen liegt hingegen eine hohe Druck-
Dehnungsfähigkeit vor und erfüllt besonders bei der thorakalen Aorta als dem Hauptgefäß
des Kreislaufsystems physiologische Funktionen hinsichtlich Blutdruck und -transport. Bei
Verlust der Elastizität (z.B. bei vorliegender schwerer Atherosklerose, aber eben auch bei
der Verwendung solcher nicht-elastischer Materialien beim Ersatz) werden die Funktionen
beeinträchtigt. Bereits beim prothetischen Austausch der herznahen, noch mehr bei einem
umfangreichen Austausch der thorakalen Aorta werden Veränderungen des Aortendruck-
verlaufes sichtbar (Erhöhung der Amplitude, des Spitzendruckes und der Druckanstiegs-
geschwindigkeit in der Systole), welche eine höhere Wandspannung in den angrenzenden
Arealen induzieren [4,5] und so möglicherweise zu der Zahl von Reoperationen beitragen.

Das grad nur als Beispiel. Viele Infos bekommt man aus eher tierexperimentellen Studien. Aber klar: Kein Ersatz ist besser als das Original. Eine gewisse Festigkeit der Aorta bezahlt man mit entsprechenden funktionellen Einbußen. Das ist der Preis des Überlebens.

 

Grüße Nana

Posted

Hallo Steffen

 

Ich fühle mit dir und kann mich Dietmar nur anschliessen. Nach nur 3 Monaten erwartest du vielleicht zu viel. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Glücklicherweise hattest du diesen Zufallsbefund der es dir ermöglicht auch in Zukunft weiter Radfahren zu können. Ich kann mir gut vorstellen was in dir gerade vor sich geht. (Bin heute nach 6 Wochen aus Malaysia nach DE zurückgekehrt, die letzten 2 Wochen in Malaysia intensiv die Wetterapp für DE studiert und überlegt welches Rad morgen in die „freie Wildbahn“ darf).

 
Ich konnte nach meiner OP maximal 3 Km auf dem Stadtrad radeln bevor ich mich auf der Bank ausruhen musste. Extrem frustrierend 

 

Glaub mir, es wird besser aber wie auch Dietmar sagte vielleicht nicht so gut wie vor der OP. Dafür aber sicherer als vor der OP, und das ist es was zählt👍

 

Alles Gute

Ralf

Posted

Danke für die Antworten. Dann bin ich mal gespannt was die nächste 3 Monate so passiert. 200km Fahrten sind schon wieder das Ziel. Natürlich sollte das mit nem Durchschnittspuls von 120 klappen nicht von 150. 😄

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