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windsurfgleiten

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  1. LDH Erhöhung nach Mitralklappenrekonstruktion

    Hi Brigitte, wurde dir ein künstlicher Ring eingesetzt? War es bei dir die Mitral- oder die Aortenklappe? VG, Malte
  2. LDH Erhöhung nach Mitralklappenrekonstruktion

    Hi Stefan, danke für deine Antwort. Es ist wohl wirklich so, dass bei Kunstklappen Blutkörperchen an den Klappen "zerschellen". Offenbar schein das auch nicht dramatisch zu sein, solange keine Hämolyse auftritt, also die Erythrozyten nicht reduziert sind. Mich wundert nun aber, dass das auch bei einer Rekonstruktion auftreten kann. Ich habe im Forum nun einen Beitrag dazu gefunden - offenbar kann ein Jet aus der Klappe auf den Kunstring auch zu so einem Verhalten führen. Auch das kann wohl bis zur Hämolyse reichen, wie dieser Artikel zeigt: https://link.springer.com/article/10.1186/1756-0500-6-165 Ich werde nun vom Hausarzt mal zum Kardiologen springen und mit ihm darüber sprechen und berichten. VG, Malte
  3. LDH Erhöhung nach Mitralklappenrekonstruktion

    Hi zusammen, ich benötige nochmal eure Erfahrung. Mein LDH (Laktat-Dehydrogenase) Wert ist deutlich erhöht. Normal sind wohl kleiner 250, bei mir sind es inzwischen 680 U/l. Aber ansonsten ist alles am abklingen. CRP hat sich normalisiert, was auch nun ein paar Wochen gedauert hat und auch die anderen Werte sind jetzt halbwegs normal. Nun habe ich hier im Forum gesucht und finde auch Leute mit künstlichen Klappen, die "ewig" erhöhte LDH Werte haben. Vermutlich weil die Klappen die Blutkörperchen dort zerschlagen, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber wie ist das denn bei der MKR? Mein Hausarzt hat heute nochmal Blut abgenommen und will die Untergruppen der LDHs bestimmen und Troponin etc., um zu sehen, ob es vom Herzen oder anderen Organen kommt. Wenn es vom Herzen kommt würde er sagen, wenn das Echo okay ist, dann ist das in Ordnung. Dann warten wir weiter ab. Denn ansonsten geht es mir ja "gut". Mich macht das trotzdem etwas nervös. Ich hatte schon mal eine Herzmuskelentzündung, gefunden durch erhöhte Troponinwerte. Wie ist das bei euch? Wie lange waren die LDH Werte erhöht und ist es normal, dass sie sich 8 Wochen nach der OP weiter erhöhen? Vor allem bei der Rekonstruktion der Mitralklappe - müssten sie da nicht langsam wieder sinken? Viele Grüße, Malte
  4. Rezidivierender Pleuraerguss nach Herz-OP

    Danke Thorsten für die Ideen und Info. Wobei ich eigentlich kein Problem mit großen Flüssigkeitsmengen in der Pleura habe, sondern eher dass ein Rest bleibt und sich vermutlich eine körpereigene Entzündung nicht abbaut. Ich warte mal ab wie es Montag ist und dann ggf zum Echo und überlegen was dann zu tun ist. Ich tendiere zu Kortison, falls es nicht besser wird.
  5. Rezidivierender Pleuraerguss nach Herz-OP

    Hi Micha und danke für deine Antwort! Bei Wikipedia steht beim Dressler Syndrom dass man heute nicht mehr Kortison gibt weil es die Narben ausdünnt. Keine Ahnung ob das nun nach 8 Wochen noch relevant wäre. Ich versuche mal entspannt zu bleiben - ist bei Rückschlägen nicht so einfach und man macht sich immer Sorgen - und einen Termin für ein Echo zu bekommen. Danke dir für die Rückmeldung und Grüße, Malte
  6. Dressler Syndrom

    Hallo Niko! Da ich gerade selbst eine "Frage" zu ähnlichem Thema schrieb las ich zufällig gerade deinen Beitrag bzw. auch den zugehörigen älteren Post des TE. Ich habe nämlich auch erst mit dem Dressler Syndrom Erfahrung gemacht als ein Arzt es "zufällig" erwähnte. Zum Glück hatte aber meine Reha-Klinik bereits diese Therapie eingeschlagen. Vorher lag ich aber auch im Krankenhaus, es wurde dort um Glück keine Antibiotikatherapie angefangen, trotz hohen CRPs und erhöhter Temperatur, weil die Blutkulturen immer negativ waren. Aber es wurde auch kein Medikament gegeben - erst bei zweiter Entlassung ein gering dosiertes Diuretikum. In der Reha-Klinik bekam ich drei Tage Kortison, danach ging es auf Colchizin+Ibuprofen. Ich habe gelesen, dass das heute wohl auch eher die Leitlinienempfehlung ist. Ich bin vor allem den Perikarderguss damit sehr schnell losgeworden und es kam bisher nicht zum Rezidiv. Auch der Pleuraerguss in der linken Pleura verschwand und hat sich bisher nicht wieder gemeldet. Aber in der rechten Pleura werde ich es offenbar nicht los. Der Erguss war eigentlich schon so klein, dass ich die Sache abgehakt hatte. Aber er kam heute Nacht wohl wieder, jedenfalls merke ich beim Atmen Reibung an der rechten Pleura, dazu Verspannung auf der rechten Seite und erhöhter Puls. Also mir leider bekannte Symptome. Ich würde ungern erneut die Medikamentengabe starten... die letzte Woche nahm ich Iburprofen 400mg 1-0-1+Torasemid 10mg 1-0-0 und ob nun dadurch oder einfach so - der Erguss ging zurück, Puls normalisierte sich usw... VG, Malte
  7. Rezidivierender Pleuraerguss nach Herz-OP

    Hallo zusammen, nach meiner Mitralklappenrekonstruktion in Leipzig am 14.11.2017 kämpfe ich noch immer mit ein paar Nachwehen, die offenbar schwer in den Griff zu bekommen sind. In Leipzig selbst hatte ich einen kleinen Pneumothorax, der aber dort noch verschwand. Es blieben geringe Pleuraergüsse rechts und links und einer geringer Perikarderguss. Auf der rechten Seite, über die ja auch die OP erfolgte, wurde der Pleuraerguss aber größer und es kamen erhöhte Temperatur, hoher Ruhepuls und erhöhter CRP Wert hinzu. Punktiert wurde nicht, da ich mit Marcumar eingestellt war und sich die Entzündungsparameter normalisierten. Ich bekam ein Diuretikum. Das war dann in der Uni-Klinik meiner Heimatstadt. In der Reha-Klinik wurde ich dann 3 Tage mit Kortison behandelt. Ist wohl nicht mehr Standard, half aber beim Perikarderguss. Danach gab es 5 Tage Colchizin und Ibuprofen 400 1-0-1. Perikarderguss und Pleuraerguss links verschwanden. Diese Behandlung fand ich unter dem Namen "Dressler Syndrom". Der rechte Pleuraerguss wurde kleiner (Volumenschätzung von 800ml auf 400ml), aber verschwand nicht. Bei der Entlassung aus der Reha stagnierte er bei 400ml. Das Diuretikum wurde verdoppelt und ich sollte noch einmal Ibuprofen 400 1-0-1 nehmen, aber erstmal ohne Colchizin. Der Erguss ging zurück. Nach der letzten Messung hieß es, eine weitere Kontrolle sei nicht notwendig, der Rest würde nun auch noch verschwinden. Die Medikamente für den Erguss setzte ich ab, zumal ich mit Ibuprofen auch mehrfach Magenprobleme bekam. Mir wurde Atemtherapie verordnet für den Fall, dass der Erguss stagniere. Da er nun fast weg war, nutzte ich das Rezept nicht. Was vielleicht ein Fehler war. Donnerstag war ich mit dem Fahrrad in der Stadt. Ein Freund fuhr mit und ich musste mich ganz schön anstrengen, um das Tempo zu halten, obwohl er langsam fuhr. Ich merkte, dass ich dabei verspannte und etwas überlastet war. Am Abend war mein Ruhepuls mal wieder zu hoch. In der Nacht merkte ich dann etwas, was ich eine Woche vorher auch schon erlebte: Eine Art "Reiben" beim Atmen an der rechten Flanke. Bei der trockenen Pleuritis gibt es sowas, wenn Rippenfell und Lunge nicht mehr sauber gleiten. Nennt sich wohl Lederknarren. Keine Ahnung ob es das ist. Jedenfalls scheint wieder etwas an der Pleura zu passieren. Montag wollte und will ich eigentlich mit Hamburger Modell wieder in den Beruf starten. Ich werde wohl Montag auch gleich einen Termin für ein Echo machen müssen, um zu gucken, ob der Erguss wieder gestiegen ist. Schmerzen habe ich eigentlich nicht, nur etwas Verspannungen und der Kreislauf ist nicht gerade super zur Zeit, aber das schwankt ohnehin. Wer hat Erfahrung mit so einem Thema nach der OP? Und vielleicht einen Tipp, der demjenigen geholfen hat? Ibuprofen würde ich gerne nicht wieder nehmen, da ich immer Magenprobleme bekam. Trotz Protonenpumpenhemmers. Langsam würde ich gerne den Erguss loswerden ohne dass er immer wiederkommt... Viele Grüße, Malte
  8. Mitralklappen Op

    Hi Steffi. Ich habe eben deinem Bericht gelesen und ich wurde am 14.11.17 an der Mitralklappe operiert und da kommt mir doch vieles bekannt vor. Ich muss vor allem feststellen, dass ich mich sehr intensiv mit der OP beschäftigt habe und danach, so denkt man, geht es nur noch bergauf. Aber gerade die ersten 2 oder 3 Wochen kann das auch mal anders sein und wenn man das vorher weiss, kann das helfen. So hatte ich auch Flüssigkeit vor allem in der rechten Pleura, etwas in der linken und im Herzbeutel. 4 Wochen lang passierte nichts, es wurde nicht resorbiert. Bei der Reha wurden verschiede Medikamente ausprobiert. Entwässerung, aber vor allem entzündungshemmende Medikamente. Nachdem 4 Wochen nichts passierte ging es die letzten Tage stark zurück. Meine Lust auf Punktion oder Drainage war auch gering... Mein Puls ist eher hoch seit der OP. Ohne Betablocker 115 bis 120. Mit jetzt endlich auch mal unter 80, aber wenn ich dann aufstehe gerne über 90. Durch Belastung steigt er aber auch nicht höher. Ich hatte offenbar Resorptionsfieber, aber die Angst vor einer Endokarditis bestand also Blutkulturen, TEE, CT usw... Nach der OP ist also schon auch noch etwas durchzustehen und davon darf man sich nicht frustrieren lassen. Denn mittelfristig geht es dann doch bergauf. Man muss die ersten Einbrüche wegstecken. Das hätte ich vorher nicht so auf dem Zettel und das sorgte für Frust. Herzliche Grüße, Malte
  9. Hi Isajuni. Meine Mitralklappe wurde gerade rekonstruiert und ich bin nun seit etwas über einer Woche bei der Reha. Mit 25 wurde die Undichtigkeit erkannt, nun mit 39 operiert. Ich hatte auch einen mehrfachen Sehnenfadenabriss am hinteren Segel. Ich habe das nicht direkt gemerkt, hatte aber plötzlich starke und viele Extrasystolen. Ich dachte das wäre mal wieder durch Stress. Man weiss ja auch nie was somatisch und was psychisch ist, denn irgendwie ist es immer psychosomatisch. Und ich empfinde es auch immer dynamisch: Ein Tag fühlte ich mit fit, dann plötzlich müde und erschöpft. Die Oberärztin bei der Reha erzählte mir, dass sie beim Ultraschall gerade bei der Mitralklappe unterschiedliche Daten ermittelt je nach Tagesform des Patienten. Es ist wohl wirklich etwas dynamisch und keine reine Maschine, wie mein alter Kardiologe immer behauptete. Versuch dich abzulenken. Irgendwann hat man seinen Teil beigetragen und während der OP muss man anderen vertrauen. Danach ist man selbst wieder dran und muss unterstützen und arbeiten. Herzliche Grüße, Malte
  10. Vorstellung und OP-Bericht

    So. Ich wollte noch ein kurzes Update geben, wie es weiterging: Der CRP explodierte auf 185, 38,4 Grad C Fieber und ich kam wieder ins KH. CT vom Pleuraerguss wurde sofort in der Notaufnahme gemacht. Blutkulturen wurden angelegt, um eine Endokarditis zu sichern oder auszuschließen. Man wollte eine Antibiose starten, nahm aber noch den PCT (Procalcitonin). Auch ein Entzündungsmarker. Der war aber normwertig. Ebenso die Leukozyten. Man entschied sich gegen die Antibiose. CT zeigte einen größeren Pleuraerguss der aber offenbar aus Wasser besteht. Kein Eiter oder Blut. Der CRP sank nun wieder. Die Temperatur normalisierte sich. Man entschied gegen eine Punktion des Pleuraergusses. Am 08.12. wurde ich direkt in die Reha verlegt. Hier geht es jeden Tag etwas aufwärts und mir geht es deutlich besser. Man kennt hier die OP Nachwehen nur zu genau und endlich wurde mein hoher Ruhepuls von 115 mittels Betablocker gesenkt, der Erguss wird medikamentös behandelt, ich werde körperlich aufgebaut. Längere Spaziergänge sind wieder möglich, Treppen steigen, erstes Belastungs-EKG mit 100W. Ich hole etwas Gewicht auf, hatte 6kg abgenommen. Herzecho zeigte eine dichte Klappe und die Oberärztin lobte Leipzig ausdrücklich. Allerdings ist die Mitralklappe dynamisch und ich hatte in Leipzig ja eine Restinsuffizienz bei Entlassung, die sie hier nicht nachweisen konnten, also das schwankt und ist nicht konstant. Mein Puls ist zum ersten Mal unter 80 und ich hoffe es geht so weiter. Frohe Weihnachtszeit euch allen!
  11. Vorstellung und OP-Bericht

    Ich danke euch für eure Kommentare und Antworten. Leider bin ich gerade kaum mobil weil offenbar einige Hämatome flüssig geworden sind, auf Nerven drücken und ich kaum beweglich bin aufgrund von Schmerzen. Positiv gesehen resorbiert der Körper hoffentlich gerade und die erhöhte Temperatur und CRP könnte man als Resorptionsfieber vermuten. Aber dass ich wieder so immobil werde hätte ich nicht gedacht. Ganz schöner Rückschlag... vielleicht verschlimmert es die Blutverflüssigung, ich hab keine Ahnung. Aber wenn das nicht abklingt kann ich wohl noch mal ins KH zum Punktieren, wenn das noch geht.
  12. Vorstellung und OP-Bericht

    Hi Gerd, ich komme auch aus Lübeck Ich weiß, dass gerade bei der Aortenklappe (Ross OP) Lübeck inzwischen sehr gut sein soll und Prof Sievers genießt einen sehr guten Ruf! Es kommen immer verschiedene Dinge zusammen, warum man wohin geht. Ist dann auch etwas Zufall. Bei mir war es so, dass ich mit Prof Misfeld telefonierte und ich fühlte mich wohl. In Eppendorf bat mir dann auch jemand an, zu operieren und unterstrich, wie wichtig bei dieser Art des Eingriff der Chirurg ist (durch die Blume). Er kam aus Leipzig und ist aber schon länger nun in Eppendorf Herzchirurg. Als ich ihm sagte, Prof Misfeld würde operieren, stand er auf, gab mir die Hand und sagte "dann wird alle gut, machen sie das". Das war für mich der Auslöser. Ich glaube es gibt sicherlich inzwischen viele Zentren, die das können, die genug Fallzahlen haben. Über die Seite ("minimalinvasiv") nicht ganz so viele, aber trotzdem zahlreiche. Aber mir war wichtig, dass ich bei dem Herzchirurgen ein gutes Gefühl habe. Am Schluss ist es dann doch Bauchgefühl... Herzliche Grüße, Malte
  13. Vorstellung und OP-Bericht

    Hallo Forum, hallo zusammen! Ich habe nun schon länge hier mitgelesen. Ich bin 39 Jahre und seit 14 Jahren ist meine Mitralklappeninsuffizienz bekannt und nun ging es zur OP. Ich wollte nicht vorher schreiben, sondern dachte ich liefere dem Forum einen Bericht, wenn ich zurück bin. Nun ist es so weit. Zur Begrüßung also gleich ein Bericht... vielleicht ist er als Vorbereitung oder Information für manche interessant, daher wollte ich das gerne teilen. Ich habe mich ja auch hier im Forum informiert und viel gelesen und jeder Bericht hat geholfen, auch wenn man sich manchmal dadurch auch verrückt macht, aber ich wollte mich gut informieren. Wem der Bericht zu lang ist, ich kann auch gerne noch eine Kurzfassung schreiben.... Herz-OP Reflexion der Mitralklappenrekonstruktion am 14.11.2017 Prolog 2004 trat ich nach meinem Studium ins Berufsleben ein. Ich begann meinen Weg bei Philips in Hamburg und zum Eintritt war eine Untersuchung beim Betriebsarzt obligatorisch. So meldete ich mich also bei ihm und er prüfte die klassischen Parameter, horchte die Lunge ab, das Herz…“Hier höre ich aber etwas“, verkündete er. Ein Systolikum. Das Zurückrauschen von Blut nach Klappenschluss während der Auswurfphase. Ich blieb entspannt. War ein paar Jahre vorher beim Bund gewesen, da fiel nichts der gleichen auf. Ich folgte seinem Rat und suchte einen Kardiologen auf. Davor allerdings ließ ich meinen Hausarzt, ein langjähriger Freund der Familie, auch das Stethoskop auflegen. Er machte ein ernstes Gesicht und bat mich auch zum Kardiologen zu gehen. Na der Termin stand ja bereits. Wenig später suchte ich in Hamburg einen Kardiologen auf und ließ ein Ultraschall machen. Er diagnostizierte eine undichte Mitralklappe aber ich verstand ihn so, dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Er schickte mich noch auf das Ergometer und die Belastung war gut, allerdings sehr hochpulsig schon zu Beginn. Trotzdem, ich solle mir keine Sorgen machen. Ich hakte das Thema ab, traf meinen Hausarzt etwas später wieder und er unterstrich, wie erleichtert er doch sei, dass es nichts Schlimmes ist. Er hatte den Brief von dem Kardiologen bekommen, den ich nie gelesen habe. Also für mich hörte sich alles so an als wäre die Klappe etwas undicht, aber damit würde man alt. Ich las mich nicht groß ein, sondern nahm das als Anomalie hin, die viele Menschen haben. Zwei Jahre später wechselte ich den Arbeitgeber und Wohnort. Auch hier ein Betriebsarzt, aber das Geräusch war ja bekannt. Ich sollte mir aber einen neuen Kardiologen suchen, immerhin wohne ich nun woanders. Ich machte einen ausfindig, vereinbarte einen Termin und besuchte 2006 seine Praxis. Er schmiss das Ultraschall an und sagte nur: „Sie wissen schon dass bald eine OP fällig ist und sie bald Luftnot bekommen?“ Ich war schockiert. Stand zu Hause kurz neben mir, organisierte dann einen weiteren Termin mit einem anderen Kardiologen. Dieser beruhigte mich etwas, bestätigte aber eine beeindruckende Undichtigkeit mit starkem Jet, aber bei guter Belastung (Spirioergomethrie bis 280W) und guten Herzparametern (EF 66%, Hauptkammern nicht vergrößert). Ich sollte jährlich zur Kontrolle kommen. Das war 2006. Jedes Jahr ging ich zur Kontrolle und jedes Mal war er sich unsicher, denn die Undichtigkeit war hochgradig, aber ich war asymptomatisch. Bis auf einen vergrößerten linken Vorhof war alles andere gut. Mal überlegte er mich zur OP zu schicken, mal meinte er dann doch lieber warten. Ein Hin und Her. Ich begann mich in die Thematik intensiv einzuarbeiten. Las alles was ich darüber in die Finger bekam. So vergingen knapp 10 Jahre und mein Kardiologe ging in den Ruhestand. Sein Nachfolger, ein junger Arzt in meinem Alter oder jünger, kam zu einem ähnlichen Schluss. Im Frühjahr 2016 suchte ich meinen Hausarzt wegen einer Krankschreibung bzgl eines starkes Infekts auf und er wollte zusätzlich gerne Blut abnehmen, denn er kannte meine Herzgeschichte natürlich und wollte auf Troponin testen. Troponin tritt auf wenn Herzmuskelzellen absterben. Er wollte eigentlich eine Klappenentzündung ausschließen (Endokarditis), aber das wäre mit dem Test gar nicht gegangen. Am Nachmittag rief er mich an und bat mich, zur Notaufnahme zu gehen. Troponin stark erhöht. Ich wurde stationär aufgenommen. Erst waren die Ärzte skeptisch, aber auch ihre Blutuntersuchungen untermauerten das Ergebnis. Nun kam Panik auf – vielleicht ein Herzinfarkt? Mir wurde zu einer Herzkatheteruntersuchung geraten. Ergebnis: Alles gut, aber Mitralklappe undicht. Das wussten wir bereits…. Dann kam Schluckecho und ein MRT. Leichte Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und mittel- hochgradige Mitralklappeninsuffizienz. Posteriores Segel prolabiert stark. Bißchen seltsam, eine Myokarditis und ich hatte den Infekt gar nicht verschleppt, lag die ganze Zeit im Bett nach Ausbruch des Infekts. Die Herzmuskelentzündung heilte aus und ich bekam den Rat bzgl der Mitralklappe in der Chirurgie vorstellig zu werden. Da kurz zuvor mein zweiter Sohn geboren wurde, wartete ich 16 Monate ab und kontaktierte dann fünf Herzzentren. Die Kommunikation verlief erstaunlich schnell und einfach und vier rieten zur OP, eines zum Abwarten. Mein Kardiologe war auch eher auf abwarten gepolt, war aber unsicher. Ich hatte mich inzwischen in die Materie eingearbeitet. Eine Studie aus den USA aus 2013 belegte, dass eine frühe OP die Wahrscheinlichkeit für spätere Herzschwäche reduziert. Klar wurde auch, die EF (Auswurffraktion) sagt bei meinem Fehler nicht viel aus. Denn bei der EF wird nur gemessen wie viel Prozent aus dem Herzen ausgeworfen werden, nicht in welche Richtung. Sollte man also wirklich warten bis die EF nur noch bei 60% liegt? Meine EF war durch die stärkere Undichtigkeit sogar gestiegen. 74%... Mein linker Vorhof war vergrößert (dilatiert) mit 36cm2, Vorhofflimmern eine Frage der Zeit. Wird man das wieder los? Die Vorgabe bei asymptomatisch Patienten zur OP Indikation sagt aus, dass die Wahrscheinlichkeit zur Mitralklappenrekonstruktion über 80% liegen muss. Wenn vorher klar ist, dass eine neue Klappe notwendig wird, würde man warten. Die Undichtigkeit sollte hochgradig sein und ein erfahrenes Herzzentrum sollte den Eingriff durchführen. Ich wollte lieber bei guter EF und noch nicht nennenswert vergrößerter linker Herzkammer und bevor ich Vorhofflimmern bekomme, operieren. Ich entschied mich für Leipzig. Das hatte verschiedene Gründe, die ich gerne separat erläutern kann. Sicherlich ist durch den Weggang von Prof. Mohr und den Verkauf an die Helios-Kliniken nicht alles besser geworden. Es gibt aber gute Chirurgen dort und die Fallzahl ist hoch. Mir war es wichtig vorher zu wissen, wer mich operiert und mich zu informieren, wie der Ruf des Chirurgen ist. Dazu gibt es eine witzige Geschichte, die ich separat erzählen kann, aber durch eine Empfehlung und der Zusage, dass Prof. Misfeld operieren würde, wollte ich nicht mehr wechseln und nahm den längeren Weg nach Leipzig auf mich, obwohl Hamburg viel näher gewesen wäre. OP Prof. Misfeld rekonstruierte meine Mitralklappe am 14.11.2017 über einen minimalinvasiven Zugang. Dabei wurde mein Herz für 84 Minuten ruhig gestellt. OP Dauer 4,5 Stunden. Ich erschien am 13.11.2017 in körperlich guter Verfassung. Also EF 74%, LA (linker Vorhof) dilatiert bei 36cm2 aber LA (linke Herzkammer) nur geringfügig über Normbereich mit 59mm. Rechte Herzseite unauffällig. Noch kein Vorhofflimmern, keine Ablation notwendig. Isolierte MKI und indizierte MKR. Die Untersuchungen liefen systematisch. Dazu die Aufklärungsgespräche. Das Echo zeigte bereits abgerissene Sehnenfäden am posterioren (hinteren) Segel, was in der Untersuchung zwei Wochen zuvor nicht aufgefallen war. Das hintere Segel flatterte also wie eine Fahnde im Wind. Hochgradige Undichtigkeit Grad IV wurde bescheinigt. Mir schien das immerhin den richtigen Zeitpunkt zu untermauern. Ganzkörperrasur, keine Schlaftablette aber ich konnte etwas schlafen. Um 05 Uhr wurde ich geweckt. Duschen ohne Seife, OP Hemd anziehen, warten. Ich war für die erste Runde geplant, OP Beginn 07 Uhr. Um 06:30 Uhr wurde ich zur OP Vorbereitung abgeholt. In einem Vorraum wurden Zugänge gesetzt und die Narkose eingeleitet. Die OP konnte beginnen. Ich kopierte mir später den OP Bericht, sehr spannend, es war zwar komplikationslos verlaufen aber das Vitium war komplexer als gedacht. Beide Segel betroffen, am hinteren bereits mehrfacher Sehnenfadenabriss. Der Chirurg musste 8 neue Haltefäden und einen Ring setzen und eine Öffnung verschließen. Nach 4,5 Stunden war die OP geschafft und die Klappe zu diesem Zeitpunkt zu 100% dicht. Man muss wissen, dass eine Reparatur es hinteren Segels einfacher ist. Ist das vordere Segel auch betroffen, wird es schwieriger. Ich wachte im Aufwachraum auf und erinnere mich an ein paar schmerzhafte Tage, ich hatte einige Hämatome und Ergüsse, Probleme mit dem Magen und auch die Eintrittsstelle schmerzte noch stark. Dazu an einem Tag starke Extrasystolen. Das kannte ich zwar, aber nicht in der Intensität. Diese Tage waren heftiger, physisch und psychisch, als ich es erwartet hatte. Das läuft bei jedem anders ab, manche haben gar keine Schmerzen. Ich hatte schon gehört, dass der minimalinvasive Zugang (was ein Euphemismus ist, denn man denkt erst es wird nur ein Katheter geführt, aber sobald man sich damit beschäftigt merkt man, die OP ist identisch, nur eben ohne Rippendurchtrennung) starke Rippenfellreizungen auslösen kann, weil die Rippen stark gespreizt werden. Das tut dann doch ziemlich weh. Ich wollte aber den instabilen Brustkorb vermeiden und entschied mich daher für diesen Zugang, bei dem die Erfahrung des Chirurgen jedoch noch wichtiger ist. Auf Station klare Routine: Um 05 Uhr morgens wurde die Werte eingesammelt. Puls, Blutdruck, Gewicht, Blutabnahme, Temperatur. Die morgendliche Visite hatte somit bereits alle Daten zur Verfügung. Aber am 21.11. wurde ich morgens entlassen, 8 Tage nach Aufnahme, eine Woche nach der OP. Bei der Entlassungsuntersuchung wurde leider eine kleine Restinsuffizienz festgestellt. Nicht so tragisch, aber ganz dicht wäre natürlich schöner gewesen. Ich hoffe es bleibt so stabil, denn damit kann man alt werden. Aber ein Start mit keiner Undichtigkeit würde mir noch mehr Mut machen. Schon jetzt waren LA und LV deutlich kleiner als vor der OP. Das LV ging von 59mm auf 42mm zurück und somit klar im Normbereich und zeigte auch, dass es doch signifikant vergrößert war. Norm ist nicht alles. Der linke Vorhof (LA) reduzierte sich von 36cm2 auf 27cm2. Das gilt zwar noch als vergrößert, aber das war ja auch erst 7 Tage nach der OP und daher ein deutlicher Rückgang. Epilog Zu Hause angekommen musste ich den Hausarzt aufsuchen. Noch spritzte ich mir Heparin, weil mein INR noch nicht im Zielfenster und somit therapeutisch war. Ich hätte ja gerade auch erst begonnen Marcumar zu nehmen. Dies sollte ich für 3 Monate tun, bis der Ring mit eigenen Zellen besiedelt war. Ich fühle mich noch ziemlich groggy. Meine AHB/REHA war terminiert, aber es dauerte noch ein paar Tage. Mein Hausarzt übernahm professionell und bis auf die Reise zu ihm hin funktionierte alles recht gut. Am 23.11 bekam ich abends jedoch erhöhte Temperatur (subfibril). 37,5 bis 37,8°C. Bei Entlassung war mein CRP erhöht bei ca 75mg/l. Am 24. rief ich morgens direkt meinen Hausarzt an. Leider gab es eine Vertretung. Ihm war die Situation zu heiß. Der CRP Wert vom Vortag betrug nun 95mg/l. Hatte ich eine Infektion? Dann müsste er antibiotisch behandeln. Aber wogegen? Fokus? Er bat mich zur Notaufnahme in die Uniklinik Lübeck zu gehen. Freitagmittag kam ich bin der Behelfsnotaufnahme an, es war chaotisch. Über vier Stunden musste ich warten. So lange war ich bisher am Stück nicht auf den Beinen gewesen, nicht außerhalb des Zimmers jedenfalls. Ich war fix und fertig. Kein Essen, immerhin gab es Wasser zu trinken. Mir wurde dann Blut abgenommen, ein Zugang gelegt, eine Röntgenaufnahme gemacht, Blutverdünner abgesetzt für mögliche Eingriffe. Es waren nur junge Ärzte vor Ort, die ständig mit den Rufbereitschaften telefonierten, um zu entscheiden, was zu tun ist. Um 01 Uhr nachts wurde ich auf Station verlegt. Am Samstag, 25.11., bekam ich den typischen Wochenenddienst mit. Pfleger ausreichend, Ärzte Mangelware. Ich telefonierte mit einem Bekannten meiner Schwester. Chefarzt einer Kardiologie am Krankenhaus. Er beruhigte mich. Der CRP war zwar erhöht, nicht aber die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Kein Husten oder Schnupfen. Vermutlich kein Infekt, sondern das könnte eine Nachwehe der OP sein. Denkbar wäre auch als Ursache der ca. 600ml große Pleuraerguss auf der rechten Seite. Bisher war geplant diesen konservativ zu behandeln und darauf zu hoffen, dass er vom Körper resorbiert wird. Die Frage: Nun doch Punktieren oder abwarten? Ist es wirklich daher? Ich soll bis Montag im Krankenhaus bleiben. Erst dann kann ein Echo gemacht werden. Mein Blutdruck war eher niedrig, 105 zu 65, Puls hoch, ca 110. Aber das ist nach einer Herz OP nicht untypisch. Kann aber auch auf einen Infekt hindeuten. Nach einem langweiligen Wochenende wurde ich morgens nach Blutabnahme um 08 Uhr zur Untersuchung gebracht. Ergebnis: Kleiner Pleuraerguss links, nicht behandlungsbedürftig, mittlerer rechts, Empfehlung Punktieren. Der Quickwert/INT lag noch nicht vor, aber alles wurde zum Punktieren vorbereiten. Da kam der Wert: Abbruch. Blut noch zu verdünnt. Also noch eine Nacht im Krankenhaus. Nächster Versuch sollte einen Tag später erfolgen. Ggf Vitamin K Gabe, um den INR zu reduzieren. Der Stationsarzt erscheint. Er hat mit seinem Oberarzt gesprochen, der nun ganz anderer Meinung war. Blutverdünner wieder hoch, kein Punktieren, das Thema hinten anstellen. Der Erguss sei gekammert, Eiter unwahrscheinlich, man müsse eine Herzklappenentzündung ausschließen (Endokarditis). Dafür eine TEE (Schluckecho) und Blutkulturen. Er will ganz sicher sein, dass kein Infekt an der Klappe vorliegt. Das ist löblich, kommt mir aber übertrieben vor. Mein CRP ist auf 75 gefallen, ich habe keine erhöhte Temperatur mehr. Hatte nie Husten, Schnupfen. Warum also die Sorge? Klar, junger Patient. Da soll nichts schief gehen. Wenn die Klappen nun etwas erwischt, war alles umsonst. Das kann ich verstehen, aber wenig deutet darauf hin. Ich zeige keine Klinik. Mein hoher Ruhepuls ist ein Thema. Das könnte ein Indikator sein für einen Infekt. Ich soll mehr trinken oder ich bekäme Infusionen. Also trinke ich 2,5-3 Liter. Der Puls bleibt hoch. Ich starte wieder mit Marcumar, Bridging mit Heparinspritzen, die ich mir selber gebe. Das musste ich zu Hause auch, dann mache ich das auch hier selbst. Am 29. Erfolgt morgens endlich die TEE. Die Ergebnisse sind da. Das Echo war unauffällig. Sie konnten nicht viel sehen, aber was zu sehen war, war unauffällig. Dafür ist aber der CRP wieder auf 80 hoch. Nun warten wir auf die Blutkulturen. Der Oberarzt hat sich selbst noch nicht ein Mal blicken lassen. Er steuert das wie ein Regisseur aus dem Off. Ich würde gerne direkt mit ihm sprechen und nicht nur mit seinem Assistenzarzt. Am 30. steigt CRP wieder auf 95. Blutkulturen sind aber negativ. Der OA schließt eine Endokarditis aus, aber irgendwas stimmt nicht. Vielleicht nur eine Reaktion des Körpers auf die verschiedenen Hämatome und Wasseransammlungen, vielleicht auch doch der Pleuraerguss. Er möchte daher gerne ein CT von dem Erguss machen. Sicher sein, dass es kein Eiter ist (sonst doch punktieren). Aber Termin gibt es erst am 06.12. Entscheidung: Ab nach Hause. Engmaschige Kontrolle durch Hausarzt. Am 06ten CT, am 07ten telefonieren. Wenn CT unauffällig, am 08ten wie geplant zur AHB. So bin ich nun also wieder zu Hause. Es ist ein bißchen Achterbahn, aber eine Herz-OP ist eben schon nichts alltägliches. Mir wurde klar, man sollte auch nicht zu früh operieren, es sollte schon wirklich notwendig sein. Mir wurde aber auch klar, mein Kardiologe wollte erst noch warten, dann zeigten sich gerissene Sehnenfäden und eine doch vergrößerte linke Kammer, die er nicht so wirklich auf dem Schirm hatte. Er verglich immer nur mit Normwerten, aber es zeigte sich direkt nach der OP, dass die Kammer deutlich kleiner wurde. Der Vorhof ist meistens vergrößert und das ist zwar nicht ganz so tragisch, aber die Gefahr ist, dass Vorhofflimmern kommt und somit eine weitere Baustelle (Ablation und/oder Marcumar). Den richtigen OP Zeitpunkt zu finden ist also wirklich nicht einfach. Man darf aber auch nicht vergessen, die OP ist kein Spaziergang. Und die Klappe muss dann lange halten, wenn man früh operiert. Aber eine Schädigung am Herzen darf auch auf keinen Fall riskiert werden, auch dafür muss es noch zu lange durchhalten. Es ist also nicht einfach und man wird immer unterschiedliche Meinungen finden. Ein bißchen gilt es daher auch der Intuition zu vertrauen, denn nicht alles kann man quantifizieren. Ein Kardiologe, Prof an der Uniklinik Lübeck, sagte zu mir: Ein bißchen ist das alles Kaffeesatzleserei. Es gibt nicht "den" Parameter. Man muss ein Gesamtbild erstellen und dann auch etwas auf den Bauch hören. Ich finde, er hat Recht. Es ist einfach nicht schwarz/weiß, wobei ich auch sagen muss, erst bei der OP zeigte sich, dass es bei mir wirklich Zeit war und ich nicht zu früh erschienen bin. Nun gilt es erstmal die Nachwehen zu überstehen, zu Kräften zu kommen, AHB und hoffentlich wieder zügig in die Normalität zu finden. Es gab und gibt sehr emotionale Momente und man denkt doch so über einiges im Leben nach. Ich wünsche alle hier im Forum eine besinnliche Weihnachtszeit und gute Gesundheit! Herzliche Grüße, Malte
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