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Rat und Tipps zur op


Lejla

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Hallo ihr Lieben,

 

ich möchte mich kurz vorstellen.

Ich bin Lejla, 32 Jahre alt, komme aus Gelsenkirchen und habe 3 kleine Kinder.

 

Ich lebe seit meiner Geburt mit einem angeborenen Herzfehler – einer bicuspidalen Aortenklappe, mit Aortenklappenstenose und -insuffizienz. Bei den bisherigen Kontrollen war immer alles stabil, und eine Operation stand bisher zwar im Raum aber in Zukunft.  

Letztes Jahr im Oktober war laut Untersuchung noch alles in Ordnung.

 

Ich habe dann den Kardiologen gewechselt – und dieser stellte nun fest, dass der Zeitpunkt für eine Operation gekommen ist und dass ich innerhalb der nächsten 2 Monate operiert werden soll.

Diese Nachricht hat mich komplett aus der Bahn geworfen.

 

Das letzte Jahr war ohnehin sehr schwer für mich. Ich habe meinen Vater mit nur 54 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt verloren, und insgesamt hatte ich viel Stress. Seitdem habe ich auch Symptome entwickelt wie hohen Puls, Kreislaufprobleme, Atemnot, kalte Hände und Beine und allgemein eine starke Kälteempfindlichkeit.

 

Seit der Aussage des Kardiologen kämpfe ich enorm mit Ängsten:

– Was, wenn ich das nicht schaffe?

– Was, wenn ich während der OP sterbe und meine Kinder ohne Mama dastehen?

– Was ist mit Komplikationen?

– Wie wird der Ablauf sein?

– Wie lange bin ich außer Gefecht?

– Wo lasse ich mich am besten operieren?

 

Und eine ganz große Frage für mich:

Welche Art von Klappenersatz ist für jemanden wie mich – jung, mit drei Kindern – sinnvoll?

 

Ich fühle mich gerade sehr überfordert und unsicher und hoffe, dass ich hier Menschen finde, die Ähnliches durchgemacht haben oder mir einfach ein paar Erfahrungen, Tipps oder beruhigende Worte mitgeben können.

 

Kann mir jemand weiterhelfen?

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Klappen-OP, mit mechanischem vs. biologischem Ersatz oder mit den Kliniken in NRW?

Ich wäre sehr dankbar für jede Antwort.

 

Liebe Grüße

Lejla

Posted

Hey Lejla,

 

ich hatte denselben Herzfehler wie du und habe mit 26 Jahren eine mechanische Klappe erhalten.

Damit habe ich auch einen gesunden Sohn zur Welt gebracht. Ich bin jetzt 33 und mir geht es wirklich super damit. Das was du beschreibst kenne ich aber. 

Da geht das Gedankenkarussell los. Ich wollte eine weitere OP vermeiden und hab mich daher für die mechanische Klappe entschieden.

In NRW solltest du vll auch Krefeld im Auge haben, dort wird die Ozaki Methode angeboten. Vll wäre das auch eine Alternative für dich.

 

LG Anne

Posted

Hallo Lejla,

 

deine Nachricht trifft einen Nerv. Diese totale Panik, wenn man gesagt bekommt, dass das Herz operiert werden muss, kenne ich nur zu gut. Und deine Angst um deine Kinder – "was, wenn ich nicht mehr aufwache?" – kann ich als Vater von ebenfalls kleinen Kindern (teilweise auch noch im Kindergarten) zu 100% nachvollziehen. Das Gedankenkarussell ist brutal. Mein Karussell hat sich aber nur ein paar Stunden gedreht, dann lag ich schon am OP-Tisch.

 

Bei mir war es eine Not-OP Anfang des Jahres (Endokarditis), ich hatte also keine Wahl. Aber das Wichtigste war: Ich musste den Ärzten vertrauen. Eine andere Option als die OP gab es nicht.

Zu deiner Klappenwahl: Dein junges Alter spricht, wie Anne schon sagte, stark für eine mechanische Klappe. Der Gedanke, eine zweite große OP in 10-15 Jahren zu vermeiden (was bei einer Bio-Klappe der Fall wäre), ist sehr viel wert.

Das Wichtigste ist, dass du dir Hilfe holst. Ich hoffe sehr, du hast einen Partner oder Familie, die dich in der akuten Phase nach der OP und in der Reha voll unterstützen und dir die Kinder abnehmen können. Du wirst diese Unterstützung brauchen.

 

Du hast auch nach der Angst gefragt. Weglaufen bringt nichts, das Problem bleibt ja. Es gehört leider auch ein Stück Akzeptanz dazu, dass es eine riesige Operation ist. Ja, es kann etwas schiefgehen, aber diese Fälle sind extrem selten.

 

Dein allergrößter Vorteil ist der, den du gerade vielleicht nicht siehst: Es ist eine geplante OP. Du gehst selbst dorthin. Das ist so viel besser, als per Notarzt auf dem OP-Tisch zu landen, so wie es bei mir der Fall war. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles gut geht, ist bei einem geplanten Eingriff enorm viel höher.

 

Und noch etwas: Du wirst nach der OP eine andere Welt vorfinden. Ja, anfangs musst du erst mal wieder auf die Beine kommen, das ist hart. Aber das Gefühl, so eine große Operation geschafft und hinter sich gebracht zu haben, ist unglaublich stärkend. Viele hier im Forum berichten, dass sich danach die Perspektive verschiebt – die alltäglichen Probleme und Sorgen, die einen vorher so belastet haben, wirken auf einmal viel kleiner und verlieren ihr Gewicht.

 

Vertrau auf die Ärzte. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit!

LG

lucky boy

Posted

Hallo Lejila

 

Ich hatte meine erste Herz OP (angeborener Herzfehler, Vorhofseptumdefekt) vor ca. 37 Jahren. Vor 5 Jahren bekam ich dann eine mechanische Mitralklappe eingesetzt. (Die zweite OP war vorhersehbar und geplant. Beide Herz OP wurden mit einer kompletten Sternotomie durchgeführt.

 

Zur Klappenwahl, ich hatte mich mit 57 Jahren bewusst für die mechanische entschieden um eine mögliche reoperation zu vermeiden. (Biologische Klappen halten halt nicht so lange, mechanische haben eine Lebensdauer von 150 Jahren, das sollte reichen😏) An das „Klicken“ der Klappe gewöhnt man sich, ist auch nicht immer präsent. Die Einnahme von Marcumar (Zwingend als Gerinnungshemmer) funktioniert auch sehr gut als „Selbstmesser).

 

Zur Wahl des KH, meine erste Herzop hatte ich damals in der Uniklinik Bonn. Diese hat jetzt auch einen guten Ruf. Für meine OP vor 5 Jahren hatte ich mich für Bad Oeynhausen entschieden, diese Klinik hat auch einen ausgezeichneten Ruf. Wichtig für die Klinikwahl ist wie of ähnliche Operationen dort durchgeführt werden. Chirurgie ist halt Handwerk im weissen Kittel, je öfter dort operiert wird umso mehr Erfahrung hat das Personal.

 

Der Verlauf der OP und der Rekonvaleszenz ist halt individuell, ich hatte bei beiden OP hinterher Komplikationen die aber zuverlässig von den beteiligten Ärzten behandelt wurden und es geht mir gut. (Mittlerweile 62 und nachher fahre ich eine Runde mit dem MtB in die Eifel)

 

Falls du Fragen hast melde dich bitte

 

Das wird gut werden

Ralf

Posted
Am 13.11.2025 um 19:16 schrieb Lejla:

– Was, wenn ich das nicht schaffe?

– Was, wenn ich während der OP sterbe und meine Kinder ohne Mama dastehen?

Hallo,

 

bei Deiner genauen Erkrankung kann ich Dir leider nicht helfen. Ich bin ein kürzlich operierter Aneurysmapatient. Aber ich habe mir zum Thema "es nicht schaffen" einige Gedanken gemacht.

Zunächst: Warum sagt ein Kardiologe "Wachsames Abwarten ist ausreichend" und ein neuer Kardiologe "Sofort auf den Tisch". Das ist doch schon ein ziemlicher Sprung.  Das ist eine sehr interessante Fragestellung. In einer solchen Situation würde ich wahrscheinlich einen dritten Kardiologen als Tiebreaker befragen. Es ist ja durchaus ein grosser Schritt, den Du da vor Dir hast und es hilft einem sehr sich absolut sicher über die Notwendigkeit zu sein, wenn man diesen Schritt das letztlich geht.

"Was wenn ich es nicht schaffe?" Nunja, diese Chance ist da. Aber man kann einiges tun, damit es nicht soweit kommt. Ein gutes Krankenhaus aussuchen. In und um Hamburg könnte ich Dir drei gute Krankenhäuser nennen. In Berlin gibt es die Charité. In Gelsenkirchen und Umgebung fehlen mir die dazu notwendigen Informationen. Aber bedenke: Du wirst das vermutlich nur einmal in deinem Leben machen. Es lohnt sich, den Blick dann auch über ganz Deutschland auszuweiten, um sich wirklich das beste Krankenhaus für die OP auszusuchen. Die Anschlussheilbehandlung, die zwangsläufig folgen sollte, kann dann ja wieder in Deiner Heimat sein.

Zum Thema der Sorge um die Kinder: Ich halte es ohnehin für notwendig, ständig die Dinge so in Ordnung zu haben, das egal was passiert, man sich keine Sorgen um die Kinder machen muss. Selbst wenn man kerngesund ist. Es gibt so viele Alltagsgefahren, die einem aus dem Leben nehmen können, ohne Vorwarnung. Sei es die Fahrt zur Arbeit oder Unvorsichtigkeit im Garten. Ein Bekannter hat das Aufbauen seiner Satellitenschüssel nur knapp überlebt. Es gab mal im Cinemaxx eine Werbung "Die meisten Unfälle passieren zuhause. Seien sie nicht zuhause". Und irgendwie stimmt das auch.

Im Krankenhaus ist man im Gegenteil ständig vom Leuten umgeben, deren Beruf es ist, dafür zu sorgen, das einem nichts passiert. Man hängt am Monitoring. Die OP wird von Leuten durchgeführt, die Ihr Handwerk verstehen. Bei einer elektiven OP auch von einem Team, das sich darauf vorbereitet hat. Anders als bei einer Notfall-OP, wo man mit jenen Leuten zu tun hat, die gerade da sind. Aber in jedem Fall, es mit Leuten zu tun hat, deren Beruf es ist, das man diesen Einschnitt ins Leben gesund übersteht. In deren Hände man sich legt, die sich aber auch dieser grossen Verantwortung ständig bewusst sind.  Ich habe mit diesen Leuten gesprochen vor der OP und hatte grosses Vertrauen in deren Kompetenz und Professionalität. Weil ich auch seit dem ich mit dem Krankenhaus zu tun hatte, nur Professionalität und Kompetenz erlebt habe.

 

Für Kinder ist es schlimm, wenn ein Elternteil plötzlich nicht mehr da ist, ohne Frage. Aber man kann versuchen alles so vorzubereiten, das man weiss, das aus ihnen grossartige erwachsene Menschen werden. Selbst wenn es zur Katastrophe kommt. 


Ich habe darüber lange nachgedacht und halte es für befreiend, das man die Dinge so in Ordnung hat, das es ohne einen weitergeht. Plan for the worst, hope for the best. Einen besseren Dienst kann man den Leuten um sich rum nicht leisten.

Man kann sich dann auf sich selbst konzentrieren. Wenn man eigentlich sich darüber keine Gedanken machen müsste, wird man sich trotzdem Gedanken machen, aber man hat diesen Anker "es ist alles geregelt", der einen davon abhält, zu sehr in Angst um andere Menschen zu versinken, um sich darauf zu konzentrieren, das man diesen wahrscheinlich grössten Einschnitt im Leben zu überstehen. Auch mental.

Ich habe vor meiner OP alles in Ordnung gebracht, alles geregelt, mich darum gekümmert, das es ohne mich weitergehen kann. Ich habe für alles mögliche Anleitungen geschrieben. Dokumente sortiert. Einen Ablaufplan geschrieben, was zu machen ist, wenn ich die OP nicht überstehe. Wer wofür anzurufen ist.  Wer für was und wen Verantwortung übernommen hat. Das waren teilweise schwierige Gespräche. Aber sie haben mich für die OP befreit.

Und so konnte ich mich darauf konzentrieren, das alles so passiert, dass es eben nicht ohne mich weitergehen musste.

Grüsse 
 jm01

Posted
Am 13.11.2025 um 19:16 schrieb Lejla:

Hallo ihr Lieben,

 

ich möchte mich kurz vorstellen.

Ich bin Lejla, 32 Jahre alt, komme aus Gelsenkirchen und habe 3 kleine Kinder.

 

Ich lebe seit meiner Geburt mit einem angeborenen Herzfehler – einer bicuspidalen Aortenklappe, mit Aortenklappenstenose und -insuffizienz. Bei den bisherigen Kontrollen war immer alles stabil, und eine Operation stand bisher zwar im Raum aber in Zukunft.  

Letztes Jahr im Oktober war laut Untersuchung noch alles in Ordnung.

 

Ich habe dann den Kardiologen gewechselt – und dieser stellte nun fest, dass der Zeitpunkt für eine Operation gekommen ist und dass ich innerhalb der nächsten 2 Monate operiert werden soll.

Diese Nachricht hat mich komplett aus der Bahn geworfen.

 

Das letzte Jahr war ohnehin sehr schwer für mich. Ich habe meinen Vater mit nur 54 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt verloren, und insgesamt hatte ich viel Stress. Seitdem habe ich auch Symptome entwickelt wie hohen Puls, Kreislaufprobleme, Atemnot, kalte Hände und Beine und allgemein eine starke Kälteempfindlichkeit.

 

Seit der Aussage des Kardiologen kämpfe ich enorm mit Ängsten:

– Was, wenn ich das nicht schaffe?

– Was, wenn ich während der OP sterbe und meine Kinder ohne Mama dastehen?

– Was ist mit Komplikationen?

– Wie wird der Ablauf sein?

– Wie lange bin ich außer Gefecht?

– Wo lasse ich mich am besten operieren?

 

Und eine ganz große Frage für mich:

Welche Art von Klappenersatz ist für jemanden wie mich – jung, mit drei Kindern – sinnvoll?

 

Ich fühle mich gerade sehr überfordert und unsicher und hoffe, dass ich hier Menschen finde, die Ähnliches durchgemacht haben oder mir einfach ein paar Erfahrungen, Tipps oder beruhigende Worte mitgeben können.

 

Kann mir jemand weiterhelfen?

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Klappen-OP, mit mechanischem vs. biologischem Ersatz oder mit den Kliniken in NRW?

Ich wäre sehr dankbar für jede Antwort.

 

Liebe Grüße

Lejla


Liebe Lejla, 

 

deine Geschichte gleicht meiner sehr :) auch ich (33 Jahre) hatte eine bikuspide Aortenklappe und habe zwei kleine Kinder (zum Zeitpunkt der OP 5 und 2 Jahre alt). Es schien auch immer alles gut zu sein bis zu einem CT im Sommer letzten Jahres - da hieß es plötzlich Aorta stark erweitert und OP Indikation. Ich sollte mich innerhalb der nächsten 1-2 Monate operieren lassen. 

ich ließ mir dann aber etwas länger Zeit und fuhr in 4 Kliniken und sprach dort mit den jeweiligen Chefärzten. Du kannst und solltest dir viele Meinungen in unterschiedlich Kliniken anhören und dich dann dafür entscheiden wo du dich am wohlsten fühlst :) 

 

ich habe schlussendlich die Ross-Op bei der Dr. Billion in Bad Rothenfelde machen lassen. Bin dafür 700 km gefahren. Während der Op mieteten wir mit der ganzen Familie ein Appartement auf einem Bauernhof und die Kinder hatten Spaß und sie erinnern sich gern dran zurück. Nach 7 Tagen konnte ich das Krankenhaus wieder verlassen :) wir blieben dann noch eine Woche auf dem Bauernhof und ich war weiterhin in der Nähe der Klinik (was mich auch beruhigte) und dann fuhren wir wieder heim. Ich machte eine 6 wöchige ambulante Reha jeden Wochentag von 9-13 Uhr und konnte damit mittags wieder bei den Kindern sein. Mein Mann war meine Haushaltshilfe in der Zeit :) das geht wenn du kleine Kinder hast!

 

mir geht es ein Jahr nach der Op super und ich nehme keinerlei Medikamente mehr und merke absolut gar nichts. 
 

wenn du dich austauschen willst oder mehr zur Op wissen - dann melde dich sehr gerne bei mir :) kannst mir gern eine Nachricht senden. 
 

Lg Anja 

Posted

Liebe Lejla,

glaube mir es wird nicht zur Katastrophe kommen.

Die Chance das etwas schiefgeht ist wirklich mehr als gering. Du bist jung hast eine geplante Op das sind schon einmal gute Vorraussetzungen. Nimm dir genug Zeit dich mental mit der Op anzufreunden. Viel schwieriger ist die Entscheidung welche Herzklappe es werden soll nicht nur ob Bio oder Kunstklappe sondern auch welche Der verschiedenen Bio oder Kunstklappen. Laß dich umfassend beraten vom Chirurgen oder such übers Internet evtl Klappenfirmen raus die dir die Vorzüge der Klappe ihrer Firma erklären. Ich würde auf jeden Fall mit 2 bis 3 verschiedenen Kliniken sprechen.

Lg Shirley 

 

  • 2 weeks later...
Posted
Am 16.11.2025 um 05:45 schrieb jm01:

 

 

Hallo,

 

bei Deiner genauen Erkrankung kann ich Dir leider nicht helfen. Ich bin ein kürzlich operierter Aneurysmapatient. Aber ich habe mir zum Thema "es nicht schaffen" einige Gedanken gemacht.

Zunächst: Warum sagt ein Kardiologe "Wachsames Abwarten ist ausreichend" und ein neuer Kardiologe "Sofort auf den Tisch". Das ist doch schon ein ziemlicher Sprung.  Das ist eine sehr interessante Fragestellung. In einer solchen Situation würde ich wahrscheinlich einen dritten Kardiologen als Tiebreaker befragen. Es ist ja durchaus ein grosser Schritt, den Du da vor Dir hast und es hilft einem sehr sich absolut sicher über die Notwendigkeit zu sein, wenn man diesen Schritt das letztlich geht.

"Was wenn ich es nicht schaffe?" Nunja, diese Chance ist da. Aber man kann einiges tun, damit es nicht soweit kommt. Ein gutes Krankenhaus aussuchen. In und um Hamburg könnte ich Dir drei gute Krankenhäuser nennen. In Berlin gibt es die Charité. In Gelsenkirchen und Umgebung fehlen mir die dazu notwendigen Informationen. Aber bedenke: Du wirst das vermutlich nur einmal in deinem Leben machen. Es lohnt sich, den Blick dann auch über ganz Deutschland auszuweiten, um sich wirklich das beste Krankenhaus für die OP auszusuchen. Die Anschlussheilbehandlung, die zwangsläufig folgen sollte, kann dann ja wieder in Deiner Heimat sein.

Zum Thema der Sorge um die Kinder: Ich halte es ohnehin für notwendig, ständig die Dinge so in Ordnung zu haben, das egal was passiert, man sich keine Sorgen um die Kinder machen muss. Selbst wenn man kerngesund ist. Es gibt so viele Alltagsgefahren, die einem aus dem Leben nehmen können, ohne Vorwarnung. Sei es die Fahrt zur Arbeit oder Unvorsichtigkeit im Garten. Ein Bekannter hat das Aufbauen seiner Satellitenschüssel nur knapp überlebt. Es gab mal im Cinemaxx eine Werbung "Die meisten Unfälle passieren zuhause. Seien sie nicht zuhause". Und irgendwie stimmt das auch.

Im Krankenhaus ist man im Gegenteil ständig vom Leuten umgeben, deren Beruf es ist, dafür zu sorgen, das einem nichts passiert. Man hängt am Monitoring. Die OP wird von Leuten durchgeführt, die Ihr Handwerk verstehen. Bei einer elektiven OP auch von einem Team, das sich darauf vorbereitet hat. Anders als bei einer Notfall-OP, wo man mit jenen Leuten zu tun hat, die gerade da sind. Aber in jedem Fall, es mit Leuten zu tun hat, deren Beruf es ist, das man diesen Einschnitt ins Leben gesund übersteht. In deren Hände man sich legt, die sich aber auch dieser grossen Verantwortung ständig bewusst sind.  Ich habe mit diesen Leuten gesprochen vor der OP und hatte grosses Vertrauen in deren Kompetenz und Professionalität. Weil ich auch seit dem ich mit dem Krankenhaus zu tun hatte, nur Professionalität und Kompetenz erlebt habe.

 

Für Kinder ist es schlimm, wenn ein Elternteil plötzlich nicht mehr da ist, ohne Frage. Aber man kann versuchen alles so vorzubereiten, das man weiss, das aus ihnen grossartige erwachsene Menschen werden. Selbst wenn es zur Katastrophe kommt. 


Ich habe darüber lange nachgedacht und halte es für befreiend, das man die Dinge so in Ordnung hat, das es ohne einen weitergeht. Plan for the worst, hope for the best. Einen besseren Dienst kann man den Leuten um sich rum nicht leisten.

Man kann sich dann auf sich selbst konzentrieren. Wenn man eigentlich sich darüber keine Gedanken machen müsste, wird man sich trotzdem Gedanken machen, aber man hat diesen Anker "es ist alles geregelt", der einen davon abhält, zu sehr in Angst um andere Menschen zu versinken, um sich darauf zu konzentrieren, das man diesen wahrscheinlich grössten Einschnitt im Leben zu überstehen. Auch mental.

Ich habe vor meiner OP alles in Ordnung gebracht, alles geregelt, mich darum gekümmert, das es ohne mich weitergehen kann. Ich habe für alles mögliche Anleitungen geschrieben. Dokumente sortiert. Einen Ablaufplan geschrieben, was zu machen ist, wenn ich die OP nicht überstehe. Wer wofür anzurufen ist.  Wer für was und wen Verantwortung übernommen hat. Das waren teilweise schwierige Gespräche. Aber sie haben mich für die OP befreit.

Und so konnte ich mich darauf konzentrieren, das alles so passiert, dass es eben nicht ohne mich weitergehen musste.

Grüsse 
 jm01

 

Hallo jm01, 

Mich hat ihr Schreiben beeindruckt!

Mir geht es grade genau so, suche eine Klinik die mich sehr schonend operieren kann. Und nicht den Brustkorb oben auf sägt!

Göttingen bietet nur letztes an, nächste Woche ( 4.12.) bin ich im UKG Hamburg angemeldet.
Welche Erfahrung hast du mit Kliniken in HH ? Und welche kannst du empfehlen!

Bin auch ein Aneurysmapatient mit Herzklappenfehler.

Grüße

Posted

Hallo Lejla

sollte bei dir nur die Aortenklappe ersetzt werden ,könnte evtl die RATS Op durchgeführt werden. Dabei wird das Brustbein nicht aufgesägt . Diese wird z.B. in Asklepios Harburg durchgeführt 

Lg Shirley 

Posted

Hallo Harald26,

 

aus eigener Erfahrung sprechen kann ich nur für das Albertinenkrankenhaus. Ich halte das für sehr gut,  ich habe mich dort sicher gefühlt. Für meine Corona-Infektion während dieser Zeit konnten sie nichts.  Ich wurde mit einer minimalen Sternotomie operiert. Der Chefarzt war da auch sehr ehrlich, "minimal-invasiv" hat im Bereich der Herzchirurgie eine etwas andere Bedeutung als man diese als Laie üblicherweise hat. Es ist nicht so, das man da drei kleine Narben hat, durch die irgendwelche Geräte gesteckt werden, sondern das man eben nur so viel Brustbein auftrennt wie unbedingt nötig, also eben minimal nötig (so habe ich das zumindestens verstanden).  Bei mir ist das doch eine längere Narbe geworden als so eine 1cm Narbe. Aber eben nicht komplette Durchtrennung. Dadurch hatte ich ausser beim Husten und Niesen eher wenig Probleme und ich durfte recht schnell wieder auf der Seite schlafen (WELCH WOHLTAAAAAT!!!)

 

Das UKE geniesst einen sehr guten Ruf. Das HGZ in Bad Bevensen ebenfalls. Meinem Eindruck weiss man auch im HGZ sehr genau, was man dort tut. Über das Asklepios in Harburg kann ich nichts sagen, ich hatte mich damit nicht beschäftigt (Aber der Chefarzt des Harburger Krankenhauses ist jetzt am Albertinenkrankenhaus, nach dem Prof. Dr. Ries in den teilweisen Ruhestand gegangen ist) Und der Eindruck wurde auch von meinen Ärzten bestätigt. Mein Kardiologe meinte, das Prof. Dr. Hanke ausgewiesener Aortenspezialist ist.  Beim HGZ muss man allerdings bedenken, das das ein spezialisiertes Krankenhaus ist. Es ist ein Herz- und Gefässzentrum. Und da zwischen Lüneburg und Uelzen gelegen,  auch nicht in unmittelbarer Nähe sehr grosser Krankenhäuser (soweit ich weiss, sind Uelzen und Lüneburg Schwerpunktversorger, keine Maximalversorger, das Albertinenkrankenhaus ist selbst ein Krankenhaus der Maximalversorgung, beim UKE dürfte das klar sein ;) ).  Ergeben sich Probleme, die nichts mit Herz- oder Gefässen zu tun haben, ist man man vielleicht in einem Krankenhaus mit dezidierter Urologie, Neurologie oder was auch immer vielleicht besser aufgehoben. Wenn man ein vorbelasteter Risikopatient in jenen Sparten ist, würde ich vielleicht eher eines der grösseren Krankenhäuser in Hamburg gehen. Das ist aber meine Laienmeinung.

 

Grüsse
 jm01

 

Posted

Leider ist Prof Ries eben nicht mehr im Albertinen sondern  der Chefarzt von Harburg mit einigen Assistenten die mit ihm gegangen sind. In Harburg sind Chirurgen aus Hanover die sehr gut minimalinvasiv arbeiten. Dr Bader im Albertinen ist ebenfalls ein sehr guter Chirurg .

Posted

Hallo,

 

2019 bekam ich in Homburg die Ross OP , meine Lebensqualität hat sich stark verbessert und ich weiß das Leben noch mehr zu schätzen. Ich hatte unglaubliche Todesangst und war auch darauf vorbereitet es nicht zu überleben. Mir hat es geholfen offen und ehrlich über die Ängste zu sprechen.

Zudem Zeitpunkt waren meine Kinder sehr klein und ich wollte für sie da sein. Aber mein Kardiologe sagte mir damals : Ihre Kinder werden immer klein sein, sie werden Sie immer als Mama brauchen - jetzt besteht die Möglichkeit einer geplanten und vorbereiten Operation und nicht eine OP - weil sie umgekippt sind und Notfall mäßig in ein Krankenhaus kommen - dann können Sie nicht die OP wählen die sie möchten. Meine Kids sind jetzt 7 & 11 Jahre und wie der Kardiologe meinte - für mich immer noch ,,klein“ - es gibt keinen perfekten Zeitpunkt für die OP. Wichtig ist vorbereitet zu sein , eine Entscheidung zu treffen und im Austausch mit den Ärzten zu sein. Alles Gute ❤️ - die Daumen sind gedrückt. 

Posted
Am 30.11.2025 um 08:15 schrieb Harald26:

 

Hallo jm01, 

Mich hat ihr Schreiben beeindruckt!

Mir geht es grade genau so, suche eine Klinik die mich sehr schonend operieren kann. Und nicht den Brustkorb oben auf sägt!

Göttingen bietet nur letztes an, nächste Woche ( 4.12.) bin ich im UKG Hamburg angemeldet.
Welche Erfahrung hast du mit Kliniken in HH ? Und welche kannst du empfehlen!

Bin auch ein Aneurysmapatient mit Herzklappenfehler.

Grüße

Hallo, hast du eine Klinik gefunden, bist du zufrieden mit UKG Hamburg?

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