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Klientin2

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  1. Klappe wieder undicht - nach MKR am 14.11.2017

    Lieber Malte, danke für die gute Nachricht! Ich wünsche Dir eine zügige, möglichst schmerzfreie (und bitte vor allem diesmal komplikationslose!) Genesung! LG Corinna
  2. Klappe wieder undicht - nach MKR am 14.11.2017

    Lieber Malte, auch ich werde am Mittwoch ganz feste (und sehr zuversichtlich) die Daumen drücken. Nach all den Komplikationen, die Du schon erleiden musstest, verstehe ich sehr gut, wie schlimm sich das jetzt für Dich anfühlt. Aber ich kann mich nur wiederholen: Das Klappenvitium kann - anders als manch andere Krankheit - vollständig geheilt werden. Und das wird bei Dir bestimmt geschehen. Gleichwohl ist Angst da (vielleicht auch ein bisschen Wut?). Und wie auch nicht? Hier hast Du einen Ort dafür. Einen herzlichen Gruß Corinna
  3. Klappe wieder undicht - nach MKR am 14.11.2017

    Lieber Malte, es tut mir sehr, sehr leid, dass Deine Mitralklappen-Rekonstruktion offenbar auch nach den direkten OP-Komplikationen, von denen Du ja nun wahrlich genug hattest, große Probleme bereitet. Ich drücke meine Daumen dafür, dass diese Probleme sich als eine Fehl-Interpretation (auch Deines Kardiologen - und: Ja, auch Ärzte irren sich!) herausstellen und es so sein möge wie bei Brigittchen. Den Satz aber, den ich von Dir zitiert habe, habe ich mit Bedacht zitiert. Auf meinen Mann traf er zu. Ihm wurde mit 45 ein Krebs diagnostiziert, den man statistisch wenn überhaupt, dann erst 20 Jahre später bekommt. Und während der 'Therapie' dieses Krebses ging bei ihm alles schief, was die Statstik so als Nullkomma-Fälle ausweist. 15 Monate nach der Diagnose war er tot - und hat damit die Todesalter-Statistik dieses Landes leider gar nicht beeinflusst, weil so ein Tod an so einem Krebs viel zu selten passiert und das "Viel zu Selten" in den Nullkomma-Fällen enthalten ist. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen Nullkomma-Krebs- und Nullkomma-Klappenvitien-Fällen (jedenfalls bei Ersterkrankten über 35 Jahren, die dieses Nullkomma-Fall-Schicksal erleiden): Der Herzklappen-Patient (auch der Nullkomma-Problemfall) weiß, dass sein defektes Organteil chirurgisch definitiv repariert oder durch ein funktionstüchtiges neues Teil ausgetauscht werden kann; er weiß, wenn er "krankheitsbedingt" stirbt, dann unter der OP oder aufgrund von OP-Folge-Komplikationen (von den üblichen OP-Komplikationen, die auch bei einer Blinddarm-OP oder der eines Überbeins auftreten können, bis hin zur Endokarditis). Der Krebs-Patient weiß offiziell fünf Jahre lang nicht, ob er leben oder sterben wird, weil in ihm nichts "repariert" oder "ausgetauscht" werden, sondern nur (hoffentlich) vernichtet werden kann, und ob das gelungen ist, ist halt eine lange Zeit nicht klar. Und der Preis, den das kostet, ist oft höher als eine lebenslange Marcumar-Einnahme. Und wenn er einer der Nullkomma-Fälle, bei denen alles schiefgeht ist, weiß er ziemlich schnell, dass zuviel schiefgegangen ist, um noch eine realistische Hoffnung hegen zu können. Du bist gottseidank - wenn überhaupt, vielleicht ist es ja nur ein kardiologischer Irrtum! - ein Nullkomma-Klappenvitien-Fall. Eine Re-OP aber wäre unzweifelhaft schlimm. Und gefährlich wie jede große OP. Ich verstehe also Deine Angst, Deine Frustration, Deine Traurigkeit, Dein Klagen, ich fühle das alles mit. (Gerade auch, weil Du zu den Nullkomma-Patienten gehörst, die schon so viel mehr in Folge der OP durchmachen mussten als die statistischen Normalfälle, bei denen alles glatt geht.) Doch ich möchte Dir Mut machen: Was Du hast, lässt sich nach wie vor "reparieren". Davon geht nicht automatisch eine Metastasen-Gefahr aus! Viele Menschen müssen in ihrem Leben mehrfach an ihrem Herzen operiert werden. Doch sie wissen: Mein Herzfehler nistet sich nicht als tödliche Bedrohung in meiner Lunge oder Leber oder Niere, in meinen Knochen oder in meinem Herzen ein; er lässt sich "reparieren". Du kannst in vergleichsweise kurzer Zeit wieder "ganz gesund" werden, lieber Malte. (Und Du hast hier einen Raum, um über Dein Schicksal traurig und voller Angst und Wut zu sein, das - sofern die MKR jetzt tatsächlich misslungen sein sollte - schwer zu tragen ist.) Zum Schluss noch ein "Zahlenspiel": Dass die Re-OP einer Mitralklappe nicht gelingt, passiert in NullkommanullXYZ der Fälle. Jene Fälle sind zu 99% entweder über 75 Jahre alt oder multimorbid oder beides. Einen herzlichen Gruß Corinna
  4. Mitralklappen Op

    PS: Ich will und kann nichts "relativieren", will und kann nicht die eine Krankheit gegen die andere "aufrechnen". Was Du, liebe Stefanie, erlebt hast, das IST schrecklich gewesen (ich wiederhole mich). Was ich wollte, das war: Daran zu erinnern, dass es keine "Garantie" gibt, dass jeder, der schwer krank wird, schlimmstenfalls damit rechnen muss, die Krankheit bzw. die Therapie, die gegen sie helfen soll, nicht zu überleben, zweitschlimmstenfalls damit rechnen muss, lange und nicht komplikationsfrei mit der Genesung zu tun zu haben, und bestenfalls erleben darf, glimpflich davon zu kommen, aber auch dann noch eine gewisse Rekonvaleszenzzeit erdulden zu müssen, in der man nicht so fit ist, wie man es kennt. Ich habe bei organkranken Patienten manchmal den Eindruck, dass sie ihr krankes Organ für ein mechanisches Teil halten, das mit ein paar unangenehmen Reparatur-Griffen durch den Mechaniker-Chirurgen komplett wiederinstandgesetzt oder ersetzt werden kann. Aber ein menschliches Organ ist eingebunden in hochkomplizierte physiologische (und vermutlich auch psychosomatische) Kreisläufe, deren Zusammenspiel bis heute in vielen Details ein Rätsel ist. Ein Chirurg ist kein Mechatroniker. Und die Auswirkungen einer OP samt Vollnarkose (allein über deren Wirkungsweise wissen die Anästhesisten ja de facto nichts) sind nicht so standardisierbar wie der Austausch eines Keilriemens oder einer Lichtmaschine.
  5. Mitralklappen Op

    Liebe Stefanie, Dein Entsetzen ob all dessen, was Dir da nun während und in Folge der OP widerfahren ist, verstehe ich durch und durch. Es IST ja auch schrecklich. Man spürt von heute auf morgen seine Sterblichkeit. Eben noch "mitten im Leben", dann plötzlich schwer herzkrank (ohne Symptome) und nach >Reparatureingriff<, der anders als >geplant< verlief, sogar körperlich vollkommen am Boden. - Das IST eine grauenhafte Erfahrung, denn sie sagt nichts anderes als: 'Du bist sterblich ...' Und: 'Medizin kann dir kein ewiges Leben schenken.' Und: 'Ärzte macht Fehler, manchmal tödliche.' Damit ist schwer zurecht zu kommen. Deshalb finde ich es gut, dass Du psychotherapeutische Hilfe suchst. (Und ich drücke Dir kräftig die Daumen dafür, einen deutschprachigen Therapeuten zu finden - während in Dtl. "Englisch" ja meist die erste schulische Fremdsprache ist und es für Akademiker hierzulande ziemlich gängig ist, gut Englisch sprechen zu können, ist das mit dem Deutschen im Ausland und auch in den USA ja völlig anders.) Eins aber möchte ich anmerken: Stell Dir vor, Du hättest jetzt statt Deiner Herzklappen-Diagnose samt größter >Reparatur-Chancen<, die heutzutage mit einer solchen Diagnose ja einher gehen - stell Dir vor, Du hättest eine Krebsdiagnose erhalten. Die bekommen viele Menschen "mitten im Leben". Und da sind die >Reparatur-Chancen< von Anfang an sehr, sehr fraglich (und damit meine ich nicht das immer vorhandene OP-Risiko). Die "Herzklappler" hingegen, die haben beste Chancen, generell und auch nach OP-bedingten Komplikationen sowie einer längeren Rekonvaleszenz (die meist deutlich unterhalb der Zeiten einer Chemo-Therapie und der Genesung von selbiger liegt), tatsächlich wieder "ganz gesund" zu werden. Für alle Krebspatienten sieht das mindestens fünf Jahre nach OP ganz anders aus (so lange gilt man als "nicht geheilt"). Und für etwa die Hälfte von ihnen ist das bis heute tatsächlich ganz anders, weil die diese Krankheit nicht überleben. Egal, ob sie 5, 50 oder 85 sind. Das wird manchmal vergessen. Und machmal auch hier. Weiterhin beste Genesungswünsche und eine schöne Adventszeit inmitten Deiner Familie Corinna
  6. Vorstellung und OP-Bericht

    Lieber Malte, es ist sehr, sehr erfreulich, dass Du Deine Mitralklappen-Rekonstruktion so gut überstanden hast! Und Dein detaillierter Bericht wird hier bestimmt vielen Menschen helfen. (So fand ich z.B. Deinen Hinweis auf das durch eine "minimalinvasive" OP gegebene Risiko einer Intercostalneuralgie - "Rippenschmerz" - sehr gut, weil die meisten ja tatsächlich denken, dass "minimalinvasiv" deutlich weniger Schnitte und mithin deutlich weniger Schmerzen bedeuten würde. Doch das ist sogar bei sogen. minimalinvasiven OPs im Bauchraum nicht der Fall ...) Zum CRP: Ich habe diesen (Entzündungs-)Blutwert in einem ganz anderen Kontext kennengelernt, nämlich im Zusammenhang mit der Krebserkrankung, in deren Folge (nicht an der selbst!) mein Mann mit grad 47 Jahren gestorben ist. Es gab Ärzte, die hat ein erhöhter CRP total hektisch gemacht, und es gab Ärzte, die beim Blick auf diesen Wert nur mit den Schultern gezuckt haben ... "Kaffeesatzleserei" haben wir in dem Zusammenhang auch mehrfach gehört. In solchen Situationen merkt man, dass das öffentlich suggerierte Bild von Medizin und insbesondere von Chirurgie (von wegen: "harte" Wissenschaft; "objektive Parameter"; "Kalkulierbarkeit"; "Verlaufsgarantien" etc.) schlichte Volksverdummung oder Ideologie ist. Aber mit dieser Erkenntnis, dass auch in der Medizin - aller "Evidenzbasiertheit" zum Trotz (bzw. genau ihr entsprechend ...) - nichts sicher ist, lebt es sich schlecht, wenn man erst einmal erfahren muss, dass der eigene Körper nicht mehr wunschgemäß funktioniert und man auf Medizin angewiesen ist. Wenn man allerdings mehrfach die Erfahrung gemacht hat, dass 5 oder mehr Ärzte aus ein und demselben Blutwert von "alles soweit okay" bis hin zu "Lebensgefahr!" alles herauslesen, dann bleibt einem letztlich nichts anderes übrig, als sehr, sehr, sehr viele medizinische Werte bzw. Parameter zu ignorieren, wenn man nicht an der Angst angesichts dieser extremen Unsicherheit, die einem die Ärzte mit ihren disparaten Wert-Interpretationen vermitteln, sterben will. Du hast ein herzgesundes Leben vor Dir (und Deiner Familie). Ich wünsche Dir eine gute Rekonvaleszenz und dass Du und Deine Familie ein herzgesundes Leben bis an seine statistische Grenze werdet leben dürfen (dann hättest Du jetzt noch mehr als Dein bereits gelebtes Leben vor Dir), alles Gute! Corinna
  7. Mitralklappen Op

    Liebe Stefanie, die OP ist vorbei, die Komplikation offenbar auch und das Wichtigste ist jetzt, wie Du selbst ja schon geschrieben hast: Du lebst! Darüber sind viele Menschen sehr froh (auch hier) ... Aufarbeiten, was da war, kommt später (allergische Schocks treten durch die verschiedensten OPs, oder eigentlich: Narkosen, auf, es gibt also bei Herzklappen-OPs kein spezielles Risiko dafür - und leider kann man vorher nie ahnen, dass das passiert). Jetzt ist Heilwerd-Zeit. Nimm sie Dir und schone, pflege und achte auf Dich. Eine gute Rekonvaleszenz und herzliche Grüße Corinna
  8. Mitralklappen Op

    Liebe Steffi, auch von mir kommen zu Dir die besten Wünsche für die OP, und ich drücke feste die Daumen! Eine Mutmachgeschichte: Der Mensch, dessentwegen ich mich einst hier angemeldet habe, hat seine Mitralklappen-OP (minimalinvasive Rekonstruktion) schlicht super überstanden. Er ist 60 (und wirkt schon immer 10 Jahre jünger, als er ist). Es gab direkt postoperativ einige Komplikationen (Perikarderguss und noch paar andere Dinge). Aber seit der Reha ist nix mehr, null: Kein Herzstolpern, kein Schwindel, kein Garnichts. Und pünktlich drei Monate nach OP konnte er auch das Macumar absetzen, nimmt jetzt keinerlei Herz-Medikamente mehr, und ist einfach nur froh, dass er das hat machen lassen (und es so gut gelaufen ist), denn seine Einschränkungen vorher, die er "dem Alter" zuschrieb, sind jetzt weg. Alles Liebe und Gute wünscht Dir (und Deiner Familie, die ja auch "mitdrinhängt") Corinna
  9. Lieber Thorsten, was für ein Teufelsritt, den Du hinter Dir hast! Aber nun ist er vorbei und Du hast diese schlimmen Komplikationen ohne bleibende Beeinträchtigungen überstanden - das freut mich total (ich hab mir ebenfalls Sorgen gemacht). Ich kann mir vorstellen, dass Dir das alles noch ziemlich in den Knochen sitzt ... Lass Dir Zeit und achte gut auf Dich! Weiterhin gute Besserung und einen herzlichen Gruß Corinna
  10. Zweifel vor Herz Op

    Liebe Stefanie, im Falle einer Mitralklappenproblematik (für die es ja harte Kriterien gibt) wird seit längerem ausdrücklich empfohlen, die Rekonstruktion möglichst vor dem Vorliegen von "Symptomen" durchzuführen, weil sich, wenn der Patient selber durch die Symptome etwas von der Problematik spürt, die Herzanatomie schon unwiderruflich verschlechtert haben kann und die OP dann nicht nur insgesamt risikoreicher, sondern in ihrem Ergebnis auch weniger verlässlich ist. Dass es dem noch symptomfreien Patienten schwer verständlich zu machen ist, sich einer solchen OP unterziehen zu müssen, ist ein bekanntes Problem. Der folgende link bietet ein paar Informationen dazu: https://www.cardio-guide.com/therapie/mitralklappen-op/ Alles Gute! Corinna
  11. Kinder haben keine bikuspide Klappe

    Liebe Brigitte, das tut mir so leid! Bedauerlicherweise aber entspricht es meinen überwiegenden Erfahrungen mit Ärzten, die ich seit meiner Jugend (damals ging es immer um meine Eltern) bis zum Krebstod meines Mannes sammeln musste - sowohl mit Wald-und-Wiesen-Ärzten ("Allgemeinarzt") als auch mit "Koryphäen" auf ihrem jeweiligen Gebiet. Meine Lehre daraus: Nie nur einem vertrauen ... (und nach dem diagnostischen Irrsinn, den mein Mann an sich durchexzerzieren lassen musste, ergänze ich: 'Und wenn dann auch die vierte ärztliche Meinung den drei vorangegangenen widerspricht oder es dann pari-pari steht, weitersuchen oder besser noch: schlicht an die beste Variante glauben, wenn man das schafft ...) Ich wünsche von Herzen Optimismus! LG Corinna
  12. Lieber Thorsten, auch von mir alles Gute für die OP und den Verlauf Deiner Rekonvaleszenz! Ich freue mich darauf, hier weiter von Dir zu lesen, wenn es Dir wieder entsprechend gut geht. Herzliche Grüße Corinna
  13. OP mit Komplikationen

    Mein Beileid. Liebe Sabine, es tut mir leid, dass Dein Vater infolge der Herz-OP verstorben ist. Das passiert sehr selten. Doch wenn die Risikofaktoren gehäuft vorliegen (wenn also höheres Alter und schlechter Gesundheitszustand bzw. mehrere Begleiterkrankungen zusammenkommen), ist das gar nicht mehr so selten. Mit statistisch seltenen Krankheiten und Toden kenne ich mich ein wenig aus. Als mein Vater starb (er war 75, ich grad 33), war es für mich schlimm, aber im Gegensatz zum Tod meines Mannes erschien es mir in Ordnung, denn mit 75 hatte er schon ein ganzes (oft elendes) Leben gelebt. Das war und ist für mich ein Trost, anders als bei meinem Mann. Du hast noch Deine eigene Familie, soweit ich weiß. - Möge es Euch lange gut gehen! Und mögest Du jetzt gut durch die Trauer um Deinen Vater durchkommen. Einen leisen Gruß Corinna
  14. Aus der Sicht einer vergleichsweise jungen Krebs-Waise und Krebs-Witwe: Konkrete Todesangst, wie sie vermutlich jeder Herzklappen-Patient erlebt, kenne ich persönlich auch - und sie ist ja ein riesengroßer Unterschied zu diesem diffusen "Wir alle müssen sterben"-Ding, das wohl so ziemlich jedem ab und an mal durch den Kopf geht. Allerdings kenne ich konkrete Todesangst nur als Angst vor dem Tod des geliebten Menschen. Sie hat sich bei mir in zwei Fällen bewahrheitet. Seither habe ich selbst (also für mich) kaum noch Todesangst: Der Tod kommt mit Sicherheit. Und er fragt nicht, ob sein Kommen einem "recht ist", ganz im Gegenteil: Er kommt manchmal völlig "zu unrecht", nämlich viel zu früh und schlimmstenfalls auch noch mit entsetzlichen Schmerzen (so in dem einen Falle auch bei mir). Diese Todesangst erlebt zu haben (und auch den Tod: ich hielt meinen Mann im Arm, als sein Tod kam) und mich später damit auseinander gesetzt zu haben (während ich drinsteckte, ging das nicht), das hat sie für mich extrem schrumpfen lassen. Ich weiß, dass ich jederzeit sterben kann. Dass ich so gut wie nichts dagegen tun kann. Und dass ich irgendwann definitiv sterben werde. Meiner Erfahrung nach tun sich Menschen, die diese konkrete Todesangst zuvor noch nicht erlebt haben, wenn es ans Sterben geht, damit, also mit dem Sterben, sehr viel schwerer (das war so bei meinem Mann anlässlich seines eigenen konkret gewordenen Todes, und auch bei meiner Schwester anlässlich des Sterbens unseres Vaters), und folglich tun sie sich auch mit ihrem eigenen Tod schwerer (das war bei meinem Mann so). Aber das ist nur meine Erfahrung. Und auch ich habe immer noch ein wenig Angst vor meinem Tod, das will und kann ich nicht leugnen. (Und das ist vermutlich auch "normal", weil wir einfach nicht wissen, was geschieht, wenn man tot ist.) Aber sie ist mir bewusst. Sie ist mir nicht neu. Und sie ist folglich etwas, das ich zulassen kann. Was ich zulassen kann, kann ich auch anhalten, kann es überhaupt "halten" - es hält nicht mich. So wenig, wie irgendwann noch irgendetwas mich im Leben halten wird. Mich hat diese Erfahrung der konkreten Todesangst (und des Todes) sehr ruhig gemacht. Allerdings waren es bisher nie mein Tod und nie meine auf meinen Tod bezogene Todesangst - das mag mich von euch Herzklappen-Operierten trennen. (Studien über Krebserkrankungen besagen allerdings übereinstimmend, dass die psychische Belastung für Patienten und Angehörige ziemlich gleich sein soll.) Sich als Herzklappen-Patient professionelle Unterstützung zu holen, jemanden, mit dem man all diese Gedanken und Gefühle sich bewusst machen und sie "sortieren" kann - das ist, wenn die Todesangst unaushaltbar zu bleiben droht, sicher gut. Ich wünsche Dir, lieber Michael, dass Du Deine schreckliche Krankheitserfahrung gut in Dein Leben einfügen kannst, und uns allen wünsche ich Gelassenheit! LG Corinna
  15. Und noch eine Aortenklappe

    Liebe Sabine, mir steht es nicht zu, Deine selbstreflexiven Gedanken zu kommentieren oder gar zu 'bewerten', dennoch möchte ich Dir zumindest sagen, dass sie sich für mich stimmig anhören und, was Dich betrifft, auch "gut" (das mag oberlehrerhaft klingen, doch so meine ich es nicht). Noch zwei kurze Überlegungen: Diese Dir neue Verhaltensweise, die Dir nun diesen Rollenwechsel abverlangt (das Kind wird zum 'Elternteil' der Eltern) und die ich "Regression" (wenn nicht "Infantilisierung") der Eltern nenne, kommt mir sehr bekannt vor: Nachdem mein Vater gestorben war, konnte man bei meiner Mutter, einer ehemals sehr dominanten und selbständigen Frau, förmlich zusehen, wie sie gegenüber ihren Kindern in die Rolle des hilflosen Kindes 'zurückschnurrte' (sie war da 67); und ich fand das so nervig, wie Du es offenbar auch findest (außerdem empfand ich es als Manipulationsversuch, aber das rührt von einer anderen Geschichte her). Wie man damit einen Umgang finden soll, weiß ich leider nicht. Wenn unklare Situationen für Dich ein Problem sind, dann scheinst Du bisher ziemlich viel Glück und Sicherheit erlebt zu haben. Ich wünsche Dir herzlich, dass das noch lange so weitergehen möge! Liebe Grüße Corinna
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