mendikant Posted November 1, 2025 Posted November 1, 2025 Hallo zusammen! Da mir meine Ärzte als Selbstmesser eher ratlos ggü. standen, möchte ich hier meine Erfahrungen teilen, weil das vielleicht jemand anderem hilft. Ich messe seit Sommer 2016 meinen INR selber und hatte immer einen Wochenbedarf von 10 bis 12 Tabletten. Damit war ich stabil bei 2,0 bis 3,0. Letztes Jahr im November hatte ich zwei TIA-Vorfälle (kleine Schwester vom Schlaganfall). Daraufhin haben die Ärzte entschieden, dass ich 2,5 bis 3,0 als neuen Zielbereich nehmen soll. Eigentlich wäre ihnen bis 3,5 lieber gewesen. Aber sie wollten nicht über 3,0 gehen, weil wir vor Jahren feststellten, dass ich Microeinblutungen im Hirn habe, die auf die Gerinnungshemmung zurückzuführen sind. Außerdem sollte ich ab sofort 2x die Woche messen. Ich messe also Dienstags und Samstags. Da die meisten wohl nicht zweimal die Woche messen, ist es halt ein sehr spezieller Erfahrungsbericht. Die Ozempic-Spritze setze ich Dienstags. Durch eine Reha im Frühjahr hatte ich schon ein wenig abgenommen, und sobald ich abnehme, brauche ich weniger Tabletten. Ich musste mein Einnahmesystem also auf drei neue Faktoren einstellen. Ozempic, Gewicht und öfter messen. Was soll ich sagen: Ich saß im Juli/August/September nach jeder Messung ratlos vor den Ergebnissen. Ich habe gemessen, mir die EInnahme der letzten Tage angeschaut und versucht darauf mit angepasster Dosierung zu antworten. Und bei der nächsten Messung hatte ich wieder ein Ergebnis das nicht passte. Pausentage mache ich nicht mehr, weil der Absturz einfach zu krass ist. (Beispiele könnte ich liefern, aber das würde gerade nur ablenken.) Mitte September hatte ich dann eine Idee, weil ein Muster sichtbar wurde: Offenbar brauchte ich von Dienstag bis Freitag einne relativ hohe Dosis, um die Wirkung von Ozempic auszugleichen. Samstag bis Montag kann ich dann die Dosierung runterfahren, weil Ozempic nicht mehr so krass im Körper verfügbar ist. Die drei Tage muss ich dann auch den Gewichtsverlust mehr berücksichtigen. Ich habe jetzt also zwei Dosierungspläne im Kopf. Seit ich diese Theorie verfolge, ist meine Trefferquote wieder signifikant gestiegen. Teilweise habe ich mir Hilfe von zwei KI Modellen geholt. Beide haben mir nach Analyse meiner Marcumarausweise unabhängig voneinander bestätigt, dass ich durchaus Abweichungen vom statistischen Mittel bzgl der Reaktionszeiten habe. Sie meinten, ich könne das über einen Gentest prüfen lassen. Das will ich demnächst mal angehen, ist aber halt nicht billig. Falls also hier jemand mal mit Ozempic in Berührung kommt: Das sind meine Erfahrungen. Sicherlich aus diversen Gründen nicht 1:1 übertragbar. Aber vielleicht erspart es jemand anderen einiges an Fragezeichen. Liebe Grüße M. Quote
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