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Aortenektasie und Aortenklappeninsuffizienz


Valentin89

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Hallo zusammen, 

 

ich heiße Valentin, bin 33 Jahre alt und neu hier im Forum. Bei mir wurde zufällig eine leichte Aortenklappeninsuffizienz und eine Aortenektasie diagnostiziert. Eigentlich war ich aus anderen Gründen beim Kardiologen. Ich habe seit einiger Zeit mit Extrasystolen (sogar Couplets und Triplets) zu kämpfen und darüber hinaus mit Schwindel, welcher besonders häufig unter sportlicher Belastung auftritt. Ich mache nun schon seit 10 Jahren Kraftsport und dieser war immer ein großer und wichtiger Teil meines Lebens. Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, ob ich den Sport überhaupt weiter ausüben darf. 

 

Der Kardiologe sprach zunächst von einer grenzwertigen Aortenektasie. Er machte ein Ultraschall und maß 39cm. Das war Anfang März. Gestern hatte ich ein Herz CT, dort wurden dann schon 43cm gemessen. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr groß bin (2,00 Meter), aber selbst für diese Größe wären 43cm zu groß sagte man mir. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es möglich ist, dass es in dieser kurzen Zeit so rasant gewachsen ist? Hat vielleicht auch der Kraftsport das Wachstum gefördert/beschleunigt? Jedenfalls sagte man mir dann in der Radiologie, dass das auf jeden Fall beobachtet werden muss und dass ich doch mal bei einer Uniklinik vorstellig werden sollte. Ob ich noch Kraftsport ausüben darf, dazu konnte man mir in der Radiologie nichts sagen. Mein Kardiologe meinte Anfang März ich solle erstmal weitermachen wie bisher. Aber nach dem Termin gestern bin ich einfach nur noch verunsichert. Ich bin doch noch ziemlich jung, habe eine Frau und zwei Kinder und habe nun große Angst früh zu sterben. Ich hoffe es meldet sich jemand zu Wort der vielleicht ähnliches erlebt hat und mir die Angst ein bisschen nehmen kann. 

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hey Valentin,

 

kann schon verstehen, dass man da erstmal beunruhigt ist.  Im Ultraschall ist die Aorta nicht immer super toll einsehbar, es muss also nicht zwingend

heißen, dass die Erweiterung in kurzer Zeit so schnell gewachsen ist.

Konnte man denn sagen, wie die Aortenklappe "aussieht" bzw. angelegt ist? Eine zweiseglige Klappe z.B. begünstigt Aneurysmen (so kam ich zu meinem), Kraftsport würde da noch seinen Rest dazu tun.

Sicherlich macht eine Vorstellung in einem Herzzentrum Sinn, einfach um sich eine Zweitmeinung einzuholen und sicherlich weil es dir Sicherheit gibt.

Über die leichtgradige Aorteninsuffizienz würd ich mir dafür keinen Kopf machen.

 

Liebe Grüße

 

Anne

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Hallo Anne,

 

vielen Dank für deine Antwort. Also wie die Klappe aussieht weiß ich nicht, vielleicht steht das im Befund vom Kardiologen, aber da müsste ich nochmal schauen. Ich weiß nur von der leichtgradigen Aortenklappeninsuffizienz, der Aortenektasie (spricht man bei 4cm nicht schon von einem Aneurysma?) und von einer leichten Aortenklappensklerose. Ich habe wirklich große Angst. Ich habe nächste Woche nun einen Termin bei der Gefäßchirugie, dies wurde mir von meinem Kardiologen empfohlen. Ein Herzzentrum ist hier keins in meiner unmittelbaren Umgebung. Besteht denn bei 4,3cm schon die Gefahr einer Ruptur?

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hey Valentin,

 

ja, schau mal in den Befund, ich denke, dass das sicher Aufschluss geben kann wie und woher die die Erweiterung erworben hast.

 

Puh, wie die genauen Grenzen von Erweiterung und Aneurysma sind, kann ich leider nicht sagen. Die Ärzte bewerten das auch individuell. Kann aber mal auf Arbeit nachfragen. Ich trag mein Aneurysma seit 10 Jahren mit mir rum. Durch meinen Herzfehler war ich zwar immer in Behandlung, aber so richtig Infos darüber hab ich nie erhalten, was passieren kann etc. Nur dass die Klappe halt mal gewechselt werden muss.

Klar, war nicht schön zu erfahren, dass es da ist, aber das Wissen darüber ist besser, weil man handeln kann.

Ich hab 1x im Jahr ein Kontroll MRT um zu sehen ob es größer wurde oder eine Dissektionsmembran  zu erkennen ist. Meins hängt aktuell bei 42mm und wurde bei meiner Herzklappen OP nicht mit operiert, da sich wohl so eine Erweiterung bei einer neuen Klappe erholen kann. Es kam zwar nicht dazu aber es sieht stabil aus. Kraftsport darf ich leider keinen machen, da es einen negativen Effekt hat. Liegt auch hier wieder am Blutfluss (aber sicher auch an meiner Grunderkrankung).

Die Erweiterung ist damals durch die falsch angelegte Aortenklappe entstanden. Normal hat diese drei Flügel (trikuspid), die den Blutfluss regulieren, bei mir waren es nur zwei (bikuspid). Durch den gestörten Blutfluss kam es dann zu der Erweiterung. Scheint bei bikuspiden Klappen leider oft vorzukommen, daher die Frage, was in deinem Arztbrief steht :)

Wichtig ist halt auch, dass wir nicht jünger werden und das Herz täglich ordentlich Arbeit leistet. Unsere Herzklappen verschleißen langsam auch, daher ist es gut zu wissen, dass man eventuell was hat, aber das gut im Griff haben kann.

Eine weitere Anfahrt in ein Herzzentrum würd ich in Kauf nehmen, kann vll aber auch daran liegen, dass ich mit Unikliniken nicht so die guten Erfahrungen gemacht hab.

Wenn du noch Fragen hast, hau raus.

 

Liebe Grüße

 

Anne

 

 

 

 

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Hallo Anne,

 

ich hab mir nochmal die Befunde durchgelesen, einmal vom Kardiologen und einmal vom CT. Ich zitiere zuerst den Kardiologen

 

"Befund: 33 jähriger Patient in sportlichem AZ und gutem EZ. Blutdruck 142/79 mmHg. Systolikum 2/6 rechts parasternal. Pulmo unauffällig. Keine Ödeme"

 

"EKG: Sinusrhythmus 64/min, Linkstyp, keine signifikanten Endstreckenveränderungen. Zeiten in der Norm."

 

"Echo: LV normal weit mit normaler systolischer und diastolischer Funktion (EF 60%). Keine LVH. Keine regionalen Wandbewegungsstörungen. RV normal weit und gut kontraktil (TAPSE 24 mm). LA normal groß. Sklerosierte, am ehesten funktionell bikuspide Aortenklappe ohne relevante Stenose (V~max 2,1m/sec) mit leichtgradiger Insuffizienz (PHT 600 ms). Geringe Mitral- und Trikuspidalinsuffizienz, abgeschätzter PA-Druck 20 mmHg. Aorta ascendens leicht dilatiert (39 mm). Kein Perikarderguss, keine Pleuraergüsse. IVC normal weit und atemvariabel."

 

"Epikrise: Vorstellung erfolgte zur Verlaufskontrolle bei Herzrhythmusstörungen. Der Patient beklagte dort seit langem, deutlich vermehrt nach einer Atemwegsinfektion im November. Echokardiografisch zeigte sich eine leicht sklerosierte Aortenklappe am ehesten funktionell bikuspid ohne relevante Stenose mit leichtgradiger Insuffizienz und grenzwertige Ektasie der Aorta ascendens. Die LV-Funktion ist normal regionalen Wandbewegungsstörungen oder rechtsventrikuläre Belastungszeichen. Ein Langzeit-EKG zum Ausschluss von relevanten Herzrhythmusstörungen wurde vereinbart. Eine erneute kardiologische Kontrolle sollte in 6 Monaten erfolgen"

 

 

Das ist der Befund vom Kardiologen. Natürlich konnte ich anschließend nicht viel damit anfangen, schließlich wusste ich bis zu dem Befund gar nicht dass ich so was überhaupt habe und das waren mir auch zu viele Fachbegriffe. Auch jetzt kann ich noch nicht mit allen Fachbegriffen in diesem Befund etwas anfangen. Ich frage mich nur, warum er meinte ich dürfte weiter Kraftsport ausüben? Also wo ich das jetzt nochmal gelesen und hier aufgeschrieben habe, ist mir ganz anders geworden. Und das CT ergab ja dann eine Ektasie der Aorta ascendens bis 4,3 cm. Den Befund werde ich hier auch noch zitieren. Kannst du was damit anfangen Anne? Muss ich mir jetzt große Sorgen machen? 

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hier nochmal der Befund vom CT

 

"Regelrechte Weite der Vorhöfe und Ventrikel. Keine intrakavitären Zusatzstrukturen. Keine Kalzifikationen der Mitralklappe. Mäßige Kalzifikationen der trikuspiden Aortenklappe. Aorta thoracalis ascendens bis 4,3 cm im Durchmesser. Keine arteriosklerotischen oder atheromatösen Wandveränderungen der abgebildeten Anteile der Aorta thoracalis. Gemeinsame Mündung der linken Pulmonalvenen im Sinne eines common ostium. Orthotope Mündungen der rechtsseitigen Lungenvenen. Kein Perikarderguss. Keine perikardialen Verkalkungen." 

 

"Eingeschränkte Beurteilbarkeit der Koronarien bei Bewegungsartefakten. Soweit hierunter beurteilbar: Hauptstamm: Normalkalibriger, kurzer Hauptstamm. Keine arteriosklerotische oder atheromatöse Wandveränderung. Keine Stenose."

 

"LAD: Normalkalibrige LAD mit Abgang eines normalkalibrigen Ramus diagonalis 1. Keine arteriosklerotische oder atheromatöse Wandveränderung. Keine Stenose."

 

"Ramus intermedius: Lumenzarter Ramus intermedius. Keine arteriosklerotische oder atheromatöse Wandveränderung. Keine Stenose."

 

"CX: Normalkalibrige CX mit Übergang in einen kaliberäquivalenten Ramus marginalis 1. Keine arteriosklerotische oder atheromatöse Wandveränderung. Keine Stenose."

 

"RCA: Normalkalibrige RCA, die den Ramus interventricularis posterior versorgt und einen Ramus posterolateralis Deuterium abgibt. Keine arteriosklerotische oder atheromatöse Wandveränderung. Keine Stenose. 

 

"CT-Beurteilung: Kein Nachweis arteriosklerotischer oder atheromatöser Wandveränderungen der Koronararterien, somit kein Nachweis einer signifikanten Koronarstenose. Rechtsdominanter Versorgungstyp. Keine Koronaranomalie. Ektasie der Aorta ascendens bis 4,3 cm."

 

Das ist der Befund vom Herz CT. Es wäre natürlich toll, wenn sich jemand dazu melden würde, der sich damit auskennt. 

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hallo Valentin,

ich kann deine Ängste und Sorgen gut verstehen!

Ich ( 49 Jahre)  habe  ein Aortenaneurysma oder eine Ektasie.. je nachdem wer die Diagnose schreibt. Bei meinem Kardiologen heißt es Ektasie, im CT Befund Aneurysma.

Seit 2 1/2 Jahren weiß ich von meiner Aortenklappenstenose. Und erst seit Oktober, dass ich eine erweiterte Aorta ascendens habe. Im CT 47 mm.

Es folgte ein Schluckecho, wo man das Aneurysma ( im einsehbaren Bereich) mit 45 mm beschrieb.

Dieses Aneurysma war bislang ( ca 4 oder 5 x Ultraschall ) nicht gesehen  worden!!! Bzw bei der Ultraschalluntersuchung im September 2022 schreib mein Kardiologe 36 mm. Im Oktober im CT dann 47. 

 

Diese Woche war ich dann nochmal zur Kontrolle beim Kardiologen : und dieser war schwupp die wupps fertig mit dem Ultraschall. Meinte, die Aorta wäre mit 45 mm nicht gewachsen und die Klappenöffnung nicht kleiner geworden ( das ist auch wichtig bei einer Aortenklappenstenose!)

Auf meine Beschwerden : vermehrte Kurzatmigkeit, Herzstiche und Herzstolpern ist er nicht eingegangen. meinte nur, ich sollte etwas abnehmen und das andere wäre vermutlich muskulär bedingt... und schon war er weg.. 

Jetzt frage ich mich, wenn das Aneurysma vorher im Ultraschall nicht zu sehen war bzw 36 mm  und im Oktober dann 47 mm im Ct.... Und jetzt plötzlich kann der Kardiologe im Ultraschall 45 mm messen... Wieso sagt er dann, es hat sich nichts verändert? Natürlich hat sich nichts verändert im Bezug auf den CT Befund... aber trotzdem konnte er ja vorher gar keine Vergrößerung sehen... und ich frage mich, ob es evrl im CT doch noch größer geworden ist...

 

Also, sorry... ich will dir damit nur sagen, das es oft unterschiedliche Meinungen gibt und das man selbst aktiv bleiben sollte mit den Untersuchungen. Ich verlasse mich nicht allein auf meinen Kardiologen ( den ich jetzt wechseln werde weil zu oberflächlich) . Ich werde mir jetzt einen Termin in einer Aortensprechstunde geben lassen und hoffe, dass ich da nicht auch 1 Jahr drauf warten muss :wacko:...

 

Bei dir wäre es sicherlich auch nochmal wichtig, ein TEE ( Schluckecho) machen zu lassen um die Aortenklappe genau anzusehen. Der KArdiologe schreibt bikuspid, das CT trikuspid. Das kann man im Schluckecho evtl nochmal genauer sehen.

 

Aber ich will dich auch etwas beruhigen : eine Aortenerweiterung mit 43 cm - ist - soweit ich das bisher gelesen habe- nicht extrem gefährlich. Hier im Forum sind einige, die Aneurysmen von über 5 cm oder auch fast 8 cm hatten... Das ist dann natürlich schon eilig mit einer OP.

Mit dem Kraftsport würde ich mir allerdings eine Meinung des Gefäßchirurgen einholen.

 

Alles Gute

Elke

 

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Hallo Valentin

Ich hatte fast das gleiche wie du: bikuspide Aortenklappe mit zunehmendem Aneurysma. Da man es bei mir aber seit Geburt wusste, bin ich damit aufgewachsen und konnte daher sicher etwas "gelassener" damit umgehen, da es nicht einfach zufällig später rauskam. Bei der ersten OP bekam ich eine biologische Klappe und bei der zweiten OP eine künstliche Klappe + Aortenersatz (detaillierter steht es in meinem Profil).

Mein Aneurysma war zuletzt 53mm gross und ich habe jahrelang immer Kraftsport gemacht, bis 2 Monate vor der zweiten OP. Mein Kardiologe sagte damals zu mir, dass ich weiter trainieren könne, solange es mir wohl dabei ist. Da meine Leistungsfähigkeit gegen Schluss immer mehr eingeschränkt war, habe ich automatisch weniger intensiv trainiert als davor. Es kann schon sein, dass durch das Krafttraining der "Verschleiss" schneller voran geschritten ist. Aber ich wusste ja sowieso, dass irgendwann eine Re-OP kommen würde und ich wollte so lange wie möglich fit bleiben. 

 

Es gab vor ein paar Jahren auf der Herzklappen-Seite ein Artikel genau zum Thema Kraftsport und ich habe es damals abfotografiert und vorhin wieder gefunden :D

Es wurde mittels Katheter der Blutdruck während Ausdauer- und Kraftübungen gemessen. Dabei kam es zu folgender Empfehlung: 10 Wiederholungen, 2-3 Serien, 2 Minuten Pause zwischen den Serien, 50%-70% der Maximalkraft. Dabei steigen weder Herzfrequenz noch Blutdruck signifikant an. Will man mit bis zu 80% der Maximalkraft trainieren, sollte man nur 6-8 Wdh machen. Natürlich kann man solche Empfehlungen nie pauschal auf jede Person und Diagnose anwenden, daher macht es sicher Sinn, das nochmal mit einem Arzt zu besprechen. Aber ein moderates Training schadet sicher nicht und gar nichts mehr machen ist ja auch nicht gut. 

 

Zu deinen Untersuchungsergebnissen kann ich folgendes sagen: so wie es steht, ist deine Aortenklappe nur leicht insuffizient, der Herzmuskel arbeitet gut, die aufsteigende Aorta ist erweitert, alle anderen Gefässe sind normal. Der Rest ist nur beschrieben, was untersucht wurde, aber dass man dort nichts auffälliges gefunden hat. 

Anhand des Befundes würde ich persönlich sagen, dass du dir keine grossen Sorgen momentan machen musst. Man kann wahrscheinlich erstmal in regelmässigen Abständen weiter den Verlauf beobachten. Die Aorta wird vielleicht erst über ein paar Jahre langsam weiter, aber so ganz genau kann man es natürlich nie voraus sagen. So wie ich es noch in Erinnerung habe hatte man mir damals gesagt, dass man ab 50-55mm operieren sollte. Davon bist du bis jetzt ja noch ein Stück weg.

Ich glaube es ist wichtig, dass du dir einen Arzt suchst, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst und der dir alles genau erklärt und deine Fragen beantwortet.

 

Deine Angst, dass du früh sterben könntest, ist verständlich, da das alles für dich neu und ein Schock ist. Aber die Medizin ist heute in dem Bereich so weit fortgeschritten, dass mit regelmässigen Untersuchungen und später auch einer OP das Risiko sehr gering ist. Den Herzfehler, den wir haben, ist einer der häufigsten und es gibt viele Leute, die eine OP hinter sich haben (manche auch mehrfach) und denen es heute sehr gut geht :) Der Vorteil ist, dass du jung und fit bist und du eine Familie hast, die dir Halt gibt!

LG Mira

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Vielen Dank für eure Antworten. Du hast ja auch schon einiges mitgemacht Ella und bei dem Kardiologen suchst du dir besser gestern als heute einen neuen. Das mit dem Schluckecho ist vielleicht eine gute Idee, das werde ich am Mittwoch mal in der Gefäßpraxis ansprechen. 

 

Also meinst du ich könnte erstmal weiter trainieren Mira? Ich frage mich halt warum der Kardiologe das gesagt hat? Also hier im Forum hab ich bei anderen schon gelesen, dass ihr Kardiologe vom Kraftsport abgeraten hat. Aber bestünde wirklich eine Gefahr, so hätte er mir doch nicht sein okay gegeben?! Manchmal denke ich aber auch dass die Ärzte selbst keine Ahnung haben. Der eine sagt das, der andere das. Mein letztes Belastungs EKG war, bis auf ein Couplet in der Erholungsphase, in Ordnung. Das ging bis 250 Watt. Ich bin halt extrem verunsichert. Kann bei 43mm schon was reißen? Besteht da schon die Gefahr einer Ruptur beim Krafttraining? Das würde ich halt gerne wissen. Es ist schade, dass man von den Ärzten diesbezüglich auch nicht wirklich aufgeklärt wird. 

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hallo Valentin,

 

ich kann deine Problematik gut verstehen. Allerdings will/kann dir niemand garantieren, dass intensiv ausgeübter Kraftsport keinen Einfluss auf eine potenzielle Ruptur bei einer bereits erweiterten Aorta haben könnte. Dafür sind die individuellen Unterschiede einfach zu groß und es kann ja auch keiner genau wissen, was du unter Kraftsport verstehst. Gehst du jeweils ans Limit oder machst du nur einfaches leichtes Muskeltraining.

Letztendlich kannst nur du allein entscheiden, welches Risiko du bereit bist für deinen Sport einzugehen. Das ist zwar unbefriedigend, aber leider nicht zu ändern.

 

Grüße
Dietmar

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Hallo Dietmar, 

 

vielen Dank für deine Antwort. Also unter Kraftsport verstehe ich wirklich bis ans Limit gehen, also ich teste auch gern meine Maximalkraft. Aktuell drücke ich beispielsweise 120 Kilo 10 mal, aber ich wäre ja schon zufrieden wenn ich überhaupt weiter trainieren könnte, von mir aus auch mit weniger Gewicht. Also verstehe ich das richtig, dass bereits jetzt bei mir die Gefahr einer Ruptur besteht? Ich könnte echt heulen. 

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Hallo Valentin,

 

ich hatte ein Aneurysma der Aorta ascendens mit 47mm. Trotzdem trainierte ich noch bei Kieser mit Gewichten im Bereich etwa dreiviertel Maximalkraft. 

Erst als sich drei Monate vor der OP die Öffnung der Aortenklappe auf 0,6 qcm reduziert hatte und mir der Kardiologe ein absolutes Sportverbot erteilte, hörte ich mit dem Training auf.

Aber, wie schon geschrieben, du musst dir über das Risiko im Klaren sein und selbst entscheiden, ob es dir deinen Sport wert ist.

 

Grüße

Dietmar

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Hallo Valentin

Wie Dietmar schon gesagt hat, kann man nie pauschal sagen, wer was und wie lang machen kann. Ob die Gefahr einer Ruptur besteht, ist denke ich auch von vielen Faktoren abhängig, nicht nur allein vom Durchmesser. Nur wird dir das niemand zu 100% sagen können!

Maximalkrafttraining mit sehr hohen Gewichten würde ich persönlich sicher nicht mehr machen. Wie ich schon geschrieben hatte, wenn dann eher nur mit 50-70% der Maximalkraft. Aber das ist das, was ich gemacht hatte und wofür mir mein Arzt auch das OK gegeben hatte. 

Besprich es am besten nochmal mit anderen Ärzten, wenn du die Möglichkeit hast. Und dann mach das, was sich für dich richtig anfühlt. 

 

Ich glaube du brauchst jetzt auch einfach Zeit, um dich an die neue Situation zu gewöhnen und da kommen immer wieder viele neue Fragen und Unsicherheiten auf. Ich habe das Gefühl, dass dich der Gedanke daran, dass du kein Training mehr machen kannst, auch extrem belastet und nicht nur die Angst vor einer Ruptur. Suche dir vielleicht mal eine Alternative zum Kraftsport, die dir einen Ausgleich gibt, damit du nicht in ein Loch fällst.

Alles Gute

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Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde jetzt bis zum Termin beim Gefäßchirurgen warten und ihn dann fragen ob und wenn ja, wie Kraftsport zukünftig noch möglich ist. Ich frage mich halt auch, warum der Kardiologe 39mm im Ultraschall gemessen hat und im CT waren es dann 43mm. Das CT ist schon genauer oder? Oder besteht da die Möglichkeit, dass die Ultraschall Untersuchung doch genauer war? Denn bei 39mm wäre die Aorta ascendens zwar erweitert, aber laut Kardiologe ja nur leicht dilatiert, was bei meiner Größe vermutlich noch nichtmal schlimm wäre?

 

Ich habe auch gelesen, dass jahrelanger Leistungssport dazu beitragen kann, dass die Aorta sich erweitert. Hier ist aber noch nicht abschließend geklärt, ob dies pathologisch relevant ist. Zitat:

"Verglichen mit der

Normalbevölkerung tritt eine Erweiterung der Aorta ascendens bei Leistungssportlern überdurchschnittlich häufig auf. In Relation zum Herzen scheint die Anpassung der Hauptschlagader an hämodynamischen Stress aber deutlich langsamer zu verlaufen. Nicht immer ist es einfach, die trainingsbedingte Erweiterung der Aorta von einer pathologischen Erweiterung der Hauptschlagader zu unterscheiden. Weiterhin muss untersucht werden, ob die erweiterte Hauptschlagader bei Sportlern als physiologisch anzusehen ist oder ob sie mit einem erhöhten Risiko für eine Aortendissektion oder Aortenruptur einhergeht".

 

Ihr merkt schon, ich klammere mich an jeden Strohhalm. Ich würde schon sagen, dass ich den Kraftsport leistungsorientiert betrieben habe. Meint ihr denn da besteht noch Hoffnung?

 

Liebe Grüße 

Valentin

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Das CT / MRT ist immer genauer.

Ein Echo ist gut, aber es kommt immer zu kleinen Unterschieden.

 

Warte mal den Termin ab, was der Gefäßdoc spricht. Ich wurde damals darüber aufgeklärt, dass Sport möglich ist, man aber Kraft-/ Leistungssport meiden sollte.

Am Ende muss man es selbst wissen.

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Hallo zusammen, 

 

ich war Anfang der Woche bei meinem Hausarzt um mit ihm das Ergebnis des Herz CT's zu besprechen. Er sagte mir, dass ich keinen Kraftsport mehr machen soll. Nun war ich gestern bei meinem Kardiologen und bei einem Angiologen. Beide sagten mir, dass ich den Kraftsport erstmal unverändert weiter ausüben kann. Als ich meinen Kardiologen fragte warum er 39mm gemessen hat und es im CT dann 43mm waren sagte er, dass es am Messverfahren liegen würde und dass der genaue Wert wohl irgendwo dazwischen liegen würde bei ca. 41mm. Jedenfalls wäre das nicht relevant, da alles andere soweit in Ordnung wäre, bis auf die dritte Klappe, welche ja leicht verkalkt ist. Ich solle mich aber beruhigen und so weitermachen wie bisher. Da ich den Sport ja nun schon seit 9 Jahren ausübe, hätte dieser schon einen größeren Einfluss auf das Wachstum gehabt, so seine Aussage. Mir könne nichts passieren. Natürlich frag ich mich da was ihn da so sicher macht, schließlich kann man so etwas doch nie garantieren. Und hier im Forum sind ja auch die Meisten der Meinung, dass man ab 4mm eigentlich keinen Kraftsport mehr betreiben sollte. 

 

Anschließend war ich noch beim Angiologen und auch er meinte ich solle erstmal so weitermachen wie bisher. Ich solle aber keine neuen Bestleistungen anstreben oder das Gewicht erhöhen, sondern bei dem Gewicht bleiben mit dem ich auch sonst immer trainiere. Wie ich ja schon geschrieben hatte ist das nicht gerade wenig. Er hat dann auch die anderen Gefäße begutachtet und da war scheinbar soweit alles in Ordnung. Auf dem Ultraschall konnte er laut eigener Aussage auch 42 bis 43mm der Aorta ascendens erkennen (warum hat der Kardiologe dann nur 39mm gesehen?). Ich war ja sogar noch bei einem anderen Kardiologen, dem ich während der Anamnese gesagt hatte, dass eine leichte Aortenklappeninsuffizienz und eine Aortenektasie diagnostiziert wurde. Dieser sagte nach dem Echo, ohne genaue Zahlen zu kennen, dass ich den Sport uneingeschränkt weiter ausüben solle und dass das sogar gut sei. Als ich ihm anschließend per Mail mitgeteilt hatte, dass beim Herz CT 43mm gemessen wurden sagte er, dass ich mich an einen Gefäßchirurgen wenden solle (was ich ja getan habe), da er im Echo die Aorta nicht ausreichend hätte beurteilen können. 

 

Nun bin ich natürlich verunsichert. Mein Hausarzt hat mir vom Kraftsport abgeraten, mein Stammkardiologe und der Angiologe sagten aber ich solle weitermachen und dass alle 6 Monate kontrolliert wird. Ich weiß wirklich nicht was ich tun soll. Laut den Ärzten ist es ja auch noch kein Aneurysma, sondern "nur" eine Ektasie. Aber die Angst vor einer Ruptur oder Dissektion ist jetzt immer im Hinterkopf. Wie würdet ihr die ganze Situation einschätzen?

 

Liebe Grüße 

Valentin 

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Wie man so schön sagt: 10 Ärzte - 10 Meinungen.

Du wirst nie eine einheitliche Antwort von allen genau gleich bekommen, egal zu welchem Thema. Das ist nunmal die Realität und letztendlich liegt es an dir, was du daraus für dich mitnimmst. Dein Körper - deine Entscheidung. Wenn du Angst vor einer Ruptur hast, dann passe dein Training eben so an, dass es für dich passt. Und sonst mach weiter wie bisher. Es wird dir weder hier noch sonst wo irgendjemand zu 100% sagen, was du machen sollst. Sonst heisst es nachher "aber du hast doch gesagt....". Die Verantwortung kannst nur du allein für dich tragen!

Es ist vielleicht hart, wenn ich das jetzt so schreibe, aber wir sind alle mit solchen Situationen und Entscheidungen konfrontiert und müssen abwägen, was für uns selber stimmt. Egal ob es um eine OP-Methode geht oder um die Belastbarkeit. Du kannst dir nur Tipps holen und Erfahrungswerte von anderen, aber auch die werden sich immer unterscheiden.

Zumindest ist ja schonmal positiv, dass 2 Spezialisten gesagt haben, dass du von ihnen aus gesehen weiter trainieren könntest ^_^

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Also ich möchte nichts verharmlosen....aber mach Dir mal nicht so einen Kopf. Erstens sind 43 mm noch weit von der OP zweitens einmal Ultraschall , einmal CT.....kann niemand sagen ob da tasächlich was gewachsen ist. Legste das gleiche CT 3 Kardiologen vor, bekommste mitunter aussagen wie 45mm , 40 mm 47 mm......ich würde an deiner stelle alle Jahre kontrollieren lassen aber wenn möglich immer vom selben Arzt!

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@Angsthase40 also würdest du auch weiterhin in der Intensität Sport treiben? Ich mein der Kardiologe hatte ja sowieso "nur" 39mm gemessen, das wäre ja noch nichtmal ein Befund bzw. müsste ich mir dann keine Sorgen machen und könnte jede Sportart ohne Bedenken ausüben. Jedenfalls hat mich die Nachricht von dir ein wenig beruhigt. 

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Mal ein kurzes Update. Bin noch im Krankenhaus, eben wurde ein Herz CT gemacht. Dies wurde gemacht, da ich vorher angegeben habe welche Probleme ich habe und was mich aktuell plagt. Noch dazu gab es eine große Blutdruck Differenz an beiden Armen, links 190 zu 100, rechts 160 zu 85. Daraufhin wurde mir gesagt, dass ein Herz CT quasi unumgänglich ist, da man bei dieser Blutdruck Differenz nicht ausschließen könne dass eine Dissektion vorliegt. Eigentlich wollte ich keins machen lassen, da ich ja gerade erst eins hatte und die Strahlenbelastung ja nicht unerheblich ist. Ich muss dazu sagen, dass ich vorher beim Training war und wieder relativ intensiv trainiert habe. Jetzt wurde die Aorta ascendens "nur" noch mit 40mm gemessen. Was stimmt denn jetzt? Bei 40mm würde ich mir nicht so viele Sorgen machen, hab sogar gelesen dass man dann noch alle Sportarten betreiben kann, wemm man groß gewachsen ist, auch Kraftsport. Welcher Messung kann ich jetzt vertrauen? Beim letzten CT war ich deutlich aufgeregter und habe zwischendurch auch gewackelt, diesmal nicht. Bitte, es wäre wirklich toll wenn mir jemand antworten würde. 

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Konnte denn zu dem zu hohen Blutdruck was gesagt bzw dieser eingestellt werden?

Das wird dir niemand sagen können, nur eben die Ärzte. Wir sind ja selbst nur Laien. Ich würde bezüglich der Unterschiede auf die Ärzte zugehen. Einfach mal fragen, wie sowas zu stande kommen kann.

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Woher dieser hohe Blutdruck und die Differenz kam konnte nicht geklärt werden. Ich habe sowieso leicht erhöhten Blutdruck, meist 140 zu 80. Aber die Werte schwanken auch stark bei mir auch extrem stark. Jedenfalls wurde mir jetzt dazu geraten mal zu einer Uniklinik zu fahren, da dort Spezialisten arbeiten würden. Ich frage mich jetzt halt welcher Wert der Aorta ascendens stimmt? 39mm? 40mm? Oder doch 43mm? Irgendwie verunsichert mich jeder weitere Arzt oder Krankenhaus Besuch nur noch mehr. 

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Nochmal.....was stimmt und was nicht iss von Arzt zu Arzt abhänging. Das gleiche  CT beurteilen bei mir 3 Ärzte...der eine sagt 49 mm, der andere 50 mm, und der dritte dann 55mm....also diese Werte sind die welche ich gesagt bekommen habe.....jetzt hatte ich ein MRT wo wieder 48 mm gesagt wurde.....das ist alles net normal!

 

und bei Dir sind dauernd andere Ct's oder Ultraschall was dann noch zu grösseren Messunterschieden führt.

 

Soviel dazu

 

Auch bei 43 mm bist du noch weit von einer OP entfernt ABER

 

wenn du eh schon nen leicht erhöhten Blutdruck hast würde ich auf JEDEN Fall mal ne 24 Stunden Messung machen und wenn möglich während dieser messung auch dein Kraftsport.....weil wenn da sehr hohe Blutdruckspitzen sind , dann würde ich da etwas kürzer treten an Deiner Stelle

Ich selbst mache eh kaum Sport und bekomme es auch nicht gebacken mal  20 Kilo abzunehmen aber das iss egal .

 

Mach dich nicht an diesen +/- 4 mm fest.....und vor allem gehe bei Kontrollen immer in die gleiche Praxis und wenn möglich auch zum gleichen Arzt...nur dann kann man sehen ob da was grösser wird!!

Edited by Angsthase40
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Wenn dein Blutdruck eh erhöht ist, kann auch das eine potentielle Ursache sein, was die Erweiterung der Aorta angeht.

Und ein Blutdruck von 190/100 ist nicht erhöht sondern kratzt an eine hypertensive Entgleisung.

Bevor du dir jetzt einen Kopf über die unterschiedlichen Messwerte machst, solltest du den Blutdruck einstellen lassen. Wenn sich der normalisiert und du

regelmäßig zur Kontrolle gehst, kann die Welt schon ganz anders aus. Und es gibt dir Sicherheit.

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