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Das Leben mit der künstlichen Herzklappe und Gerinnungshemmern

In Deutschland leben etwa 900 000 Menschen unter dauerhafter bzw. lebenslanger Antikoagulation, davon etwa 100 000 mit künstlicher Herzklappe.

Das Leben mit einer künstlichen Herzklappe schränkt nicht die Lebensqualität ein - bedarf aber gewisser Vorsichtsmaßnahmen. Zu diesen unabänderlichen Maßnahmen zählt die lebenslange Einnahme von Gerinnungshemmern. Diese besondere Situation ist bei künstlichen Herzklappen gegeben. Das Klappenmaterial ist ein High-Tech-Material mit einer extrem glatten Oberfläche, die nicht der natürlichen Oberfläche der „alten“ Herzklappe ähnelt.

Die künstliche Herzklappe wird vom Organismus nicht als Wunde, sondern als „fremde Oberfläche“ erkannt. Damit wird im Körper eine Gerinnung angestoßen, die, wenn sie nicht gehemmt werden würde, weitere Gerinnungsfaktoren aktiviert und Gerinnselbildungen an der künstlichen Herzklappe die Folge wären - mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit.

Alles zu diesem Thema aber auch über das Leben mit der künstlichen Herzklappe selbst finden Sie auf dieser Website.

Im Namen aller Autoren möchte ich mich für Ihr Interesse bedanken.
Christian Schaefer
Arbeitskreis Herzklappen- und Gerinnungs-Patienten

INR-Selbstmanagement und Telemedizin – PD Dr. med. Heinrich Körtke, Herzzentrum NRW antwortet:

Leben mit Gerinnungshemmern

Wir laden Sie herzlich zu einer kleinen Reise zwischen Scylla und Charybdis ein.

(Bitte auf das Bild klicken)

Warum es so wichtig ist, im therapeutischen Bereich zu bleiben.

Wie gut eine INR-Einstellung ist, zeigt die Verweildauer im therapeutischen Bereich. In der Fachsprache wird diese Zeit als TTR (time in therapeutic range) bezeichnet. Mit anderen Worten: Halte ich mich mit meinen INR-Werten sehr lange oder fast ständig im vorgegebenen therapeutischen Bereich auf, um so geringer ist die Rate möglicher Blutungen oder Thromboembolien. E.G. Butchart hat schon 1988 (Circulation Supplement I, Vol 78 No.3, 1988) auf die Gefährlichkeit hoher INR-Schwankungen hingewiesen. 2002 schrieb E.G. Butchart (J Thorax Cardiovasc Surg), dass stabile INR-Werte das Überleben verbessern. Prof. Alan Jacobson, MD (Loma Linda, Kalifornien) hat auf der 7. Internationalen Konferenz der ISMAAP in Lyon (4. bis 5. 11 2011) mit einem eindeutigen „Ja“ Stellung bezogen.

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Seit 25 Jahren ein Mehr an Lebensqualität

Ein Mehr an Lebensqualität hat es für Heike Sichmann, der Pionierin des INR-Selbstmanagements, 1986 gegeben. Es war und ist die Unabhängigkeit von ständigen INR-Kontrollen beim Arzt. Dieses „Mehr“ wurde erfolgreich durch Dr. med. Carola Halhuber und Dr. med. Angelika Bernardo umgesetzt, indem sie die Idee des Gerinnungs-Selbstmanagements aufgriffen. Die ersten Patientenschulungen erfolgten in Bad Berleburg, Patientenseminare – zu jener Zeit beispielhaft – erläuterten den Umgang mit Gerinnungshemmern, Patientenratgeber und wissenschaftliche Untersuchungen folgten. Die ersten weltweit vorgelegten Ergebnisse von Dr. med. Angelika Bernardo zeigten, dass 83,1% der von Patienten selbst ermittelten INR-Werte (damals noch Quick-Werte) im Zeitraum von 1986-1992 im therapeutischen Bereich lagen. Die Empfehlungen die damals aus Bad Berleburg kamen, gelten heute noch.

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Reisen und Gerinnungshemmer

PD Dr. med. Jürgen Ringwald berichtet über erste Ergebnisse der internationalen Reisestudie, die auf der 55 Jahrestagung der Gesellschaft für Thgrombose- und Hämostaseforschung e.V. (GTH) am 19.2.2011 in Wiesbaden von ihm vorgestellt wurden.

http://www.youtube.com/watch?v=UcYOx1BTGm0

8 Tipps für eine gute Gerinnungshemmung

Wie lebe ich als antikoagulierter Patient?

"Es ist eine unbequeme Wahrheit, dass Gerinnungshemmer keine idealen Medikamente sind." Eine Aussage, die Dr. med. Alan Niederer, Zürich, damit untermauert, dass die Dosis der Gerinnungshemmer von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

8 Tipps reichen aus, dass die lebensnotwendigen Gerinnungshemmer als "Freund" bezeichnet werden können.

 

CoaguChek in der Schweiz kassenpflichtig

Ab sofort wird CoaguChek-XS-Gerät von der Krankenkasse aus der Grundversicherung bezahlt. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat das Gerinnungsmessgerät per 1. Juli 2011 auf die so genannte Mittel- und Geräteliste (MiGeL) gesetzt. Damit ist die Finanzierung für alle Patienten, die dauerhaft antikoaguliert sind und einen anerkannten Schulungskurs absolviert haben, geregelt. Weitere Infos unter: www.coagulationcare.ch

 

 

 

Deutsches Aortenklappenregister

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung benötigen immer mehr Menschen einen Aortenklappenersatz. Derzeit mehr als 12 000 jährlich. Die Herzchirurgie bietet neben dem herkömmlichen mechanischem (2009: 2.146*) den biologischen Aortenklappenersatz (2009: 11.981*) an. Hinzu kommt nun der Ersatz „neue Klappe in die defekte künstlich biologische Aortenklappe“ sowie die TAVI-Therapie (Transkatheter-Aortenklappe-Implantation) (2009: 2.152*[*)Herzbericht 2009]) bei der die neue Klappe entweder über die Leiste oder transapikal (durch die Herzspitze) implantiert wird.

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Mit mechanischer Aortenklappe auf den höchsten Gipfeln der Welt 

Im Ratgeber „Die Gerinnung“ Nr. 29, Seiten 12-13, berichte Veronika R. Meyer über den Einfluss des Lichtes auf die INR-Werte. Sie schrieb: „Meine Erfahrungen könnten auch mit der These „mehr Licht“ erklärbar sein, obwohl ich da keinesfalls sicher bin. Ich war nach der Rückkehr immer erstaunt, dass die INR auf eine Höhe von gegen 45 geklettert war.“

Nun hat Veronika R. Meyer ein spannendes Buch verfasst und schildert als leidenschaftliche Alpinistin ihre Wege zu den höchsten Gipfeln der Welt.

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Schulungszentren

Auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation e.V. (www.asaev.de) finden Sie Schulungszentren die Schulungen zum Erlernen der Gerinnungs-Selbstkontrolle durchführen.

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Gerinnungshemmern und Naturheilmitteln?

Zu den Naturheilmitteln zählen pflanzliche, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel sowie Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Fischöl. Pflanzliche Heilmittel haben in Deutschland und der Schweiz den Status eines Arzneimittels. In anderen Ländern werden diese oftmals als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

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Lebensqualität der Patienten unter Gerinnungshemmung

Kann man die Lebensqualität von Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, messen?
Dieser Frage ging Prof. Dr. med. Scott Kaatz, Detroit, USA, auf der 5. Internationalen Tagung der ISMAAP/ISMAA am 2. Oktober in Brüssel nach. Er verwies zunächst auf die Möglichkeit antikoagulierte Patienten dahingehend zu motivieren, sich schulen zu lassen, um das INR-Selbstmanagement für eine bessere Lebensqualität zu erlernen.

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Verbessern Gentests die Gerinnungshemmung?

Wie schwierig es ist, zu Beginn der Behandlung mit Gerinnungshemmern die richtige Dosis zu finden, können viele Ärzte bestätigen. Es kann Monate dauern, bis die entsprechende Dosierung gefunden ist. Der therapeutische Bereich ist schlecht einstellbar, da die INR-Werte schwanken können. Der Grund liegt in den beiden Genen VKORC1 und CYP2C9. So gibt es Patienten, die ein erhöhtes Ansprechen gegenüber dem Gerinnungshemmer haben, andere Patienten hingegen eine teilweise Abwehr gegenüber dem Gerinnungshemmer aufweisen.

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Vom "Rattengift" zum Meilenstein in der Gerinnungshemmung

Der Präsident der Vereinigten Staaten Dwight Eisenhower nahm nach einem Herzinfarkt 1955 Gerinnungshemmer ein. „Was gut für eine Kriegshelden und Präsidenten der Vereinigten Staaten ist, muss gut für alle sein, obwohl es Rattengift ist“ (Duxbury & Poller, 2001).

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Aktuelles auf diesen Webseiten

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FAQ

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Schulungen zur INR-Selbstbestimmung in der Schweiz

Die aktuellen Termine für 2012 finden Sie auf dieser Website unter

INR-Selbstkontrolle:    Schulungseinrichtungen.

Telemedizinische Beratung von Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen

Es besteht nunmehr die Möglichkeit, die aktuellen INR-Werte mittels eines speziell entwickelten Übertragungsmodems automatisiert direkt an das Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) (dem Herzzentrum in Bad Oeynhausen angeschlossen) zu übermitteln. Ziel dieses Angebots ist es, sich bei der exakten Einstellung des therapeutischen INR-Bereichs, durch ärztliche und fachliche Kompetenz unterstützen zu lassen.

Die Langzeit-Betreuung beläuft sich auf € 50,-- per Monat (Telemed. Dienste & GSM-Modul). Übertragung des INR-Wertes mittels GSM-Modul an die IFAT-Datenbank. Von dort entsprechende Betreuung des Patienten.

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Letzte Überarbeitung: 3. Januar 2012