Wann wird klappenerhaltend operiert?

Klappenerhaltende Operationen werden insgesamt deutlich weniger durchgeführt. In den meisten Fällen kommt es zum mechanischen Herzklappenersatz, in selteneren Fällen zum biologischen Herzklappenersatz. Klappenerhaltend operiert werden in erster Linie die Trikuspidal- und Mitralklappen. Eine gute Voraussetzung für diesen Eingriff bietet eine kaum verkalkte Herzklappe. Ebenfalls sollten die gegebenen anatomischen Strukturen der Mitral- bzw. Trikuspidalklappen noch vorhanden sein. Häufig jedoch führt ein Prolaps - das bedeutet eine Ausbuchtung eines der Segel - zur Klappenundichtigkeit mit oder ohne Sehnenfahnenabriss (ein Teil des Halteapparates der Klappe). Diese Klappen eignen sich zur Wiederherstellung (Rekonstruktion) insbesondere, wenn ein Prolaps des hinteren Segels der Mitralklappe bzw. wenn es zu einer Ringdilatation (Erweiterung des Klappenringes) der Mitral- wie Trikuspidalklappe gekommen ist. Jeder Kardiochirurg wird bemüht sein, in solchen Fällen die Klappe erhaltend zu operieren.

PD Dr. med. Heinrich Körtke† (Herzzentrum NRW, Bad Oyenhausen)

(Juli 2005)