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Unruhiges Herz

Liebe Leserin, lieber Leser,
Vor einigen Tagen rief uns eine gute Freundin an und erzählte, dass sie unter sehr unangenehmen Herzrhythmusstörungen leide. Herzrhythmusstörungen, die ihr Angst machten. Sobald sie zur Ruhe käme und wenn sie im Bett läge, spüre sie diese. An ausreichend Schlaf wäre nicht zu denken und das mache ihr zusätzlich zu schaffen.
Ihr Kardiologe hätte sie eingehend untersucht und auch ein Belastungs-EKG durchgeführt mit dem Ergebnis, dass alles nicht so schlimm sei.
Sie hätte die Herzrhythmusstörungen zu akzeptieren. Medikamente bräuchte sie auch nicht. Lediglich ein kleines Leck an der Aortenklappe habe man festgestellt und hierzu solle sie in einem Jahr wieder zur Kontrolle kommen.
Du hast doch auch Herzrhythmusstörungen. Was tust Du dagegen?" fragte sie. Meine Antwort: „Ich habe sie mehr oder weniger akzeptiert". Aber, so fuhr ich fort: „Es hat viele Jahre gedauert. Irgendwie aber hat sich das Gehirn gemerkt, dass ich darauf reagiere. Denn nun wird jede kleinste Reaktion des Herzens vom Gehirn als Warnung weitergeleitet. Wie ein Landzeitgedächtnis, das sich unangenehme und angenehme Dinge merkt".
„Und wenn es Dich trotzdem stört?" bohrt sie weiter. „Ich habe mir Tricks angeeignet, die mir helfen. Spüre ich die Rhythmusstörungen, so bewege ich mich. Ist es unangenehmer
genehmer, nehme ich Magnesium. Das beruhigt. Ein Schluck kaltes Wasser hilft ebenfalls.
„Unter Belastung und Ablenkung spüre ich nicht, aber..." Ich versuchte sie zu beruhigen. „Versuche auf Dein unruhiges Herz nicht zu achten, auch wenn es anfangs schwer fällt. Sprich mit Deinem Mann darüber, damit auch er Deine Ängste versteht. Und wenn er dann eines Tages nur noch sagt: „Na, rappelt Dein Herz wieder?", dann weißt Du, dass Ihr Dein unruhiges Herz akzeptiert habt."

Herzlichst Ihr Christian Schaefer (Dez. 2008)