Welche Langzeitwirkungen haben Gerinnungshemmer?

Bei der über viele Jahre notwendigen Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten wie z. B. Marcumar oder Falithrom können unerwünschte Langzeitwirkungen auftreten. Neben dem erhöhten Risiko für das Auftreten von Blutungen kann es zu einem bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägten Haarausfall kommen. Oft besteht der Haarausfall aber nur einige Wochen oder Monate zu Beginn der Therapie und lässt dann ganz nach.
Eine weitere Nebenwirkung, die aber nur nach sehr langer Einnahmezeit auftreten kann, ist eine Mineralisationsstörung des Knochens, die zu einer verminderten Knochendichte und damit eventuell zu einem etwas höheren Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen führen kann.
Darüber hinaus ist beobachtet worden, dass die Werte für die Leberenzyme unter der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten ansteigen können. Oft normalisieren sich diese Werte auch nach einiger Zeit der Einnahme.

Insgesamt ist es aber so, dass diese Nebenwirkungen sehr selten sind, sie sind bei dem individuellen Patienten nicht vorhersehbar. Bei der Abwägung zwischen dem Nutzen der gerinnungshemmenden Medikamente und dem Risiko durch unerwünschte Nebenwirkungen wird man praktisch immer zu einer positiven Beurteilung kommen, das heisst: In der Regel überwiegt der Nutzen gegenüber den Nachteilen durch eventuelle Nebenwirkungen. Dies gilt auch, wenn man das Risikoprofil anderer gerinnungshemmender Medikamente, z. B. der Heparine, betrachtet. Letztlich sollte man bedenken, dass es sich bei den oral einzunehmenden gerinnungshemmenden Medikamenten um Arzneimittel handelt, über die schon sehr lange, über 50 Jahre, Erfahrungen vorliegen.

Es ist nicht richtig, dass sich unter Einnahme dieser Medikamente langfristig die Venen verändern. Das Dünner- und Brüchigerwerden von Venen ist ein Prozess, der mit zunehmendem Lebensalter über Jahrzehnte hinweg bei jedem Menschen mehr oder weniger stark auftritt. Er hat nichts mit der Einnahme dieser Medikamente zu tun.