beutlinbln77 Posted February 21 Posted February 21 Hallo zusammen, bei mir (48, angeborene Stenose) steht wohl demnächst der Klappentausch an. Da ich bisher kaum im Krankenhaus war, mache ich mir natürlich Gedanken über den Eingriff selbst. Mich würden eure direkten Erfahrungen zur OP interessieren: Vorbereitung: Wie liefen die Tage / Wochen vor dem Eingriff ab? Was gab den Ausschlag, sich für welche Art von Klappe zu entscheiden? Die OP an sich: Wie habt ihr den Tag X und das Aufwachen auf der Intensivstation empfunden? (Viel Schmerz oder eher "Dämmerschlaf"?) Erste Schritte: Wie schnell wurdet ihr nach der OP wieder mobilisiert? Wann konntet ihr im Job wieder starten? Klinik-Wahl: War jemand von euch in Berlin (DHZC oder Charité) und kann berichten, wie die Betreuung rund um die OP war? Ich bin eigentlich fit und trainiere regelmäßig, habe aber doch Respekt vor dem großen Eingriff. Freue mich über eure Berichte, wie ihr das Ganze physisch und psychisch weggesteckt habt! Beste Grüße aus Berlin Quote
jan123 Posted February 21 Posted February 21 Hallo @beutlinbln77, ich bin übermorgen vor 3 Jahren und in deinem Alter operiert worden. Es ist ein traumatisches Erlebnis. Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Mach viel Sport vorher, damit die Lunge sich schneller wieder erholen kann. Ich war 1 Woche auf der Intensivstation, andere bleiben nur einen Tag dort. Ich bin eigentlich recht sportlich, aber ich habe lange gebraucht, bis ich wieder in die Gänge kam. An die erste Nacht kann ich mich noch sehr gut erinnern. Die Nachtschwester, mit der ich nur die eine Nacht zu tun hatte, habe ich 2 Jahre später in einem Park wiedererkannt und mich bei ihr bedankt. Es geht einem einfach nur besch.ssen. Der Tag nach der OP ist bis heute der furchtbarste Tag meines Lebens. Ich hatte nie Schmerzen, die Schmerzmittel waren perfekt eingestellt, aber man ist einfach kaputt, fühlt sich zerstört. Das einzige was weh tat war der verfluchte Blasenkatheder. Nach einer Woche ging es aufwärts, es dauerte aber ein Jahr bis ich wirklich wieder voll fit war. Seitdem ist aber körperlich alles wieder 100% wie vorher. Ich mache Sport, Krafttraining, joggen, Radtouren, Bergwandern, es geht alles. Ich habe eine biologische Herzklappe und wenn ich Pech habe, muss ich das alles wieder durchmachen. Aber ich werde es tun. Es ist schrecklich, aber besser als sterben. Quote
Ralfie Posted February 21 Posted February 21 Hallo Jeder erlebt die OP und das danach anders. Ich habe mittlerweile 2 OP am offenen Herzen (Sternotomie) hinter mir und kann dir versichern das das Schmerzmanagement heutzutage super ist. (Meine erste Herz OP hatte ich vor ca. 40 Jahren….., damals war das nicht so prickelnd) Ich kann jedem nur raten sich eine Klinik zu suchen in der er/sie sich wohlfühlt und die viel Erfahrung in diesem Bereich hat. Chirurgie ist Handwerk, je mehr Erfahrung die Ärzte und das medizinische Team haben umso besser für dich. Auch bieten viele Kliniken mittlerweile eine psychologische Betreuung für die zu operierenden Herz Patienten an. Ich habe dies vor 5 Jahren (zweite OP) gerne in Anspruch genommen. Nach der OP wirst du im KH von Physiotherapeuten betreut die dich sobald wie möglich „mobilisieren“. Ausserdem wird der soziale Dienst des KH an dich herantreten wegen einer möglichen Anschlussheilbehandlung (freiwillig). Wichtig ist deine eigene Einstellung/Motivation. Du hast die Wahl ob du dich hängen lässt oder wieder fit werden willst. (Ich habe beides bei Mitpatienten erlebt) Alles Gute Quote
Marta Posted February 22 Posted February 22 Hallo, Ich wurde vor fast 3 Jahren operiert. Ich war auch ca in deinem Alter. Ich wurde nach 11 Jahren Diagnose wg. Aneuyrisma operiert. Ich war nich fit vor der OP. Ich hatte Atemnot, mir war ständig schwindelig. Ich war nur 2 Tage in der Intensiv nach der OP. Im Krankenhaus war ich 3 Wochen. Nach der OP bin ich aufgewacht, war komplett neben mir. Habe zum Glück nicht mitbekommen, als mir der Beatmungschlauch rausgenommen wurde. Hatte Schmerzen, aber nicht lange, ich habe sofort immer etwas bekommen zur Linderung. Bin jedesmal wenn mir etwas gegeben wurde für die Schmerzen eingeschlafen. Man wird regelmässig gefragt. Das erste aufstehen war heftig. Aber ich habe wenige Erinnerungen an die zwei Tage. Ich hatte Angstzustände. Habe mir Sachen eingebildet. Hatte Angst vor einem Pfleger 🙂 im Nachgang muss ich Lachen. Aber in dem Moment war es real. Dachte er will mir etwas antun. Aber nach den 2 Tagen in der Intensiv ging es täglich besser. Schmerzen hatte ich bis zu 4 Wochen nach der Op. Danach ging es besser. Quote
MajaD Posted February 23 Posted February 23 Hatte damals hier mal so Verschiedenes geschrieben, wie es mir ging - und andere haben ihre Erfahrungen auch geschildert: https://www.die-herzklappe.de/forums/index.php?/topic/11089-von-der-diagnose-bis-zur-op-alle-möglichen-aspekte-und-hürden/page/4/ Quote
beutlinbln77 Posted February 24 Author Posted February 24 Danke Euch allen für die Rückmeldungen. In Berlin liegt mit der Charite die Wahl des Krankenhaus sehr nahe. Mir ist klar, dass die OP und die unmittelbare Zeit danach nicht ohne ist. Es hilft aber zu wissen, dass es danach wieder aufwärts geht. Gibt es unter Euch auch Erfahrungen mit mechanischer Klappe? Insb. ob danach Sport wieder wie vorher möglich war? Ich weiß, dass die Empfehlungen eher in Richtung mechanischer Klappe gehen (vermutlich um eine weitere OP zu vermeiden). Vermutlich wird der nächste Schritt ein Termin in der Herzsprechstunde sein. Und die Frage beschäftigt mich da schon. Quote
Ralfie Posted February 24 Posted February 24 Ich habe eine mechanische Mitralklappe. Sport ist nach der OP grundsätzlich kein Problem. Quote
marathon2 Posted February 24 Posted February 24 Hallo, auch mit einer mechanischen Herzklappe ist Sport immer möglich und auch sinnvoll. Aufgrund der dauerhaft notwendigen Einnahme eines Blutgerinnungshemmer-Medikaments (Marcumar) sollten allerdings Sportarten mit einem extremen Verletzungsrisiko eher vermieden werden. Ich habe nach der OP mit dem Laufsport weitergemacht und bin Strecken, auch im Wettkampf, bis zum Halbmarathon gelaufen. Auch das Muskeltraining im Studio oder auch Radfahren in freier Natur ist kein Problem. Selbst Bergwanderungen auf 3500m Höhe waren ohne Einschränkungen möglich. Auch nach inzwischen fast 17 Jahren Erfahrungen mit einer mechanischen Aortenklappe, würde ich diese Wahl heute wieder treffen. Und ich gehe davon aus, dass mir die Klappe auch in den nächsten 17 Jahren die Treue hält. Bis dahin laueren aber wohl ganz andere Gefahren. Grüße Dietmar Quote
beutlinbln77 Posted February 25 Author Posted February 25 Danke Euch (Ralfie und marathon2) für das Teilen der Erfahrungen. Das hilft in der Vorbereitung auf diese Frage wirklich weiter. Hatte bislang noch das Gefühl gehabt, eine mechanische Klappe für Sport deutlich mehr einschränken. Quote
Tobi82 Posted February 26 Posted February 26 Hallo beutlinbln77, eine Herz-Op macht natürlich keinen Spaß und wie die anderen auch bereits beschrieben haben braucht man eine Weile um wieder auf den Damm zu kommen. Ich hab mit Anfang 40 eine neue Aortenklappe erhalten, hatte mich für eine Bio Klappe entschieden für den Fall das eine Rekonstruktion nicht möglich sei. Da die Verdachtsdiagnose die für die Rekonstruktion sprach nicht korrekt war, was sich erst intraoperativ zeigte, war eine Rekonstruktion leider per se ausgeschlossen. Insofern habe ich eine 25mm Inspiris resilia mit der ich im Alltag per se schon gut zurecht komme, aber sportlich deutliche Abstriche machen muss, da ein patient-prothesis mismatch vorliegt, die Klappe also schlicht zu klein ist. Aus einer Insuffizienz mit Ventrikelerweiterung (vor OP) wurde nun also eine Stenose mit Herzwandverdickung (nach OP). Warum ich das schreibe: Lass dich gut beraten insbesondere wenn du sportliche Ambitionen hast. Dietmar ist ja ein gutes Beispiel dass mechanische Klappen hier nicht relevant von Nachteil sein müssen (wenn man keine Kontaktsportarten macht), insbesondere was die effektive Klappenöffnungsfläche betrifft, der Parameter der für sportlich Aktive sehr relevant ist. Da dürfte Ozaki natürlich auch so schlecht nicht abschneiden was das Thema betrifft bei allerdings noch begrenzt Langzeitdaten. Also, wie gesagt, lass dich gut beraten, ggfs Zweitmeinung etc. Ach so: Im Job war ich damals 9 1/2 Wochen nach Op (3 Wochen bei 50%, dann voll). Mich wieder einigermaßen fit gefühlt eher so nach 6Monaten. Die OP ist nicht zu unterschätzen, aber was sein muss muss halt nunmal sein…😉 Gruß, Tobi Quote
Ferox21 Posted February 26 Posted February 26 Hey, Also ich hatte eine Ozaki OP in Krefeld. Von der OP hab ich nichts mitbekommen 😜. Ich wurde gegen 11 uhr abgeholt. Erste Erinnerung war um ca. 1 uhr nachts. Starke schmerzen, Schmerzmittel bekommen und wieder eingeschlafen. Um 3 uhr und 6 uhr nochmal das selbe. Um 8 war kein Schmerzmittel mehr möglich. Es war aber aushaltbar. Meine frau kam much auf zwischenintensiv um 15.00 uhr besuchen. Ich hab immer so 5 minuten erlebt und dann 20 - 30 minuten geschlafen. Ich war auch total neben der Spur. Nachrichten schreiben ging gar nicht, ich hab statt dem Brot meinen Teller mit Butter beschmiert und bin beim Brot essen 3x eingeschlafen. Am nächsten tag war ich dann schon fitter, auch von Kopf. Es ging dann ziemlich schnell auch bergauf. Leider hatte ich eine komplikation (perikarderguss) die definitiv nach der Entlassung (freitag der 18.07.25) auftrat. Am sonntag war ich dann in Erlangen und dienstags habe ich nochmal eine kleine OP gehabt inkl. 2 tage eine drainage. Reha habe ich ambulant gemacht und war sehr zufrieden! Ich bin immernoch krank geschrieben da ich es körperlich noch nicht schaffe. Einen bürojob hätte ich nach der reha wieder machen können aber leider arbeite ich als Maurer auf dem Bau und muss oft Lasten bis 40kg heben. Das fühlt sich aktuell noch falsch in der narbe an und mein Chef macht mir zum Glück keinen Druck. Aber das wird sich die nächsten paar Wochen ändern 😊 Es war alles in allem aushaltbar. Angenehm ist anders aber ich würde mir bei einer zweiten OP weniger Gedanken machen trotz der Schmerzen. Die sind gut aushaltbar und man weiß ja grob was auf einen zukommt. 😊 Achja... Vorgeschichte, 31 jahre bei OP Zeitpunkt und im Mai 2025 "zufällig" eine Aortenklappeninsuffizienz grad 2 - 3 diagnostiziert bekommen. Bad Neustadt hat einen rückfluss von 50% in den raum geworfen. Das Herz ist und war noch nicht geschädigt. Liebe grüße Daniel Quote
-thomas Posted February 27 Posted February 27 Vielleicht zur Beruhigung noch mal ein kurzer Bericht zu meiner OP (Aortenersatz und Aortenklappenaustausch), die völlig problemlos verlief. Nach der Diagnose im Mai 2023 war ich (damals 57 Jahre, recht sportlich) schon etwas schockiert und hatte natürlich schon Respekt vor dieser doch großen OP. Die OP wurde dann im Juli im DHZ München durchgeführt und sowohl die OP als auch die anschließende Zeit verliefen völlig problemlos. Ich war eine Nacht auf der Intensivstation, nach einer Woche KH wurde ich entlassen. Die einzigen Schmerzen, die ich je hatte, waren Rückenschmerzen, weil ich die ersten Wochen nur auf dem Rücken schlafen durfte. Ich hatte die ersten Tage leichte Geschmacks- und Sehstörungen, die nach wenigen Tagen vergingen. Die ersten Schritte auf dem KH Flur waren sehr anstrengend, die erste Treppe am 3. oder 4. Tag erst recht. Am Wochenende bin ich um das KH Gelände herumgelaufen (ist nicht allzu groß). Während der Reha ging es auf dem Ergometer stetig bergauf, nach 8 Wochen habe ich meinen Bürojob wieder aufgenommen, nach drei Monaten die ersten Fahrradtouren gemacht und mit leichtem Krafttraining begonnen. Ich habe seitdem nie irgendwelche Auffälligkeiten am Herzen bemerkt, nie psychische Probleme gehabt und kann mein Leben wie vor der OP weiterführen. Das einzige, was sich vielleicht etwas geändert hat, ist das Bewusstsein um die Endlichkeit und die Einsicht, weniger Dinge auf die Zukunft zu verschieben. Quote
AnneS Posted February 28 Posted February 28 Ich wurde 2018 im alten DHZB operiert. Das einzig nervige war, dass man aus Platzgründen nach wenigen Tagen ins Paulinenkrankenhaus verlegt wurde. Die Zustände dort waren eher spartanisch, aber da ich die meiste Zeit gelegen bin, war es ok. DHZC und Charité sind ja dasselbe, das alte Herzzentrum wurde nur mit in die Charité eingegliedert. Zur Reha war ich in Teltow, direkt im Anschluss. War super, da ich mich wirklich um nichts kümmern musste. Der Sozialdienst im Paulinenkrankenhaus hat alles für mich erledigt und ich hatte sogar einen Fahrdienst vom Krankenhaus in die Rehaklinik und am Ende der Reha sogar nach Hause. Ich hatte eine angeborene Insuffizienz und Stenose, bei falsch angelegter Klappe. Mittlerweile weiß man, es ist einem Gendefekt geschuldet. Ich hab mich damals für die mechanische entschieden, da eine Rekonstruktion nicht möglich war (war ich fein mit), und ich die Klappen beim Aufklärungsgespräch anschauen und anfassen durfte. Gab mir jedenfalls ein gutes Bauchgefühl. Direkt auf Intensiv wurde auch schon mit Physiotherapie und zeitiger Mobilisierung begonnen. Die OP war Ende November 2018 und Mitte Februar 2019 hab ich bereits wieder mit der Eingliederung begonnen. Was ich nie wieder so machen würde. Da war definitiv zu wenig Zeit zum Erholen dazwischen. Ich war damals froh, dass sich die Berliner um alles gekümmert haben, da es etwas schneller gehen musste. Hätte ich aber Vorlaufzeit würde ich für eine etwaige OP wo anders hingehen. Mittlerweile bin ich in Hannover in Behandlung Quote
Houston69 Posted February 28 Posted February 28 Meine Erfahrung mit der Herz-OP ist schon eine Weile her, weil sie in den Anfangszeiten der Herzklappen-OPs war, also meine OP war Ende der 60ziger und damals nicht in Deutschland…Aber um es kurz zu machen: Meine mechanische Klappe ( Smeloff-Cutter) „klappert“ schon für 57 Jahre in meiner Brust und ich bin froh, dass ich diese mechanische Aorten-Klappe bekommen habe. (Eine Wahl gabs sowieso nicht, damals.) Bin jetzt 81 und war mein ganzes Leben sportlich, d.h., ich habe jede Art von Sport gemacht und so getan, als wenn ich nie eine Aortenklappeninsuffizienz 3.Grades gehabt hätte und gerade noch so in den OP-Raum reinhumpeln konnte. 10 Tage nach der OP bin ich in Golf von Mexico schwimmen gegangen. Ja, es hat mächtig „gezogen“, aber die Drähte im Sternum haben alles zusammen gehalten. Mir hat keiner gesagt, das ich vorsichtig sein muss. Alles was ich verstand, war, dass ich jetzt wieder „normal“ bin…und das habe ich für einen Freibrief genommen. Was wusste ich, mit 23 Jahren, von einer künstlichen Herzklappe. 1973 wurde ich für den Vietnamkrieg gemustert. Glücklicherweise nie eingezogen. Mein Blutverdünner habe ich jeden Tag geschluckt und da es damals selbst in den Ami Krankenhäuser wenig Erfahrung gab, alle „auf“ und „abs“ erlebt und erduldet, bis der Selbsttest erfunden wurde. Meine Drähte in meinem Brustkorb sind immer noch drinnen, weil ich damals nicht verstand, dass ich zum Entfernen ins Krankenhaus kommen sollte. Und aktiv sportlich war ich, wie schon lange nicht mehr. Auch und gerade Kontaktsport. “Probleme“ hatte ich manchmal, aber die wurden immer schnell auskuriert. Beruflich (Apple) war ich dann jede Woche für 30 Jahre international unterwegs…habe im Flugzeug „gewohnt“. So, summa summarum, ein völlig normales Leben geführt und in verschiedenen Teilen der Welt gelebt. ABER, ICH habe immer sichergestellt, dass meine Blutgerinnung (3,5 INR) eingehalten wurde und dass ich in späteren Jahren, meine Medikamente sorgfältig eingenommen habe. Habe mit 63 Jahren einen Schrittmacher und Defi, die alle 4 Jahre, oder so, ausgetauscht werden müssen…blöd…habe schon den 4. Mit 78 habe ich mein Dach (modernes Metalldach auf unserem Bungalow) selber gedeckt. Und mir geht es auch danach gut! Eine mechanische Klappe, war damals eine gute (und einzige) Wahl…Würde es heute wieder so machen! Quote
beutlinbln77 Posted March 18 Author Posted March 18 (edited) Danke Euch weiterhin für die tollen Erfahrungsberichte. Die Perspektive hilft und ist eine tolle Ergänzung zu den Gesprächen mit den Ärzten. Gerade der Bericht von Houston69 hat mich dabei ins Schmunzeln versetzt, wie sehr die Informationsflut von heute vielleicht nicht immer hilfreich ist 😉 Auch Tobi82's Gedanke, die Klappe vorher einmal anzufassen, fand ich hilfreich. Kommende Woche habe ich zunächst noch ein MRT, um die Werte abzuchecken. Danach wird geschaut, wie es weitergeht. Edited March 18 by beutlinbln77 Quote
lejek Posted July 22 Posted July 22 On 2/28/2026 at 6:27 PM, Houston69 said: Meine Erfahrung mit der Herz-OP ist schon eine Weile her, weil sie in den Anfangszeiten der Herzklappen-OPs war, also meine OP war Ende der 60ziger und damals nicht in Deutschland…Aber um es kurz zu machen: Meine mechanische Klappe ( Smeloff-Cutter) „klappert“ schon für 57 Jahre in meiner Brust und ich bin froh, dass ich diese mechanische Aorten-Klappe bekommen habe. (Eine Wahl gabs sowieso nicht, damals.) Bin jetzt 81 und war mein ganzes Leben sportlich, d.h., ich habe jede Art von Sport gemacht und so getan, als wenn ich nie eine Aortenklappeninsuffizienz 3.Grades gehabt hätte und gerade noch so in den OP-Raum reinhumpeln konnte. 10 Tage nach der OP bin ich in Golf von Mexico schwimmen gegangen. Ja, es hat mächtig „gezogen“, aber die Drähte im Sternum haben alles zusammen gehalten. Mir hat keiner gesagt, das ich vorsichtig sein muss. Alles was ich verstand, war, dass ich jetzt wieder „normal“ bin…und das habe ich für einen Freibrief genommen. Was wusste ich, mit 23 Jahren, von einer künstlichen Herzklappe. 1973 wurde ich für den Vietnamkrieg gemustert. Glücklicherweise nie eingezogen. Mein Blutverdünner habe ich jeden Tag geschluckt und da es damals selbst in den Ami Krankenhäuser wenig Erfahrung gab, alle „auf“ und „abs“ erlebt und erduldet, bis der Selbsttest erfunden wurde. Meine Drähte in meinem Brustkorb sind immer noch drinnen, weil ich damals nicht verstand, dass ich zum Entfernen ins Krankenhaus kommen sollte. Und aktiv sportlich war ich, wie schon lange nicht mehr. Auch und gerade Kontaktsport. “Probleme“ hatte ich manchmal, aber die wurden immer schnell auskuriert. Beruflich (Apple) war ich dann jede Woche für 30 Jahre international unterwegs…habe im Flugzeug „gewohnt“. So, summa summarum, ein völlig normales Leben geführt und in verschiedenen Teilen der Welt gelebt. ABER, ICH habe immer sichergestellt, dass meine Blutgerinnung (3,5 INR) eingehalten wurde und dass ich in späteren Jahren, meine Medikamente sorgfältig eingenommen habe. Habe mit 63 Jahren einen Schrittmacher und Defi, die alle 4 Jahre, oder so, ausgetauscht werden müssen…blöd…habe schon den 4. Mit 78 habe ich mein Dach (modernes Metalldach auf unserem Bungalow) selber gedeckt. Und mir geht es auch danach gut! Eine mechanische Klappe, war damals eine gute (und einzige) Wahl…Würde es heute wieder so machen! Hallo Houston69, das liest sich wie ein Buch. Vielleicht sind meine Bedenken wegen einer mechanischen Klappe etwas übertrieben. LG Oleg Quote
beutlinbln77 Posted August 20 Author Posted August 20 Leider viel zu lange hier nicht mehr reingeschaut. Mittlerweile steht der OP-Termin für Ende September fest. Glücklicherweise konnte ich den Termin selbst bestimmen und so den Sommerurlaub noch genießen. Die OP findet in der Charité statt. Mag merkwürdig klingen....aktuell gehe ich komplett optimistisch da rein und fühle mich da gut aufgehoben. Wird sich wohl erst die Tage davor zeigen, was ich alles nicht bedacht habe. Quote
Ralfie Posted August 20 Posted August 20 Dann hast du es ja bald hinter dir und dann gehts bergauf. Alles Gute Quote
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