Prothesenendokarditis

Die von Herzklappen-Patienten gefürchtete Prothesenendokarditis ist eine seltene Erkrankung. Wenn die Prothesenendokarditis jedoch auftritt, verläuft sie sehr dramatisch.
Ein untrügliches Zeichen ist das oft schleichend beginnende Fieber. Mit dem chronischen Entzündungsprozess fühlt sich der Herzklappen-Patient geschwächt. Weitere vom Patienten erkennbare Zeichen sind schmerzlose oder auch schmerzhafte Knötchen oder Hautverfärbungen an den Finger- und Fusskanten. Hierbei handelt es sich um kleine Hautblutungen.
Bei Verdacht auf eine Prothesenendokarditis werden Blutkulturen angelegt, die dem Arzt den Stamm der Bakterien anzeigen.
Bei einer fortgeschrittenen Prothesenendokarditis können zudem Herzrhythmusstörungen auftreten.

 

Das Schluck-Echo (TEE=Transösophageale Echokardiographie) bietet sich als eine hervorragende diagnostische Massnahme an, denn mittels des Schluck-Echos kann der Arzt die Bakteriennester im Bereich der künstlichen Herzklappe früh erkennen.
Die Behandlung der Prothesenendokarditis kann wegen ständiger Kontrollen und wegen des Einsatzes technischer Hilfsmittel nur im Krankenhaus erfolgen. Eine Antibiotika-Behandlung ist vorrangig und nimmt viele Wochen in Anspruch.
Wenn sich aber die Infektion nicht unter Kontrolle bringen lässt, ist es erforderlich, die beädigte künstliche Herzklappe auszuwechseln. Der entzündete Bereich um die Herzklappe wird dann ebenfalls mit beseitigt.

PD Dr. med. Heinrich Körtke, Herzzentrum NRW, Bad Oyenhausen

(Juli 2005)