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Monaco di Baviera

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Über Monaco di Baviera

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  1. Trekking-/ Kanutouren mit künstlicher Klappe

    Ich wurde 1992 operiert. Informationen für Patienten zum Nachlesen gab es praktisch null. Online existierten gerade mal die ersten Mailbox-Systeme, in die man sich mit einem 300-Baud-Modem einwählen konnte, aber Spezielleres fand man dort nicht. Informationen zu Marcumar waren kaum zu bekommen, höchstens in Zeitschriften, die man erst aber mal mühsam finden und kaufen musste. Ich war also vor allem auf das angewiesen, was einem die Ärzte so erzählt haben. Nach meiner OP fragte ich verschiedene Ärzte im Spital und in der AHB sowie den Hausarzt, was ich denn (sportlich) noch so machen dürfte. Ein arroganter Arzt sagte einfach lapidar: "Sie dürfen gar nichts mehr machen!" Meinen Hausarzt fragte ich, ob ich mit den Gerinnungshemmern wenigstens noch Rad fahren dürfe. Er sagte "nein" und erzählte eine Geschichte, dass eine Marcumar-Patientin von ihm beim Spazierengehen aufs Knie gestürzt sei und das "Knie jetzt im arsch" (nicht wörtlich nehmen ) sei, da es voller Blut gelaufen sei. Ich war damals geschockt. Der Arzt sagte, sie sind eben nun ein "künstlicher Bluter". Heute weiß ich, dass da vieles extrem übertrieben wurde, was die Blutungsgefahr angeht. Natürlich ist diese viel höher, bisher gingen aber kleinere Stürze (zu Fuß bei Glatteis etwa) ziemlich glimpflich ab. Ich finde es aber unverantwortlich, wenn Ärzte hier Panik verbreiten. Durch die ständige Angst ist man dann so verunsichert, dass man erst recht stürzt oder sich anderweitig verletzt. Auch weiß ich heute, dass ich kein künstlicher Bluter bin, die Blutgerinnung ist stark heruntergesetzt, aber nicht aufgehoben. Dennoch hörte ich den Begriff "künstlicher Bluter" zumindest in den 1900er-Jahren von zig Ärzten. Heute fahre ich Rad (Straße und Feldwege, aber keine Sprünge mit dem Mountainbike), andere Aktivitäten wie alpines Skifahren habe ich aufgegeben (aufgeben müssen eben wegen der Blutungsgefahr). Hätte ich das heutige Wissen bereits 1992 gehabt, wäre vieles einfacher gegangen und auch die Angst wäre reduziert gewesen, was nicht automatisch im Lichtsinn enden muss.
  2. Wie lange habt Ihr Eure Klappe?

    25 Jahre (31.07.1992).
  3. Vor 22 Jahren

    Bei mir sind es sogar schon 25 Jahre und ein paar Wochen. Am 31.07.1992 erhielt ich meine mechanische Herzklappe. Zum Glück gab es nie ernsthafte Probleme mit ihr.
  4. Höre die Klappe obwohl ich noch nicht operiert wurde

    Ich hörte meine Herzklappen auch manchmal, als ich noch vier natürliche Klappen hatte, aber nur beim Liegen auf der Seite und wenn es sehr ruhig in der Umgebung war. Aber sie waren nur minimal zu hören. Scheint also normal zu sein. Gerne hätte ich diesen Zustand zurück, aber geht halt nicht. Jetzt habe ich eine laute Taschenuhr eingebaut.
  5. Wege mit dem ticken zu leben...

    Auch wenn das jetzt wahrscheinlich von Deiner Seite nicht ganz so ernst gemeint ist, hast Du im Grunde genommen Recht. Ich habe deswegen schon jahrelang ein schlechtes Gewissen. Wir sprechen aber von einem 40-Watt-Gerät! Im Gegenzug habe vor wenigen Jahren alle Glühbirnen und Halogenstrahler durch LED-Birnen ersetzt, sodass ich jetzt 3-, 5-, 7 und 10-Watt-Birnen habe statt 25 bis 100 Watt. Auch andere Geräte wurden dann durch energiesparsame ersetzt. Die Möglichkeit, schlafen zu können, ist mir aber jetzt wichtiger als die Ökobilanz.
  6. Wege mit dem ticken zu leben...

    Mir hat das Ticken auch lange zu schaffen gemacht. Es ist wirklich sehr laut. Aber ich habe gelernt, damit zu leben, auch wenn es lange gedauert hat (eher Jahre als Monate). Leider wurde die Klappe im Lauf der Monate und Jahre auch nicht leiser. Auch nach über 20 Jahren könnte ich nicht ein- und durchschlafen, wenn ich nicht einen Trick anwenden würde. Ich schalte vor dem Schlafengehen immer einen großen Tischventilator ein. Der zerhackt regelrecht das Ticken, sodass es kaum mehr zu hören ist. Der Ventilator ist zwar an sich auch relativ laut, aber gleichmäßiger. Er klingt mehr wie ein natürlicher Wind, für mich ist es angenehmer. Es ist eine Lösung, die ich für mich gefunden habe. Ob sie für andere tauglich ist, vermag ich nicht zu sagen.
  7. Umgang mit künstlicher Herzklappe

    Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Selbst einem Kerngesunden kann man nur dringend empfehlen, aufzuhören bzw. gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Rauchen schadet nicht nur dem Herz, sondern auch z.B. der Lunge. 90 % aller COPD-Patienten sind Raucher (eine tödliche Lungenkrankheit), jeder 10. Raucher bekommt Lungenkrebs, der heute in aller Regel ebenso tödlich ist. Aber eigentlich ist das alles bekannt. Die Frage "Ist das Rauchen wirklich so schlimm?" könnte man auch mit der Gegenfrage beantworten "Was meinst Du, warum bald Ekelbilder auf die Zigarettenschachteln gedruckt werden?". Und ich versichere Dir, das machen keine Leute, die sich gegen den Tabak verschworen haben. Das ist alles echt. Habe in meinem Umfeld auch ein paar Leute regelrecht an Nikotinabusus verrecken sehen - in vergleichsweise jungen Jahren.
  8. Klapppengeräusche

    Meine Aorten-Klappe (Medtronic Hall, 31 mm) ist so laut, dass sie immer wieder von Leuten gehört wird - auch im Großraumbüro mit Computer-Lüftergeräuschen. Es nervt mich schon etwas, immer wieder Auskunft geben zu müssen, was denn das für ein Geräusch sei. Auch beim Arzt werde ich immer wieder darauf angesprochen, speziell natürlich, wenn mich Assistentinnen oder Ärzte das erste Mal sehen bzw. genauer hören. Ein Arzt (in der Reha) fragte erstaunt: "Ja, haben Sie denn noch eine Kugelkäfigprothese bekommen?". Klar, dass diese damals (1992) schon längst nicht mehr implantiert wurden. Die Klappe ist vermutlich auch deshalb so laut, weil es ein klappentragendes Conduit ist, die Gefäßprothese wirkt wohl als Resonanzkörper.
  9. Unterschied: Original und Generikum

    O.k., das ist eindeutig, aber auch ein sehr umständlicher Weg. Bei vermutlich 23,88 Euro Kosten, von denen ich dann wahrscheinlich dank Verwaltungsgebühr wenig zurückkriege, lohnt sich der ganze Aufwand inkl. Porto, Brief ausdrucken und einwerfen ja kaum. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, hier einen einfacheren Weg umzusetzen. Leider bestand ja die Apothekerin auch noch auf dem Privatrezept - so 100 % richtig war sie ja nicht informiert.
  10. Unterschied: Original und Generikum

    Wurde die Bedeutung von "Aut Idem" nicht vor einiger Zeit mal umgedreht? Jetzt kann (muss) man es glaub ich durchstreichen, nicht mehr ankreuzen? Ich bin mir aber nicht ganz sicher. Aber ich habe leider nicht darauf geachtet, wie das Aut Idem-Feld aussah, zumal ich ja das Marcumar bislang immer problemlos in der Apotheke bekommen habe. Die Regelung würde aber bedeuten, dass der Arzt mich unter Phenpro engmaschiger kontrolliert und dann eventuell feststellt, dass ich dann mehr Schwankungen beim INR aufweise und dies dokumentiert. Damit wäre aber ein Risiko für mich verbunden, es könnte ja dabei z.B. zu schweren Blutungen kommen. So etwas finde ich unverantwortlich, denn das Marcumar hat sich bei mir bewährt. Habe (nicht nur hier) von einigen schon gehört, dass sie unter Phenpro mehr Schwankungen haben (ob es immer Zufall war, sei dahingestellt). Auch sollen sich die Tabletten schlechter teilen lassen und bröseln dann. Dabei muss ich an vielen Tagen eine 3/4-Tabeltte nehmen, wodurch ich dann logischerweise die Tabletten gleich zweimal teilen muss. Außerdem macht es sich der Arzt einfach. Er erlaubt mir das Phenpro ja nicht einmal, obwohl er es aufschreibt. Das richtige Medikament zu bekommen, überlässt er dann mir - mit den beschriebenen Problemen. Wenn ich das Originaldokument will und erst einmal alles selbst zahle, dann brauche ich ein Privatrezept, sagte die Apothekerin. Ich hätte also noch einmal extra zum Arzt laufen müssen. Alles sehr unbefriedigend.
  11. Unterschied: Original und Generikum

    Danke. Wenn das noch mal (in einer weiteren Apotheke) passiert, dann werde ich meinen Arzt bitten, das Medikament. das ich seiner Meinung nach nehmen muss, auch aufzuscheiben (eigentlich ja eine Selbstverständlichkeit). Aber ich fürchte, er macht es nicht, hatte schon mal eine Diskussion mit ihm. Dann bedeute das mal wieder einen Arztwechsel.
  12. Unterschied: Original und Generikum

    Mein Hausarzt schreibt mir immer das Marcumar-Generikum Phenpro auf, um sein Budget nicht zu stark zu belasten, und weist mich an, das original Marcumar zu verlangen und den Preisunterschied selbst zu bezahlen. Phenpro dürfe ich nicht verlangen bzw. nur, wenn durch engmaschigere Blutkontrollen in der Praxis (bin kein Selbstbestimmer) abgesichert werd, dass das Phenpro bei mir genausogut funktioniere wie Marcumar, so der Hausarzt. Da ich kein Risiko eingehen will und auf engmaschigere Blutkontrollen auch keine große Lust habe, verlange ich also immer das Marcumar. Bisher problemlos. Doch meine Apotheke hat leider wegen bevorstehendem Gebäudeabriss für immer dicht gemacht. Bin daher in die nächste Apotheke. Doch die Apothekerin wollte kein Marcumar ausgeben. Sie stellte mich vor die Wahl, entweder nehme ich Phenpro oder ich bringe vom Hausarzt ein Marcumar-Privatrezept und zahle das Marxumar vollständig alleine. Erst nach längerer Diskussion ließ sie sich darauf ein, sagte aber, sie dürfe das eigentlich nicht, es sei - so wörtlich - rechtliche Grauzone. Sie war ziemlich unfreundlich, zumindest vom Alter her schien sie nicht unerfahren, müsste also die Regeln kennen? Wer hat jetzt recht? Muss sie mir das Marcumar aushändigen? Ob auf dem Rezept "aut idem" angekreuzt war, kann ich mich leider nicht erinnern. Der Hausarzt wählt jedenfalls die Variante, die für ihn preisgünstiger ist.
  13. Bist Du mit Deinem Leben zufrieden?

    @Mirko: Beim Gleitschirmfliegen geht es nicht nur um Unfälle, bei denen man aus großer Höhe abstürzt und auch ohne Marcumar keine Chance hätte. Aber die eine oder andere Landung kann schon mal unsanft werden, man kann sich stoßen und stürzen. Jeder Sturz unter Marcumar ist aber saugefährlich. Das Risiko schwerer innerer Blutungen ist mindestens 10-mal höher als ohne Gerinnungshemmer. Ist der INR zu hoch eingestellt, kann das Riko noch um ein Vielfaches höher ausführen. Daher empfehlen die meisten Ärzte, Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko unbedingt zu vermeiden. Gleitschirmfliegen gehört da ganz klar dazu. Und nein, mit Aspirin wird man trotz ebenfalls gerinnungshemmender Wirkung nicht zum Bluter. Marcumar wirkt da um drastisch stärker (und anders). Auch unter Marcumar sind wir keine Bluter, aber die Gerinnungshemmung ist halt drastisch herabgesetzt. Letztendlich hast Du halt bei einem Unfall unter Marcumar viel weniger Chancen zu überleben, ebenso steigt das Risiko bleibender Schäden. Auch wenn ich meinem Hausarzt versprochen habe, das Sturzrisiko so gering wie irgendmöglich zu halten, gehe ich auch zum Beispiel bei Glatteis vor die Türe, weil es halt manchmal nicht anders geht. Ich versuche dann besonders vorsichtig zu sein. Trotzdem lege ich mich aber auch garantiert jedes Jahr einmal ungewollt hin. Bis jetzt ging es immer noch mit vergleichsweise glimpflich ab – mit riesigen blauen Flecken und auch Schmerzen, die aber noch erträglich waren. Nachblutungen beim Zahnarzt, das dürften die meisten von uns ebenso kennen. Einmal musste meine Zunge in der Notambulanz gelasert werden, weil ich mich mal in selbige gebissen und es nicht mehr zu bluten aufgehört hatte. Das zeigt doch, wie anfällig wir sind.
  14. Marcumar jetzt zuzahlungsfrei!?

    Bei meinem Rezept ist kein Kreuz beim Punkt "AUT IDEM" gesetzt (habe heute extra darauf geachtet), und dennoch gab die Apothekerin auch heute anstandslos das original Marcumar heraus. Ich musste die Differenz bezahlen, knapp 5 EUR. Dafür erhielt ich dann aber auch 2 Tabletten weniger als aufgeschrieben (beim Marcumar N3 wurden ja bekanntlich 2 Tabletten "weggespart").
  15. Verletzung / starke Blutung schon vorgekommen?

    Blaue Flecken habe ich andauernd, jeder kleine Stoß (am Türrahmen etwa) kann zu einem führen. Kaum mehr stillbare Blutungen hatte ich in 20 Jahren zum Glück nur zwei: Einmal Nachblutungen nach Weisheitszahnextraktion und einmal blöd in die Zunge gebissen. Im letzteren Fall musste die Zunge gelasert werden.
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