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Zuzahlung für Teststreifen gerechtfertigt?

SGB V, § 31
Sozialgesetzbuch Fünftes Buch
Gesetzliche Krankenversicherun
g
In der Fassung des Gesetzes zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Nachhaltigkeitsgesetz) vom 21. Juli 2004 (BGBl. I S. 1791)
§ 31 Arznei- und Verbandmittel

(1) Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln, soweit die Arzneimittel nicht nach § 34 oder durch Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ausgeschlossen sind, und auf Versorgung mit Verbandmitteln, Harn- und Blutteststreifen.

(3) Versicherte, die das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, leisten an die abgebende Stelle zu jedem zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordneten Arznei- und Verbandmittel als Zuzahlung den sich nach § 61 Satz 1 ergebenden Betrag, jedoch jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels. Satz 1 findet keine Anwendung bei Harn- und Blutteststreifen.

Die CoaguChek Teststreifen sind nach wie vor zuzahlungsfrei nach § 31 Abs. 3 Satz 2 SGB V.
Die Vergütung von verordneten Teststreifen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen sind in den Arzneimittellieferverträgen geregelt. In diesen Verträgen ist eindeutig beschrieben, bspw. im § 9 des Ersatzkassenvertrages, dass außer den gesetzlich vorgesehenen Selbstbeteiligungen keine weiteren Zahlungen vom Versicherten für die Abgaben gefordert werden dürfen.

Eine Zuzahlung für verordnete Teststreifen zu fordern mit der Begründung, dass niedrige Vertragspreise zwischen den Händlern/Landesapothekerverbänden und den Krankenkassen vereinbart worden seien, ist also demnach nicht statthaft.

Red. (Nov. 2009)

Die fixierte Stechilfe

Patienten mit einer halbseitigen Lähmung aber auch Patienten mit rheumatoider Arthritis sind bei der Durchführung ihrer INR-Bestimmung eingeschränkt.
So sind sie beim Bestücken der Stechhilfe mit der Lanzette – beim Spannen der Stechhilfe – beim Punktieren der Fingerbeere – eventuell beim Auftragen der Blutprobe – und beim entfernen der Lanzette aus der Stechhilfe überwiegend auf Hilfe angewiesen.
Eine 38-jährigen Patientin – nach einem Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung – kam im Rollstuhl mit ihrer Mutter zu uns zur INR-Schulung. Während der Schulung stellten wir fest, dass ohne fremde Hilfe eine INR-Selbstbestimmung nicht möglich ist.
Um der Patientin ihre Selbstständigkeit wieder zu geben, kamen wir auf die Idee eine Stechhilfe anzufertigen. In einer besonderen Art eines Sandsteins haben wir mit einem Steinbohrer eine konische Vertiefung gebohrt, um die Stechhilfe zu fixieren.
Da es bei der Anwendung keine Probleme gab bin ich dabei – aus hygienischen Gründen – dieses Block aus Kunststoff anzufertigen in den Maßen 10x5x5 cm oder kreisförmig im Durchmesser von 10cm.

K. Wilhelm, MTBS, Leinhaldenweg 8, 79104 Freiburg, E-mail: karlheinz.wilhelm@web.de

(Juli 2007)

Betr.: Nasenbluten

Bei einem INR 2,5 -3,5 habe ich seit meiner AK-OP 1997 beim Nasenschnäuzen immer etwas Blut im Taschentuch. Manchmal blutete es auch etwas stärker, aber nie sehr lange. Der Hausarzt gab die wohl üblichen Ratschläge wie Nasensalbe, mein Apotheker verkaufte mir zudem blutstillende Watte. Nach einer längeren Erkältungsphase (starker Schnupfen) hatte ich nach einem Niesen sehr starken Blutfluss. Nichts wollte helfen (auch kein kalter Waschlappen im Genick etc.). Am nächsten Morgen war mein Kopfkissen bis auf das Laken durchgeblutet. Die Nase blutete noch immer.
Test: INR 3,7! Zum Arzt? Es war Sonntag. Zum HNO-Notdienst, 25 km entfernt. Ein Kompressenbausch im Nasenloch hielt ca. 10 Minuten, dann musste für Nachschub gesorgt werden. Beim HNO-Arzt endlich angekommen – etwa 20 Patienten vor mir. Auf dem Absatz kehrt. Zur Notaufnahme ins nächste Krankenhaus? Vorher der rettende Einfall: Aus unserem Ratgeber "Die Gerinnung" wusste ich, dass es über das Thema "Nasenbluten" Leserbriefe gab. In Nr. 20 wurde ich fündig: Frau Marianne Metzner in Dresden von der dortigen Selbsthilfegruppe wusste Rat: Eine Kompresse in Streifen schneiden und zu einem Tampon zusammenrollen (Größe entsprechend der Nasenöffnung). In Wasser tauchen und in das Gefrierfach des Kühlschrankes legen. Soweit kühlen, dass noch nicht ganz zum Eiszapfen gefroren, sondern noch beweglich. Bei meinem Kühlschrank war es in ca. 1/2 Stunde so weit. In die Nase einführen.
Fertig!
Ich war glücklich, denn schon nach ca. 2 Minuten war die Blutung vorbei und seither war keine Wiederholung nötig. Inzwischen habe ich natürlich auch wieder den INR auf 3,0 eingestellt.

Mein Apotheker war für die Info dankbar, gab mir noch den Hinweis, nicht zu kalt (Stichwort Eiszapfen) in die Nase einführen, da sonst Erfrierungserscheinungen auftreten können.
Herzlichen Dank an Frau Metzner in Dresden.Viele Grüsse an alle "Mitbluter und -innen".
Erich M.

(Juli 2007)