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Impfungen bei Einnahme von Gerinnungshemmern

Herbstzeit – an das Impfen denken

Haben Sie Ihren Impfpass in letzter Zeit einmal angesehen? Sie werden nicht nur feststellen, dass die Zeit schnell vergeht, sondern auch, dass Auffrisch-Impfungen notwendig sind und dadurch möglicherweise Impflücken entstanden sind.
Mit fortschreitendem Lebensalter lässt die Schutzwirkung des Immunsystems nach und alters bedingte Krankheiten schwächen viele Patienten zusätzlich. Deshalb ist es wichtig – auch gerade bei gesundheitlich Gefährdeten z. B. Träger künstlicher Herzklappen – die sog. Grippeimpfung durchzuführen.
Die Impfung gegen Influenza sollte alljährlich im Herbst mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination erfolgen.
Pneumokokken-Impfung: Diese Impfung ist bei Patienten, die älter als 60 Jahre sind empfehlenswert. Pneumokokken sind Verursacher von Lungenentzündungen. Die Auffrischung erfolgt alle sechs Jahre.
Laut einer EMNID-Umfrage (April 2007) wurden in den vergangenen 10 Jahren 76 % der Erwachsenen im Alter von über 18 Jahren gegen Tetanus, 33 % gegen Diphtherie, 11 % gegen Pertussis (Keuchhusten) und 34 % gegen Polio geimpft . Diese sehr unterschiedlichen Impfraten unterstreichen die Notwenigkeit, verstärkt Kombinationsimpfstoffe anzuwenden so Prof. Dr. med. Michael Pietsch, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Bei jetzt notwendigen Auffrischimpfungen z. B. gegen Tetanus (alle 10 Jahre) und Diphtherie (alle 10 Jahre) können in Kombination mit einem Pertussisimpfstoff und Polioimpfstoff (Vierfach-Impfstoff) die Impflücken geschlossen werden.
Hepatitis A: Hier erfolgt die Auffrischimpfung ebenfalls alle 10 Jahre. Jedoch sollte man anhand seines Impfpasses feststellen lassen, wann genau die Auffrischung zu erfolgen hat. Sinnvoll ist es, ein Vortesten auf Hepatitis-A-Antikörper vornehmen zu lassen.
Reiseimpfungen: Sollten Sie in Endemiegebiete reisen (z. B. Gebiete mit hoher Tollwutgefährdung oder in Gebiete mit Gelbfieber, Typhus oder Cholera) lassen
Sie sich vorher ausführlich beraten.
Gerinnungshemmung: Bei Patienten die lebenslang Gerinnungshemmer einnehmen ist eine intramuskuläre Injektion kontraindiziert. Die Grippeschutzimpfung, die Pneumokokken-Impfung oder Hepatitis-A-Impfung können sub cutan (flach unter die Haut) erfolgen. Die Hersteller weisen jedoch immer darauf hin, dass ein Impferfolg – bei einer Impfung flach unter die Haut – in Frage gestellt wird. Spezielle Impfungen wie z. B. gegen Gebärmutterhalskrebs können grundsätzlich nicht sub cutan durchgeführt werden. Auch hier sollten Sie sich ausführlich beraten lassen.
Auch wenn wir Gerinnungshemmer einnehmen, sollten wir Schutzimpfungen durchführen lassen, auch wenn bei einer Impfung eine 100%ige Wirkung womöglich nicht erreich wird.

Christian Schaefer, Ratingen (Sept. 2006)

Die Impfung kann auch bei Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen problemlos, also flach unter die Haut (s. Foto) verabreicht werden.