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Gedächtnisstörung nach Op


Svebinjo

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Hallo Elke,

 

Wie geht es Dir den? 

 

Bei mir hat es etwas gedauert, bis ich nach der OP (Sep. 23) in der neuen Situation angekommen bin....soviele Fragen:rolleyes:

Bist Du schon angekommen?

 

Vg Svebinjo

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Hallo @Svebinjo

ich glaube, so richtig angekommen bzw. verarbeitet ist die OP doch noch nicht ganz.

Zu Anfang ging es ja wirklich rasant bergauf mit mir. Und Ab Mitte Januar hatte ich dann irgendwie einen "Einbruch". Ich hatte das Gefühl, dass meine Leistungsfähigkeit eher wieder abnimmt. Und das ich irgendwie wieder kurzatmig werde. Zudem war ich ziemlich erschöpft, gereizt, niedergeschlagen. Ich glaube, es war ein Anflug von einer Posttraumatischen Belastungsstörung. 

Dazu kam das schlechte Wetter, kalt, regnerisch. Ich bin nicht viel raus gewesen.  

Die Menschen um mich herum ( Familie, Freunde) haben mich auch nicht wirklich verstanden und meinten, ich müsste nach so einer gut überstandenen OP doch tagtäglich mit einem Grinsen im Gesicht rumlaufen. War aber nicht so. 

Und das rechtfertigen, warum es mir psychisch grade nicht gut geht war richtig nervig.

Ich hatte aber  gute Gespräche bei meiner Psychotherapeutin und seitdem das Wetter auch endlich etwas besser ist, geht es auch wieder bergauf. Auch mit der Leistungsfähigkeit.

Was mich allerdings auch immernoch beschäftigt, ist, dass ich momentan recht viel vergesse (z.B. habe vergessen zu tanken und mit 0 km  im Tank auf Autobahn, habe vergessen Parkticket zu ziehen : promt 55 Euro Gebühr, der Käse liegt im Besteckfach, die Nüsse im Kühlschrank, Geburtstag von einer guten Freundin vergessen,die Rechnung eines Onlineversandhaus nicht bezahlt etc.... ) Sowas ist mir vor OP so gut wie nie passiert...

 

Kennt das jemand von euch auch?

LG Elke

 

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Hallo Elke,

ja, etwas vergesslicher war ich auch. Vor allem habe ich ständig vergessen, was ich eigentlich grade tun wollte. Es hat sich aber gelegt, ist jetzt wieder im normalen Rahmen seit einiger Zeit. ich nehme an, das sind auch Nachwirkungen. 

 

Liebe Grüße,

Sabine

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Hallo Elke,

das mit dem Gedächtnis kenne ich nur zu gut! Neben dem allgemeinen Vergessen kommt es bei mir immer wieder vor, dass ich ganze Tage und Situationen vergessen habe.

So konnte ich mich an ein paar Orte, wo ich oft gewesen war, nicht mehr erinnern - d. h. der Name des Ortes war mir nicht fremd, aber ich hatte keinerlei Ahnung mehr, wo der Ort ist, was ich dort gemacht habe etc. etc. etc. In einem Fall habe ich ihn mir auf google.maps rausgesucht und dann fiel es mir wieder ein - in einem anderen Fall hat es Stunden oder Tage gedauert, bis die Verknüpfung wieder da war. 

Dann habe ich beim Arzt eine Nachbarin getroffen, aber nicht als solche erkannt, nur als eine Schuhverkäuferin von vor -zig Jahren... 

Dazu kommen noch Wortfindungsstörungen, die ziemlich lästig sein können. Meistens kann ich drumherum reden, aber nicht immer.

Ich habe mir jetzt auch mal ein Rezept für Psychotherapie geholt, aber - gut, dass Du davon sprichst, natürlich die ganze Woche vergessen, mal einen Termin zu machen...

Vor allem bin ich jetzt mal gespannt auf meine Termine bei dem neuen Herz-Arzt und ob dieser fündig wird, weshalb meine Leistungsfähigkeit immer noch nicht besser ist.

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Hallo @Ella

 

Kenne ich auch gut, bei mir wurde nach der OP ein (Mir fällt jetzt echt das Wort nicht ein) leichter Hirnschaden  (Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff) durch den Neurologen diagnostiziert. Vom Neurologen gings zum Psychologen (nicht Therapeut) dort konnte ich diverse Übungen machen wodurch sich meine Situation verbesserte. (In diesen speziellen Fällen kann halt nur der Neurologe die Diagnose stellen und direkt zum Psychologen überweisen, das ging Hand in Hand)

 

Alles Gute

Ralf

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Hallo ,

unter einem anderen Thema kam von mir die Frage auf, ob es weitere Forumsmitglieder mit Gedächtnisstörung/ Vergesslichkeit nach Op gibt.

Dietmar wird freundlicherweise das Thema hierhin verschieben für evtl weitere Fragen und Antworten :)

Viele Grüße Elke 

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Hallo Ella,

 

meine OP war 4/2024 und ich habe auch ab und an öfters kleine Gedächtnislücken. Mal fallen mir die Wörter oder Namen nicht ein. Oft bin ich am verhaspeln beim Unterhaltungen. Es war am Anfang war es sehr  schlimm.

 

LG

Frank

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Hallo,

 

ich habe die nicht passenden Beiträge aus dem Thema Inspiris Resilia hierher verschoben.

Als Themensteller erscheint, von der Forensoftware festgelegt, zwar Svebinjo. Dieses Thema hat aber Ella angelegt.

Ich konnte das leider erstmal nicht ändern.

 

Grüße
Dietmar

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Dankeschön Dietmar,  für mich ist das kein Problem. 

Viele Grüße Elke 

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Guten Morgen Dietmar,

 

Für mich ist es auch kein Problem.

 

Vg Svebinjo 

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Hallo alle,

 

bei mir wurde im Feb. 2021 eine Mitralklappenrekonstruktion gemacht und seit dem habe ich auch Konzentrationsschwierigkeiten bzw. Vergesslichkeit.

Ein Beispiel: Wenn ich z.B. einkaufen gehe (Lebensmittel) und ich dann im Supermarkt bin weiß ich nicht mehr was ich kaufen wollte.😃

Oder auch zuhause, ich will was machen und weiß aber nicht mehr was.

 

Gruß Gerald

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Hallo,

 

ich hatte das schon an anderer Stelle geschrieben. Nach der Operation mit Herzlungenmaschine vor 2Jahren hatte ich immer wieder merkwürdige Erinnerungsfetzen, die ich nicht zuordnen konnte. Das habe ich aber seit Monaten nicht mehr. Ansonsten ist meine Gedächtnisleistung wohl altersgemäß normal.

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Hallo zusammen,

habe auch 2021 MKR mit grosser Sterno und HLM. bis heute Gedächtnisstörungen, öfter mal Benommenheit mit Gangschwindel und Diplopie. Vorallem bei Wetterwechsel. Ich habe alles untersuchen lassen, Kopf MRT, Sehnerven, Schwindelambulanz, alle möglichen EKGs, Zähne, Medis probeweise weggelassen ( unter Aufsicht)  es gibt keinen Befund.

Manchmal wochenlang nichts und dann wieder 2 bi 3mal täglich.Mein letzter Versuch wird jetzt Osteopathie sein. Grüße  Peter

 

 

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Hallo nach längerem stillen Mitlesen.

Nach OP 04/24.hatte ich zunächst zuviel mit meiner Freude über die überstandene Operation zu tun, um mir viele Gedanken über mein Gedächtnis zu machen.

Ich hatte dann noch bis etwa Mitte August 24 mit Herzbeutelentzündung zu tun. Als das Gröbste sich beruhigt hatte traten Auffälligkeiten ind den Vordergrund die ich vorher zwar wahrgenommen, aber nicht wirklich beachtet habe.

Ich vergesse ziemlich viele Dinge, kann mich absolut nicht mehr so gut ausdrücken wie früher und habe grosse Konzentrationsschwierigkeiten. Auch ich weiss häufig nicht mehr was ich gerade machen wollte.

Dazu kommen wechselnde Sehstörungen und Schwindel.

Beim Neurologen war ich, inkl. MRT, ohne Befund.

Habe am 04.04.25 nochmals Termin.

Habe bisher alles unter "Herzlungenmaschine"  abgelegt.

Der Körper war wohl mit Blut versorgt, aber irgendwie war man doch "ein bisschen tot" - weiss nicht ob ihr das versteht.

Jedenfalls glaube ich es braucht einfach seine Zeit, es war für meine psyche eine grosse Herausforderung,  für mein Herz auch, so gestehe ich es meinem Geist auch zu. ;-)

Ich wünsche uns allen wieder einen ordentlichen Wortschatz

LG eva

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Ich finde mich bei vielem, was Ihr bei Euch beobachtet, auch wieder. Nicht nur das schlechtere Gedächtnis, sondern auch bedusselter Kopf, Wortfindungsstörungen, Augenblitze und -flimmern, Schwindel, Tinnitus, Vergesslichkeit (von jetzt auf gleich, aber auch ältere Sachen) und besonders auch was Du @eva63grade beschreibst - meine Fähigkeit, mich auszudrücken hat enorm abgenommen. Mir fallen dann auch oft die wichtigsten oder für mich relevantesten Argumente oder Pointe eines Witzes einfach nicht mehr ein. Oder ich erzähle eine Geschichte und das, was eigentlich am Wichtigsten war, vergesse ich einfach... fällt mir dann ein paar Stunden später wieder ein.

Bei mir wurde "nur" ein KopfCT gemacht (hatte Schiss vorm MRT, da ich vorher durch einen Induktionsherd schlimme VES bekommen hatte), das sah nicht so blendend aus, aber ich weiß natürlich nicht, wie lange das schon zurückgeht - ob es nur durch die OP kommt oder vorher schon Veränderungen aufgezeigt hat (Mikroangiopathie, Atrophie, vergrößerte Liquorräume). 

Klar kann man ja mit Gehirntraining und guten Nährstoffen etc. etc. doch sicher wieder so einiges erreichen.

Ich hatte ja im Juni 24 einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt, der jetzt abgelehnt wurde. Mal schauen, was beim Widerspruch heraus kommt.
Was ich jedoch so total doof finde, ist diese Situation, dass es einem für die Rente total besch.... gehen muss (und dann wird sie oft noch nicht bewilligt), während man andererseits doch alles dafür tun will, dass es einem wieder besser geht. 

Ist von Euch auch noch jemand in einer ähnlichen Situation und wenn ja, wie geht´s Euch damit?

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Hallo Zusammen

 

Mir fällt beim Mitlesen auf wie unterschiedlich (Verständlicherweise) jeder mit seiner Situation (Herz) und den damit verbundenen Traumata (Schmerzen, Angst usw.) umgeht.

 

Ich selber bin seit meiner zweiten Herz OP mittlerweile Erwerbsminderungsrentner, Schwerbehindert (80) und was soll ich sagen freue mich des Lebens.

 

Kleine Anekdote am Rande, bei meiner Entlassung aus dem KH (nach 55Tagen, Re OP und „prolongiertem“ Aufenthalt) stellte sich mir die Stationsleiterin in den Weg und sagte mir „ sie waren unser Lieblingpatient, als wir ihren Bericht von der Intensiv bekamen haben wir uns den Kopf zerbrochen wie wir sie nach dem was sie durchgemacht haben wieder motivieren können. Aber das brachten wir nicht, sie waren selber motiviert und haben es geschafft“.

 

Dies kam damals für mich völlig überraschend, es hatte mich sehr gefreut und trotzdem habe ich über ein Jahr gebraucht um meinen Entlassungsbericht zu verstehen. Physisch ging es mir Stück für Stück besser, aber psychologisch war es halt eine ziemlich heftige Hausnummer.

 

Alles läuft am Ende auf folgendes hinaus, erstens muss ich meine Situation akzeptieren. Danach kann ich NUR daran arbeiten meine Situation zu verbessern. Ändern kann ich es nicht und es bleibt mir die Wahl ob mein Glass schon halbleer ist oder doch noch halbvoll.

 

Und ja, es ist sehr schwer. Auch ich denke täglich an mein Herz und was ich durchgemacht habe aber ich kann es nicht ändern. Ich kann nur im hier und jetzt mich bewegen, Sport treiben, mich (möglichst) gesund ernähren und mich des Lebens erfreuen.

 

Euch allen wünsche ich alles Gute und die Kraft eure Traumata zu verarbeiten.

 

Liebe Grüße 

Ralf

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Den Beitrag von Ralf kann ich 1 zu 1 bestätigen. Lasst uns das Beste aus unsrer Situation machen, und das schätzen, was wir haben, und nicht ständig dem nachtrauern, was wir nicht mehr haben. Glück und Zufriedenheit kommt nur von unserem Inneren, und nicht von Außen. Ich weiß nur zu gut, dass dies leichter gesagt als getan ist. Aber man muss sich immer wieder genau dies bewusst machen. Irgendwann verinnerlicht man das dann immer mehr. 

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Hallo allseits,

 

das mit den Gedächtsnisstörungen kenne ich auch nur allzu gut. Das erste halbe Jahr nach der OP habe ich mir vieles aufgeschrieben (bzw aufschreiben müssen), sonst hätte ich es eine Stunde später wieder weitgehend vergessen. Das war mir tatsächlich etwas unheimlich, hat mich aber in meiner Tätigkeit (Allgemeinmedizin) glücklicherweise kaum beeinträchtigt, da ich ja ohnehin fortlaufend dokumentiere im Praxisalltag, also alles aufschreibe. Eher im privaten, im Alltag war es merklich. Ich bin damit auf der Arbeit wie auch zu Hause aber auch offen umgegangen und um Verständnis erbeten, sollte ich Absprachen mal nicht mehr so präsent haben, etc. Hatte zwischenzeitlich ein MRT um auszuschließen, dass ich irgendwelche sichtbaren Infarktareale in (für das Gedächtnis) relevanten Hirnregionen habe. Dies war zum Glück nicht der Fall.

 

So oder so, um zum Punkt zu kommen, ist die Herz-Lungen-Maschiene (HLM) ein Minimalkreislauf. Nicht ohne Grund finden solche OPs in gekühlten Operationsräumen statt, einfach um den Sauerstoffverbrauch nochmals zu senken. Grob gesagt (nicht für völlig bare Münze nehmen, kann jetzt keine Literaturnachweise erbringen, hatte es aber mal irgendwo gelesen (oder doch nicht? Meine Erinnerung...;-)) stellt die HLM ungefähr nur eine Lunge von vielleicht 10% Kapazität dar. Das Gehirn als sehr verletzliches Organ (verträgt nur geringe Zeiten von Unterversorgung ohne Schaden zu nehmen) geht nicht schadlos daraus, ob man nachher etwas im MRT sehen mag oder nicht. Wenn man nichts sieht, dann liegt zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts gröberes vor. Dennoch: je länger die "Abklemmzeit", desto größer die Gefahr diffuser Schäden. In gewissen Maße wird es also jeden von uns mit einer solchen Op treffen.

 

Andererseits ist das Gehirn recht plastisch, bildet ständig neue Verbindungen (nicht: Zellen, die sind einmal weg wenn weg) aus. Ich glaube persönlich, dass dem Thema Neuroplastizität nach einer solchen OP ohnehin zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und man eigentlich (ein jeder von uns) Übungen an die Hand gelegt bekommen müsste, um dem entgegen zu wirken. Aber egal, bei mir hat sich das Thema wirklich - da jetzt 2 Jahre nach OP - weitgehend gegeben, bin denke ich zu 95% wieder der Alte vom Kopf her (nicht von der körperlichen Leistungsfähigkeit). Merke also nicht mehr wirklich irgendwelche kognitiven Einbußen.

 

Ich hoffe und denke, dies können viele andere so auch bestätigen im Langzeitverlauf nach einer solchen Herz OP?

 

Also, habt Geduld und beschäftigt euch zudem viel und rege geistig um das Gehirn anzuregen neue Netzwerke zu bilden. Dann wird es hoffentlich mit der Zeit wieder weitgehend normal und vor allem vielleicht auch etwas zügiger.

 

Gruß,

 

Tobi

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Ach so, als Nachtrag: Meine Frau hat auch eine gewisse Wesensänderung an mir festgestellt nach der OP. Wobei sich dies anscheinend auch mit der Zeit gegeben hat (oder der Gewöhnungseffekt eingetreten ist, wer weiß...). Ob jetzt hirnorganisch begründet oder durch die existenzielle Erfahrung einer Herz-OP mit einem danach veränderten Blick aufs Leben sei dahin gestellt. Ich selber hätte gesagt vom Wesen her bin ich der Alte, aber kann natürlich auch irren.

 

Wie auch immer, wer sich noch viel viel genauer in das Thema Hirnschädigung nach Herz OP einlesen mag, dem sei diese akt. Literatur empfohlen (eine im Internet auffindbare Habil Schrift eines Gießener Arztes/Neurologen aus 2022): https://jlupub.ub.uni-giessen.de/server/api/core/bitstreams/d25c0ed4-4d08-4a97-aa00-dfc1c145bcfa/content

Gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Mechanismen mögl. Probleme nach Herz OP und ggfs auch von Behandlungsmöglichkeiten (neurokognitives Training). Nicht von der Seitenanzahl irritieren lassen, ich habe da natürlich auch nicht alles im Detail gelesen, das Wesentliche findet sich im ersten Drittel der Arbeit. Es finden sich so Sätze wie: "Unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine kommt es bei nahezu jedem Patienten zu cerebralen Mikroembolien" (S.6) oder "Nach herzchirurgischen Eingriffen weisen zwischen einem und zwei Drittel der Patienten neuropsychologische Defizite (v.a. in Gedächtnisfunktionen, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen) auf, die noch Monate und Jahre später nachweisbar sind" (S. 12).

 

Daher ja: In gewisser Weise trifft es (Gedächtnisprobleme in der ersten zeit nach der OP, etc) uns ja (nahezu) alle, die wir eine Herz OP unte Einsatz der Herz-Lungen-Maschiene hinter uns haben. Da gibt es nichts weg zu diskutieren. Aber so sind wir mit dem Problem wenigstens nicht allein, sondern (wie auch sonst) gut in diesem Forum aufgehoben...🙂

 

Bei mir, wie gesagt, ists mittlerweile vielleicht nicht ganz, aber weitgehend normal > 2 Jahre nach der OP. Wobei es definitiv ein gutes Jahr gedauert hat bis ich merklich Fortschritte gemerkt habe (insb bezügl. des Gedächtnis, aber manchmal auch zur Wortfindung im Gespräch) und das erste halbe Jahr habe ich mir teils schon etwas Sorgen gemacht (daher ja, s.o., im Verlauf auch MRT z. Ausschluss gröberer Schäden).

 

Gruß,

 

Tobi

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Hallo Tobi,

ganz herzlichen Dank für Deine interessanten Ausführungen und vor allem auch den Link - sehr spannend! 

Ich glaube, ich werde diesen Herrn Dr. Jünemann mal kontaktieren, Gießen ist nur eine halbe Stunde von uns entfernt!

LG MajaD.

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Hallo Tobi,

auch von meiner Seite her vielen Dank für die Ausführung. Mein Gedächtnis, vor allem das Namensgedächtnis, war nur leicht eingeschränkt und ich konnte zum Glück fast durchgängig meiner Tätigkeit nachgehen, seit Tag 14 post OP. Ich jongliere tagtäglich mit drei, vier Sprachen, das hilft sicher auch. Dazu ein quirliges Kind mit haufenweise Ideen, da bleibt man im Hirn flexibel ;-). Jedenfalls hatte ich diesbezüglich keine großen Probleme zum Glück und die Namen fallen mir auch wieder ein :-). Ich sage manchmal, wenn ich vorher 120 % gegeben habe, waren es danach vielleicht nur noch 110%. Reicht auch. Etwas gelassener bin ich tatsächlich geworden.

 

Ist Dir auch etwas zur Infektanfälligkeit nach einer solchen OP bekannt? Dass man sich mit Grundschulkind so einiges einfangen kann, ist ja klar. Aber im letzten Jahr war es echt heftig, schlimmer als zu Kindergartenzeiten, ich habe alles doppelt und dreifach mitgenommen, bis in den Sommer hinein. Erst seit Juni herrschte halbwegs Ruhe und ich bin seitdem aktuell "erst" das dritte Mal erkältet. Klar aus der Schule. Aber die Infekte verlaufen heftiger als vorher. Post-Corona-Folge oder doch Post-OP? Letztes Jahr war ich echt verzweifelt, ein Infekt nach dem nächsten.... Diesen Herbst/Winter ist es bisher im Rahmen, völlig ok. Jedenfalls meine ich gelesen zu haben, dass eben auch der Darm unter der Zeit an der HLM leidet, was vielleicht die Infektanfälligkeit erklären könnte? Grundsätzlich hatte ich die OP extrem gut weggesteckt und habe nach der ambulanten Reha mein vorheriges Leben nahtlos weiterführen können. Nur diese häufigen Infekte waren mir ein Rätsel. Ging es jemandem ähnlich?

 

 

 

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Hallo Sabichan,

 

zur Frage einer etwaigen erhöhten Infektanfälligkeit nach einer Herz-OP ist mir nichts bekannt. Letztlich ist es ein großer EIngriff, der Körper ist einem hohem Stresslevel ausgesetzt, der Körper muss über Monate heilen, ist geschwächt. Es würde mich jetzt nicht wundern, wenn dies in den ersten Monaten nach der OP mit einer höhren Anfälligkeit für Infekte einhergehen würde. Aber untermauern durch Daten kann ich das zweifellos nicht. Und überhaupt dürfte dies, so es denn überhaupt so ist, auch nur für die ersten Monate gelten, nicht aber die Zeit (Jahre) danach. Individuell natürlich unterschiedlich abhängig von der individuellen Heilungsphase. Du lebst mit einem Grundschulkind zusammen und es gab einen gewissen Nachholfeffekt nach der Coronapandemie (für Infektionen mit sonstigen Atemwegserregern), etc: Da gäbe es Gründe genug für häufige Infekte...😉

 

Zum Mikrobiom nach Herz-OP gibts ja ein auch derzeit von der Herzstiftung gefördertes Projekt: https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/operationen-herz-lungen-maschine-darmflora

Da muss man sich zu den Ergebnissen überraschen lassen, wobei hier nach meinem Verständnis aber konkret nicht nach den Langzeitveränderungen im Mikrobiom gefragt wird, sondern kurzfristig nach OP betrachtet in der Frage nach Beeinflussung eines ggfs auftretenden SIRS (auf dt: Systemische Entzündungsreaktion des Organismus) durch das (durch die HLM geänderte) Mikrobiom. Soll heißen, hier ist mehr der Präventivcharakter im Vordergrund, also in der Vorstellung den Heilungsverlauf nach mit Herz-Lungen-Maschiene erfolgter Herz-OP ggfs durch Mikrobiomeinflüsse positiv beeinflussen zu können.

Letztlich beeinflussen wir unser Mikrobiom ohnehin ständig, bspw. mit jeder eingenommenen Antibiotika - Endokarditsprophylaxe, etc. Solange die Vorteile (z.B. Verhinderung der Endokarditis durch Einnahme einer Antibiotikaprophylaxe) die Nachteile (negative Auswirkungen auf das Mikrobiom), was ja nunmal die Regel sein sollte, passt es aus meiner Sicht. Das Mikrobiom ist aber ohnehin ein komplexes Thema, wo ich mir keinesfalls anmaße einen guten Überblick zu haben. Jedenfalls, wie bereits gesagt, gibt viele gute Gründe warum Du viele Infekte hattest, das Mikrobiom mag natürlich einer davon sein, aber halt auch nur einer. Insbesondere die Anzahl (ungeschützter) sozialer Kontakte ist naturgemäß ein relevanter Faktor. Ich hatte seit der Herz OP im Jan 2022 genau zwei Infekte, einer letztes Jahr (klass. grip Infekt), einer dieses Jahr (Magen-Darm). Und ich habe tgl. mit Infektpatienten zu tun. Trage in der morgendlichen Akut-/Infektsprechstunde aber mittlerweile auch konsequent eine Maske. Eine solche wirst Du im Kontakt mit einem Kind dann doch eher nicht tragen...😉

 

Gruß,

 

Tobi

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Herzlichen Dank für den Link bezüglich der Darmflora. 

Meine scheint sich durch die OP ebenfalls verändert zu haben und nicht zum Positiven. Ich hatte schon im KH furchtbar stinkende Stühle wie nie vorher und auch bis heute immer mal wieder. Eigentlich hatte ich gehofft, dies sei nur eine sehr kurzzeitig anhaltende Situation und reguliere sich wieder bei normaler Ernährung, Probiotika etc... Es war auch schon einmal deutlich besser - keine Ahnung, ob es durch AB für den Zahnarzt wieder schlimmer geworden ist? Ich hätte das mal besser beobachten sollen! Habe jetzt mal wieder begonnen, selbstgemachten Kefir zu trinken, mal schauen, ob es einen Unterschied macht!

Hallo liebe @Sabichan, bei mir habe ich keine so gesteigerte Infektanfälligkeit beobachtet - ich glaube, ich hatte wohl zwei gehabt, allerdings hab ich das Gefühl, dass diese mir auch gleich wieder auf die Herzleistung gehen. Deshalb bin ich vorsichtig und halte mich möglichst von erkälteten Menschen fern (was natürlich bei dem eigenen Kind eher schwierig ist). Da ich keine Masken, aber Halstücher und Loop-Schals mag, trage ich diese und tropfe mir immer, wenn ich unter Menschen oder gar in ein Wartezimmer gehe, ein paar Tropfen gutes Pfefferminzöl drauf, so dass ich, wenn alles hustet und schnieft, immer mal ein paar  Atemzüge durch mein Tuch durch nehme. Ist natürlich keine 100%ige Garantie, aber seit meinem letzten Infekt im Sommer hat mir das gute Dienste geleistet.

  • 2 weeks later...
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Vielen Dank euch allen für  eure Erfahrungen. So habe ich wenigstens die Gewissheit, oder das Gefühl, dass es mir nicht nur alleine so geht.

Sehr interessant auch die Studie aus Giessen , dankeschön @Tobi82.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es schon wieder etwas besser wird mit der Vergesslichkeit. Allerdings versuche ich mich auch gezielt immer nur auf eine Sache zu konzentrieren.

Ein Gedächtnistraining online hilft mir zusätzlich.

 

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Ich bin vor ca 2 Jahren operiert worden.  Ich hatte Wortfindungsstörungen. Habe Sätze angefangen und wusste nicht mehr was ich erzählen wollte.  Und Koordinationsstörungen. Während einer Reha Stunde sollten wir an einer Linie laufen und die Beine abwechseln kreuzen. Ich habe es nicht hinbekommen. Dachte das wars. Ich werde nie mehr arbeiten, Auto fahren etc. können.  Aber es wurde wieder besser. Ich war nach vier Monaten wieder arbeiten.  Was ich merke, dass es mir körperlich viel besser geht. Ich habe psychisch abgebaut, damit meine ich meine Konzentration und Leistungsfähigkeit.  Könnte keinen 10 Stunden am Tag wie früher arbeiten. 

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